Medizin studieren ohne NC und Studiengebühren – eine Initiative der Bezirkskliniken Mittelfranken!

14. Oktober 2020

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Medizin studieren ohne NC und Studiengebühren – da wo andere Urlaub machen! In Bulgarien! Die Idee, ein Medizinstipendienprogramm aufzubauen, entstand im Jahr 2015. Wie viele andere Kliniken standen auch wir, die Bezirkskliniken Mittelfranken, vor dem Problem, dass wir unsere ärztlichen Stellen nicht mehr in ausreichendem Maß besetzten konnten. Heute sind wir stolz darauf, dass aus den jungen Abiturienten von damals, unseren ersten Stipendiaten, angehende Ärztinnen und Ärzte geworden sind!

Wie alles begann!

Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben drei große Standorte – in Erlangen, Engelthal und hier in Ansbach

Seit nunmehr vier Jahren bieten wir in den Bezirkskliniken Mittelfranken unser Medizinstipendienprogramm an und ich muss sagen, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die ersten schüchternen Bewerber vor uns standen. Wir waren begeistert von ihrer Motivation und auch Dankbarkeit für die Möglichkeit, doch noch Medizin studieren zu können. Ab diesem Zeitpunkt war uns klar: Wir wollen unser Programm ausbauen und noch vielen die Chance auf ein kostenloses Medizinstudium ohne NC geben. Jetzt, nach vier Jahren, sind unsere ersten Stipendiaten schon fast am Ende ihres Medizinstudiums angekommen. Aus den jungen Abiturienten von damals sind angehende Ärztinnen und Ärzte geworden, die schon bald unsere Teams in den Bezirkskliniken Mittelfranken tatkräftig unterstützen werden. Dies macht uns wirklich stolz!

Doch nochmal von Anfang an: Wir, die Bezirkskliniken Mittelfranken, sind ein Klinikunternehmen mit ca. 3.400 Mitarbeitenden und den Schwerpunkten Psychiatrie für alle Altersgruppen sowie Neurologie. Es ist wirklich schön bei uns, dies unterschreiben laut Umfragen die meisten unserer Mitarbeiter. Überstunden sind im Gegensatz zu großen Universitätskliniken die absolute Seltenheit und selbst wenn, werden diese aufgrund unserer Zeiterfassung entweder minutengenau in Freizeit vergolten oder ausbezahlt. Wir legen großen Wert auf eine gute Balance zwischen Beruf und Freizeit, haben flache Hierarchien und vor allem großartige Teams, in denen man zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt.

Im Jahr 2015 standen wir jedoch ein wenig ratlos und vermutlich wie viele andere Kliniken vor dem Problem, dass wir unsere ärztlichen Stellen, gerade an unseren ländlicheren Standorten, nicht mehr in ausreichendem Maß besetzten konnten. Der Kontakt mit den Medizinstudierenden wurde uns immer mehr durch die Universitäten erschwert, da auch hier der Bedarf an Nachwuchs immer größer und Konkurrenz nicht gern gesehen wird. Da wir kein akademisches Lehrkrankenhaus sind, mussten wir schnell feststellen, dass wir unseren Bedarf allein durch inländischen Medizinernachwuchs nicht decken können. Vor allem hatte uns auch der Blick in die Abschlusszeitung der Medizinstudentinnen und Medizinstudenten ernüchtert. Von fast hundert Absolventinnen und Absolventen hatten gerade einmal zwei vor, in das Fachgebiet der Psychiatrie zu gehen. Auch wenn wir die

einzige Klinik im Umkreis mit diesem Schwerpunkt wären, hätte dies bei weitem nicht gereicht.

Die Idee – ein eigenes Medizinstipendienprogramm!

Das Logo der Bezirkskliniken Mittelfranken

Was also nun? Neben der Möglichkeit, international nach Ärzten zu suchen, kam uns irgendwann der Gedanke, uns selbst um die Ausbildung von Medizinern zu kümmern. Denn ist es wirklich primär ein Abischnitt von 1,0, der einen guten Mediziner ausmacht? Das glauben wir nicht. Schließlich spielen hier noch ganz andere Faktoren eine wichtige Rolle und diese wollten wir zusammen mit unseren Teams selbst definieren und auch unsere zukünftigen Kollegen eigenständig auswählen. Die Zusammenarbeit mit einer deutschen Universität kam leider nicht in Frage, weshalb wir begannen, uns im europäischen Ausland umzusehen.

