Das Famulanten-Camp 2012 der Marienhaus GmbH – ein Teilnehmer berichtet

18. Oktober 2012

in Fördermöglichkeiten, Förderung durch Klinikträger

Bereits zum vierten Mal hatte die Marienhaus GmbH Medizinstudierende zu ihrem Famulanten-Camp vom 17.-20. September 2012 in das Medical Center am Nürburgring eingeladen. Und diesem Ruf folgten auch dieses Jahr wiederum Medizinstudentinnen und Medizinstudenten aus allen Teilen Deutschlands, erwartete sie doch ein anspruchsvolles Programm in Form einer Mischung aus praktischen Inhalten und Referaten, betreut von Oberärzten und Chefärzten.

Auf zum Famulanten-Camp 2012

Lediglich fünf Grad Celsius zeigt das Thermometer bei der Ankunft am Nürburgring. Es ist kalt, darüber sind sich die 20 Jungmediziner einig, die morgendlich am 17. September 2012 aus allen vier Himmelsrichtungen in der Eifel eintrafen. Sie haben sich größtenteils zuvor nie gesehen. Die Gruppe, die sich hier formiert, besteht aus Famulanten und PJlern, die im Kalenderjahr 2012 einen der praktischen Anteile ihres Medizinstudiums in einem Klinikum der Marienhaus GmbH absolviert haben. Obwohl die zum Unternehmen gehörenden Häuser allesamt im Süd-Westen der Republik ansässig sind, kamen auch Medizinstudenten aus Regensburg, Kiel und sogar Rostock.

Einsteigen und durchstarten

Marienhaus GmbH

„Famulanten Camp – Karriere von der Pole-Position“, so lautet die Maxime, unter welcher der Klinikbetreiber nun bereits im vierten Jahr den Medizinernachwuchs an die Rennstrecke mit der so berühmten Nordschleife einlädt. Wobei der Begriff „Camp“ nicht ganz zutreffend ist:
Kein Teilnehmer musste bei tiefen Außentemperaturen in einem Zelt frieren.

Junge Mediziner seien derzeit ein gefragtes Klientel. Man wolle sich interessierten, zukünftigen Ärztinnen und Ärzten als möglicher Arbeitgeber mit einzigartigem Leitbild präsentieren, so das Organisationsteam um Herrn Inden und Herrn Dr. Masanneck, über die Idee des Famulanten Camps.

Dazu haben die Organisatoren ein Konzept entwickelt, welches es in Deutschland in dieser Art für Medizinstudenten wohl kein zweites Mal gibt: Die viertägige Veranstaltung ist eine Mischung aus einem sich aus der Örtlichkeit ergebenden Rahmenprogramm und – und dies macht den Großteil des Camps aus – Lehr- und Lernveranstaltungen mit dem Augenmerk auf die praktischen Tätigkeiten des zukünftigen Berufs. „Diese finden in unserem Studium ja leider viel zu wenig statt“, sagt Björn, Medizinstudent aus Rostock. „Wir haben an unserer Universität die Möglichkeit, in sogenannten Skillslabs solche Dinge zu trainieren. Leider ist es jedoch auch sehr schwer, an die begehrten Plätze zu kommen. Außerdem gefällt mir, dass hier so viele unterschiedliche Dinge trainiert werden. Ich habe mich nicht zuletzt wegen des Camps für eine Famulatur in der Pfalz beworben und ich muss sagen, es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.“

Thematisch wurde den Medizinstudenten eine Mischung aus praktischen Inhalten und Referaten geboten, wobei die Teilnahme zu jeder Zeit freiwillig war. Eine außerplanmäßige Pause gönnte sich trotzdem niemand.

Befunden und untersuchen mit Oberärzten und Chefärzten

Beim Airway-Management im Medical Center am Nürburgring

Die Praxis wurde in Zusammenarbeit mit dem Medical Center des Nürburgrings, welches gemeinsam vom DRK und der Marienhaus GmbH getragen wird, trainiert und in dessen Räumen durchgeführt. Um die Übungszeit für jeden Einzelnen so ausgedehnt wie möglich zu gestalten, wurden die Teilnehmer außerdem in Kleingruppen mit jeweils vier Personen eingeteilt. Hierzu wurde auch der Kenntnisstand anhand der bereits absolvierten Semester berücksichtigt.

Die Dozenten, allesamt Ober- und Chefärzte aus den unterschiedlichen Kliniken des Trägers, ließen die Studenten anhand von Plastikknochen und echten Implantaten verschiedene Möglichkeiten der Osteosynthese ausprobieren oder demonstrierten die diversen Optionen beim Airway-Management.

Im Rahmen des Ultraschall-Kurses halfen sie ihren Schützlingen bei der gegenseitigen Sonografie der Bauchorgane und gaben ihnen zur häuslichen Rekapitulation auch ein Skript mit. Im Naht-Kurs wurden den Teilnehmern an Schweineschwarten dann verschiedene Nahttechniken gezeigt. Mit Hilfe von Nadel und Faden und einer CD-ROM, welche die diversen Stiche noch mal nachvollziehbar darstellt, wurden auch hier gute Voraussetzungen zum späteren Wiederholen geschaffen.

Theoretisch ging es mit dem Kardiologen Dr. von Korn an die Befundung von EKGs. Viszeralchirurgisch wurde das akute Abdomen mit seinen Differentialdiagnosen näher behandelt.
Dr. Holtschmit ist Chef für konservative Orthopädie in Losheim. Er referierte über die Wirbelsäule, leitete seine jungen Kollegen anschließend bei der gegenseitigen orthopädischen Untersuchung an und gab Hinweise zur Durchführung der Tests als auch zur praktischen Handhabung der Extremitäten, die gerade für Anfänger oft noch eine große Hürde sind.

