Der Weg zum erfolgreichen HAM-Nat – einem Auswahltest für zukünftige Medizinstudenten

9. Mai 2018

in Chancen in Deutschland, Medizinstudium, Ratgeber, Studium in Deutschland

Im Rahmen der Diskussionen um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vergabe der Medizin-Studienplätze in Deutschland wurden, neben vielen anderen mehr oder weniger sinnvollen Ideen, auch Auswahltests als ein Mittel zu mehr Fairness beim Kampf um die begehrten Plätze vorgeschlagen. In diesem Beitrag soll es allerdings nicht um die Vor- und Nachteile eines hypothetischen, bundesweiten Tests gehen, sondern um Informationen und Vorbereitungsstrategien zu einem Auswahltest, der bereits seit mehreren Jahren von verschiedenen Universitäten eingesetzt wird, dem HAM-Nat.

HAM-Nat – ein Auswahltest für zukünftige Medizinstudenten

Eine schlechte Nachricht gleich vorweg: Auch mit dem HAM-Nat“, dem Hamburger Naturwissenschaftstest, kommt Ihr um einen guten Abiturschnitt nicht herum. Ihr könnt Euch nämlich nicht einfach für diesen Test anmelden, sondern müsst zu diesem eingeladen werden.

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels, setzen die Universitäten Hamburg, Berlin und Magdeburg den HAM-Nat in ihrem „Auswahlverfahren der Hochschulen“ zur Vergabe ihrer Human- und teilweise auch Zahnmedizin-Studienplätze ein. Eine Einladung erfolgt nur, wenn Ihr die Voraussetzungen der jeweiligen Universität erfüllt. Über dieVoraussetzungen zum Zeitpunkt Eurer Bewerbungen bzw. über die Auswahlgrenzen, die bei den vorherigen Jahrgängen zur Zulassung gereicht haben, informiert Ihr Euch am besten, wie bei allem, was die Zulassung zum Medizinstudium betrifft, direkt bei www.hochschulstart.de .

Wenn Ihr die erste Hürde geschafft habt und eingeladen seid, steht der Teilnahme am Test, der Euer Können in Euren Lieblingsfächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie auf die Probe stellen wird, nichts im Wege.

Der Weg zum erfolgreichen HAM-Nat

Bleibt die Frage nach der richtigen Vorbereitung:

1. Formalitäten: Wann muss ich wo sein? Wie viel Zeit habe ich? Wie viele Fragen muss ich beantworten?

Die Antwort auf solche Fragen in einen Artikel zu packen, der nicht ewig aktualisiert werden wird, wäre keine gute Idee. Die einzige Konsequenz: Sich selbst informieren, am besten direkt bei den Testerstellern: https://www.uke.de/studium-lehre/studienentscheidung/auswahlverfahren/vorbereitung-ham-nat.html

2. Was muss ich lernen?

Ebenfalls auf der Seite der Testersteller findet sich ein aktueller Themenkatalog.

3. Moment, das sind ja nur grobe Stichwörter! Was genau muss ich jetzt lernen?

Das ist in der Tat ein Problem! Die offizielle Seite verlinkt auf einen HAM-Nat Einstufungstest, der Euch Hinweise auf die „Tiefe“, mit der der Stoff abgefragt wird, geben kann.  In diversen Facebook Gruppen finden sich, manchmal sogar detaillierte, Gedächtnisprotokolle. Zu guter Letzt, schadet mit Sicherheit auch ein Blick in HAM-Nat“ spezifische Literatur nicht.

4. Wie viel Zeit brauche ich?

Eine pauschale Aussage ist schwierig, zumal es keine,vorher definierte Bestehens Grenze gibt, jeder andere Schwerpunkte im Abitur hatte und auch das Talent für Multiple-Choice Tests nicht immer fair verteilt wurde. Es gilt wie immer im Leben: Lieber früh mit kleinen Portionen anfangen.

5. Wie sollte die konkrete Vorbereitung aussehen?

Ein Lernplan hilft! Selbst wenn die meisten von uns auch ohne Lernplan gut durch die Schule gekommen sind: Wenn man sich mit so einem breiten Themenfeld wie beim HAM-Nat auseinandersetzen muss, verliert man leicht den Überblick.

6. Ich habe mich gerade durchs Abi gequält und soll mich jetzt gleich auf den nächsten Test vorbereiten?

Ein absolut nachvollziehbarer Einwand! Ein paar Gedanken, die vielleicht ein bisschen Motivation spenden können:

Alles, was Ihr für den HAM-Nat“ lernt, nützt Euch in den ersten Semestern Eures Medizinstudiums. Ihr macht Euch Euer Studium also leichter und könnt Euch später Dingen widmen, die Euch wirklich interessieren – oder mal relaxen!
Wenn Ihr Euch selbst in Themen einarbeiten und eine lange Prüfungsvorbereitung strukturieren könnt, braucht Ihr auch die großen (Staats-)Examen im Medizinstudium nicht zu fürchten!
7. Wie sieht eine gute Vorbereitung aus?

Gute Vorbereitung besteht nicht nur aus stumpfem Lesen, sondern auch aus frühzeitiger Überprüfung des Wissens durch das Beantworten von Übungsfragen – im Idealfall mit kommentierten Lösungen. Man neigt, gerade, wenn man noch nie einen Multiple-Choice Test gemacht hat, eher dazu, zu wenig zu Kreuzen. Insofern wird es nicht schaden, wenn Ihr mindestens ein Drittel Eurer Lernzeit mit dem Beantworten von Übungsaufgaben zum Stoff, den Ihr bereits gelernt habt, füllt.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei Eurer Vorbereitung und noch viel mehr Erfolg im anschließenden Medizinstudium!

Paul Windisch
Heidelberg, März 2018

Anmerkung von Medizinernachwuchs.de zum Autor

Das Lernskript für den naturwissenschaftlichen Auswahltest HAM-Nat für zukünftige Medizinstudenten in Hamburg, Berlin und Magdeburg
Das Lernskript für den naturwissenschaftlichen Auswahltest HAM-Nat für zukünftige Medizinstudenten in Hamburg, Berlin und Magdeburg

Paul Windisch (www.headstart-medizin.de ) ist seit 2012 Medizinstudent an der Universität Heidelberg und promoviert zurzeit am Deutschen Krebsforschungszentrum. Neben seinem Medizinstudium unterstützt er das Journal Cureus als „Student Ambassador“ und verfasste für die Elsevier GmbH die erfolgreiche Survival-Kit-Reihe sowie das BASICS Vorkurs Medizin“.

Paul Windisch ist zudem Autor des Artikels „Für die Doktorarbeit ins Ausland?“ auf Medizinernachwuchs.de“.

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