PJ in Uganda – Chirurgie

26. Juli 2019

in Chancen im Ausland, Chirurgie, Fachgebiet, Land, Praktisches Jahr im Ausland, Uganda

Uganda, Gulu, Gulu Regional Referral Hospital (14.01.-10.03.2019)

Wir sind alle „Lagums!“ Die 2. Hälfte meines Chirurgischen Tertials absolvierte ich am Gulu Regional Referral Hospital der Gulu University of Medicine in Uganda. Nach acht sehr bewegenden Wochen, in denen ich so viel gelernt, begriffen und nicht verstanden habe, steht für mich eines fest: Ich werde wiederkommen! So viel Trauer einem die Umstände an dieser Klinik auch bereiten, so viel Freude geben einem die kleinen Dinge im Leben dort und so sehr hat man das Gefühl, doch etwas bewirken zu können. 

Zu einem Teil des PJs ins Ausland! Aber wohin?

 Gulu - die größte Stadt im Norden Ugandas

Gulu – die größte Stadt im Norden Ugandas

Das Medizinstudium neigt sich langsam dem Ende zu. Das Praktische Jahr hat bereits begonnen. Wie so viele meiner KommilitonInnen sah ich darin eine letzte Chance, noch einmal, ohne größeren bürokratischen Aufwand ins Ausland zu gehen, eine andere Kultur kennenzulernen und in einem mir bisher fremden Gesundheitssystem zu arbeiten. Die Entscheidung fürs Ausland war schnell gefallen. Die Frage war nur wohin? 

Ich bin ein großer Fan unseres Gesundheitssystems und werde höchstwahrscheinlich auch einmal darin arbeiten, deswegen wollte ich nicht mein ganzes PJ im Ausland verbringen. Zudem werden wir in einem Jahr auch von den hier ansässigen Ärzten geprüft und sollten daher schon wissen, wie der Hase so läuft. Also entschied ich mich, mich „nur“ für die Hälfte des Praktischen Jahres an anderen Krankenhäusern weit weg zu bewerben. 

Dabei wollte ich die komplette Bandbreite der möglichen ärztlichen Versorgung erleben. Ich wollte sehen, wie Medizin unter minimalem und maximalem finanziellem Aufwand praktiziert wird und ich wollte mich selbst testen. Wie ist es, bei 40°Celsius im OP zu stehen? Wie verkrafte ich Ungerechtigkeit? Wie empfinde ich meine Rolle als gut ausgebildete Medizinstudentin, die fast nichts für ihr Studium hat zahlen müssen und der alle Türen offenstehen und wie gehe ich mit den eigenen Limitationen um? All diese Fragen hatte ich zugegebenermaßen nicht bereits vor meiner Zeit in Afrika, aber sie drängten sich dann ungefragt und unablässig in mein Gewissen und lassen mich immer noch nicht los.

Suche, Bewerbung und ein kleiner Wink des Schicksals

 Der OP am Gulu Regional Referral Hospital in Gulu - Uganda

Der OP am Gulu Regional Referral Hospital in Gulu – Uganda

Ich entschied mich also dazu, die Hälfte meines Chirurgischen Tertials in einem ressourcenarmen Setting in Afrika zu machen und mein Tertial in der Inneren Medizin im Anschluss in der größten und top-ausgestatteten Klinik von Melbourne, Australien, zu absolvieren. In Australien gab es eine Kooperation mit meiner Heimatuniversität, dort lief der Bewerbungsprozess geordnet und komplikationslos ab. Ein Krankenhaus in Afrika zu finden, war eine ganz andere Sache…

Die Vorbereitungen begannen circa ein Jahr vorher. Zunächst hatte ich alle bei meiner Universität anerkannten Krankenhäuser in englischsprachigen afrikanischen Ländern ausfindig gemacht. Dafür gibt es eine Liste, die man über seine Heimatuni bekommt. Anschließend verbrachte ich Monate damit, alle auf dieser Liste stehenden Häuser zu kontaktieren und wieder zu kontaktieren und wieder… Bis ich einsehen musste, dass ich von der großen Mehrheit keine Antwort bekommen werde. 

Fast als letztes auf meiner Liste stand das Gulu Regional Referral Hospital der Gulu University of Medicine in Uganda. Manchmal braucht es einfach nur einen kleinen Wink des Schicksals und so bekam ich umgehend eine Antwort auf meine Anfrage. Ich durfte acht Wochen in der Allgemeinchirurgie des größten staatlichen Krankenhauses im Norden Ugandas arbeiten. Mehr Informationen oder Hilfestellungen gab es allerdings nicht. Also hieß es, erneut googeln und alles Nötige in die Wege leiten. 

Die Vorbereitungen konnten beginnen

Ein Touristenvisum für drei Monate gibt es für 50$ online. (Anm.d.Red. Um auf der ganz sicheren Seite zu sein, sollte man sich immer rechtzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.)

Als Impfungen muss man bei seiner Ankunft Gelbfieber nachweisen können. Ansonsten lohnen sich aber auch die üblichen Reiseimpfungen wie Meningokokken, Cholera, Hep A und B und Typhus. Ganz wichtig ist auch die Malariaprophylaxe. Alles wird von Krankenkassen wie z.B. der TK übernommen. Was leider nicht übernommen wird, ist eine Postexpositionsprophylaxe (PEP). Diese ist jedoch immens wichtig – gerade im Krankenhaussetting. Ein Großteil der Patienten ist mit HIV infiziert und auch wenn die Antiretroviralen Medikamente für die Patienten umsonst zu haben sind, ist die Viruslast bei vielen enorm hoch. Die gute Nachricht ist, dass diese Medikamente auch für Ausländer zur Verfügung stehen und man nichts dafür bezahlen muss. Man kann sich also das Mitschleppen der teuren PEP sparen. Trotzdem ist es ratsam, eine eigene Schutzbrille für die Arbeit im OP mitzunehmen. Blutspritzer gibt es reichlich, Schutzbrillen leider nicht. 

Eine private Auslandskrankenversicherung und eine private Haftpflichtversicherung sind auch sehr zu empfehlen. Beides hatte ich schon für andere Auslandsaufenthalte über Medizinernachwuchs.de () abgeschlossen und war damit bisher sehr zufrieden. 

Meine Unterkunft in Uganda – Jackpot!

Eine Unterkunft zu finden, stellte sich als die bis dahin kniffligste Aufgabe heraus. Hostels waren mir mit ca. 18$ die Nacht zu teuer, Studentenwohnheime antworteten mir nicht auf meine Emails oder waren bereits voll. Über diverse Gulu-Facebook Gruppen bin ich kurz vor meinem Abflug an eine Vermieterin weitergeleitet worden, die ein großes Haus in der Nähe des Krankenhauses verwaltet und dieses im Rahmen medizinischer Austauschprogramme mit der Manchester University an Freiwillige vermietet. Jackpot! Hierfür zahlte ich 200€ im Monat und bekam dafür eine sichere Unterkunft mit Wachschutz, einer Haushaltshilfe, Internet, immer fließend Wasser – keine Selbstverständlichkeit in der Trockenzeit – und einem großen sozialen Netzwerk. Damit konnte es endlich losgehen!

Ankunft in Uganda und erste Eindrücke

 Wenn man Hühnchen essen möchte, kauft man sich ein Huhn

Wenn man Hühnchen essen möchte, kauft man sich ein Huhn

Flüge nach Uganda gibt es ab mehreren Städten in Deutschland über Kairo oder Istanbul und man sollte in etwa 400-600€ dafür einplanen. Angekommen in Kampala ging es für weitere sechs Stunden mit dem Bus in den Norden Ugandas. Die Landschaft veränderte sich merklich auf dem Weg von grünem, hügeligem, feuchtem Gebiet zu trockenen, staubigen, Savannen ähnlichen Landstrichen. Januar bis März herrscht hier Trockenzeit und es regnet so gut wie gar nicht. Eine feine orangene Staubschicht legt sich auf alles und jeden und es gibt tagelange Stromausfälle und Dürreperioden, während derer viele Häuser kein Wasser haben. Dazu klettert das Thermometer tagsüber auf über 37°C und fällt nachts nicht unter 25°C.  

