Famulatur in Südafrika – Kinderchirurgie

28. August 2017

in Chancen im Ausland, Fachgebiet, Famulatur im Ausland, Kinderchirurgie, Land, Pädiatrie, Südafrika

Südafrika, Kapstadt, Red Cross War Memorial Children’s Hospital (11.08.-11.09.2016)

Das Ziel: Die Kinderchirurgie am „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ in Kapstadt. Wie bereits zahlreiche Medizinstudenten und Medizinstudentinnen vor uns, hatten auch wir uns dafür entschieden, eine Famulatur in Südafrika zu absolvieren. Die Zeit in Kapstadt sollte in vielerlei Hinsicht eine tolle Erfahrung werden. Sowohl von der Lehre am Hospital als auch von den vielen persönlichen Eindrücken her war mein Aufenthalt in Südafrika eine grandiose Zeit.

Die Entscheidung für eine Famulatur in Südafrika

Der Chapman's Peak Drive nahe Kapstadt - eine der schönsten Küstenstraßen der Welt
Der Chapman’s Peak Drive nahe Kapstadt – eine der schönsten Küstenstraßen der Welt

Nachdem ich schon so viel von Südafrika gehört hatte, ging es für mich im letzten Sommer für vier Wochen zur Famulatur nach Kapstadt. Ich verbrachte meine Zeit dort gemeinsam mit einer Freundin im „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ in der Abteilung Kinderchirurgie. Da auch der Urlaubsaspekt nicht zu kurz kommen sollte, reisten wir danach noch vier Wochen die bekannte „Garden Route“ entlang nach Johannesburg, um die letzten Tage im Krüger Nationalpark zu verbringen.

Nachdem die Entscheidung für Kapstadt gefallen war, begab ich mich ca. ein Jahr vorher auf die Suche nach einem passenden Krankenhaus. Neben den beiden universitären, zentralen Krankenhäusern „Groote Schuur Hospital“ und „Somerset Hospital“ gibt es das „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“, ein reines Kinderkrankenhaus, und in dieser Größe und Ausstattung das Einzige in Südafrika. Das Hospital ist ebenfalls Lehrkrankenhaus der University of Cape Town (UCT) und liegt in „Rondebosch“, einem südlichen Wohnvorort von Kapstadt, am Fuß des Tafelbergs.

Unsere Bewerbung

Das Red Cross War Memorial Children's Hospital in Kapstadt
Das Red Cross War Memorial Children’s Hospital in Kapstadt

Die Bewerbung für unsere Famulatur am „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ in Kapstadt gestaltete sich als etwas schwieriger. Unsere Bewerbung, einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben, schickten wir zunächst an die laut Internet zuständige Sachbearbeiterin der Universität, die unsere Unterlagen an einen Kinderchirurgen weiterleitete. Dieser schickte mir nach nur wenigen Tagen die Zusage, dass ich im Sommer kommen könne und er auch die Universität informiere, sodass diese alles Weitere mit mir regeln würde. Nach anfänglich großer Freude, dass alles so schnell und unkompliziert geklappt hatte, hörten wir jedoch beide eine ganze Weile nichts mehr. Auch auf mehrmalige Anfragen gab es keine Antwort. Letztendlich schafften wir es dann durch direkte Anrufe im Krankenhaus und dank eines ehemaligen deutschen Famulanten, dort jemanden zu erreichen. Eine Dame aus dem „Elective  Office“ war die neue Vertretung und unsere Unterlagen waren einfach untergegangen. Nach vielen E-Mails schickte sie uns beiden im März die endgültige Zusage, unter Voraussetzung der pünktlichen Zahlung verschiedener Gebühren.

Für die Famulatur gab es seinerzeit zwei Gebühren. Zum einen bekam man für die Zeit einen UCT-Gaststudentenstatus und  musste somit Studiengebühren zahlen (4.326 Südafrikanische Rand, ca. 290 € pro Monat). Zum anderen war eine Registrierung  beim HPCSA (Health Professions Council of South Africa) notwendig, welche nochmal 811 Südafrikanische Rand (54 €) kostete. An weiteren Unterlagen mussten wir nur eine Reisepasskopie und ein Bewerbungsformular, das uns zugesendet wurde, einreichen. Nach endgültiger Bestätigung konnten wir uns jetzt endlich auf unsere Reise freuen!

