docs@work 2012 – ein Teilnehmer berichtet

22. Mai 2013

in Chancen in Deutschland, Facharzt in Deutschland, Fördermöglichkeiten, Weitere Förderungen

Docs@work 2012 war insgesamt eine aufschlussreiche Veranstaltung und eine tolle Erfahrung für junge Ärzte mit Interesse am Fachbereich der Arbeitsmedizin. Für mich eine echte Karriere-Option! Auch in diesem Jahr bietet docs@work 2013 wiederum allen an der Arbeitsmedizin Interessierten die beste Möglichkeit, die vielseitigen Facetten und entscheidenden Vorteile dieses medizinischen Fachgebietes kennen zu lernen.

Wie alles begann

Von einer Kollegin, die Mitglied im Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) ist, erhielt ich einen Flyer über die Veranstaltung docs@work, die vom 23. bis 26. Oktober 2012 in Thüringen stattfand. Bis zu diesem Zeitpunkt waren mir weder der VDBW noch die Veranstaltung docs@work ein Begriff.

Über das Internet hatte ich mich über die Aktion näher informiert und spontan um einen der Teilnehmerplätze beworben. Ich hatte Glück – einige Wochen später wurde ich benachrichtigt, dass ich zu den Final-Teilnehmern gehörte, die vom VDBW nach Weimar eingeladen wurden.

docs@work 2012 – Ablauf, Stationen und Erfahrungen

Am 23.10.2012 hatten wir Final-Teilnehmer uns gemeinsam mit den Organisatoren der Aktion docs@work getroffen – der betreuenden Agentur, den Mitgliedern des VDBW sowie den Betriebsärzten, die uns während der Veranstaltung begleiteten. Im Dorint Hotel in Weimar konnten wir uns bei gutem Essen und in lockerer Atmosphäre kennenlernen. Aus ganz Deutschland waren die Final-Teilnehmer angereist – allesamt Assistenzärzte unterschiedlicher Fachrichtungen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Dr. Gerecke, Präsidiumsmitglied des VDBW, hat uns freundlich begrüßt, etwas über den Verband und das Berufsbild Arbeitsmedizin erzählt sowie den Ablauf von docs@work 2012 erklärt. Am Ende des Abends wurden die Unterlagen zur diesjährigen Aktion ausgehändigt und Zweierteams ausgelost, die zusammen die nächsten Stationen von docs@work durchleben sollten – und vor allen Dingen gewinnen!

Mit einem Reisebus fuhren wir in den folgenden zwei Tagen von Weimar aus zu den Standorten verschiedener Firmen in ganz Thüringen. Am ersten Tag besichtigten wir den Schokoladenhersteller Storck und den Energieversorger EON Thüringer Energie. Bei Storck durften wir uns nicht nur die Arbeitsplätze aus nächster Nähe ansehen, sondern auch direkt vom Fließband Schokolade naschen. Wie unterschiedlich die Arbeitsplätze rund um die Schokoladenproduktion sind, hätten wir alle vorher nicht gedacht – vor allem nicht, worauf individuell geachtet werden muss, welche Voraussetzungen mitgebracht werden müssen und wie der Betriebsarzt jeden einzelnen Arbeitnehmer präventiv berät.

Bei EON hingehen ging es hoch hinaus – nicht für uns, aber für die Arbeiter an dem Strommast. Wir waren live bei den Übungseinsätzen dabei und haben in diesem Zusammenhang sämtliche Schutzmaßnahmen besprochen. Anschließend durften wir auch mögliche Unfälle – wie beispielsweise ein Falltrauma – am lebenden Objekt üben. Am Ende haben einige von uns auch selber die Ausrüstung anprobiert, welche die Mastarbeiter jeden Tag tragen müssen. Das hat uns verdeutlicht, warum Unternehmensbegehungen für den Beruf des Betriebsarztes nicht nur interessant, sondern notwendig sind. Erst wenn man sieht, welche Bewegungen ausgeführt werden oder unter welchen Voraussetzungen gearbeitet wird, kann man ein Berufsbild vollständig einschätzen, die passenden Empfehlungen aussprechen und die richtigen Vorsorgeuntersuchungen durchführen.