Gulu ist die größte Stadt im Norden Ugandas und zählt um die 150.000 Einwohner. Man findet sich schnell zurecht und bekommt hier Anschluss an das soziale Leben. Von A nach B kommt man am besten mit den „Bodas“ (Moped Taxis), die rund um die Uhr auf der Straße zu finden sind und mit denen eine fünfminütige Fahrt umgerechnet zwischen 25 und 50 Cent kostet. Der gigantische Markt versorgt einen mit allem, was man braucht: Saisonalen Früchten und Gemüse, Brot, Stoffe, Küchenutensilien, Hühnern, etc. Das Leben hier ist, kurzum gesagt, sehr einfach und schön. Die Arbeit im Krankenhaus kann dafür umso bedrückender und fordernder sein.

Das Gulu Regional Referral Hospital der Gulu University of Medicine in Uganda

Im OP während eines Teachings am Gulu Regional Referral Hospital in Gulu – Uganda
Im OP während eines Teachings am Gulu
Regional Referral Hospital in Gulu – Uganda

Das Gulu Regional Referral Hospital ist das größte staatlich finanzierte Krankenhaus der Region. Hierhin werden alle Fälle überwiesen, die nicht in den kleinen ländlichen Gesundheitszentren versorgt werden können. Trotzdem gibt es nur eine minimale Ausstattung. Es gibt kein CT, kein MRT, kein Doppler Ultraschall, keine Intensivstation, eine nur sehr spärlich ausgestattete Apotheke und  an allen Ecken wird improvisiert. 

Die Allgemeinchirurgen kümmern sich um eine circa 60 Betten fassende Station, die sie sich mit den Orthopäden teilen, eine Rettungsstelle und den OP-Saal, in dem zwei Operationen zur gleichen Zeit im selben Raum stattfinden können. Dabei gibt es im gesamten Krankenhaus nur fünf bis sechs Allgemeinchirurgen, von denen drei gerade erst ganz frisch aus der Universität kamen und sogenannte „Interns“ sind. 

Meine Zeit in der Chirurgie

Hands-on im OP bei einer Leistenhernie
Hands-on im OP bei einer Leistenhernie

Die „Interns“ am Gulu Regional Referral Hospital kümmern sich um das alltägliche medizinische Geschehen. Sie operieren, füllen die Patientenakten, stellen Indikationen und arbeiten dabei sieben Tage die Woche zehn Stunden pro Tag. Dazu kommen dann noch die Nachtschichten. Die erfahreneren Ärzte sieht man mal mehr, mal weniger in der Klinik. Oft haben sie Besseres zu tun. Seien es ihre Privatpatienten oder ihre Verpflichtungen an der Universität. So blieben die Interns oft allein im OP und haben nach bestem Wissen und Gewissen die unzähligen Hernien, Hydrozelen, Phimosen und Hämorrhoiden versorgt. 

Kein Wunder also, dass ich ab dem ersten Tag direkt mit einbezogen wurde und wir ganz nach dem Prinzip „See one, do one, teach one“ gearbeitet haben. In der ersten Woche habe ich somit in der Rettungsstelle schon fleißig Abszesse gespalten, Nägel gezogen und Wunden genäht. In der 2. Woche habe ich meine erste Hernie offen operiert und in der 3. Woche war ich plötzlich allein für die Rettungsstelle verantwortlich. 

Es mag zum Teil sehr aufregend und erfüllend sein, hat man doch in Deutschland nur selten die Gelegenheit, mit Hand anzulegen. Doch in solch einem ressourcenarmen Setting, bei dem ein Sturz auf den Kopf oft das Todesurteil bedeutet und man nur aus vier verschiedenen Antibiotika wählen kann, bekam ich es etwas mit der Angst zu tun. Ich wurde mir meiner eigenen und der materiellen Limitationen des Krankenhauses drastisch bewusst. Während meines ganzen Medizinstudiums habe ich nicht so viele Menschen sterben sehen, v.a. nicht so viele Menschen, die unter anderen Bedingungen hätten gerettet werden können. 

