Hammerexamen 2013 – Vorbereitung mit AMBOSS. Eine Absolventin berichtet.

10. Juni 2013

in Examen, Ratgeber

Der zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, das „Hammerexamen“, steht vor der Tür. Doch wie nutze ich die bevorstehenden 100 Tage am sinnvollsten, um ein gutes Examen zu machen und gleichzeitig auch noch Freunde treffen sowie zudem Sport machen zu können? Ich besaß bereits viele Bücher, auch den dicken „Exaplan“, und eine CD zum Kreuzen. Doch wo und wie anfangen?

Ein neues Programm zur Prüfungsvorbereitung!

Zum ersten Mal hörte ich von „AMBOSS“ vier Monate vor dem schriftlichen Staatsexamen. Kommilitonen erzählten auf unserer Weihnachtsfeier, dass sie ein neues Programm testen würden, das vor Kurzem erst auf den Markt gekommen sei. Sie waren begeistert von der Benutzerfreundlichkeit und guten Struktur. Positiv hervorgehoben wurde unter anderem, dass die Röntgenbilder mit Pfeilen versehen und verständlich beschriftet seien. Außerdem könne man einen Oberarzt fragen, wenn man einen nützlichen Hinweis zum Lösen der Antwort erhalten möchte.

Ich selber war zunächst skeptisch. Erstauflagen von Lehrbüchern hatten mich oft durch fachliche Mängel sowie Rechtschreibfehler enttäuscht und ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass ein neuartiges Programm diesen Umfangs ausgereift und auf dem aktuellsten Stand sein kann.

Meine Vorbereitung mit „AMBOSS“

Nachdem ich die ersten Wochen relativ unmotiviert im unhandlichen „Exaplan“ gelesen und mit meiner alten Mediscript-CD gekreuzt hatte, die zudem nur die Examina bis zum Jahr 2010 enthielt, meldete ich mich für den kostenlosen Probezugang bei „AMBOSS“ an. Meine Motivation, mich auf ein anderes System einzustellen, war zunächst nicht groß, doch das kurze Einführungsvideo sowie die anschließende Nutzung überzeugten mich von der Bedienerfreundlichkeit. Der Aufbau ist logisch, selbsterklärend, gut durchdacht und sehr hilfreich, um sich effektiv auf das Staatsexamen vorzubereiten.

Zu jeder Antwort kann man einen kleinen Kurzkommentar öffnen. Das Lesen von langen, unstrukturierten Texten, in denen alle Antwortmöglichkeiten beschrieben werden, kann man sich sparen. Und möchte man doch etwas mehr ins Detail gehen, kann man verschiedene Schlagwörter in den Antworten anklicken. Es öffnen sich strukturierte Lernkarten, die auf dem neustem Stand sind, (viel aktueller als die Lehrbücher!), kurz und übersichtlich gestaltet, und dennoch alle wertvollen Informationen enthalten. Zudem sind die Lernkarten noch sortiert nach Relevanz und wenn gewünscht, erhält man gelbe Markierungen für IMPP-relevante Fragen. Selten verwendete Fachwörter werden beim Anklicken erklärt. Ich konnte mir dadurch viel Zeit ersparen, weil ich kaum noch Begriffe anderswo nachsehen musste. Pathologien in Röntgenbildern sind oftmals farblich markiert, so dass das verzweifelte Suchen und Erraten von Befunden ein Ende hat.

Gefreut habe ich mich über zahlreiche Tabellen und Abbildungen zu Themen, die im gesamten Medizinstudium ein Dorn im Auge waren, wie z.B. die Amyloidosen, Tumormarker und Vaskulitiden.

Das Schöne: Viele Aspekte sind in einer Lernkarte vereint, und nach einer gewissen Zeit erkennt man die Lernkarten wieder. Plötzlich wurden Zusammenhänge klar und das Lernen begann mehr Spaß zu machen.