Am zweiten Tag folgten der große Milchproduktehersteller DMK/Erfurt sowie die Porzellanmanufaktur KAHLA. Auch im Rahmen dieser beiden Betriebsbesichtigungen wurden verschiedene arbeitsmedizinische Aspekte und branchenspezifische Probleme erläutert. Darüber hinaus haben uns die jeweils begleitenden Betriebsärzte viel über das spannende Fach der Arbeitsmedizin erklärt und Einblicke in ihren Berufsalltag gewährt.

Natürlich haben wir diese Chance genutzt und auch viele Fragen zu dem Karriereweg der Betriebsärzte gestellt. Die Antworten waren erstaunlich ehrlich und ähnlich. Kaum jemand hatte sich direkt nach dem Medizinstudium für die Arbeitsmedizin entschieden. Aber im Laufe der Karriere stellten sich immer häufiger die klassischen Fragen nach Arbeitszeit, Gehalt, Entwicklungsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit etc. – und auf alle diese Fragen hat die Arbeitsmedizin gute Argumente auf ihrer Seite.

Betriebsärzte sind gesucht, die Arbeitszeiten sind familienfreundlich, die Entwicklungsperspektiven vielseitig und vor allem ist die Arbeitsmedizin ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Gebiet. Denn was wir auch in diesen zwei Tagen gelernt haben, ist die Tatsache, dass man als Arbeitsmediziner nicht nur Arzt, sondern auch Berater ist. Ob Unternehmen, Führungskraft oder Mitarbeiter: durch Koordination, Vermittlung und Fachwissen kann man einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten.

Im Anschluss an die Exkursionen bearbeiteten wir in den Zweierteams einen Bogen mit arbeitsmedizinischen Fragestellungen zu den besuchten Betrieben und diskutierten mögliche Lösungsansätze. Die Fragebögen wurden am Ende des zweiten Tages eingereicht und von der Jury, bestehend aus den Betriebsärzten der teilnehmenden Betriebe und dem Präsidium des VDBW, ausgewertet.

Die Gewinner wurden im Rahmen des Deutschen Betriebsärzte-Kongresses gekürt und erhielten wertvolle Fortbildungsgutscheine. Im Anschluss wurde es den Teilnehmern ermöglicht, die Vorträge des Kongresses zu besuchen sowie Kontakt mit berufstätigen Arbeitsmedizinern und potentiellen Arbeitgebern aufzunehmen.

Resümee

Während der vier Tage konnten wir die Komplexität und Vielfalt der Arbeitsmedizin an praktischen Beispielen erleben. Neben überbetrieblich tätigen Betriebsärzten, die beispielsweise auch kleine Unternehmen betreuen, haben wir auch die Aufgaben von Werksärzten, die festangestellt bei großen Konzernen arbeiten, kennengelernt. Auf diese Weise wurden sämtliche Facetten der Arbeit in verschiedenen Branchen dargestellt.

Insgesamt war docs@work 2012 eine aufschlussreiche Veranstaltung und eine tolle Erfahrung für junge Ärzte mit Interesse am Fachbereich der Arbeitsmedizin. Für mich eine echte Karriere-Option!

Dr. K., M.
Berlin, Mai 2013

Ausblick, weitere Informationen und Anmeldung

Interessierte, die gerne an einer der docs@work Veranstaltungen teilnehmen möchten, finden hier die nächsten Termine:

  • 04.06.2013 ArcelorMittal (Bremer Stahlwerke), 28237 Bremen, ab 14:00 Uhr
  • 05.06.2013 Bertelsmann AG, 33334 Gütersloh, von 13:00 bis 17:00 Uhr
  • 11.06.2013 Industriepark Frankfurt-Höchst, 65929 Frankfurt am Main, von 13:30 bis 17:00 Uhr
  • 12.06.2013 Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, 21129 Hamburg, von 12:00 bis 15:00 Uhr
  • 17.06.2013 EON Thüringer Energie AG, 99087 Erfurt, ab 13:00 Uhr
  • 01.07.2013 Trumpf GmbH & Co. KG, 71254 Ditzingen, von 15:00 bis 18:00 Uhr
  • 05.07.2013 Wacker Chemie AG, 84489 Burghausen, von 13:00 bis 17:00 Uhr
  • 10.07.2013 Volkswagen AG, 30419 Hannover, ab 13:15 Uhr

Eine Anmeldemöglichkeit als auch weitere Informationen finden Interessierte direkt unter www.docs-at-work.de

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *