Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung – Ein Medizinstudent blickt zurück auf sein Physikum Herbst 2021

4. März 2022

in Im Fokus, Physikum, Ratgeber

Vielleicht geht es Dir wie mir damals und Du befindest Dich noch mitten im vierten Semester, lernst für das eine oder andere Fach, dessen Klausur in den kommenden Wochen ansteht und widmest den einen oder anderen unruhigen Gedanken zwischendurch dem Physikum! Und vielleicht bist Du neugierig auf der Suche nach Erfahrungen und Tipps für die ideale mentale und organisatorische Vorbereitung auf das Physikum? Die möchte ich Dir in diesem Bericht mit bestem Gewissen an die Hand geben!

Als sei es vorgestern gewesen!

Hey Kollegin, hey Kollege! Wenn Du gerade meinen und die vielen anderen Erfahrungsberichte zum Physikum überfliegst, dann findest Du Dich in der gleichen Situation wieder, in der ich mich noch vor weniger als einem Jahr befand – es fühlt sich an, als sei es vorgestern gewesen. Vielleicht bist Du neugierig auf der Suche nach Erfahrungen und Tipps für die ideale mentale und organisatorische Vorbereitung auf das Physikum? Die möchte ich Dir in diesem kleinen Bericht mit bestem Gewissen an die Hand geben!

Ich studiere mittlerweile im 6. Semester Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und möchte Dir von meinen Erlebnissen vor, in und nach der schriftlichen und mündlichen Prüfung erzählen. Wie gewöhnlich hatte das IMPP die schriftliche Prüfung für meine Kommiliton*innen und mich vergangenes Jahr bundesweit im Spätsommer terminiert – in unserem Fall waren es die beiden Tage 20. und 21. August 2021. Der Termin der mündlichen Prüfung hingegen wurde vom Lehrstuhl individuell und nach dem Zufallsprinzip in einem Zeitfenster von zwei Wochen vor und nach den schriftlichen Klausuren verteilt. Bei mir sollte diese nur wenige Tage später, nämlich am 27. August, stattfinden.

Vorbereitung auf das große Unbekannte – wie eigentlich?

Auch im kurzen Sommerurlaub führte kein Weg an einem Lernlager vorbei

Vielleicht geht es Dir wie mir damals und Du befindest Dich noch mitten im vierten Semester, lernst für das eine oder andere Fach, dessen Klausur in den kommenden Wochen ansteht und widmest den einen oder anderen unruhigen Gedanken zwischendurch dem Physikum! Mir erging es in dieser Zeit häufig so. Im Verlauf der Vorklinik, so hatte ich den Eindruck, wurde besonders im dritten und vierten Semester seitens der Dozenten zunehmend in kurzen Nebensätzen auf das bevorstehende Physikum hingewiesen. Ich persönlich hatte das weniger mit Enthusiasmus, vielmehr mit Nervosität aufgegriffen – und damit war ich in meinem Umfeld nicht allein.

Der zeitliche Rahmen inmitten einer improvisierten Online-Lehre und Pandemie limitierte einige Möglichkeiten, sich auf dem Campus mit Kommiliton*innen über die Gedanken, Erwartungen und Vorgehensweisen mit Blick auf den bevorstehenden Lernmarathon auszutauschen und einander zu unterstützen. So empfand ich trotz souverän überstandener Testate und Klausuren während der ersten vier Semester einen riesigen Respekt vor dem, was da auf mich zukommen würde. Darüber hinaus wurde mein Gefühl von kontroversen Meinungen über das Physikum, die von „Ach, das Physikum ist gar nicht so schlimm, wie alle immer sagen!“ bis hin zu „Das Physikum ist die schwierigste und belastendste Zeit des gesamten Medizinstudiums!“ reichten, begleitet.

Für mich galt also, in den kommenden Wochen und Monaten herauszufinden, welchen Standpunkt ich wohl im Nachhinein einnehmen würde. Ich möchte bereits vorwegnehmen, dass beide Aussagen zutreffen. Im Wesentlichen bestimmen die Art und Weise der Vorbereitung auf diese Prüfungen die Richtung, wie man diese intensive Zeit empfindet. Das Gute daran: Du legst mit Deiner Initiative, Dir diverse Tipps über Erfahrungsberichte einzuholen, schon einen sehr guten Grundstein für einen zuversichtlichen und erfolgreichen Weg bis zum Physikum. Denn, da schließe ich mich meinen Vorrednern an, eine umfassende und rechtzeitige Vorbereitung auf diese Prüfungen ist schon die halbe Miete!