So entstand unsere Idee für ein eigenes Medizinstipendienprogramm. Auf die Idee folgte der Organisationsaufwand. Welche Universität kommt als Kooperationspartner in Frage? Wie soll unser Stipendienprogramm konkret aussehen? Wie gestalten wir den Bewerbungs- und Auswahlprozess? Welche Voraussetzungen fordern wir ein? All diese Fragen wurden in Windeseile bearbeitet, so dass wir noch im Jahr 2016 mit unserem Programm starten konnten.

Als Kooperationspartner entschieden wir uns für die Medical University Varna (MUV) in Bulgarien. Hier hatten wir von Anfang an ein gutes Gefühl und der erste Eindruck täuschte nicht! Die MUV bietet ihren Studierenden hervorragende Studienbedingungen durch eine sehr gute technische Ausstattung, kleine Lehr- und Lerngruppen, ein breites Betreuungs- und Freizeitangebot und vor allem durch die insgesamt hohe Qualität der medizinischen Ausbildung. Das Medizinstudium in Varna ist europaweit anerkannt und einem Abschluss an einer deutschen Universität gleichwertig.

Als Rahmenbedingungen für unser neues Stipendienprogramm legten wir folgende Punkte fest:

  • Wir senden jedes Jahr bis zu fünf Stipendiaten an die Medizinische Universität Varna (Bulgarien).
  • Wir leisten ein Stipendium in Höhe der Studiengebühren von derzeit 4.000 Euro pro Semester für einen Zeitraum von sechs Jahren.
  • Wir unterstützen und beraten unsere Stipendiaten bei allen anfallenden organisatorischen und rechtlichen Fragestellungen; vom Aufnahmetest über die Wohnungssuche bis hin zur Wahl des richtigen Krankenversicherungsschutzes.
  • Das Medizinstudium findet in englischer Sprache statt.
  • Die Stipendiaten verpflichten sich im Gegenzug dazu, bei den Bezirkskliniken Mittelfranken fünf Jahre ärztlich tätig zu werden.

Da es uns sehr wichtig ist, dass unsere Stipendiaten während ihres gesamten Studiums gut betreut werden und bei Fragen oder Problemen immer einen Ansprechpartner zur Seite haben, haben wir eine eigene Mitarbeiterin vor Ort in Varna. Sie spricht sehr gut Deutsch und unterstützt unsere Studierenden beispielsweise bei Anmeldeprozessen, der Wohnungssuche, sämtlichen Vertragsabschlüssen (z. B. Handy, Internet, etc.) und bei der Suche nach einem geeigneten Hausarzt. Darüber hinaus organisiert sie gemeinsame Treffen und ist mit allen in regelmäßigem Kontakt. Gerade in Zeiten der Corona-Krise waren wir froh, dass unsere Stipendiaten vor Ort Unterstützung erhielten und einen Ansprechpartner zur Seite hatten.

Doch auch während dieser Zeit hätten wir uns eigentlich gar keine Sorgen machen müssen, denn die Medical University Varna war hierauf bestens vorbereitet und stellte ihre Kurse kurzerhand auf Online-Programme um. Die Universität ist in Hinblick auf die IT-Landschaft und Tools auf einem sehr hohen Niveau und bot z. B. bereits Onlineprüfungen, Rechercheprogramme und Videovorlesungen schon vor der Corona-Krise an. Unsere Studierenden konnten so je nach Wunsch diese Zeit auch in Deutschland verbringen.

Auswahlprozess und Auswahlkriterien

Über die letzten Jahre hinweg ist die Anzahl unserer Stipendiaten stetig gewachsen. Im Rahmen unseres Auswahlprozesses wählen wir immer ca. zehn Bewerber aus, die wir für besonders geeignet für den ärztlichen Beruf halten. Diese begleiten wir nach Varna zu den dortigen Aufnahmetests der Universität und zeigen ihnen die schönen Seiten der Stadt, geben Gelegenheit zum Austausch mit unseren Studierenden und besichtigen die Universität. Leider können wir letztendlich nur fünf Stipendien vergeben. Wir haben jedoch beschlossen, auch diejenigen Studierenden weiter ideell zu unterstützen, die nicht unsere Stipendienleistungen erhalten können, aber trotzdem auf eigene Kosten an der MUV in Bulgarien studieren möchten. Denn die Auswahlentscheidungen sind aufgrund der sehr guten Bewerber sehr schwer und alle die erst einmal bis zu diesem Punkt unserer Auswahl