Als kleine Anmerkung: Ich glaube, dass das lange Warten und die vielen Missverständnisse zwei Umständen geschuldet war und zwar dem Personalwechsel und der Tatsache, dass sehr selten Medizinstudenten am „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ famulieren. Und dies einfach, weil sich viele für die anderen beiden schon genannten Häuser und nicht für Kinder entscheiden. Da geht’s mit der Bewerbung auch etwas unkomplizierter.

Unterkunft, Visa, Impfungen und Co.

An der Küste von Kapstadt
An der Küste von Kapstadt

Eine Unterkunft wurde uns vom Krankenhaus nicht gestellt. Wir entschieden uns daher für eine Buchung über „Airbnb“ und wohnten ca. 1 km vom „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ entfernt in einem separaten Apartment im Wohnhaus einer sehr netten südafrikanischen Familie mit zwei Kindern. Sie waren sehr nett und auch während unserer Zeit dort immer wieder Ansprechpartner für verschiedenste Dinge. Für einen Monat bezahlten wir dort zu zweit 600€, wobei uns hinterher gesagt wurde, dass dies schon recht teuer sei für die Monatspreise in Kapstadt. Der Flug lag inkl. Versicherungen bei ca. 700€.

Ein Visum ist in Südafrika nicht nötig, wenn man weniger als 90 Tage dort ist. (Anm.d.Red. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich immer rechtzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.)

Neben den gängigen Impfungen eines Medizinstudenten (Hepatitis A und B) waren keine anderen Maßnahmen nötig. Ich spielte kurz mit dem Gedanken einer Tollwutimpfung, habe mich aber zum Glück dagegen entschieden. Obwohl wir danach noch unterwegs waren und auch dem einen oder anderen Tier begegnet sind, kamen wir nie mit ihnen direkt in Kontakt.

Erste Eindrücke am Red Cross War Memorial Children’s Hospital

Auf der Station Kinderchirurgie am Red Cross War Memorial Children's Hospital in Kapstadt
Auf der Station Kinderchirurgie am Red Cross War Memorial Children’s Hospital in Kapstadt

Am ersten Tag der Famulatur mussten wir uns erstmal als Gaststudenten der University of Cape Town registrieren. Nachdem wir uns an der Universität gemeldet und unsere Studentenausweise abgeholt hatten, gingen wir zum „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ und wurden dort zur Oberärztin geleitet, die uns eine kleine Führung durch das Haus gab und uns ein wenig den Tagesablauf der Abteilung erklärte.

Arbeitskleidung gab es im Krankenhaus nicht. Die Ärzte trugen normale bis schicke Straßenkleidung und hatten gelegentlich eine Handtasche für Stethoskop, Notizbuch und Diensttelefon dabei. Für Taschen und Jacken standen für Gaststudenten im Sekretariat ein paar Schließfächer zur Verfügung, die man bei mitgebrachtem Schloss kostenfrei nutzen konnte. Der erste Tag war ein reiner Organisationstag, sodass die Famulatur erst am 2. Tag mit einer Visite auf Station so richtig begann.

Zum Krankenhaus gingen wir zu Fuß. Da es morgens schon hell war und genug andere Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder beim Joggen waren, war das bzgl. Sicherheit gar kein Problem.

Die Famulatur in der Kinderchirurgie

Ein Untersuchungszimmer in der Ambulanz am Red Cross War Memorial Children's Hospital in Kapstadt
Ein Untersuchungszimmer in der Ambulanz am Red Cross War Memorial Children’s Hospital in Kapstadt

Unsere Tage am „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ starteten um 7:30 Uhr mit der Visite auf Station. Hier wurde jeder Patient kurz vorgestellt und von Assistenz- und Oberärzten besprochen. Die Krankheitsbilder sind hauptsächlich auf den Gastrointestinal Trakt bezogen. Es werden viele kongenitale Fehlbildungen wie Atresien oder Hernien korrigiert, aber auch die abdominelle Onkologie und Urologie wird hier von den Kinderchirurgen abgedeckt. Die Kindertraumatologie, Neurochirurgie sowie Verbrennungen bilden eine eigene Abteilung.