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Einen Vorfall werde ich dabei niemals vergessen. Ein Patient kam am Morgen mit einer Appendizitis in die Rettungsstelle. Als endlich das gesamte Team informiert, der Schlüssel für den OP besorgt, alle nötigen Medikamente aus allen Ecken der Klinik zusammengesucht wurden und der Anästhesist zur Stelle war, schlug es bereits 3Uhr nachmittags und der Blinddarm war perforiert. Der Patient verfiel in septischen Schock. Eine Situation, die man immer noch hätte retten können, doch der Anästhesist weigerte sich, die Narkose einzuleiten, weil der Patient zu instabil war. Nach 2l Volumengabe und etwas Adrenalin, Noradrenalin gab es nicht, war er mit einem Blutdruck von 110/60 zwar aus dem Gröbsten raus, aber der Anästhesist weigerte sich weiterhin und so verstarb er uns noch am selben Tag. Eine Situation, die ich noch öfter so erleben sollte und die mich jedes Mal an den Rand der Verzweiflung trieb. 

Rotation auf die Entbindungsstation

Das erste von mir entbundene Mädchen
Das erste von mir entbundene Mädchen

Doch wo Menschen sterben, werden auch Menschen geboren und so bin ich nach der allgemeinchirurgischen Station auf die Entbindungsstation rotiert. Hier war die Arbeit mehr von freudigen Momenten geprägt. Eine Frau in Uganda bekommt durchschnittlich 5,6 Kinder. Im Norden des Landes sollte die Zahl eher bei acht Kindern pro Frau liegen, so viele Geburten hatten wir. 

Nach ein paar Stunden durfte ich die ersten Entbindungen selbst leiten, es wäre aber zu jeder Zeit jemand zur Stelle gewesen, wären Probleme aufgetreten. Die Neugeborenen Untersuchung samt eventueller Postexpositionsprophylaxe für die Kleinen habe ich dabei gleich im Anschluss durchgeführt. Einen Kaiserschnitt durfte ich allerdings bis zum Ende nicht durchführen – und das war auch gut so, denn auch hier wird man sich seiner eigenen und der materiellen Limitation schnell bewusst. 

Die Beleuchtung im OP war mehr als mangelhaft, ein CPAP-Gerät für die respiratorisch insuffizienten Babys muss man sich aus einer Infusionsflasche selber bauen und auch damit ist das „Outcome“ für zu früh geborene Babys nicht gut. Ein kleines, 29 Wochen altes Frühchen ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Die Mutter war nach einer nur knapp überlebten Uterusruptur zu schwach, um sich um ihren kleinen Sohn zu kümmern, also nahm ich es in die Hand, wobei zwei meiner Hände den gesamten Körper des Winzlinges fassen konnten. Zuerst schien es ihm besser zu gehen, doch nach zwei Tagen und zwei Nächten hörte er auf zu atmen und ich musste das erste Mal in meinem Leben einer Mutter mitteilen, dass ihr Kind gestorben ist. 

Zudem musste die noch junge Frau hören, dass sie nie wieder schwanger werden dürfe, da ihr sonst der Tod durch eine weitere Uterusruptur drohe. Mit nur drei lebenden Kindern ist dies ein hartes Los für die Frau und ihre Familie in einem Land, in dem vor jeder gynäkologischen Operation die Erlaubnis des Mannes eingeholt werden muss. Nachdem der Mann den Brautpreis an die Familie der Frau gezahlt hat, gehören die Frau und ihr Uterus dem Bräutigam. 

Leben in Uganda

Gulu - die größte Stadt im Norden Ugandas
Gulu – die größte Stadt im Norden Ugandas

Zum Glück gibt es in Gulu genügend liebe Menschen, die einen in solchen Situationen psychisch auffangen. Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen beeindruckten mich immer wieder. Egal wo man war, man fand immer jemanden, der einem gut gesonnen war. Ich fand schnell Freunde unter den jungen Erwachsenen. Und so verbrachten wir die Feierabende und Wochenenden zusammen kochend, bei Konzerten, im Yoga Kurs oder am öffentlichen Pool, wo ich ein paar Freunden versuchte, das Schwimmen beizubringen. 

Leider stieß ich dabei immer wieder auf den kleinen, allgegenwärtigen Rassismus im Alltag. Ich profitierte dabei als weiße, blonde Frau. Doch ich empfand eine riesen Wut darüber, dass meine Freunde es immer zu spüren bekamen, sobald ich anders behandelt wurde als sie. Ich musste meine Einkaufstasche nie zur Kontrolle vorzeigen, ich musste mich nie lange anstellen, ich wurde immer als Erste bedient und dies sind nur ein paar Beispiele. 