Besonders wichtig für eine erfolgsversprechende Vorbereitung auf das Physikum ist es, sich über den eigenen Lerntyp bewusst zu werden. In der Regel eignen sich nämlich auch für das Physikum die gleichen Lernstrategien, die sich für einen bereits in verschiedenen Klausurvorbereitungen der Vorklinik bewährt haben. Ein nicht zu unterschätzender Unterschied betrifft jedoch die „Last-Minute-Lerner“. Lässt man zu viele potenzielle Lerntage im Vorfeld des 1. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung verstreichen, wird man sehr schnell realisieren, dass man den für die Examen verlangten Lernstoff nicht bewältigen können wird. Und dies ist absolut ärgerlich und vermeidbar! Das Bestehen des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung hängt nämlich im Wesentlichen von der verfügbaren Vorbereitungszeit, von Disziplin und Fleiß ab – all diese Faktoren kannst Du zu Deinen Gunsten beeinflussen.

Die Vorbereitungszeit impliziert hierbei nicht nur reine Lernzeit, sondern auch großzügige Pausen, die Du auf keinen Fall vernachlässigen solltest! Es erfordert wirklich viel Zeit und geistigen Ausgleich, um sich den ganzen Lernstoff nachhaltig einzuprägen. Wenn es darauf ankommt, kann man es natürlich schaffen, zwei Wochen des Lernens durchzupeitschen und damit eine Klausur zufrieden bestehen, im Physikum jedoch ist eine Menge Ausdauer gefragt. So fühlte ich mich noch frisch und motiviert, als ich begonnen habe, meinen damaligen Lernplan in die Tat umzusetzen, und habe die ersten beiden Wochen regelrecht durchgelernt, bis ich feststellte, dass ich von Tag zu Tag immer träger und ineffizienter geworden bin. Und ja, ich habe sogar von absolut sinnbefreiten und entfremdeten biochemischen Stoffwechselwegen geträumt, was nicht wirklich erholsame Nächte bedeutete.

Ich möchte Dir daher empfehlen, lieber einen etwas längeren Lernplan zu erstellen, der es Dir erlaubt, mindestens einen ganzen Tag in der Woche Abstand von den Lerninhalten zu gewinnen und Deinen Hobbys als auch sozialen Kontakten nachzugehen. Denn nur, wenn Du ein paar Highlights in den monotonen Lernalltag einbaust, bleibst Du langfristig motiviert und aufnahmefähig. Darüber hinaus wird Dir ein großzügig gestalteter Lernplan sowohl nach Deinen täglichen Lerneinheiten als auch an Deinen freien Tagen das gute Gewissen geben, sich die Ablenkung vom Unistress gönnen zu können und optimal in der Zeit zu liegen.

Das richtige Mindset!

Gleich vorab möchte ich Dir die Illusion nehmen, dass es Voraussetzung wäre, jeden einzelnen Lerntag zufrieden und lückenlos abzuschließen, um das Physikum zu bestehen. Dem ist nicht so! Es wird immer hier und da Tage geben, die einem schwerer fallen, als andere Tage. Und dies ist völlig normal und in Ordnung! Wichtig ist, dass Du Dir im Vorfeld eingestehst, dass nun eine Zeit auf Dich zukommt, die herausfordernd sein wird und Dir sehr viel abverlangen wird. Du wirst womöglich die einen oder anderen Abstriche hinsichtlich Deiner Alltagsqualität (Hobbys, Freunde etc.) machen müssen. Dies ist aber nicht von Dauer und bringt Dich Deinem Ziel einen riesigen Schritt näher!

Mir persönlich, ist es während des endlos erscheinenden Lernens nicht selten mal passiert, dass ich mit meiner Situation gehadert und Zweifel aufgebaut habe, ob meine Herangehensweise die richtige ist und ich den 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung so bestehen würde. Zum einen schien der Lernstoff nicht geringer zu werden, zum anderen gerieten einige Fakten vorangegangener Themen nach nur ein paar Tagen schnell in Vergessenheit, was mich ziemlich verunsicherte. Rückblickend betrachtet, hat sich meine damalige Wahrnehmung als falsch entpuppt und mich mehr Gedanken sowie Energie gekostet, als dass sie förderlich gewesen wäre. Wirklich wichtig in der Physikums Vorbereitung ist, dass Du fair zu Dir selbst bist und jeden gemeisterten Lerntag als kleinen Erfolg anerkennst!