Auf weitere Lehrbücher habe ich von da an weitgehend verzichtet, da mich Umfang, Aktualität und Qualität der Inhalte überzeugt haben. Ohne „AMBOSS“ hätte ich es sicherlich nur schwer geschafft, in 100 Lerntagen aus Büchern so zügig alle relevanten Inhalte zu lernen; zum einen aufgrund des Umfangs der meisten Lehrbücher, zum anderen, weil man viel Zeit durch „Herumblättern“ verlieren kann, wenn man bereits Vergessenes noch einmal nachsehen und auffrischen möchte.

Insgesamt gab es nur eine Frage im Staatsexamen, dessen Inhalt nicht in „AMBOSS“ zu finden war: das Richter-Syndrom. Dies zeigt, dass „AMBOSS“ alle Staatsexamen-relevanten Details enthält, und zwar auf dem neuesten Stand der Kenntnisse. Und wenn es doch mal eine Ungenauigkeit oder einen Fehler gab, konnte ich einfach auf den Feedback-Button klicken und eine kurze Nachricht verfassen. Meistens bekam ich schon am nächsten Tag eine nette E-Mail zurück mit dem Hinweis, dass der Text von nun an geändert zur Verfügung stehe. Das Team ist sehr engagiert, die Seiten auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Und bei der Vorbereitung aufs Mündliche?

Auch zur Vorbereitung auf das mündliche Staatsexamen war „AMBOSS“ sehr hilfreich. Ich habe mir die Lernkarten der wichtigsten Themen ausgedruckt und konnte so die drei Wochen Vorbereitungszeit effektiv nutzen. Zusätzlich bin ich einem Tipp des „AMBOSS“-Teams nachgekommen, und zwar, „Meditorium“ zu nutzen.

Dies ist eine App von zwei Medizinern, die sehr strukturiert und auf angenehme Weise die wichtigsten Themen der Angiologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Hämatologie, Hepatologie, Kardiologie und Pulmonologie besprechen. Zum Schluss gibt es meistens eine kleine Zusammenfassung, die man vor dem mündlichen Examen zur Auffrischung nutzen kann. Für mich war diese App (ca. 15 EUR) sehr hilfreich, weil ich zwischendrin einfach mal einen großen Spaziergang machen, Luft schnappen, die Augen entspannen und dennoch die Zeit sinnvoll nutzen konnte. Die Stimmen sind sehr angenehm und man erhält neben wichtigen pathophysiologischen Erklärungen wichtige Informationen zu Ursachen, Diagnostik und Therapie diverser Erkrankungen. Zu Hause angekommen, hatte ich dann wieder Motivation, weiter zu lernen und das Thema noch einmal mit „AMBOSS“ abzugleichen. Und auch „Meditorium“ ist sehr aktuell!

Weiterhin nützlich, insbesondere auch für die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, fand ich die Thieme-Fallbücher. Auch hier findet man geballtes Wissen und Kurzform und kann zudem durch das aktive Beantworten der Fragen noch mal einen neuen Blick auf das Thema bekommen.

Häufig habe ich mir Übersichten gezeichnet und z.B. eine Person mit Sarkoidose sowie allen möglichen Pathologien dazu gemalt. Auf diese Bilder konnte ich im Staatsexamen dann gedanklich zurückgreifen, was insbesondere bei großen unübersichtlichen Themen sehr hilfreich war.

Mein Fazit

Ich hätte mich gefreut, wenn es „AMBOSS“ auch schon zu meiner Klinik-Zeit gegeben hätte. Dann hätte ich von Anfang an so strukturiert und verknüpft lernen als auch mir viel Zeit sparen können. Ich bin sehr froh, doch noch auf „AMBOSS“ gewechselt zu haben. Denn anders wäre es für mich deutlich aufwändiger und schwieriger gewesen, aus der Vorbereitungszeit das Beste herauszuholen und ein sehr gutes Examen zu absolvieren!

Herzlichen Dank nochmals an das „AMBOSS“-Team und viel Erfolg weiterhin!

Lisa W. von der Universität Witten/Herdecke
Dortmund, Juni 2013

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