Dafür musste ich mich aber in der von Männern dominierten Medizinwelt erst behaupten und durfte mir unzählige sexistische Sprüche direkt am OP-Tisch anhören. Auch ein paar der männlichen Patienten hatten ihre Probleme damit, mich als ihre „Ärztin“ anzuerkennen. Bis zum Ende wurde ich von ein paar Langliegern mit „Schwester“ angesprochen und aufgefordert ihre Genitalien zu waschen. Aber auch das macht einen stärker. Es bringt einem bei, seine Frau zu stehen! Ich musste erst lernen, konsequent und bestimmt auf solche Äußerungen zu reagieren und mich dabei auch vollkommen im Recht zu fühlen, v.a. da ein „Nein“ nicht sofort als ein „Nein“ gewertet wird. Ein paar Floskeln in der regionalen Sprache helfen dabei sehr und lassen einige Männer direkt verstummen. 

Die Sprache der Region ist „Acholi“ und es lohnt sich definitiv, sich vorher etwas damit zu beschäftigen oder sich mindestens ein paar grundlegende Sätze anzueignen, sobald man hier ist. Nicht nur freuen sich die Menschen, spricht man sie in ihrer Stammessprache an, auch können nicht alle Patienten Englisch und ein paar Worte in „Acholi“ schaffen gleich eine ganz andere Vertrauensbasis. In der ersten Woche bekam ich sogar einen „Acholi“-Namen: „Lagum“. Er bedeutet die, die Glück hat! 

Und mit jedem weiteren Tag in Gulu begriff ich mehr und mehr, wie viel Glück ich bisher gehabt habe. Wie viel Glück wir haben! Die allermeisten von uns sind krankenversichert, wir kennen keinen Hunger, viele Menschen meiner Generation kennen keinen Krieg. Wir haben fließend Wasser, Elektrizität rund um die Uhr und wir hatten eine großartige Ausbildung, sei es in der Schule oder an der Universität. Und Leute, die jetzt etwas aufstoßen und etwas dagegen sagen wollen: Kommt nach Gulu und Ihr werdet sehen, wie gut es uns geht! Wir sind alle „Lagums!“

Mein Blick zurück

Das Wohnen und Leben nicht weit außerhalb von Gulu – Uganda
Das Wohnen und Leben nicht weit außerhalb von Gulu – Uganda

Nach all den Unzulänglichkeiten, welche das Gulu Regional Referral Hospital aufweisen mag, in der medizinischen Ausbildung könnten wir noch das eine oder andere von der Gulu University of Medicine in Uganda lernen. Ohne Zugriff auf viele apparative diagnostische Mittel wird das Augenmerk mehr auf das klinische Erscheinungsbild einer Erkrankung und den Erwerb klinischer Fähigkeiten gelegt. Die Medizinstudierenden in Uganda lernen ab dem dritten Jahr ihres Studiums kleinere Eingriffe durchzuführen und sie werden direkt in den Klinikalltag miteinbezogen. Unter anderem auch, weil die Klinik auf die zusätzlichen Arbeitskräfte angewiesen ist. Man mag sich darüber streiten, ob dies nun gut ist oder nicht. Ich war auf jeden Fall mehr als nur einmal sehr beeindruckt von den praktischen Fertigkeiten meiner Kommilitonen und konnte eine Menge von ihnen beigebracht bekommen. 

Nach diesen sehr bewegenden acht Wochen, in denen ich so viel gelernt, begriffen und nicht verstanden habe, steht für mich eines fest: Ich werde wiederkommen! So viel Trauer einem die Umstände im Gulu Regional Referral Hospital auch bereiten, so viel Freude geben einem die kleinen Dinge im Leben hier und so sehr hat man das Gefühl, doch etwas bewirken zu können und wenn es nur ein Leben ist, das man verbessert oder das man berührt hat. Es ist es wert!

K., N.

Gulu/Uganda, März 2019

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1 Kommentar

  • Hey, danke für den ausführlichen und super interessanten Bericht!! Wäre es möglich, die Kontaktdaten für die Bewerbung und die Unterkunft zu erhalten? Danke + liebe Grüße

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