Mein Lernplan

Die Anatomische Anstalt der LMU in der Münchner Innenstadt

Sicherlich hast Du schon von einigen vorgefertigten Lernplänen gehört, welche auf verschiedenen Plattformen wie „viamedici“ oder „Amboss“ angeboten werden. Davon abgesehen, werden für diejenigen unter Euch, die Lernmaterialien in Papierform bevorzugen, auch die „Medi-Learn“- oder „Endspurtskripten“ angeboten. Ich kann Dir sehr empfehlen, Dich im Rahmen der Physikums Vorbereitung an einem dieser Angebote zu orientieren, da es viele Vorteile mit sich bringt. Während all die mühsamen Mitschriften und Zusammenfassungen aus den Vorlesungen der Vorklinik wegen ihrer Individualität und Abweichung von den IMPP-Fakten hinsichtlich einer idealen Vorbereitung an Bedeutung verlieren, sind die vorgefertigten Angebote der entsprechenden Lernplattformen deckungsgleich mit dem Gegenstandskatalog des IMPP.

Diese Eigenschaft wird umso wichtiger, wenn Dir aufgrund des Curriculums Deiner Universität nach Deiner letzten vorklinischen Klausur nur wenig Zeit für das Lernen und Wiederholen aller Fächer bleibt und Du Dich auf die „beliebtesten“ Prüfungsfragen konzentrieren musst.

Welcher Lernplan für Dich am besten ist, hängt besonders davon ab, mit welchen Quellen Du Dich in der Vorklinik auf Klausuren vorbereitet hast. Ich persönlich hatte die Vorlesungsinhalte immer gerne mit „viamedici“ ergänzt. Deswegen lag es für mich nahe, wegen meiner Vertrautheit mit der Benutzeroberfläche darauf auch in der Physikums Zeit zurückzugreifen. Ich bin gleichermaßen jedoch auch einer der Kandidat*innen, die ein Lehrbuch gegenüber einer digitalen Version bevorzugen, und so fiel meine Entscheidung auf die „Endspurtskripten“ von Thieme. Mir gefielen die Einteilung der Skripten Reihe in Lernpakete, von denen man eines jeden Tag durcharbeiten sollte, und der motivierende visuelle Fortschritt, den so ein durchgearbeitetes und markiertes Heft mit sich bringt.

Solltest auch Du Dich für die „Endspurtskripten“ entscheiden, möchte ich Dir einen Tipp geben: Weil die Auflagen der Skripten nur jährlich aktualisiert werden, könnten manche IMPP-relevante Inhalte in den Heften nicht gelb hervorgehoben sein, obwohl diese während des Kreuzens online abgefragt werden. Wenn mir an dem jeweiligen Lerntag noch etwas Zeit blieb, habe ich aus diesem Grund die IMPP-Fakten im Anschluss noch mit jenen auf „viamedici“ abgeglichen und fehlende in den Heften ergänzt.

Das Lernen mit der Endspurt-Reihe entspricht netto einem 50-Tage-Lernplan, wobei hierbei noch keine freien Tage berücksichtigt sind. Ich hatte mir vorgenommen, mindestens einen Tag pro Woche freizunehmen. Häufig war es ein Samstag oder Sonntag, um eine gewisse Regelmäßigkeit beizubehalten, und so hat sich mein Lernplan effektiv auf etwas mehr als 60 Tage ausgedehnt. Begonnen hatte ich mit den großen Fächern Anatomie (zusammen mit Histologie), Physiologie und Biochemie. Es folgten dann Medizinische Psychologie und die kleinen naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik.

Die Festlegung der Reihenfolge hatte ich frei nach Gefühl gestaltet, mit der Option, Anatomie vielleicht am Ende noch einmal überfliegen zu können und ein paar Abstriche in den weniger gewichteten, kleinen Fächern zu machen. Nach dem Lernen eines Lernpaketes folgte dann meistens am späten Nachmittag das Kreuzen der Fragen, die sich auf die Themen des Vortages bezogen. Dies gab mir ein realistisches Gefühl, wieviel ich vom Vortag behalten hatte. Insgesamt bin ich dank dieses Lernplans nie in eine zeitliche Bedrängnis gekommen und empfand jede einzelne Lerneinheit als gut dosiert.

