Famulatur in Tansania – Gynäkologie und Geburtshilfe

9. August 2019

in Chancen im Ausland, Fachgebiet, Famulatur im Ausland, Gynäkologie und Geburtshilfe, Land, Tansania

Tansania, Matema, Kyela District, Mbeya Region, Matema Lutheran Hospital (13.08.-11.09.2018)

Zusammen mit einer Kommilitonin und sehr guten Freundin hatte ich eine Famulatur in Tansania geplant. Während unserer Famulatur am Matema Lutheran Hospital haben wir einen Eindruck gewonnen, wie man auch mit wenigen Mitteln gute Medizin machen kann. Wir haben aber auch sehen müssen, welche Grenzen die medizinische Versorgung in einem kleinen Dorf wie Matema hat. Die Zeit in Tansania war die bisher eindrucksvollste Reise, die ich je gemacht habe!

Die Qual der Wahl! Warum gerade Afrika?

Die Idee, eine Famulatur im Ausland zu absolvieren, hatte sich bereits vor vielen Jahren entwickelt. Vor dem Studienbeginn hatte ich mein Krankenpflegepraktikum in Cartagena, Kolumbien, absolviert und mir schon damals geschworen, dass ich noch einmal für einen Aufenthalt im Rahmen meines Medizinstudiums ins Ausland gehen werde – aber dann mit größerem medizinischem Wissen. Daher entschied ich mich, meine letzte Famulatur kurz vor Abschluss meines Studiums im Ausland zu verbringen.

Nach meinen Erfahrungen in Kolumbien war für mich klar, dass ich die Reise nicht alleine antreten wollte. Es hat sowohl Vor- und Nachteile, zu zweit auf Reisen zu sein und jeder muss für sich selbst wissen, wo seine Prioritäten liegen. Für mich war es wichtig, jemanden zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung in schwierigeren Situationen an meiner Seite zu haben, auch wenn ich dadurch sicher nicht ganz so tief in die Kultur eines anderen Landes eintauchen würde wie als Alleinreisender. Meine Kommilitonin und sehr gute Freundin hatte sich ebenfalls eine Auslandsfamulatur geplant. Wir entschieden uns, diese Erfahrung gemeinsam zu machen.

Doch wohin sollte es nun gehen? Da wir beide gerne einen neuen Kontinent bereisen wollten und meine Freundin viel in Asien und ich viel in Lateinamerika gereist war, entschieden wir uns für einen Aufenthalt in Afrika. Die Neugierde auf diesen uns unbekannten Kontinent war groß. Einige unserer Kommilitonen hatten bereits eine Auslandsfamulatur in Tansania gemacht, da unsere Universität, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, eine Kooperation mit einem tansanischen Krankenhaus am Njassasee, dem neuntgrößten See der Erde, hatte. Auch wir wollten uns dort bewerben, denn die eindrucksvollen Erzählungen unserer Kommilitonen hatten unser Interesse geweckt. Leider wurde die Kooperation jedoch a.G. von Korruptionsvorfällen beendet und wir mussten uns umorientieren.

Während unserer Internetrecherche auf der Suche nach einem passendem Krankenhaus in Tansania stießen wir auf das „Matema Lutheran Hospital“ in Matema, Mbeya Region. An der Grenze zu Malawi am nördlichen Ufer des Njassasee gelegen, machte das mittelgroße Krankenhaus mit ca. 90 Betten und fünf Ärzten einen guten Eindruck auf uns und wir fassten den Entschluss, uns dort auf eigene Faust zu bewerben.

Bewerbung

Meine Freundin und ich vor dem Eingang des Matema Lutheran Hospital in Tansania
Meine Freundin und ich vor dem Eingang des Matema Lutheran Hospital in Tansania

Wir schickten unsere Bewerbung etwas mehr als ein Jahr vor dem gewünschten Zeitraum der Famulatur an eine schwedische Ärztin, MD, Gynecology and Obstetrics Resident, die bereits im Matema Lutheran Hospital in Matema gearbeitet hatte und aus dem Ausland dieses Krankenhaus bei organisatorischen Aufgaben unterstützt, und erhielten relativ zügig eine Rückmeldung von ihr. Es dauerte jedoch noch einige Monate und benötigte viele E-Mails, bis wir schließlich eine Bestätigung unserer Famulatur für die Beantragung eines Visums in den Händen hielten.

Das Verschicken via Post aus Matema war keine Option und ein Scan-Gerät gibt es vor Ort nicht. So war es das Einfachste, dass uns Frau Augustinsson selbst die Bescheinigung ausstellte. Da wir uns jedoch schlussendlich gegen die Beantragung eines Studentenvisums und lediglich für die Einreise mit einem Touristenvisum entschieden, war auch die originale Bestätigung der Zusage nicht mehr wirklich von Nöten. Auch wenn es vermutlich nicht ganz rechtens ist, mit einem Touristenvisum für ein Praktikum einzureisen, schien dies doch gang und gäbe in Tansania und wurde uns von mehreren ehemaligen Famulanten sehr empfohlen. Die Beantragung des Studentenvisums sei einfach zu kompliziert und langwierig.

(Anm.d.Red. Um auf der ganz sicheren Seite zu sein, sollte man sich immer rechtzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.

Unsere Vorbereitungen

Frühjahr 2018! Langsam wird es ernst. Die nächsten Monate verbrachten wir damit, viele Vorbereitungen für unsere anstehende Reise zu treffen. So ließen wir uns beim Institut für Tropenmedizin in Düsseldorf bzgl. Impfungen und Malariaprophylaxe beraten. Da wir in ein Malariahochrisikogebiet reisen würden, war eine Standby-Prophylaxe nicht ausreichend, sondern uns wurde zur durchgängigen Chemoprophylaxe mit Atovaquon-Proguanil geraten.

Bei einer Hausärztin, mit Schwerpunkt Reisemedizin, ließen wir uns eine Reiseapotheke zusammenstellen. Von Venenverweilkanülen und Fieberthermometer bis hin zu Augentropfen für die Safari war vieles mit dabei. Zusätzlich suchten wir uns noch alle Materialen für den richtigen Eigenschutz bei der Arbeit im Krankenhaus zusammen: Kittel, Kasack, Handschuhe, Mundschutz, OP-Hauben, Einmal-Kittel, ca. zwei Liter Sterilium, etc. Es macht definitiv Sinn, mehr mitzunehmen, als man wirklich braucht, denn einem kleinem Krankenhaus in Tansania fehlen oft die nötigen Materialien, sodass man sich dort sicher über Materialspenden freut.

Ich schloss eine Reiseversicherung für den gesamten Zeitraum im Ausland ab und versicherte mich über die Gültigkeit meiner privaten Haftpflichtversicherung für ein Praktikum im Ausland.

Auch ein internationaler Führerschein sollte nicht fehlen. Für ca. 20 € ist dieser beim Verkehrsamt zu erwerben. Achtung: Für eine Autofahrt auf Sansibar benötigt man eine weitere Fahrerlaubnis, die man vor Ort oder online beantragen kann.

Unsere Ambitionen, uns bereits ausgiebig vor der Reise mit der Landessprache vertraut zu machen, waren groß. Nichts desto trotz fiel uns das Erlernen einer so fremden Sprache mit lediglich einem Internetkurs recht schwer. Wenn man vor der Abreise „Swahili“ lernen möchte, rate ich zu einem nicht-virtuellen Sprachkurs. Zur weiteren Vorbereitung und Reiseplanung legte ich mir noch einen Reiseführer und ein kleines Swahili Wörterbuch zu.

