Famulatur in Schwerin – Allgemeinchirurgie

12. Juli 2012

in Allgemeinchirurgie, Chancen in Deutschland, Deutschland, Famulatur in Deutschland

Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, Praxis für Allgemeinchirurgie (17.02.-02.03.2012)

Wo finde ich eine wirklich geeignete Praxis, um dort eine Famulatur im Rahmen meines Medizinstudiums zu absolvieren? Und um welches Fachgebiet sollte es sich dabei handeln? Dies waren die Fragen, die sich mir stellten. Meine Wahl fiel auf eine Praxis für Allgemeinchirurgie in Schwerin und dies war genau die richtige Entscheidung!

Entscheidung für eine Praxis-Famulatur

Bevor ich ein Tertial meines Praktischen Jahres in der Chirurgie absolvieren werde, wollte ich wenigstens ein paar Erfahrungen in diesem Fachgebiet sammeln und die Grundlagen lernen, zum Beispiel wie man sich steril wäscht oder wie man zunäht. Aus diesem Grund hatte ich mich im Winter dieses Jahres für eine 15-tägige Famulatur in der Praxis für Allgemeinchirurgie bei Herrn Dr. med. Kauffold in der schönen Landeshauptstadt Schwerin entschieden, der bei seinen Patienten einen sehr guten Ruf hat.
Weiterhin hatten wir gerade zu der Zeit jeweils ein Semester die Fächer Chirurgie und Orthopädie an Medizinischen Fakultät der Universität Rostock behandelt, sodass ich mein neu gelerntes Wissen auch praktisch anwenden konnte.
Neben dem Praxisalltag operiert Herr Dr.med. Kauffold zweimal die Woche ambulant, jeweils dienstags und mittwochs, und alle zwei Wochen freitags zudem im Krankenhaus Ludwigslust, ungefähr eine dreiviertel Stunde Autofahrt von Schwerin entfernt. Hierbei hat er sich vor allem auf Fuß- und Knieoperationen spezialisiert. Außerdem versorgt er Patienten in einer gesonderten Wundsprechstunde außerhalb seiner Praxis.

Um einen Famulatur-Platz dort zu bekommen, hatte ich ungefähr drei Monate vor Beginn der Famulatur in der Praxis angerufen und mich erkundigt, ob ein Praktikum dort möglich wäre. Nach ein paar kurzen Fragen über meine Motivation, weshalb ich gerade hier famulieren möchte, und den bereits behandelten Fächern in der Universität, hatte ich den Platz sicher.

Meine Praxis-Famulatur

Meine Famulatur begann am 17. Februar 2012, einem Freitag, und ich hatte das Glück, dass es gleich in das kleine und familiäre Krankenhaus Stift Bethlehem Ludwigslust ging. Nach einer kurzen Autofahrt und einem ersten Kennenlernen mit Herrn Dr. Kauffold ging es sofort um 8:00 Uhr in den Operationssaal. An diesem Tag standen sowohl ein paar Füße als auch ein paar Knie auf dem OP-Plan.

Und nach der ersten Operation zum „Eingewöhnen“ durfte ich auch gleich mit an den Tisch und mit assistieren. Meine ersten Erwartungen an die Famulatur gingen damit schon am ersten Tag in Erfüllung. Herr Dr. Kauffold zeigte mir, wie man sich steril wäscht, sich im Allgemeinen im OP verhält und worauf man zu achten hat. Auch die Schwestern waren alle sehr nett als auch hilfsbereit und haben mir viele kleine Tricks gezeigt. So zum Beispiel, wie man besser in die Handschuhe kommt und wie es angenehmer ist, die Haken zu halten.

Während den OPs nahm sich Herr Dr. Kauffold die Zeit, mir jeden Arbeitsschritt zu erklären und testete mein Wissen mit vielen kleinen Fragen. Nach den vier Operationen gingen wir noch einmal gemeinsam auf Station, um uns nach den frisch operierten Patienten zu erkundigen. Gegen 17:00 Uhr ging es dann zurück in die Heimat. Geschafft, aber voller Spannung auf die nächste Woche ging es dann erst mal ins Wochenende.

In den nächsten zwei Wochen lernte ich unter anderem den Alltag in einer Praxis kennen. Die Sprechzeiten begannen meist um 7:30 Uhr und endeten zwischen 16:00 und 20:00 Uhr. Es war also immer ein sehr langer Arbeitstag, aber es hat sich gelohnt. Ich durfte nicht nur bei den Untersuchungen dabei sein, sondern auch mal selbst Hand anlegen und die verschiedenen orthopädischen Tests durchführen. Herr Dr. Kauffold nahm sich auch dabei immer die Zeit, mir alle meine Fragen zu beantworten. Er wertete unter Anderem radiologische Bilder mit mir aus und zeigte mir wann, wie und wohin man zum Beispiel Cortison und Lokalanästhetika spritzt. Neben den Anamnesegesprächen und Untersuchungen durfte ich auch kleine Tätigkeiten wie Fäden ziehen, Anlegen von Casts und Gips, Verbandswechsel und Blut abnehmen erledigen. Neben seinen Spezialgebieten Fuß und Knie behandelte er auch Schultern, Hände und dermatologische Krankheitsbilder.

Jeden Dienstag wurden außerhalb der Praxis von 8:00 bis 16:00 Uhr, manchmal auch bis 18:00 Uhr, ambulant Füße operiert. Dabei war es interessant zu sehen, wie der Unterschied zum stationären Operieren aussieht. Im Gegensatz dazu war man hierbei für alles selbst verantwortlich, von der Anästhesie bis zum Sauberbauchen und Sterilisieren der Instrumente. Auch mittwochvormittags hatte sich Herr Dr. Kauffold im Medizinischen Zentrum in Schwerin – im „Gusanum“ – einen OP Saal gemietet, um dort vor allem Knie zu athroskopieren. Dort durfte ich sogar selber mal das Arthroskopie-Gerät halten und mich ein bisschen ausprobieren. Außerdem durfte ich ebenfalls mal einen Schnitt setzen.

Eine zusätzliche Abwechslung ergab sich ferner durch die Wundsprechstunden, die Herr Dr. Kauffold je nach Bedarf donnerstagnachmittags abhielt. Dabei wurden vor allem Ulcera, Decubiti und diabetische Füße versorgt.

Mein Fazit

Das Schweriner Schloss

Alles in allem war die Famulatur in der Praxis für Allgemeinchirurgie durch die langen Arbeitszeiten zwar anstrengend, aber auch sehr abwechslungs- und lehrreich. Meine Erwartungen sind in jedem Fall voll erfüllt worden.

Am letzten Tag im Ludwigsluster Krankenhaus durfte ich, wie erhofft, nähen und sogar bohren. Ich denke, der gute Ruf der Praxis ist vollends gerechtfertigt, denn auch die Schwestern dort sind sehr nett und hilfsbereit. Ich kann die Praxis auf jeden Fall weiterempfehlen und würde vielleicht raten, sogar vier Wochen statt nur 15 Tage dort zu famulieren.

Außerdem ist die rund 100.000 Einwohner umfassende Stadt Schwerin eine sehr schöne und an Natur reiche Stadt mit vielen Seen und Wäldern, was vor allem im Sommer Schwerin sehr ansehnlich macht. Wer es ein bisschen ruhiger als auch gelassener mag und die Natur liebt, ist dort genau richtig. Da ich ursprünglich aus dieser Stadt stamme, hatte ich keine Probleme, eine Unterkunft für die zwei Wochen zu finden.

S., J.
Schwerin, Juni 2012

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