Hammerexamen 2014 – persönliche Tipps eines Absolventen des Frühjahres 2014

19. August 2014

in Examen, Ratgeber

Aufgrund eines promotions-bedingten Freisemesters hatte ich die Ehre, mein Examen im Frühjahr 2014 zu bestreiten. Die Vorbereitungszeit und der 100-Tage Lernplan fielen damit auf Dezember 2013 bis April 2014, ein Umstand der mir persönlich wegen der angenehmeren Temperaturen und der geringeren Anzahl an Ablenkungen sehr gut gefiel.

Vorbereitung – Schriftlicher Teil

Für die Vorbereitung auf den schriftlichen Teil des Hammerexamens hatte ich mir im Vorfeld mehrere Kompendien im Vergleich angesehen und musste leider feststellen, dass keines der gängigen Angebote mich besonders ansprachen. Entweder war das Layout trist, lieblos und didaktisch unwertvoll (EXAPLAN) oder der Inhalt war offensichtlich eine billige Sammlung aus den bekanntesten Bestsellern des entsprechenden Verlags (mediscript StaR).

Am ehesten sprach mich zu Beginn der AllEx aufgrund seines Layouts und der integrativen Aufarbeitung der Fächer an, bei dem fächerübergreifende Querschnittsbereiche wie Pharmakologie, Pathologie oder Mikrobiologie in Exkursen mit den großen Fächern erläutert wurden, wenn es didaktisch Sinn machte – so z.B. die Pathologie der Pneumonie und die passende Antibiose als pharmakologische Therapie. Allerdings wich die Begeisterung bald dem Entsetzen, als sich die Gerüchte und eigene Erkenntnisse über gravierende inhaltliche Fehler im AllEx mehrten. (z.B. „Die Milz befindet sich im rechten Oberbauch […]“) So vermochte nicht einmal das monatlich aktualisierte Online-Erratum die Entscheidung zum Kauf erleichtern, ganz im Gegenteil. Meiner Einschätzung nach handelte es sich hierbei um eine etwas zu überstürzt publizierte Erstausgabe, um auch mit der Konkurrenz rechtzeitig zur Examensvorbereitung im Handel zu sein.  Die 2. Auflage dieses Jahr (2014) lässt hoffentlich auf mehr hoffen.

Die Entscheidung für ein Programm zum Kreuzen war dafür umso einfacher. Ich hatte schon während des Studiums mit dem examen-online Programm von Thieme gearbeitet und war nie wirklich mit der Software warm geworden. Dies mag an der etwas rigiden und unüberschaubaren Benutzeroberfläche, aber auch an den geringen Optionen für individuelle Sitzungen gelegen haben. Es handelte sich aber um ein stabiles Programm, welches meist seinen Dienst tat.

Bei AMBOSS von miamed.de war ich allerdings schon nach den ersten fünf Tagen Probezugang hoch begeistert. Kluge, detailreiche und v.a. gut sortierte Lernkarten, hilfreiche und didaktisch wertvolle Kommentare, Lehrvideos und ein gut durchdachter Lernplan waren einfach sehr überzeugende Argumente für ein festes Abonnement und damit stand auch meine Wahl für ein Kreuz-Programm  fest.

Die Stärke von AMBOSS liegt einfach in seiner sehr ansprechenden Benutzeroberfläche und der direkten Feedback- und Korrekturmöglichkeit. Bei Ungereimtheiten kann sofort eine Nachricht an das Wartungsteam bei miamed.de geschickt werden und die Fehler werden, wenn berechtigt, sofort korrigiert. Des Weiteren ist es das stetig weiter wachsende Angebot an Lehrmaterialien bei gleich bleibenden und v.a. studenten-freundlichen Preisen, welches AMBOSS so attraktiv macht.

Ich entschied mich für ein sechs Monats-Abo für 60,- € und beschloss neben den Lernkarten einfach noch punktuell in die Bücher zu schauen, mit denen ich mich auch schon auf Klausuren vorbereitet hatte und mir somit einfach vertraut waren (Herold, Muntau, Müller etc.). Für mich war es so die optimale Vorbereitung, da man auf diese Weise nicht das Gefühl hatte, etwas zu vergessen, aber auch nicht Gefahr lief, sich in unnötigen Themen zu verlieren.