Wir waren als Gaststudenten sehr frei in dem, was wir machen wollten und keinem Arzt fest zugeordnet. Zu Beginn bekamen wir einen Plan, auf dem stand, welche Besprechungen wann und wo stattfanden und an welchen Tagen die verschiedenen Ambulanzen Patienten sahen. Gleichzeitig waren Medizinstudenten der University of Cape Town in ihrer 2-wöchigen Rotation dort, deren „teaching“ wir uns anschließen konnten. Außerdem konnten wir natürlich jederzeit mit in den OP. Die Arbeitszeiten waren dementsprechend unterschiedlich, durchschnittlich waren wir von ca. 7:30-15:00 Uhr im Krankenhaus. Aber wenn wir mal etwas eher gehen wollten, war das kein Problem.

Im OP war es grundsätzlich ähnlich wie in Deutschland. Da es sich um Kinder handelte und es recht viele Assistenten gab, war es jetzt nicht so, dass man, wie man es sich vielleicht von Südafrika vorstellt, direkt aktiv mit eingebunden war und man mit an den Tisch durfte. Man konnte aber jederzeit überall zuschauen und auch Fragen stellen. Bei größeren und selteneren OPs gab es zudem eine Kamera, welche das OP-Gebiet auf einen Bildschirm an der Saal Wand übertrug, sodass Medizinstudenten und Gastärzte besser sehen konnten.

Generell muss man sagen, dass der medizinische Standard dem deutschen ähnelt, das Equipment und die Hygiene sich jedoch schon unterscheiden, wenn auch eher in Kleinigkeiten. Da wurde zum Beispiel der Ehering unter den sterilen Handschuhen angelassen, die Abdecktücher waren aus Baumwolle, wurden immer wieder neu sterilisiert und wiederverwendet und wenn die Anästhesie mal keinen Mundschutz trug, war das auch nicht schlimm. Auch die OPs der anderen Abteilungen hätte man auf Nachfragen sicherlich besuchen können. Ein zu erwähnendes Highlight war auf jeden Fall auch der Blick aus dem OP, von wo man durch eine Glasfront direkt auf den berühmten Tafelberg schauen konnte.

Zweimal in der Woche hatte unsere Station Ambulanzsprechstunde. Hier kamen alle Patienten zur Nachsorge nach den OPs, zur Untersuchung und Besprechung vor den OPs oder auf Anraten anderer Ärzte. Das hier wohl häufigste Krankheitsbild waren Hernien sowie Hodenhochstände oder andere urologische Fälle. Meist war man mit einem anderen Arzt im Raum, der die Anamnese und die Untersuchung durchgeführt hat. Je nach Zeit, Arzt und vor allem „Kinderlaune“ konnten wir nachuntersuchen und ggf. Fragen stellen.

Sehr gut war der Studentenunterricht. Es gab einen festen Plan, zwei Wochen lang durch das gesamte Haus zu rotieren, und wir durften uns anschließen – wo und wann wir wollten. Es gab einen Vorlesungstag sowie Visiten und Fragerunden mit den Oberärzten der Abteilungen, außerdem eine Art „bedside teaching“. Vor allem die Visiten und Fragerunden waren sehr lehrreich. Generell hat mir die Lehre für die Medizinstudenten am „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ in Kapstadt extrem gut gefallen und ich kann es nur jedem, der dort ist, sehr empfehlen.

Auch an den Meetings nahmen wir regelmäßig teil. Dies waren sowohl wissenschaftliche Meetings, bei denen neue Projekte vorgestellt wurden, als auch MRT- und Röntgenbesprechungen. Vom Stationsalltag bekamen wir eher weniger mit. Dadurch bedingt, dass wir viel im OP, beim Studentenunterricht und auf verschiedenen Stationen waren, waren wir nicht so richtig in den Stationsalltag integriert und haben dementsprechend auch wenig wirklich „selbst“ gemacht.

Das einzige Mal, dass wir wirklich aktiv etwas gemacht haben, war in der Ambulanz der „Burn Unit“.  Verbrennungen sind in Südafrika ein großes Thema. Durch die vielen offenen Feuerstellen, vor allem in den ärmeren Randbezirken, den Townships Südafrikas, und durch die z.T. auch unwissentliche Unachtsamkeit der Eltern kommt es oft zu dramatischen Unfällen der Kinder. Es war sehr erdrückend und erschreckend, mit was für Verbrennungsausmaßen Kinder dort erschienen.