In einem gemeinsamen Kommunikationsseminar holten sich die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte dann Tipps für Gespräche mit ihren Patienten. Der Kommunikationskurs wurde von Prof. Dr. Schenkel-Häger, Geschäftsführer der Marienhaus Kliniken GmbH, durchgeführt. Großer Wert wurde dabei darauf gelegt, dass die Studenten sich die Schwerpunkte selbst aussuchen. So wurden hier auf Wunsch neben dem erstmaligen Arzt-Patienten-Gespräch auch besonders schwierige Thematiken besprochen und geübt, wie zum Beispiel das Überbringen schlechter Nachrichten.

Eines der Highlights – die Notfallübungen

Notfallübungen beim Famulanten-Camp 2012 der Marienhaus GmbH

Das Medical-Center am Nürburgring ist primär natürlich auf den Rettungsdienst ausgelegt. Daher wurde diese Domäne auf dem Camp sinngemäß zum Schwerpunkt. Im Rahmen einer theoretischen Ausbildung zum Thema Notfallmedizin unterrichtete Dr. Nirmaier, Chefarzt der Chirurgie im St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben, die Famulanten und gab Tipps aus seiner langjährigen Erfahrung als Notarzt.

Eine Ausbildung zum Thema „moderne Wundversorgung“ gab es auch. Hier konnten die Studenten diverse Verbandsmaterialien ausprobieren.

„Nach ihrem Unterricht blieben die Lehrenden noch da und wir konnten uns beim Kaffee mit ihnen unterhalten. Mit Dr. Nirmaier haben wir zum Beispiel abends noch aus dem Nähkästchen geplaudert. Das war gut, gerade weil es sehr ungezwungen war.“, so Dominik, Teilnehmer aus Mainz.

Das antrainierte Wissen kam am dritten Tag zum Einsatz. Armin Link, Leiter des Medical Center, organisierte mit seinem Team drei Notfallübungen, bei denen die Medizinstudenten ihr Können im Advanced-life-support unter Beweis stellen durften.

Ein Highlight war hierbei die herbeigeeilte Feuerwehr, die im Rahmen der Übung das Dach des verunglückten Fahrzeugs entfernte und somit eine Bergung der „Verletzten“ erst ermöglichte.
Christina, PJ Studentin der Uni Mainz, war voll des Lobes für diese Übung: „Diese nachgestellten Notfallsituationen haben mir besonders gut gefallen. Ich fand sie sehr lehrreich und spannend“. Und Professor Dierk Vagts, Anästhesiechef am Krankenhaus Hetzelstift, der die Übungen auswertete, lobte die Studierenden: „Kritisieren können wir wirklich nur Kleinigkeiten. Sie haben das sehr gut gemacht!“

Eine weitere Attraktion – das Rahmenprogramm

Wenn 20 junge Leute an den Nürburgring eingeladen werden, dann ist aber auch klar, dass die Attraktionen des 300 Millionen Euro Freizeitparks und die Rennstrecke nicht unbeachtet links liegen gelassen werden können. Teilnehmer Elias aus Kiel begeisterte sich für den Mercedes AMG SLS, der während der Veranstaltung noch unbeschädigt seine Runden drehte, und stellte fest, dass man wohl Rennfahrer hätte werden müssen, um ein solch hochpreisiges Gefährt steuern zu dürfen.

Das Organisationsteam um Herrn Inden veranstaltete unterdessen mit den Teilnehmern ein Rennen auf angepasstem Niveau: Auf der Ring-Kartbahn konnte jeder sein fahrerisches Können unter Beweis stellen. Seinen Mut hingegen galt es, bei einem Ausflug in die luftigen Höhen des Hochseilgartens zu beweisen.

Stellvertretend für alle zeigte sich Christina vom Drumherum sehr angetan: „Die Unterbringung in den Ferienhäusern war erstklassig. Es gab alles, was man sich wünschen konnte und mit allen Mahlzeiten, Grillfest, Kuchen und zu jederzeit frischem Kaffee hat man uns auch bestens versorgt.“

Mein Resümee

Notfallübung beim Famulanten-Camp 2012

Als die Teilnehmer den Nürburgring am Donnerstag wieder verlassen mussten, waren manche von den vergangenen Nächten noch sehr müde. Alle waren sich aber einig: Das Famulanten und PJler-Camp 2012 war eine rundum gelungene Veranstaltung. Zufrieden mit dem Gelernten und Erlebten soll der eine oder andere sogar schon über eine Wiederholung im nächsten Jahr nachdenken.

Wer Interesse an einer Teilnahme am Famulanten-Camp der Marienhaus GmbH gefunden hat, der bewirbt sich an einem der angeschlossenen 27 Krankenhäuser für eine 30-tägige Famulatur oder fürs PJ im Jahr 2013. Anmeldeschluss ist voraussichtlich der 31.07.2013.

H., B.
Rostock, Oktober 2012

Hinweis: Die Marienhaus GmbH nimmt am 26. und 27. Oktober 2012 in Berlin am Nachwuchskongress „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteblattes teil.
hier weitere Informationen

Am Famulanten-Camp 2013 interessierte Medizinstudierende können sich gerne mit ihren Fragen direkt am Stand der Marienhaus GmbH melden.

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