Der Lernplan von AMBOSS ist sehr großzügig gestaltet und man hat darauf geachtet, dass auch „Erholungstage“ mit  geringerem Lernpensum eingebaut sind. Für die Schnelleren können so durchaus hier und da Lerntage „eingespart“ werden, indem mehrere Lerntage an einem gemacht werden. Allerdings ist von einem alleinigen „Durchrasen“ durch die Karten und Fragen dringendst abzuraten, da der Lerneffekt und damit der Sinn des Programms verloren gehen. Freigewordene Tage sollten als Wiederholungstage, aber auch mal als Erholungstage genutzt werden, denn die 100 Tage beinhalten auch die Wochenenden; ein Faktum, das viele erst zu bemerken scheinen, wenn der Lernplan bereits begonnen hat.

Sehr hilfreich sind immer die Statistiken, die das Programm anbietet und die man sich definitiv zu nutzen machen sollte, um noch mal Fächer zu wiederholen, die offensichtliche Lücken aufweisen. Weiterhin stellt eine Grafik immer die aktuelle Lernkurve dar, was ebenfalls als positive Motivation gewertet werden kann.

Die Prüfungsexamina am Ende des Lernplans halte ich für sinnvoll, um sich mit der Prüfungssituation und dem Zeitdruck vertraut zu machen, sofern sie im Prüfungsmodus gekreuzt werden. Da es sich bei den ersten drei Probeexamina um Fragen handelt, die in den vergangenen 90 Tagen gekreuzt worden sind, liegt der Lerneffekt nur noch in der Wiederholung der Fakten. Die Erfolgsquote in diesen Examina ist natürlich dementsprechend trügerisch.

Anders ist es bei den letzten beiden Examina, welche von AMBOSS absichtlich nicht in den Fragenpool eingefügt worden sind. Das Ergebnis aus diesen Examina spiegelt in meiner Erfahrung mit einer Abweichung von ca. +/- 2-3 Prozent einen verlässlichen Prädiktor für die Leistung im tatsächlichen Examen wieder. Diese Fragen sollten daher, um dieses Ergebnis nicht zu verfälschen, bis zum Ende aufgehoben werden.

Empfehlenswert ist es ebenfalls, den Tag vor dem Examen nicht mehr zu den Büchern bzw. Lernkarten zu greifen. Stattdessen sollte man regenerieren und sich mental ausruhen, um auf die kommenden drei Tage vorbereitet zu sein. Die freie Zeit kann auch für eine „Probefahrt“ zum Prüfungsort genutzt werden, um sich mit der Anfahrt vertraut zu machen, falls dieser weiter weg liegt. Alternativ ist meine Empfehlung, sich unter Leute zu begeben, um von etwaigen Panikattacken abgelenkt zu sein – also beispielsweise ein Kaffee unter Freunden oder ein Kinobesuch am Nachmittag.

Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung (M2) des Hammerexamens besteht aus 320 Fragen, welche auf drei Prüfungstage á vier Stunden aufgeteilt sind. Jeder Prüfungstag besteht aus vier klinischen Fällen mit je 15 Fragen (60 Fragen) und der Differenz an Einzelfragen (46-47/Tag). Man sollte sicherstellen, dass man seine Einladung vom Landesprüfungsamt (LPA) und einen gültigen Lichtbildausweis bei sich hat, um nicht schon vor Beginn der Prüfung wieder nach Hause geschickt zu werden.

Vor Beginn der Prüfung wird darauf hingewiesen, dass das Mitführen von eingeschalteten elektronischen Geräten, v.a. Mobilfunkgeräte und Smartphones, während der Prüfung strengstens untersagt ist und als Täuschungsversuch gewertet wird. Es wird empfohlen, die Geräte auszuschalten und diese in einer Tasche mit den anderen persönlichen Gegenständen am Rand des Prüfungssaals aufzubewahren. Während der Prüfung gehen Mitarbeiter des LPA  mit Scannern durch die Reihen, um Mobilfunk-Aktivität zu registrieren.

Bleistifte und Radierer werden vom LPA gestellt. Man sollte für die Prüfung selbst ausreichend Nervennahrung und Flüssigkeit mitbringen. Allerdings sollte man exzessives Trinken vermeiden, da Toilettengänge grundsätzlich nur für eine Person/Toilettenraum erlaubt sind. Je nach Prüfungsort kann das zu längeren Wartezeiten führen. Die Prüfungseinladung wird übrigens für den Toilettengang benötigt, daher nicht wegpacken!