„Last but not least“ durfte auch eine Shopping-Tour nicht fehlen, denn für einen Aufenthalt in Tansania ist unter anderem eine angemessene Kleidung wie zum Beispiel Knie-lange Röcke und Hosen sowie Oberteile, welche die Schulter bedecken, äußerst wichtig. Außerdem wollten wir natürlich nicht mit leeren Händen im Krankenhaus erscheinen, sondern uns angemessen für die Gastfreundschaft bedanken. Wir kauften Haribo, Buntstifte und Kugelschreiber ein.

Am 07. August war es dann endlich soweit. Nach vielen Vorbereitungen ging es endlich los. Bereits weniger als 24h später saßen wir bereits im Taxi auf dem Weg in unsere Pension in Dar es Salaam, Tansania.

Unsere Unterkunft in Matema

Mein Weg zur Arbeit - traumhaft schön
Mein Weg zur Arbeit – traumhaft schön

Nach zwei Tagen zur Akklimatisierung in Dar es Salaam flogen wir auch schon weiter nach Mbeya, von wo aus wir am nächsten Tag bereits die lange Busfahrt gen Süden antraten. Auch wenn man für die Strecke normalweise vermutlich nur ca. fünf Stunden Fahrtzeit benötigt, sollte man in Afrika dennoch immer einen Zeitpuffer mit einberechnen, denn es läuft sicher nicht immer alles nach Plan. So warteten wir ca. vier Stunden im Bus, bevor dieser überhaupt den Busbahnhof von Mbeya verließ und brauchten ganze weitere acht Stunden für die Fahrt. Cave: Klo Pausen sind meist eher eine Seltenheit! Zumindest hatten wir so genug Zeit, unsere Vorstellung auf „Swahili“ zu üben.

Gerade noch im Hellen kamen wir in Matema an und fragten uns direkt zum Matema Lutheran Hospital durch. Mit Herzklopfen stellten wir uns auf „Swahili“ vor. Jedoch schien keiner wirklich von unserer Ankunft Bescheid zu wissen. Einige Telefonate später – u.a. mit dem Chefarzt der Klinik – konnte dann doch noch alles geklärt werden. Da jedoch keiner so wirklich auf uns vorbereitet war, war auch unsere ursprünglich geplante Unterkunft, das sog. „Doctors` house“, noch nicht für den Einzug bereit, sodass man uns erst einmal in einer Pension gleich nebenan unterbrachte. Aber bereits am nächsten Tag wurde das „Doctors` house“ auf Vordermann gebracht und wir konnten umziehen.

Für die dortigen Verhältnisse war unsere Unterkunft sicher der höhere Standard – fließend Wasser oder durchgängig Strom gab es jedoch nicht. Es war ein sehr großes Haus mit drei Zimmern, einem Wohnzimmer, Küche und Bad. Das Beste war jedoch die Terrasse mit Blick auf den Njassasee, auf der wir definitiv die meiste Zeit zuhause verbrachten. Das Haus war etwas herunter gekommen und mit „auf Vordermann bringen“ versteht man in Tansania vermutlich etwas Anderes. Aber von der „bucket shower“, den häufigen Stromausfällen und den gelegentlichen Kakerlaken, die sich gerne mal im Kulturbeutel verkrochen, ließen wir uns nicht beirren. Für unser leibliches Wohl sorgte eine Haushälterin, die uns für 5.000 TZS (1,91€) pro Person pro Tag bekochte, unsere Wäsche wusch und das Haus reinigte. Die Unterkunft kostete 10.000 TZS (3,82 €) pro Person pro Tag.

Das Matema Lutheran Hospital

 wodi ya watoto - die Kinderstation am Matema Lutheran Hospital in Tansania

wodi ya watoto – die Kinderstation am Matema Lutheran Hospital in Tansania

An unserem ersten Tag im Krankenhaus stellten wir uns während der Morgenbesprechung auf „Swahili“ vor und wurden herzlich von den Mitarbeitern willkommen geheißen. Zufälligerweise war für unsere ersten zehn Tage noch eine weitere Famulantin aus Düsseldorf vor Ort. Sie hatte bereits ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in Matema gemacht, konnte uns gute Tipps für unseren Monat vor Ort geben und führte uns durch das Krankenhaus und durch das Dorf.

Das Matema Lutheran Hospital hatte folgende Stationen: Die Geburtenstation („wodi ya wazazi“), Kinderstation („wodi ya watoto“), Frauenstation („wodi ya wanawake“), eine Männerstation („wodi ya wanaume“), den OP („theater“) und die Intensivstation („ICU“/Intensive Care Unit), die aber eigentlich keine Intensivstation war, da das Equipment und die Geräte für eine intensive Überwachung fehlten.

Die Patienten waren in Mehrbettzimmern untergebracht mit ca. acht Betten pro Zimmer. Sie teilten sich die Bäder und Toiletten. Für die Verpflegung sorgten die Angehörigen, die außerhalb vom Krankenhausgelände eine überdachte Feuerstelle zum Kochen hatten.

Die Kommunikation im Krankenhaus war überwiegend „Swahili“. Manche Patienten sprachen jedoch nur „Kinyakyusa“, die Stammessprache in dieser Region. Die Dokumentation sowie die Morgenbesprechungen erfolgten überwiegen auf Englisch. Fließend Englisch sprachen jedoch nur die Ärzte und einige wenige Pfleger. Es ist daher definitiv sinnvoll, vor der Reise „Swahili“-Grundkenntnisse zu erlernen. Da wir es nicht geschafft hatten, „Swahili“ vorab zu lernen, haben wir meist am Tag eine Stunde Vokabeln und Grammatik gelernt, so z.B. wenn gerade nichts im Hospital zu tun war. So konnten wir uns nach unserem Monat in Tansania relativ gut auf „Swahili“ verständigen.

Famulatur in der Gynäkologie und Geburtshilfe

 Der atemberaubende Moment, wenn ein neues Leben das Licht der Welt erblickt

Der atemberaubende Moment, wenn ein neues Leben das Licht der Welt erblickt

Ein typischer Arbeitstag im Matema Lutheran Hospital lief wie folgt ab. Um 07:30 Uhr begaben wir uns zur Morgenbesprechung. Hier wurden neue Aufnahmen, Entlassungen sowie wichtige Patientenfälle und Statistiken – Anzahl der AIDS Patienten im Krankenhaus etc. – besprochen. Gegen 08:30 Uhr, manchmal auch später, gingen wir zum Dorfplatz, um uns einen „mandazi“, eine frittierte Reismehlkugel, zum Frühstück zu holen. Anschließend nahmen wir manchmal an der Morgenmesse teil, falls uns nicht gerade ein spannender Patientenfall davon abhielt.

Bis ca. 14:30 Uhr haben wir dann meist tatkräftig auf der Geburtenstation ausgeholfen. Zu unseren Aufgaben zählten: Blutabnahmen, Legen von venösen Verweilkanülen, körperliche Untersuchung, vaginale Untersuchung, Messung der Herzfrequenz des Fetus mittels Fetoskopie, Ausmessen der Fundushöhe, Überprüfung der Lage des Fetus, Assistieren während des Geburtsvorgangs, Anlage von Harnblasenkathetern, Assistieren während einer OP, z.B. Sectio caesarea, Durchführung von Verbandswechseln sowie das Ziehen von Nahtfäden.

An drei Tagen während unserer Famulatur begleiteten wir sogenannte „Outreach“-Teams, die etwas weiter abgelegene Dörfer in der Umgebung, so zum Beispiel „Ikombe“, besuchten, um dort HIV-Patienten zu versorgen („HIV-Team“) oder um die U-Untersuchungen bei den Kindern inkl. Impfungen durchzuführen und die Mütter mit Verhütungsmitteln zu versorgen („Reproductive-Team“). Dies war eine super Gelegenheit, etwas mehr von der Umgebung zu sehen und einen Eindruck vom Leben in weniger erschlossenen Gegenden Tansanias zu erhalten.

