Famulatur in Peru – Pädiatrie

30. Oktober 2015

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Peru, Cusco, Hospital Antonio Lorena (01.08.-30.09.2015)

Nach einem Auslandssemester über ERASMUS in Spanien erschien es mir sehr reizvoll als auch sinnvoll, zusätzlich eine Famulatur in Lateinamerika zu absolvieren. Die Frage, die sich dabei stellte, war nur, welches Land es sein sollte. Nach einer Recherche fiel die Wahl schließlich auf Peru, da es an meiner Medizinischen Fakultät zwischen der Abteilung, in der ich promoviere, und dem Hospital Antonio Lorena in Cusco eine Verbindung gibt.

Meine Entscheidung für eine Famulatur in Peru

Die Plaza de Armas in Cusco
Die Plaza de Armas in Cusco

Die Möglichkeit für diese Famulatur ergab sich durch eine Verbindung der Abteilung, in der ich promoviere, mit der Kinderkrebsstation im Hospital Antonio Lorena in Cusco. Prof. Dr. Karl Welte hat diese Station 2010 ins Leben gerufen und unterstützt sie seitdem ideell und materiell. Prof. Welte ist ehemaliger Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Er hat in den 80er-Jahren den Granulozyten-Kolonie-Stimulierenden-Faktor (G-CSF) charakterisiert und damit enorme Fortschritte auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation ermöglicht. Trotz des hohen medizinischen Standards in Deutschland lebt er jedoch nicht auf einer Insel der Seligen, sondern engagiert sich in einer armen Gegend wie dem Andenhochland in Peru.

Als ich also erfahren habe, dass es die Möglichkeit gäbe, in Peru zu famulieren, fiel die Entscheidung recht schnell, da ich das Semester vor der geplanten Abreise in Madrid studierte und eine daran anschließende Famulatur in Lateinamerika mir sehr reiz- und sinnvoll erschien.

Durch die bereits erwähnte Kooperation war es sehr einfach, den Famulatur-Platz organisiert zu bekommen. Unterstützt wird die Kinderkrebsstation zudem von „ACUPARI“, dem deutsch-peruanischen Kulturinstitut in Cusco, das von der deutschen Honorarkonsulin María Jürgens de Hermoza geleitet wird. Mein Betreuer hatte mir noch in Deutschland deren Kontaktdaten gegeben und „ACUPARI“ vermittelte mir prompt eine Unterkunft in einer tollen Gastfamilie.

Ein Visum braucht man für Peru nicht, zumindest nicht bei Aufenthalten unter sechs Monaten. (Anm.d.Red. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich rechtzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.)

Mit der Organisation generell hatte ich sehr früh begonnen, ca. ein Jahr im Voraus. Freundlicherweise hat die Medizinische Hochschule Hannover MHH meinen Aufenthalt mit einem PROMOS-Stipendium aus Projektmitteln des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert.

Sprachkurs

Die Stadt Cusco in Peru
Die Stadt Cusco in Peru

Bevor es mit der Famulatur losging, hatte ich noch zwei Wochen lang einen Sprachkurs bei „ACUPARI“ besucht. Obwohl ich bereits ERASMUS in Madrid gemacht hatte und ziemlich gut Spanisch konnte, wollte ich noch mal ein paar grammatische Regeln auffrischen und mich erstmal an das peruanische „Castellano“ gewöhnen. Der Unterricht war phänomenal, die Lerngruppen waren sehr klein (2-5 Personen) und die Lehrerinnen äußerst kompetent und engagiert. Vor Ort  habe ich sogar noch einige Einzelstunden dazu gebucht. Am Ende habe ich mit einem C1-Zertifikat abgeschlossen.

„ACUPARI“ vermittelt auch Tandem-Partner, denn dort lernen viele Peruaner Deutsch. So hat man gleich einen richtigen Cusco-Kenner im Adressbuch und kann seine bilingualen Konversationen an den interessantesten Orten der Stadt halten, wie sie nur ein Insider zu finden vermag. Neben Aktionen wie Salsa, Tischtennis und Kinoabenden organisierte „ACUPARI“ jeden Donnerstag einen Ausflug. Meist ging es dabei an Orte abseits touristischer Wege. So haben wir z.B. eine Schule in einem Dorf in der Nähe von Cusco besucht, wo die Kinder uns gezeigt haben, wie sie dort – in äußerst ärmlichen Verhältnissen – leben.

Hier noch zwei Literaturempfehlungen. Einmal „Spanisch für Mediziner“ von Thomas Stegemann, Thieme, und „Gebrauchsanweisung für Peru“ von Ulrike Fokken, Piper.

Hospital Antonio Lorena in Cusco – erste Eindrücke

Das Hospital Antonio Lorena in Cusco - Peru
Das Hospital Antonio Lorena in Cusco – Peru

Famuliert habe ich sechs Wochen auf der Leukämiestation des Hospital Antonio Lorena in Cusco, das ein Krankenhaus für die arme Bevölkerungsschicht und kein akademisches Lehrkrankenhaus ist. Es versucht bereits seit Jahren umzuziehen – in eine schicke neue Klinik, die selbst modernen europäischen Kliniken das Wasser reichen kann. Allerdings kann dies aufgrund korrupter Machenschaften noch einige Jahre dauern, da anscheinend immer wieder Geldsummen verschwinden.

Während also die alte Klinik abgerissen, die neue aber noch nicht fertiggestellt ist, wurden die Stationen in Wohncontainer verlagert. In dieser traurigen Container-Klinik fehlt es an allen Ecken und Enden. Alle Kinder der Leukämiestation leben im selben Wohncontainer. Während ich dort war, gab es 11 Patientinnen und Patienten im Alter von 3-27 Jahren, die für mindestens acht Monate in diesem großen Raum lebten. Da es für die immunsupprimierten Kinder riskant ist, in so großer Zahl zusammenzuwohnen, hat man die Besuchszeit der Eltern und Angehörigen auf einmal wöchentlich reduziert, um den Kontakt zur Außenwelt und ihren Keimen zu reduzieren.

Trotz dieser so grausig klingenden Umstände geht es den Kindern dort recht gut. Die Älteren kümmern sich verantwortungsvoll um die Kleineren und insgesamt herrscht zwischen den Kindern ein starker Zusammenhalt. Ärzte und Pflegepersonal gehen sehr liebevoll mit ihnen um und die Kinder gewöhnen sich erstaunend schnell an die Abwesenheit der Eltern und den Klinikalltag. Natürlich darf man nicht vergessen, dass die Kinder, die in diesem Krankenhaus behandelt werden, nicht die reichsten Eltern haben. In den Bauernfamilien ist es meist sowieso üblich, dass die älteren Geschwister sich den ganzen Tag um die Kleineren kümmern und generell sind die peruanischen Kinder zäh und ertragen viel, ohne zu klagen.

Meine Famulatur in der Pädiatrie

La familia
La familia

Jeden Tag wurde gegen 8:00 Uhr mit der Visite begonnen. Die Visiten in Peru sind sehr ausführlich. In der benachbarten Allgemeinpädiatrie, an deren Visite ich gelegentlich auch teilgenommen habe, hat man für ca. 12 Patienten nie weniger als zwei Stunden gebraucht. Dabei wurde jeder Fall im Detail besprochen und alle Anordnungen am Krankenbett beschlossen und notiert. Auf der Leukämiestation ging dies meist schneller, da die Patienten dort über einen langen Zeitraum stationiert sind und somit allen bekannt sein sollten. Außerdem wurde der Schreibkram nach der Visite im Arztzimmer erledigt.