Jeden Tag werden ein Heft mit den Prüfungsfragen und ein Computerbogen ausgeteilt. Man sollte vor der Prüfung überprüfen, ob auf dem Bogen Name und Prüfungsnummer korrekt eingetragen sind.

Bei dem Eintragen meiner Prüfungsantworten entschied ich mich für die direkte Übertragungsmethode nach jeder einzelnen Frage, wobei jeder Prüfling sicherlich seine eigene, über das Studium trainierte Methode hat. Für die Einzelfragen gelten dieselben Ratschläge wie bei allen Prüfungen mit MC-Fragen:

1.)    Fragen sorgfältig, aber zügig lesen.

2.)    Trotz gefundener Antwort die Alternativen kurz überfliegen.

3.)    Bei Unsicherheit Frage überspringen, entsprechend markieren und später zu der Frage zurückkehren.

4.)    Hat man überhaupt keine Ahnung, was die Lösung sein könnte, sollte dennoch immer ein Kreuz gesetzt werden.

5.)    Wenn am Ende Zeit bleibt, alle Lösungen auf Übertragungsfehler überprüfen.

Für die Fälle gelten darüber hinaus folgende Ratschläge:

1.)    Die Falltexte sind dafür designt, den Prüflingen Zeit zu rauben. Man wird schon beim Lernen und Kreuzen feststellen, dass ein Großteil der Informationen in den Fällen inhaltslos bzw. belanglos zur Beantwortung der Fragen sind.  Man sollte die ersten ein bis zwei Sätze des Falles lesen, um einen groben Überblick zu erhalten und sich dann sofort den Fragen widmen.

2.)    Die Fragen sind in den meisten Fällen ohne die Informationen aus dem Fall zu beantworten. Daher sollte man zunächst versuchen, die Fragen so zu beantworten und nur die entsprechenden Passagen im Fall zu suchen, wenn in der Frage danach verlangt wird. In seltenen Fällen müssen Informationen wie Begleiterkrankungen oder Medikamente aus dem Fall herausgefiltert werden, welche nicht direkt aus der Frage hervorgehen, aber wohl einen Einfluss auf die Lösung haben. Diese sind aber eher selten.

3.)    Abbildungen in den Fällen: Diese sind nicht zu verwechseln mit den Bildbeilagen im Prüfungsheft. Falltexte beinhalten manchmal Grafiken von apparativen oder laborchemischen Tests, die an den Patienten durchgeführt worden sind. Diese sind auch ein Mittel, um Verwirrung bei den Prüflingen zu stiften, da sie meist auch in keiner Frage auftauchen. Von daher sollte man sich erst diesen Grafiken widmen, wenn auch explizit danach gefragt wird! Ansonsten rauben sie nur Zeit und Nerven.

Durch die Probeexamina sollte man ungefähr abschätzen können, wie lange man für die Beantwortung der Fragen benötigt. Fazit dazu ist, dass man eigentlich mehr als genug Zeit haben sollte, die Fragen in Ruhe zu beantworten und auch noch eine Kontrollrunde einzubauen. Wer früher fertig ist, darf selbstverständlich früher gehen, muss allerdings sein Prüfungsheft zurücklassen. Es kann nach Ende der Prüfung oder am nächsten Tag abgeholt werden. 30 Min vor Ende der Prüfung darf keiner mehr den Saal verlassen.

Viele meiner Mitprüflinge hatten sich nach den Prüfungstagen eins und zwei zuhause nochmals hingesetzt und Themen gelernt, die „noch drankommen könnten“. Ob diese Praxis nur das Gewissen beruhigt, tatsächlich den einen oder anderen Punkt gebracht oder aber sogar welche geraubt hat, wage ich nicht zu beurteilen. Ich für meinen Teil hatte mich nach jedem Prüfungstag immer ins Bett gelegt, um für den nächsten Tag ausgeruht zu sein, was meinem Ergebnis nichts ab tat.

Vorbereitung – Mündlicher Teil

Die Vorbereitungen auf die mündlich-praktische Prüfung waren aufgrund des anderen Modus und letztlich wegen meines sehr späten Termins (Ende Juni) anstrengender und langwieriger.  Ich begann ca. fünf Wochen vor der Prüfung wieder in die Bücher zu schauen und mich in die Protokolle für die einzelnen Prüfer einzulesen. Als Wahlfach hatte ich Anästhesie gewählt und als fächerübergreifendes 4. Fach wurde mir HNO zugelost, womit ich sehr zufrieden war.