In die Ambulanz kamen diejenigen, die entweder poststationär weiter überwacht wurden oder deren Wunden nicht so schlimm waren, dass eine stationäre Aufnahme nötig war. Unsere Aufgabe bestand darin, gemeinsam mit den Schwestern die Patienten für den Arzt vorzubereiten. Das bedeutete, Verbände und nekrotische Haut der Wunden entfernen und in Klarsichtfolie einhüllen, damit der Arzt einen Blick darauf werfen konnte. Ich glaube, bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie so viel Leid und Schmerz in Kinderaugen gesehen. Auch einen Besuch auf der Station der „Burn Unit“ kann ich sehr empfehlen. Hier liegen Kinder, die entweder sehr tiefe oder aber sehr großflächige Verbrennungen aufweisen und Hauttransplantate benötigen.

Außerdem machten wir eine Visite auf der Kindertraumatologie mit. Die Kinder dort hatten zum Teil Verletzungen durch Verkehrsunfälle, nicht selten durch Gehen auf dem Highway, oder leider auch durch Missbrauch oder Vernachlässigung der Eltern.

Allgemein betrachtet sind uns mehrere Dinge aufgefallen. In den ganzen vier Wochen am Hospital haben wir nur sehr wenige weiße Kinder gesehen, alle anderen waren farbig. Dies liegt daran, dass das „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ in Kapstadt ein staatliches Krankenhaus ist und viele der Patienten aus einfachen bis ärmlichen Verhältnissen stammten. Für mich war immer wieder erstaunlich, wie wenig Mitsprache die Eltern hatten bzw. in Anspruch nahmen. Wo in Deutschland jeder Schritt der Ärzte von den Eltern hinterfragt, kritisch betrachtet und mit den Eltern besprochen wird, war es dort so, dass die Eltern nach einer kurzen ärztlichen Erklärung meist nur auf die Fragen der Ärzte antworteten und ansonsten „stille Teilhaber“ der Arztbesuche waren.

Auch die Anreise der Patienten zum Ambulanztermin war eine Prozedur. Vor dem Eingang des Krankenhauses standen immer mehrere der Kleinbusse, völlig überfüllt, mit denen die Patienten morgens hingebracht und abends wieder abgeholt wurden. Dabei kamen Patienten von überall an der Küste.

Natürlich hatten wir uns vorher auch Gedanken um das Thema HIV gemacht. Südafrika ist nun mal ein Land mit vergleichsweise hoher Infektionsrate. Im Krankenhaus hat man relativ wenig von diesem Thema mitbekommen. Gelegentlich waren Säuglinge da, die eine Prophylaxe aufgrund der Erkrankung der Mutter bekamen oder es war eine Infektion in den Akten vermerkt. Ansonsten spielte HIV an sich eher eine untergeordnete Rolle und da wir nie Blut abgenommen haben, rückte das Thema bis auf Interessensfragen an die Ärzte auch für uns recht schnell in den Hintergrund.

Alles in allem kann ich sagen, dass die Famulatur in vielerlei Hinsicht eine tolle Erfahrung war. Sowohl von der Lehre als auch von den vielen persönlichen Eindrücken her, war es eine grandiose Zeit.

Südafrika und Kapstadt haben viel zu bieten!

Dringend zu empfehlen - eine Weintour rund um Stellenbosch
Dringend zu empfehlen – eine Weintour rund um Stellenbosch

Kapstadt ist einfach toll! Es bietet extrem viele Möglichkeiten, sowohl direkt in der Stadt als auch im Umland.  Da ist zum einen natürlich das Meer direkt vor der Haustür mit vielen verschiedenen Stränden. Da wir im südafrikanischen Winter, wettermäßig wie der Frühling bei uns, da waren, war es zum Baden leider zu kalt. Das nicht ganz so heiße Wetter kam uns dafür beim Wandern zu Gute. Kapstadt bietet mit seinem berühmten Tafelberg, dem „Table Mountain“, und dem Löwenkopf, „Lion’s Head“, wunderbare Chancen, wandern zu gehen und sich Kapstadt von oben anzuschauen. Am Tafelberg führen viele Wege nach oben, sodass für jede Alters- und Fitnessklasse etwas dabei ist.