gekommen sind, sind unserer Meinung nach absolut geeignet, in Varna zu studieren und den Arztberuf zu ergreifen. Unsere Mitarbeiterin vor Ort steht deshalb auch diesen Studierenden zur Verfügung und so kommt es, dass wir insgesamt bereits eine Vielzahl an „Bezirkskliniken Mittelfranken-Medizinstudierenden“ betreuen.

Was sollte ich Ihnen sonst noch über unser Programm erzählen? Vielleicht ist es interessant, dass die Lebenshaltungskosten in Bulgarien sehr gering sind. Eine ca. 60 qm große Wohnung direkt in Lauf Nähe der Universität ist schon für ca. 200-300 Euro zu mieten und kann gut als WG genutzt werden. Auch die Kosten für Strom, Versicherungen und Lebensmittel sind sehr überschaubar. Geht man in ein Restaurant zum Essen, wird man schon für umgerechnet drei Euro mit leckeren Gerichten versorgt und kann sich so das Kochen sparen. Es ist also auch für jene möglich, in Varna zu studieren, die nicht von ihren Eltern unterstützt werden. So hat man z. B. die Möglichkeit, „Auslands BAföG“ zu beantragen oder während der Semesterferien zu arbeiten. Mit dem Verdienst, z. B. als Pflegehelfer während dieser Zeit, kommt man in Varna den Rest des Jahres meist gut über die Runden und kann sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren.

Viele Fragen erreichen uns auch zum Thema Auswahlkriterien für unser Stipendienprogramm. Zunächst geht es uns hier weniger um die Noten unserer Bewerber. Viel entscheidender ist, dass die Motivation für das Medizinstudium und vor allem auch für eines unserer Fachgebiete hoch ist und soziale Kompetenzen wie Empathie, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein vorhanden sind. Dies wird zum einen im Rahmen eines Auswahltages überprüft, aber auch der Lebenslauf spielt eine wichtige Rolle. Kann ein Bewerber seine Motivation mit einer bereits abgeschlossenen Ausbildung im sozialen Bereich, medizinischen Praktika oder ehrenamtlichen Tätigkeiten untermauern, sind das Pluspunkte im Rahmen unserer Auswahlentscheidung. Wichtig zu wissen ist, dass die Aufnahme in unser Stipendienprogramm an die Immatrikulation an der Medical University Varna geknüpft ist.

Hierfür gibt es einen gesonderten Aufnahmetest der Universität mit den Schwerpunkten Biologie und Chemie. Man muss sich das Ganze wie eine Art Führerscheinprüfung vorstellen. Aus einer Vielzahl vorher bekannter Fragen werden einige für die Prüfung ausgewählt. Es ist dadurch möglich, sich gut auf diese Prüfungen vorzubereiten, es sollte aber trotzdem sehr genau und ausdauernd gelernt werden. Hierbei unterstützen wir unsere Bewerber mit Vorbereitungsbüchern und stehen natürlich auch für Fragen zur Verfügung!

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Die Bezirkskliniken Mittelfranken freuen sich über Ihre Bewerbungen für das Medizinstipendienprogramm

Sie haben nun viele Informationen über unser Programm erhalten und vielleicht haben Sie ja auch Lust dazu, sich bei uns zu bewerben bzw. kennen jemanden, für den diese Möglichkeit in Frage kommt. Nähere Informationen erhalten Sie über unsere Homepage https://www.bezirkskliniken-mfr.de/karriere/traineeprogramm/ und gerne stehe ich Ihnen natürlich auch persönlich () für Rückfragen zur Verfügung!

Christina Hayek

Ansbach, September 2020

Kontakt Bezirkskliniken Mittelfranken
Christina Hayek
Fachbereichsleiterin Arbeitgeberattraktivität und Recruiting
Personalmanagement

Bezirkskliniken Mittelfranken
Feuchtwanger Str. 38
91522 Ansbach
Telefon: 0981 4653-3019
Email:
www.bezirkskliniken-mfr.de

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