Ein Vorgespräch mit den einzelnen Prüfern ist in jedem Fall empfehlenswert, um eventuelle  Fragen zum Prüfungsablauf zu klären (z.B. Format des Patientenberichts, eigener Laptop erlaubt?, Handschriftlich? etc.) und Hinweise auf den ungefähren Prüfungstermin zu erhalten, falls der Bescheid des LPAs auf sich warten lässt. Auf Eingrenzungen des Themengebiets kann natürlich immer gehofft werden, ist aber nicht die Regel.

Anders als bei den Vorbereitungen für die schriftliche Prüfung wollte ich unbedingt in einer Lerngruppe arbeiten, da es nun wieder darum ging, sein Wissen möglichst aktiv reproduzieren zu können und man sich nach mehreren Monaten stummen Kreuzens die eloquente Präsentation eines Sachverhalts und die mündliche Darstellung eines Denkprozesses in halbwegs korrektem Syntax wieder antrainieren sollte.

Meine Mitprüflinge und ich fanden uns schnell zusammen und begannen mithilfe von Fallbüchern zunächst Innere Medizin und Chirurgie zu lernen. Gute Fallbücher sind beispielsweise „Die 50 wichtigsten Fälle – Innere Medizin“ und die „Frage & Antwort“ Reihe vom Elsevier Verlag oder die Fallbücher vom Thieme Verlag. Sehr empfehlenswert für das Fach Anästhesie war außerdem der Taschenatlas Anästhesie vom Thieme Verlag. Für das Fach HNO hatte ich mir „HNO“ von H. G. Boenninghaus (Springer Verlag) besorgt, welches als Kurzrepetitorium sehr gut geeignet ist.

Wir legten unseren Fokus auf unser Wahlfach, da unser anästhesiologischer Prüfer als unser Prüfungsvorsitzender letztlich den größten Einfluss auf die Noten haben sollte. Dennoch sollten die anderen Fächer darüber hinaus nicht vergessen werden, da ein starker Auftritt im Wahlfach schnell durch einen schlechten Gesamteindruck in den übrigen Fächern zunichte gemacht wird.

Weiterhin arbeiteten wir nah an den Protokollen und an den Themen, welche die entsprechenden Prüfer in der Vergangenheit häufig und gerne geprüft hatten. Wir lernten in 2-3 Sessions pro Woche und besprachen entweder Fälle im Plenum, simulierten Prüfungen mit Fragen aus den Fallbüchern oder ein Teilnehmer präsentierte den anderen ein Thema in einem freien Vortrag. Für das Einüben der körperlichen Untersuchung trafen wir uns im universitären Trainingszentrum für Ärztliche Fertigkeiten und übten die verschiedenen Techniken sowie die formale Präsentation der Untersuchungsbefunde.

Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung besteht aus dem ersten praktischen Prüfungstag und dem zweiten mündlichen Prüfungstag. Der erste Tag beginnt früh mit der Übergabe der Prüfungspatienten. Um diesen Vergabeprozess und damit auch die Reihenfolge der Prüfung möglichst fair zu gestalten, wurde bei uns gelost. Der Prüfungsvorsitzende gab uns dreieinhalb Stunden Zeit für eine komplette Anamnese, die körperliche Untersuchung, Sichtung der Patientenakte und letztlich Fertigstellen des Patientenberichts.

Insgesamt hatte ich einen sehr unkomplizierten Patienten aus der Gefäßchirurgie, welcher mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) in die Klinik überwiesen wurde. Leider kam ich trotz des großzügigen Zeitfensters etwas unter Zeitdruck, sodass der bei uns handschriftlich zu verfassende Patientenbericht etwas darunter zu leiden hatte. Daher ist es an dieser Stelle mein persönlicher Tipp, die Zeit wirklich genauestens im Auge zu behalten, um nicht plötzlich in akute Zeitnot zu geraten. Es war insgesamt kein gutes Gefühl einen unfertigen Bericht abzugeben, v.a. weil es sich um das eigene Staatsexamen handelte. Dennoch war alles besser, als wegen einer überzogenen Zeit durch die Prüfung zu fallen, sodass wir schweren Herzens unsere Berichte abgaben und uns eine kurze Pause gönnten, bevor die eigentliche Prüfung am Patientenbett begann.

