PJ in Freiburg – Innere Medizin /Pneumologie und Onkologie

5. September 2014

in Chancen in Deutschland, Deutschland, Fachgebiet, Innere Medizin, Land, Onkologie, Praktisches Jahr in Deutschland

Baden-Württemberg, Freiburg, Universitätsklinikum Freiburg (17.06.-06.10.2013)

Im Rahmen meines Praktischen Jahres an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg habe ich das Tertial Innere Medizin am Universitätsklinikum Freiburg, eine der größten Unikliniken Deutschlands und Europas, verbracht. Meine Wahl war auf die Pneumologie und Onkologie gefallen, und mit beiden habe ich hervorragende Erfahrungen gemacht.

Organisatorisches

Das Universitätsklinikum Freiburg ist eine der größten Unikliniken Deutschlands und Europas, mit ca. 1.500 Betten und etwa 10.000 Mitarbeitern. Das Einzugsgebiet ist sehr groß, so dass viele Fälle aus dem gesamten südbadischen Raum hier behandelt werden. Im Rahmen des Tertials Innere Medizin werden zwei Abteilungen à acht Wochen durchlaufen. Die Einteilung erfolgt am ersten Tag des Tertials zusammen mit der Lehrbeauftragten, die sich während des gesamten PJ sehr engagiert um alle Belange der PJ-Studenten kümmert.

Kontakt:

www.medizinstudium.uni-freiburg.de/studierende/praktischesjahr/Externe%20Bewerber

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Medizinische Fakultät
Studiendekanat
Elsässer Str. 2 m
79110 Freiburg
E-Mail:

 

Unterkunftsmöglichkeiten gibt es zum einen privat zur (Zwischen-) Miete, was in Freiburg teilweise nicht ganz einfach sein kann. Alternativ ist eine Bewerbung für einen Platz in einem der Personalwohnhäuser möglich. Die Kapazitäten sind jedoch beschränkt, weshalb man meistens erst kurzfristig über eine Zu- oder Absage informiert wird.

Mein PJ-Tertial in der Pneumologie und Onkologie

Universitätsklinikum Freiburg - HNO-Klinik, Augen-Klinik und Pneumologische Klinik
Universitätsklinikum Freiburg – HNO-Klinik, Augen-Klinik und Pneumologische Klinik

Im Department Innere Medizin stehen beinahe alle internistischen Abteilungen zur Wahl: Kardiologie, Nephrologie, Gastroenterologie, Onkologie, Pneumologie, Rheumatologie. Meine Wahl fiel auf Pneumologie und Onkologie, und mit beiden habe ich hervorragende Erfahrungen gemacht.

Der allgemeine Arbeitsablauf war in beiden Abteilungen fast derselbe: 8:00 Uhr Arbeitsbeginn mit Frühbesprechung (Onkologie) bzw. erstem Blutabnehmen (Pneumologie), danach die Visite mit den Assistenzärzten der jeweiligen Station (Dauer ca. 1-2 h). Die Teilnahme an der Visite war immer möglich und Rückfragen waren jederzeit gerne gesehen. Anschließend wurden neue Patienten aufgenommen, bei denen neben der Anamneseerhebung und körperlichen Untersuchung immer auch gleich der Arztbrief mit anzulegen war. So wird man sehr gut in den allgemeinen Stationsablauf einbezogen und kann sowohl persönlich viel lernen als auch eine Hilfe für die Stationsärzte darstellen.

Täglich gibt es ein bis zweimal Konsultationen mit einem Oberarzt, mit dem kritische Fälle oder Fragen besprochen werden können. Hinzu kommt einmal pro Woche die Chefarztvisite.

Insbesondere in den ersten ein bis zwei Wochen braucht man natürlich etwas Zeit, sich an den Stationsablauf und die internen Standards zu gewöhnen; danach ist es jedoch auch oft möglich, bei speziellen Untersuchungen mitzugehen und auch selbst Hand anzulegen. Beispielsweise besteht so in der Pneumologie die Möglichkeit, auf der Station durchgeführte Bronchoskopien mit zu verfolgen und manchmal auch selbst das Bronchoskop zu führen. Selbiges gilt für Aszites- oder Pleurapunktionen sowie andere invasive Maßnahmen.

Arbeitsschluss war in der Regel zwischen 16:30 Uhr und 17:00 Uhr. Studientage werden generell nicht gewährt.

Besonders hervorzuheben ist die große Anzahl an Lehrveranstaltungen, die für alle im selben Zeitraum in der Inneren Medizin tätigen PJ-Studenten angeboten werden. Hierzu zählen ein jede Woche stattfindendes PJ-Seminar, in dem im Wechsel sämtliche Abteilungen wichtige Krankheitsbilder vorstellen und besprechen, sowie zusätzliche Hands-on-Seminare, die grundlegende Fertigkeiten in bildgebenden Verfahren, Beatmungstechniken, Aszitespunktion, Sauerstofftherapie, Urinsedimentanalyse etc. vermitteln.

Ein weiteres wichtiges Element des PJ-Unterrichts sind die wöchentlichen Lehrvisiten. Diese rotieren durch die Abteilungen und bringen immer vier bis sechs PJ-Studenten mit einem Oberarzt zusammen, wobei dann gemeinsam ein Fall besprochen wird. Die Lehrvisiten können sowohl zur Vertiefung klinischen Wissens um ein bestimmtes Krankheitsbild als auch vor allem zur Einübung von Techniken im Hinblick auf das mündliche Examen und den Berufsalltag dienen.

Insgesamt ist anzumerken, dass aufgrund der besonderen Funktionen einer Uniklinik entsprechend viele schwere oder seltene Krankheitsbilder gesehen werden, oft aber wenige alltägliche. So gab es beispielsweise während meiner Zeit in der Pneumologie nur ein oder zwei klassische bakterielle Pneumonie-Fälle, dafür jedoch u.a. Mukoviszidose, schwere COPD oder Post-Transplant-Patienten zur Nachsorge.

Bezauberndes Freiburg im schönen Badener Land

Freiburg als Stadt bietet sowohl im Sommer als auch im Winter viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Mit 200.000 Einwohnern, davon ca. 30.000 Studenten, ist es die südlichste Großstadt Deutschlands. Besonders bekannt ist Freiburg für sein Klima (wärmste Stadt Deutschlands), das sehr sehenswerte gotische Münster und die schöne Altstadt. Vor allem im Sommer ist ein Spaziergang durch die Stadt mit den zahlreichen Cafés und Geschäften eine schöne Feierabendbeschäftigung. Dazu kommen Oper, Theater und Konzerthaus sowie alle weiteren Veranstaltungen, die man aus einer großen Studentenstadt kennt.

Hervorzuheben sind auch die Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung. Die ersten Ausläufer des Schwarzwalds liegen direkt an der Stadtgrenze, die Region ist bekannt für schöne Fahrradrouten durch beschauliche Weindörfer, und in weniger als einer Stunde kann man Frankreich (Colmar) oder die Schweiz (Basel) erreichen. Somit sind sowohl sommers als auch winters zahlreiche Freizeitmöglichkeiten geboten.

Mein Fazit

Zusammenfassend konnte ich in meinem Tertial in der Inneren Medizin im Universitätsklinikum Freiburg sehr viel lernen – sowohl praktisch als auch theoretisch, bei stets um eine gute Lehre bemühten Ärzten und in einer sehr positiven Atmosphäre.

B., M.

Freiburg, Juni 2014

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