Acting Intern in den USA – Pulmologie

29. März 2019

in Chancen im Ausland, Fachgebiet, Famulatur im Ausland, Land, Pulmologie, USA

USA, Chapel Hill, University of North Carolina at Chapel Hill (24.09.-22.10.2018)

Meine Zeit als „Acting Intern“ in den USA war einfach großartig. Ich habe mich fachlich als auch menschlich unglaublich weiterentwickelt und ich habe noch nie so viel gelernt wie in diesem „Acting Internship“ an der University of North Carolina. Man erhielt ständig Feedbacks von seinen Mentoren und konnte somit an seinen Fähigkeiten arbeiten und sich immer weiterentwickeln.

Herausforderung: Bewerbung um ein „Acting Internship“ in den USA

In meinem Erfahrungsbericht zu meiner Famulatur an der UNC, der University of North Carolina im Fach Nephrologie, habe ich bereits ausführliche Informationen zum Bewerbungsablauf und dem Leben in Chapel Hill geschrieben. Zur Bewerbung will ich an dieser Stelle nur noch folgende Sätze anmerken. Um sich für ein „Acting Intership“ zu bewerben, muss man bereits ein „Elective“ in den USA absolviert haben und ein gutes Empfehlungsschreiben von einem amerikanischen „Attending“ besitzen. Ansonsten ist eine Bewerbung nicht möglich. Ich kann es jedoch jedem empfehlen, der diese Voraussetzungen erfüllt.

Wie war mein Arbeitstag als „Acting Intern“?

Blick auf einen Teil des Lehrkrankenhauses der UNC at Chapel Hill und einen Teil der Zahnklinik
Blick auf einen Teil des Lehrkrankenhauses der UNC at Chapel Hill und einen Teil der Zahnklinik

„Acting Intern“ bedeutet eigentlich nur, dass man eine Stufe vor dem Assistenzarzt ist. Dies bedeutet, dass man dementsprechend mehr Verantwortung bekommt. Als „Acting Intern“ bekommt man zwischen 4-6 Patienten zugeteilt. Ich hatte meistens 5-6. Diese betreut man demzufolge alleine, denn es sind ja schließlich die eigenen Patienten. Natürlich kann und sollte man immer einen „Resident“ oder „Attending“ bei Problemen um Rat fragen, aber man sollte immer eigene Ideen und Therapievorschläge haben. Ein sehr gutes klinisches Wissen ist hierfür Voraussetzung.

Mein Arbeitstag war eigentlich sehr routiniert. Ich musste morgens ab 05:30 Uhr anwesend sein, damit pünktlich um 06:00 Uhr die Übergabe beginnen konnte. Danach hatte man zwei Stunden Zeit für das „Pre-Rounding“, d.h. seine Patienten vor der Visite zu besuchen. Das klingt zwar nach viel Zeit, aber diese vergeht schneller, als man denkt. Insbesondere, wenn man sechs Patienten hat und dafür unterschiedliche Stationen aufsuchen muss und drei davon auf der „MICU“ (Medicine Intensive Care Unit) liegen und klinisch sehr komplexe Probleme haben.

Es gab auch eine Art „Step Down Unit“, auf der keine Ärzte arbeiteten, sondern nur Schwestern und Pfleger. Diese leiten die Station perfekt und können einem sehr gut helfen. Ich habe sehr viel von den Schwestern gelernt und bin ihnen dafür sehr dankbar. Man wird dort sehr oft angepiept und es empfiehlt sich, dies ernst zu nehmen, da man die Patienten in der „Step Down Unit“ oftmals vernachlässigt.

Nachdem ich alle meine Patienten besucht hatte, begann die Visite. Auf dieser musste man dem zuständigen Oberarzt seine Patienten und Therapiepläne vorstellen. Es ist wichtig, dass man in der Vorstellung geübt ist und exakt nach dem Schema der Amerikaner arbeitet. Genau deswegen sollte man vorher schon ein „Elective“ absolviert haben, denn ein „Acting Internship“ ist nicht dazu da, dass man Grundlagen lernt, sondern wie ein Assistenzarzt funktioniert. Daher müssen die Grundlagen vorhanden sein. Natürlich ist es nicht schlimm, wenn man Fehler macht. Die Ärzte verbessern einen und man arbeitet an seiner mündlichen Präsentation.

Nach Ende der Visite begann die eigentliche Arbeit. Briefe anfertigen, Therapiepläne optimieren, Konsile anmelden etc. Die Arbeit ist unglaublich zeitintensiv und ich war praktisch täglich bis 21:00 Uhr bzw. 22:00 Uhr in der Klinik. Zuhause muss man natürlich alles nacharbeiten. Die Arbeit muss unbedingt in der Zeit fertig gestellt sein, ansonsten muss man Briefe etc. zuhause weiterbearbeiten.

Mein Fazit nach vier Wochen „Acting Internship“!

USA – Chance und Herausforderung zugleich
USA – Chance und Herausforderung zugleich

Als „Acting Intern“ ist man ein integraler Teil des Teams und daher muss man auch wie einer funktionieren. Ich habe mich fachlich und menschlich während meiner Zeit in den USA unglaublich weiterentwickelt. Ich habe noch nie so viel gelernt wie in diesem „Acting Internship“ an der University of North Carolina. Man erhält ständig Feedbacks von seinen Mentoren und kann somit an seinen Fähigkeiten arbeiten und sich immer weiterentwickeln.
Ich bin fest davon überzeugt, dass ein „Acting Internship“ einem hilft, ein besserer Arzt zu werden!

Ich wünsche allen, die sich gerade für eine Famulatur oder einen PJ-Abschnitt im Ausland bewerben viel Glück und allen sichere als auch lehrreiche Auslandsaufenthalte.

Amir Mehdizadeh-Shrifi

Hannover, Februar 2019

Stipendiat im Rahmen der Auslandsstipendien 2018

Neue Ausschreibung der Auslandsstipendien

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