Ich war als erster Prüfling dran, so dass ich nach dem Betreten des Zimmers (Hände desinfizieren!) zunächst die vier Prüfer sowie meine Mitprüflinge meinem Patienten vorstellte. Dann begann ich den Patienten formal vorzustellen, beginnend mit dem Einweisungsgrund, Anamnese, diagnostischer Prozess,  durchgeführte therapeutische Maßnahmen und schließlich prognostischer Ausblick. Als ich den körperlichen Befund vortragen wollte, unterbrach der Vorsitzende jedoch und übergab die Prüfung weiter an den chirurgischen Prüfer. Als Gefäßchirurg bat er mich, einen kompletten Gefäßstatus des Patienten zu erheben und diesen mündlich kurz vorzutragen. Der internistische Prüfer verlangte die Demonstration meiner Perkussionstechnik an der Lunge des Patienten und fragte nach alternativen Techniken zur klinischen Detektion von Pleuraergüssen neben der Perkussion und Auskultation (à Stimmfremitus). Der Anästhesist und der HNO-Prüfer verzichteten beide auf Untersuchungstechniken und beschränkten sich auf theoretische Fragen zu dem Patienten.

Nach einer Stunde war die Prüfung vorbei und bei den anderen Prüflingen lief die Prüfung ähnlich ab. Stets waren alle vier Prüfer und die drei übrigen Prüflinge anwesend, was gegen Ende etwas anstrengend wurde. Da meine Prüfung allerdings schon für den Tag beendet war, war ich wahrscheinlich dennoch entspannter als meine Kommilitonin, die als letztes geprüft wurde. Letztendlich war es den Prüfern neben korrektem Fachwissen und sauberen Untersuchungstechniken wichtig, dass man seinen Bericht formal korrekt vortrug und v.a. selbstbewusst auftrat.

Der zweite Tag war so wie jede andere mündliche Prüfung während des Medizinstudiums auch eine Konstellation zwischen vier Prüfern und vier Prüflingen im einfachen Frage-Antwort Dialog. Obwohl man sich sehr bewusst war, dass es sich immer noch um das Staatsexamen handelte, war ich am zweiten Tag sehr viel entspannter als am Vortag, sodass es mir auch leichter fiel, die an mich gerichteten Fragen zu beantworten. Alle Prüfer waren gut vorbereitet und bauten Fallbeispiele mithilfe von Bildmaterialien (Röntgenaufnahmen, Fotos etc.) auf, um unser fachliches Wissen und unsere klinische Vorgehensweise zu prüfen. Jeder Prüfer bekam 15 Minuten Zeit für jeden Prüfling, sodass nach weiteren vier Stunden die Prüfung endlich vorbei war.

Es ist wichtig, darauf zu vertrauen, dass die Prüfer kein Interesse daran haben, einen Prüfling durchfallen zu lassen. Zum einem, da sie Studenten, die es schon so weit gebracht haben, nichts Böses wollen, zum anderen, weil es einfach viel zu viel bürokratischen Aufwand bedeuten würde, ein solches Durchfallen schriftlich zu begründen. Alle unserer Prüfer waren bemüht, die Prüfungssituation, so weit es ging, zu entschärfen und lockerten die Stimmung mit kleineren Witzeleien und ermutigenden Worten auf.

Fazit und Ausblick

Dass diese sechs Monate der Vorbereitung auf die größte Prüfung seines Lebens sehr anstrengend und zehrend waren, wird bestimmt niemand bestreiten wollen, der dies selbst miterlebt hat. Dennoch empfand ich rückblickend die Prüfung selbst als durchaus machbar und v.a. fair geplant und durchgeführt – sowohl vom IMPP, als auch von der Universität und dem LPA. Wer sich diszipliniert die vorgegebene Zeit vorbereitet und die letzten 13 Semester Medizinstudium nicht komplett verschlafen hat, wird auch dieses Staatsexamen bestehen, das ist sicher.

Aktuell bereite ich mich auf eine zweite Runde Prüfungen vor: den STEP 2 des USMLE (United States Medical Licensing Examination). Da mir die Option, evtl. doch für eine Residency in die USA auszuwandern, sehr zusagt, würde ich die Zeit und das Geld jetzt nutzen wollen, um diese Prüfungen ebenfalls noch hinter mich zu bringen, solange das Wissen „warm“ ist. Ob USA oder nicht, bei meinem Fachgebiet der Wahl wird es sich sehr wahrscheinlich um die Innere Medizin & Kardiologie handeln.

D. Chung

Düsseldorf, August 2014

Sammlung an Prüfungsprotokollen zur Vorbereitung auf den mündlichen Teil für Examenskandidaten in Berlin

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