Famulatur in den USA – Dermatologie

22. September 2017

in Chancen im Ausland, Dermatologie, Fachgebiet, Famulatur im Ausland, Land, USA

USA, New York City, Memorial Sloan Kettering Cancer Center (01.03.-31.03.2016)

In Zusammenhang mit meiner experimentellen Grundlagenforschung in der Tumorimmunologie hatte ich mich um ein „elective“ am Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC), Weil Cornell Medical College, Cornell University, New York City, als eines der renommiertesten Krebszentren der Welt beworben. Die bei meiner Famulatur in den USA am MSKCC gesammelten persönlichen Erfahrungen und Eindrücke sind nicht nur für meine berufliche Entwicklung wegweisend und von unschätzbarem Wert.

Bewerbungsverfahren für das MSKCC …

Das MSKCC Zuckerman Research Building in New York City
Das MSKCC Zuckerman Research Building in New York City

Die Bewerbungsfrist für ein „clinical elective“ am Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC), Weil Cornell Medical College, Cornell University, war sechs Monate vor Beginn des Aufenthaltes datiert. Da nicht nur New York City sehr beliebt, sondern auch die Klinik extrem kompetitiv ist, besonders Fächer wie Dermatologie, erfordert das Verfahren viel Vorlaufzeit, drei bis vier Monate vor Ende der Bewerbungsfrist, und Mühe.

Vor allem sind Empfehlungsschreiben von Hochschulprofessoren sowie ein Motivationsschreiben essentiell. In Abhängigkeit des Arbeitgebers könnten hohe (Studien-)Gebühren fällig werden (hier 100€).

Circa zwei Monate nach postalischer Versendung der Bewerbung erhielt ich per E-Mail die Einladung zu einem Telefoninterview, welches ca. 15-20min gedauert hat. Zum Abschluss wurde ich um eine weitere schriftliche Empfehlung durch ein Fakultätsmitglied (!) gebeten, bis ich schließlich weitere vier Wochen später eine Zusage erhielt. Danach erforderte das Einreichen von diversen Dokumenten – u.a. betriebsärztliche Untersuchung mit der Bestimmung von Impftitern für ca. 80€, Registrierung beim „New York State Education Department“ für ca. 50€ – weiterhin viel Nerven und Geld.

… und weitere entscheidende organisatorische Punkte

  • Visum

Das „Visaverfahren J1“ gilt für die meisten Praktika in den USA und kann generell sehr teuer und aufwendig werden. Aufenthalte im Rahmen des letzten Studienjahres im Fach Medizin gehören meiner Einschätzung nach zu den wenigen Aufenthalten, für die der Erhalt eines „B1/B2 Visums“ möglich ist (Kosten ca. 150€). Darüber hinaus sind viele Kliniken in den USA auch nicht zu einem „J1-Antragsverfahren“ berechtigt.

Die schriftliche Antragsstellung erfolgt über das offizielle Visainformationssystem der USA (www.ustraveldocs.com ). Weitere benötigte Dokumente werden dort benannt. Da diese Verfahren Änderungen unterworfen sind, ist es nicht sinnvoll, hier Einzelheiten anzuführen. Generell kann ich eine frühzeitige Recherche sehr empfehlen, um genügend Zeit zur Beschaffung der Unterlagen zu haben. Über www.ustraveldocs.com erhält man konsekutiv einen Termin und ein Interview im Konsulat der USA. Eine – auch vorübergehende – Ablehnung ist möglich, sodass ich weitere finanzielle Investitionen in das Vorhaben erst nach Erhalt des Visums vornehmen würde.

(Anm.d.Red. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich immer rechtzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.)

  • Versicherung

Im Zusammenhang mit anderen längeren Auslandsaufenthalten hatte ich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Darüber hinaus gilt es zu erwähnen, dass manche Institutionen in den USA auf eine Haftpflichtversicherung US-amerikanischer (!) Agenturen bestehen. Der Vertragsabschluss und die Bezahlung können dann online abgewickelt werden. In Abhängigkeit vom Fach variiert die zu zahlende Summe (Chirurgische Fächer teurer als konservative Fächer; Dermatologie z.B. ca. 200€).

Unterkunft in New York City!

Grand Army Plaza und Trump Tower in New York City
Grand Army Plaza und Trump Tower in New York City

Es erfordert Geduld, einen Schlafplatz in New York City zu finden. Nach frustraner Bewerbung in diversen Wohnheimen hatte ich ein 7m2 Zimmer für 2.000€ in Manhattan Upper East über „Airbnb“ gemietet. Sicher gehört dieses zu den teuren Lösungen des Wohnungsproblems.

Da der Mietpreis im Wesentlichen mit der Sicherheit und Attraktivität der Lage korreliert, kann man aber auch über „Airbnb“ in anderen Stadtteilen deutlich günstigere Angebote erhalten. Am Ende orientiert sich diese Investition neben dem möglichen Budget auch an einer persönlichen Prioritätensetzung. Ich denke, die Investition in eine Unterkunft in zentraler Lage lohnt sich, um die Zeit auszuschöpfen und wenig davon in Verkehrsmitteln zu verlieren.

Inhaltliche Beschreibung meiner Famulatur

Das MSKCC Zuckerman Research Building in New York City
Das MSKCC Zuckerman Research Building in New York City

Meine Rotation in der Dermatologie am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York City war höchst professionell organisiert. Ich wurde sehr wertschätzend in das Team integriert und meine Anstellung war mit großen Erwartungen an meine Initiative und meine fachliche Qualifikation verbunden. Ich war für eigene Patienten verantwortlich und durfte an diversen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen.

Als Medizinstudent wird man in den USA nicht nur geprüft, sondern auch stets um fachliche Einschätzung gebeten, was der Partizipation an der Patientenbetreuung einen deutlichen Mehrwert verleiht. Durch das sehr aufgeschlossene amerikanische Temperament bin ich stets freundlichen Menschen, sowohl Patienten als auch Kollegen, begegnet, die meine Anreise aus größerer Entfernung mit Begeisterung bewerteten.

Wenn man als Mediziner einen Blick in die Zukunft der Medizin in Europa wagen möchte, dann ist ein Aufenthalt an so einem exzellenten onkologischen Spitzenzentrum, das die Krebsmedizin in beispielloser Weise revolutioniert, eine einzigartige Chance!

Persönliches Fazit

Blick von Staten Island auf Lower Manhattan - New York City
Blick von Staten Island auf Lower Manhattan – New York City

Die Bewerbung für meine Famulatur am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York City war zeitaufwendig, das Auswahlverfahren kompetitiv und der Aufenthalt kostspielig. Daher empfehle ich die Einplanung eines großen zeitlichen Vorlaufs sowie die Bemühung um wertvolle Referenzen und finanzielle Mittel.

Wenn man die Bedeutung des Vorhabens schlagkräftig vermitteln kann, repräsentiert das MSKCC einen Ort, der akademisches Potential sehr konnektiv fordert und fördert. Die persönlichen Erfahrungen und Eindrücke sind nicht nur für meine berufliche Entwicklung wegweisend und von unschätzbarem Wert.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Auswahlkomitee von Medizinernachwuchs.de, welches das Motiv meiner Bestrebungen erkannt und mich so großzügig und bedingungslos unterstützt hat!

B., V.

München, Juli 2017

Stipendiatin im Rahmen der Auslandsstipendien 2015-2016

Neue Ausschreibung der Auslandsstipendien

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