UAEM – Access to Medicines Run auf dem Tempelhofer Feld in Berlin 2016 – „Rennen gegen Resistenzen“

16. Dezember 2016

in Chancen in Deutschland, Medizinstudium, Ratgeber, Studium in Deutschland

Es ist grau, grau und kalt. Kein Wunder, denn es ist schon November und der Winter scheint in diesem Jahr früher einzusetzen als sonst. Doch ein paar hartgesottene Läufer sind schon da und als der Rest der 150 Läufer sich in die Schlange für die Registrierung anstellt, bricht auf einmal die dicke Wolkendecke auf und wir sehen blauen Himmel. Bis  sich alle an den Start gestellt haben, hat sich ein großer Riss im Himmel aufgetan und wir spüren die wärmenden Sonnenstrahlen. So starten alle Teilnehmer mit bestem Wetter und guter Laune und das nicht nur, weil sie für einen guten Zweck laufen.

„Rennen gegen Resistenzen“

 

Das Problem
Das Problem

Der „Access to Medicines Run“ hat jetzt schon zum 3. Mal in Folge stattgefunden, dieses Mal mit dem Thema „ Rennen gegen Resistenzen“ – womit Antibiotikaresistenzen gemeint sind. Wir leben in einer Zeit, in der Menschen wieder an Infektionen sterben, die vor 20 Jahren noch heilbar gewesen wären.  Antibiotika werden zu oft und in falschen Dosierungen verschrieben und Patienten nehmen sie häufig nicht bis zum Ende ein. Dies fördert Resistenzen nicht bei uns, sondern bei den Bakterien, gegen die wir nun keine Mittel mehr haben.

Bis vor kurzem konnten wir noch Schritt halten mit der Bakterien-Antibiotika-Koevolution. Es kamen genügend neue Mittel auf den Markt, gegen die es noch keine Resistenzen gab. Doch diese Entwicklung hat vor ca. 20 Jahren stagniert. Seitdem haben es nur 12 neue Antibiotika auf den Markt geschafft, welche allerdings nur abgewandelte Formen alter Klassen darstellen und welche nun als Reserveantibiotika in der Rückhand gehalten werden.

„Access to Medicines Run“ – eine Initiative der UAEM

Danke für die tollen T-Shirts
Danke für die tollen T-Shirts

Mit Reserveantibiotika lässt sich für Pharmaunternehmen kein Geld machen, da sie, und das zu Recht, nur in Ausnahmefällen verschrieben werden, um keine weiteren Resistenzen zu fördern. Nun befinden wir uns in einer Sackgasse: Wir brauchen dringend neue Mittel gegen lebensgefährliche Infektionen, doch der Anreiz daran zu forschen, ist quasi verschwindend gering.

Mit dieser sogenannten „Forschungslücke“ und anderen ähnlichen Themen beschäftigt sich UAEM (Universities Allied for essential Medicines e.V.). Um mehr Menschen zu erreichen und die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken, haben wir den „Access to Medicines Run“ ins Leben gerufen. Dieses Jahr wurden wir dabei von „Medizinernachwuchs.de“ unterstützt. Dank dieser Unterstützung konnten wir unsere Läufer mit passenden, eigens für die Veranstaltung designten T-Shirts ausstatten, welche nun hoffentlich die Message weiter in die Welt tragen werden.

Macht mit!

Glück gehabt mit dem Wetter – der Access to Medicines Run der UAEM auf dem Tempelhofer Feld in Berlin 2016
Glück gehabt mit dem Wetter – der Access to Medicines Run der UAEM auf dem Tempelhofer Feld in Berlin 2016

Der Lauf war auch dieses Mal ein voller Erfolg und das nicht nur wegen des plötzlichen Wetterumschwungs. Trotz der Kälte hatten wir viele motivierte Läufer am Start für die 6km. Der Schnellste war nach 21 Minuten sogar schon wieder im Ziel. Zwischen der Registrierung und dem Start hatten die Teilnehmer viel Zeit, sich mit dem Thema bekannt zu machen, uns Fragen zu stellen und auch Befürchtungen oder andere Meinungen zu äußern. Natürlich war mit Snacks, Sportriegeln, Obst und heißem Tee auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt, könnt Ihr gerne im nächsten Jahr wieder im November Eure Laufschuhe hervorkramen und für einen guten Zweck die Beine in die Hand nehmen. Und wenn Euch eher der Sinn danach steht, Euch auch zu engagieren oder einfach mal bei uns vorbeizuschauen: Wir treffen uns alle zwei Wochen Montagabend auf dem Charité Campus in Mitte. Schreibt mir doch einfach: . Alles über UAEM e.V., unsere Aktivitäten und das damit verbundene Engagement findet Ihr auf unserer Website: www.uaem.org

Nadja Kutschke

Berlin, Dezember 2016

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