Bei der Gestaltung unserer Tage am Matema Lutheran Hospital waren wir relativ frei und konnten unsere Zeit auf den Stationen unserer Wahl oder im OP verbringen. Es war vollkommen in Ordnung auch einmal früher zu gehen, wenn nichts in der Klinik zu tun war. War es jedoch spannend, blieben wir auch meist bis 17:00 Uhr.

Leben in Tansania

 Atemberaubende freie Natur - Auf Safari im Serengeti Nationalpark in Tansania

Atemberaubende freie Natur – Auf Safari im Serengeti Nationalpark in Tansania

Tansania ist wirklich ein wunderschönes Land und ich kann nur jedem ans Herz legen, sich genügend Zeit zum Reisen einzuplanen. Die Tansanier sind sehr offen und freundlich, sodass man schnell Leute kennenlernt. Auch wir haben schnell Anschluss in Matema gefunden und wurden von Bekannten aus dem Dorf zum Essen eingeladen oder haben am Wochenende etwas zusammen mit unseren Arbeitskollegen unternommen. Natürlich muss einem auch bewusst sein, dass man als „Mzungu“ (weißer Mann) immer auffällt – egal wo man hingeht. Gerade wenn man aus einer eher anonymen Großstadt kommt, ist dies oft etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Natur in Tansania ist einfach atemberaubend! Neben riesigen Seen, gigantischen Gebirgen des Grabenbruchs, schönen Stränden auf Sansibar, findet man auch weite Ebenen, wie in der Savanne der Serengeti. Die beste Reisezeit ist definitiv die Trockenzeit, da hier die Mehrheit der Wege passierbar und auch die Suche nach den Tieren auf Safari leichter ist. Von Mitte Dezember bis Februar und ab Juni bis Oktober ist es überwiegend trocken.

In manchen Teilen des Landes, v.a. im Norden, findet man eine gute Infrastruktur vor und kann sehr komfortabel seine Reisziele mit gut ausgestatteten Reisebussen oder einem Inlandsflug erreichen. Bei Reisezielen im Süden wird das mit dem komfortablen Reisen schon etwas schwieriger. Der Süden ist bisher weniger erschlossen. Nur wenige Touristen reisen dorthin und dann meist auch mit einem gemieteten Auto. Wenn man jedoch lieber in das Leben der Tansanier eintauchen möchte oder Geld sparen muss, dann sind die einzigen Optionen meist äußerst schlecht ausgestattete Kleinbusse oder Vans. So fehlt manchmal z.B. ein Fenster oder man teilt sich die Sitzbank für zwei Personen mit insgesamt vier Personen. Das ist definitiv eine spannende Erfahrung, kann bei 35°C und einer Menge Staub nach acht Stunden Fahrt ohne Klo Pause auch mal etwas anstrengend werden.

Wir sind zumeist Bus gefahren und haben uns in den zwei Monaten nur dreimal den Luxus von einem Inlandsflug gegönnt. Im Schnitt haben wir ca. 10.000 TZS (3,82 €) pro Person für eine Fahrt von sechs Stunden bezahlt. Wenn man wie wir die meiste Zeit mit dem Bus reist, sollte man genug Zeit für seine Reise einplanen, denn Tansania ist groß und somit sind die Wege lang.

Leider mussten wir feststellen, dass das Reisen in Tansania sehr teuer ist. Im Vergleich zum Nachbarstaat Kenia, welcher vor allem auf den günstigen Pauschaltourismus ausgelegt ist, ist Tansania ein Land für Luxusreisen. Die Lebenshaltungskosten während der Famulatur in Matema waren äußerst günstig, jedoch die anschließende Reise umso teurer. Wer also die klassischen Highlights von Tansania sehen möchte, wie z.B. die Serengeti, muss tief in die Tasche greifen. Wir haben neben vielen weniger erschlossenen Gegenden auch die Highlights von Tansania besucht und bereuen es trotz der unerwartet hohen Kosten auf keinen Fall. Ich rate jedem, einfach vorher genug Geld einzuplanen, denn ist man einmal da, möchte man natürlich auch den Kilimandscharo sehen oder einen der schönen Strände von Sansibar besuchen.