Meine Lerntechnik

Mein täglicher Arbeitsplatz für den 60-Tage-Lernmarathon – die Medizinische Lesehalle der LMU München

Neben einem großzügigen Zeitrahmen ist es im Vorhinein auch eine Überlegung wert, wie und wo man die einzelnen Lerntage verbringen wird. Hier sind die Präferenzen individuell und der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Dennoch empfehle ich Dir, eine Lerntechnik anzuwenden, die sich für Dich bereits bewährt hat. In der Vorbereitung auf die Prüfungen im Physikum neue Gewohnheiten auszuprobieren, ist ein riskantes Unterfangen und kann Dich sowohl Zeit als auch Nerven kosten. Während ich in der Vorklinik meine „Buddys“ hatte, mit denen ich in Vorbereitung auf mündliche Prüfungen gerne gemeinsam Themen durchsprach, empfand ich es im Physikum als entspannter, mich hinsichtlich meiner Lerngeschwindigkeit nicht nach anderen zu richten und habe vielmehr die Zeit an den freien Tagen mit Kommiliton*innen und anderen Freund*innen genossen, in der sich nicht alles um das Lernen und den Fortschritt drehte.

Lass Dich bitte nicht verunsichern, wenn Du in Versuchung kommst, Deinen Lernfortschritt mit dem der Anderen zu vergleichen, denn einerseits verwendet jeder unterschiedliche Lernmedien, unterschiedliche Zeitpläne und beginnt individuell, und andererseits hat auch ein jeder individuelle thematische Stärken und Schwächen. So war es für mich in dieser Zeit besonders wichtig, dass mir nicht die Decke auf den Kopf fallen würde, weil ich einen Ort für Lernen, Essen und Schlafen teile. Die meiste Zeit hatte ich daher von morgens bis abends mit einer Mittagspause in einem Gruppenraum der Bibliothek gelernt, den ich „dank“ der Corona-Auflagen für mich alleine hatte. Auf diese Weise war es mir möglich, meinen Arbeitsplatz von meinem privaten Lebensraum gut trennen zu können. Ein Heimfahren von der Bibliothek bedeutete also gleichzeitig, dass mich – mal mehr, mal weniger – noch ein paar Feierabendstunden erwarteten.

Abgesehen davon habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, mir die Abschnitte des jeweiligen Lernpaketes mit Textmarker in der Hand durchzulesen und im Anschluss selbst vorzutragen. Man mag sich am Anfang dabei vielleicht etwas blöd vorkommen, aber es hilft ungemein, das Gelesene eigenständig zu reproduzieren und gleichermaßen zu überprüfen, ob man den Sachverhalt nachhaltig verstanden hat und wiedergeben kann.

Der Endspurt vom Endspurt

Hier fand auch meine mündliche Prüfung statt – die Anatomische Anstalt der LMU München

Die letzten Wochen vor dem schriftlichen Physikum wurden mit mehreren Briefen, die in meinem Briefkasten lagen, eingeläutet. Ein Brief enthielt die Einladung zu den beiden Tagen des schriftlichen Teils des Physikums mit einer kleinen Info-Broschüre über Formalitäten und Ablauf der Prüfungstage. Der andere Brief wies auf den Termin meiner mündlichen Prüfung hin, die sowohl in einem Zeitraum zwei Wochen vor als auch zwei Wochen nach der schriftlichen Prüfung terminiert werden konnte. Ich erfuhr, dass meine mündliche Prüfung knapp eine Woche nach der schriftlichen sein würde. Ich war damit sehr zufrieden, da ich nun die Gewissheit hatte, mich vollkommen auf das Kreuzen fokussieren zu können und noch Zeit für die Simulation der Prüfungssituation anhand von Altklausuren der vergangenen Examina blieb. So vergingen auch die letzten Tage vor den beiden Prüfungsterminen schnell und ich versuchte meine Schwachpunkte mit abermaligem Kreuzen auszubessern.

Der schriftliche Teil des 1. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung war bei weitem nicht so aufregend, wie ich zuvor erwartet hatte. Bei uns in München fand er in einer Messehalle statt, in der jeder einen Platz an einem ihm zugewiesenen Tisch hatte. Sicherlich begleitete mich ein wenig der aufregende Gedanke, nun am Ziel dieses ewig langen Lernmarathons angekommen zu sein und ihn angemessen als auch erfolgreich beenden zu wollen, schließlich wollte ich ungerne erneut zu einem Zweitversuch mit allem Drum und Dran antreten. Dennoch fiel bei mir kurz nach Aufschlagen des Prüfungsheftes jegliche Nervosität ab, weil das Kreuzen über die vergangenen Wochen hinweg nun schon zu einer Routine geworden war, welche die Ernsthaftigkeit der Klausur etwas ausklammern konnte. Dazu beigetragen haben natürlich auch viele Altfragen, die man nach dem Rauf- und Runterkreuzen in der Vorbereitung in Sekundenschnelle beantworten konnte.

Nach den beiden Tagen der schriftlichen Prüfung konnte man dann bei Interesse schon recht schnell und mit ziemlicher Sicherheit die richtigen Antworten über die Plattform „Medi-Learn“ rekonstruieren und herausfinden, ob es zum Bestehen des schriftlichen Teils gereicht hatte.

Mit einem guten Gefühl und ordentlich Rückenwind galt es für mich dann, unmittelbar im Anschluss mit der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung zu beginnen. Inzwischen war auch ein weiterer Brief mit meiner Prüferkombination für die Fächer Anatomie, Biochemie und Physiologie eingetroffen. Im Idealfall waren einem die Namen der Prüfer*innen geläufig und man hatte sie zumindest vorher schon einmal auf dem Campus gesehen. Bei mir war dies bedingt durch Pandemie und Online-Lehre nicht bei allen der Fall, stattdessen hat mir eine Suche im Internet weitergeholfen. Ähnlich wie es auch an anderen Universitäten angeboten wird, haben zahlreiche Altprotokolle zu den jeweiligen Prüfer*innen meine Vorbereitung auf die mündliche Prüfung bestimmt.

Dank dieser Prüfungsprotokolle aus den Vorjahren erhält man einen umfassenden ersten Eindruck von der Prüfungsatmosphäre, wie eine Prüferin/ein Prüfer ihre/seine Fragen formuliert und auf welche Schwerpunkte sie/er thematisch besonders viel Wert legt. In Kombination zu ausführlicheren Lehrbüchern und vielerlei Lernvideos war ich für meine mündliche Prüfung also gut aufgestellt.

Falls auch Du Dich mit Altprotokollen vorbereiten wirst, noch ein kleiner, gut gemeinter Hinweis von mir: In Altprotokollen wird häufig der Dialog zwischen Prüfer*in und Prüfling rekonstruiert, wobei schnell der Eindruck vermittelt werden kann, es handle sich bei der mündlichen Prüfungssituation um ein reines Frage-Antwort-Spiel ohne Zeit für eigene Überlegungen, geschweige denn kleine Aussetzer. Das ist in Realität nicht so! Prüfer*innen haben nicht das geringste Interesse, Dich mit schweren Fragen zu konfrontieren, nur um Dich durchfallen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Sie werden versuchen, Dich mit ihrer jahrelangen Erfahrung durch die Prüfung zu führen und besonders schwere Fragen erst formulieren, um insbesondere im Sinne der Notenfindung herauszufinden, wie weit sie gehen können. Du darfst Dich in manchen Antworten auf Fragen auch irren, wenn Du der Prüferin/dem Prüfer Deine Gedankengänge offenlegen kannst. Viele Prüfer*innen begrüßen es sogar, wenn Du Dir Sachverhalte spontan herleiten kannst und nicht nur abstrakte Fakten beherrschst.

Ähnlich wie bei der schriftlichen Prüfung fiel nach Betreten des Raumes und Begrüßung der Prüfer*innen jegliche Anspannung von mir ab. Das hatte ich besonders dem sehr freundlichen Prüfungsvorsitz zu verdanken, der sich sichtlich um eine angenehme und entspannte Atmosphäre bemüht hatte. In allen drei Fächern wurde ich nacheinander zwischen 10 und 15 Minuten geprüft, welche so viel schneller vorübergingen, als ich im Vorfeld befürchtet hatte! Und nach einer kurzen Besprechung der Prüfer*innen untereinander hatten sie mir auch schon zum bestandenen ersten Staatsexamen gratuliert. Unglaublich!

Viel Erfolg!

Ich hoffe, Dir einen kleinen, hilfreichen Einblick in meine Vorbereitungen auf den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung gegeben zu haben und wünsche Dir nun ganz viel Erfolg, gutes Durchhaltevermögen und Zuversicht für Dein Physikum! Halt durch, Du wirst das schaffen!

PS: Wenn Du in der Klinik bist, wird alles viel besser, spannender und hat Anwendung!

M., L.

München, Februar 2022

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