Auch zum Einkaufen und Bummeln gehen ist Kapstadt bestens geeignet. Für kommerzielle Käufer ist die „Alfred & Victoria Waterfront“ empfehlenswert, eine große Mall am Zipfel von Kapstadt. Für uns interessant waren jedoch die vielen Märkte. So z.B. der wöchentlich stattfindende „Old Biscuit Market“ in „Woodstock“, mit vielen kulinarischen Dingen, Kleidung und Accessoires Kapstädter Jungdesigner sowie der Markt in einer großen Halle am Hafen von „Hout Bay“. Außerdem viele kleine andere Lädchen, Märkte und Restaurants… Zum Feiern und Essen gehen eignet sich außerdem die „Long Street“, eine, wie der Name sagt, sehr lange Straße im Zentrum Kapstadts mit Läden, Restaurants wie z.B. „Mama Africa“!, Bars und Diskotheken.

Kapstadts Umland hat auch einiges zu bieten. Das „Kap der guten Hoffnung“, der „Chapman’s Peak Drive“, einer der schönsten Küstenstraßen der Welt, und ein Besuch in den Weinbergen in „Stellenbosch“ sind ein absolutes Muss! Südafrika ist – zu Recht – bekannt für seine exzellenten Weine, und auch für die, die nicht gern Wein trinken, sind allein die Weinlandschaft und das Flair dieser Gegend einfach toll!

Verkehrsmittel und Sicherheitsaspekte

Die Long Street in Kapstadt
Die Long Street in Kapstadt

Immer, wenn ich vorher erzählte, dass ich nach Südafrika gehe, hieß es: „Oh, wie schön, aber… Ist es dort nicht extrem gefährlich, vor allem als blonde weiße Frau?“ Natürlich kann man nicht verharmlosen, dass die Kriminalität in Kapstadt bzw. in Südafrika hoch ist. Ich persönlich kann aber sagen: „Wenn man sich an die Regeln hält, ist es völlig ok. Wir waren nie im Dunklen unterwegs, sind nie in Bezirken herumgelaufen, von denen uns abgeraten wurde oder die wir seltsam fanden, und hatten immer ein Auge dafür, ob es gerade angebracht ist, die Wertsachen offen zu zeigen oder lieber im Rucksack zu verstauen. Solange man ein Gespür für das Umfeld entwickelt und nicht naiv durch die Gegend spaziert, sollten die hohen Kriminalitätszahlen niemanden von einem Besuch in diesem wundervollen Land abhalten“.

Als Verkehrsmittel haben wir hauptsächlich „Uber“ benutzt. Im Hellen ist es in Kapstadt selbst kein Problem, die Stadt fußläufig zu erkunden, aber sobald es dunkel wurde oder für weitere Strecken haben wir und über die App ein „Uber“-Taxi bestellt. Der Vorteil daran: Man kann bargeldlos bezahlen und seinen Standort per App permanent verfolgen. Es gibt zudem ein Bussystem („MyCity-Bus“), was ebenfalls gut funktionieren soll.

Für unseren Trip entlang der berühmten und schönen „Garden Route“ über die „Drakensberge“ zum „Krüger Nationalpark“ mieteten wir uns allerdings ein Auto (3 Wochen ca. 300€ + Sprit über „Hertz“). Der Linksverkehr ist zwar anfänglich etwas seltsam, aber definitiv machbar. Es gibt zudem die Möglichkeit, diese Strecken mit „BazBus“, einer Art „Hop-on-Hop-Off“ Bussystem, zurückzulegen. Wir hatten uns bewusst dagegen entschieden, da wir einfach unabhängig sein wollten und es finanziell kein wesentlicher Unterscheid war.

Ein Fazit

Traumhafter Blick auf Kapstadt vom Wasser aus bei einem Sunset Cruise
Traumhafter Blick auf Kapstadt vom Wasser aus bei einem Sunset Cruise

Alles in allem kann ich sagen, dass die Famulatur am „Red Cross War Memorial Children’s Hospital“ in Kapstadt in vielerlei Hinsicht eine tolle Erfahrung war. Sowohl von der Lehre als auch von den vielen persönlichen Eindrücken her, war es eine grandiose Zeit.

Abschließend kann ich nur sagen, dass mein Aufenthalt in Südafrika eine wirklich tolle Zeit war und ich dieses Land jedem ans Herz legen kann. Die Natur, die Kultur und das Nebeneinander von Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Meer und Bergen und vielen anderen Aspekten macht es zu einem extrem vielfältigen Land mit tollen Möglichkeiten und vielen herzlichen Menschen.

M. Moormann

Hannover, Mai 2017

 

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