Folgende Reiseziele kann ich wärmstens empfehlen:

  • Dar es Salaam und Umgebung: Tagesausflug nach „Bagamoyo Island”
  • Mbeya und Umgebung: Wanderung um den „Ngozi Crater Lake“ (Tour Guide „James Bond“ +255 752 227 220)
  • Matema
  • „Iringa“: „Neema Crafts“ (Behindertenwerkstatt mit Hotel, Shop und Restaurant), „Ruaha National Park”
  • „Ushongo Beach“
  • „Arusha“: Besuch eines Massai-Dorfes und Start einer Safari inkl. Serengeti, „Ngorongoro Krater“ und „Tarangire“
  • „Moshi“: Besuch des alten Bahnhofs, um den Ausblick auf den Kilimandscharo mit einem Bier in der „Railway Bar“ zu genießen, Kaffee-Tour („Kilimanjaro Cultural Tourism“), „Kikuletwa“ Hotsprings
  • Sansibar: „Stonetown“ und die Strände von „Jambiani”, eine Bootsfahrt mit dem dort typischen Boot („Dhau“) im Sonnenuntergang machen.

Finanzierung

Ich hätte mir meine Auslandsfamulatur in Tansania und meine anschließende Reise nicht ohne Hilfe finanzieren können. Daher habe ich zum einen mein Zimmer für die zwei Monate untervermietet und mich zum anderen für ein Auslandsstipendium bei Medizinernachwuchs.de beworben. Ich möchte mich hier noch einmal ausdrücklich für die finanzielle Unterstützung bedanken, ohne die ich meine Reise mit all den eindrucksvollen Erfahrungen nicht hätte machen können. Ich kann nur jedem raten, vor Antritt der Reise für genügend Rücklagen zu sorgen, denn Tansania ist ein teures Reiseland.

Sicherheitsaspekte

Meine Freundin und ich sind bis auf die letzten zwei Wochen die gesamte Zeit in Tansania zu zweit gereist und haben uns fast immer sicher gefühlt. Befolgt man die klassischen Regeln, wie z.B. nicht im Dunkeln zu reisen oder wenige Wertsachen am Körper zu tragen, kann man auch als Frau ohne Probleme Tansania bereisen. Nur in größeren Städten wie Dar es Salaam, ist etwas mehr Vorsicht geboten. Hier sollte man v.a. Taxi fahren und abgelegene Straßen meiden.

Mein Fazit

Teamwork auf dem wodi ya wazazi - der Geburtenstation am Matema Lutheran Hospital in Tansania
Teamwork auf dem wodi ya wazazi – der Geburtenstation am Matema Lutheran Hospital in Tansania

Die Zeit in Tansania war die bisher eindrucksvollste Reise, die ich je gemacht habe. Während unserer Famulatur am Matema Lutheran Hospital haben wir einen Eindruck gewonnen, wie man auch mit wenigen Mitteln gute Medizin machen kann. Wir haben aber auch sehen müssen, welche Grenzen die medizinische Versorgung in einem kleinen Dorf wie Matema hat.

Das Leben ohne fließendes Wasser oder mit nur gelegentlichem Strom lehrt einen, die Privilegien, die wir in Deutschland haben, zu schätzen!

Die anschließende Reise nach der Famulatur hat uns erst die Möglichkeit gegeben, die ganze Schönheit des Landes zu erfassen und neben der Kultur der „Kinyakyusa“ auch die Kultur anderer Stämme Tansanias kennen zu lernen. Ich bin mir sicher, dass wir noch oft an diese Zeit zurückdenken werden.

F., R.

Düsseldorf, November 2018

Stipendiatin der Auslandsstipendien 2018
Neue Ausschreibung der Auslandsstipendien

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