In Peru haben Krankenschwestern, wie in vielen anderen Ländern auch, ein ausführliches Studium abgeschossen und übernehmen viele Tätigkeiten, die bei uns dem ärztlichen Personal bzw. den Medizinstudenten zugeschrieben sind wie z.B. Blut abnehmen, Zugänge legen, Infusionen anhängen. Daher gab es für mich nicht unglaublich viel zu tun, sobald die Visite durch war. Länger als 14:00 Uhr blieb ich nie, da zu dieser Zeit auch die meisten Ärzte Feierabend hatten. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich mit den Kindern zu beschäftigen. Wir haben gespielt, gemalt, zusammen Filme geguckt oder uns einfach Gesellschaft geleistet. Dies war nicht nur eine sehr menschliche und schöne, manchmal auch traurige Erfahrung, sondern ebenfalls sehr lehrreich, denn der psychologische Aspekt spielt bei onkologischen Patienten eine sehr wichtige Rolle. Natürlich durfte ich bei allen diagnostischen Eingriffen wie Lumbal- oder Knochenmarkspunktionen zugucken. Zu meiner Freude hat man mir sogar angeboten, einige Lumbalpunktionen unter sorgfältiger Anleitung selbst durchzuführen.

Leukämien werden mit Chemotherapie behandelt. Dabei werden verschiedene Chemotherapeutika zu bestimmten Zeitpunkten im Krankheitsverlauf verabreicht. Diese verursachen unerwünschte Nebenwirkungen, die es zu erkennen und behandeln gilt. Die Kinder der Leukämiestation im Hospital Antonio Lorena werden alle nach den Protokollen der deutschen AML-BFM-Gruppe therapiert, da Prof. Welte diese dort etabliert hat. Vor der Eröffnung der Kinderkrebsstation gab es in der Gegend um Cusco keine auf Kinder spezialisierte Möglichkeit, Leukämie zu behandeln. Die Patienten wurden nach Lima verwiesen, ein Umzug, den viele arme Familien aus den Anden schwerlich realisieren konnten.

Zweimal wöchentlich gab es Fortbildungen, die von den Medizinstudenten im Praktischen Jahr oder Assistenzärzten gehalten wurden. Da die pädiatrische Leukämiestation eher zur Onkologie als zur Pädiatrie gezählt wurde, sind in diesen Fortbildungen diverse Krebsarten wiederholt worden. In dem Monat, in dem ich da war, hatte ich richtig Glück, da neben Brust- und Gebärmutterhalskrebs gerade die Leukämien auf dem Plan standen. Da ich dem Oberarzt erzählt hatte, dass ich eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der pädiatrischen Leukämien verfasse, schlug mir dieser vor, meine Arbeit in einer der Fortbildungen vorzustellen. Es geht darin um Diagnostik mittels Polymerasekettenreaktion (PCR), eine Technik, die das Budget des Hospitals Antonio Lorena weit übersteigt. Dennoch waren die Ärzte überaus interessiert und betonten ständig, dass es für sie trotz eingeschränkter praktischer Möglichkeit sehr wichtig sei, auf dem neuesten Stand der Fachwelt zu sein. Auf einmal war es doch überraschend zu erleben, wie etwas, das wir in Deutschland als wenig aufregende Routinetechnik ansehen, anderswo auf der Welt solche Begeisterung auslösen kann.

Die Studentenfreundlichkeit der Ärzte unterschied sich, wie überall auf der Welt auch, von Mensch zu Mensch. Der Oberarzt der Station, mit dem ich die meiste Zeit unterwegs war, erklärte unheimlich gerne und bezog mich immer mit ein. Generell ist er ein äußert herzlicher Mensch und besuchte mich sogar in einer Privatklinik, die ich selber als Patientin kennenlernen durfte. Andere Ärzte waren nicht immer so offen und sahen jeden zusätzlichen Medizinstudenten eher als Last an. Leider haben viele Peruaner die Angewohnheit, so zu tun, als sei man nicht da. Obwohl dies manchmal echt verletzend sein konnte, habe ich gelernt, dies nicht persönlich zu nehmen, denn ich habe gehört, das sei ein skeptischer Schutzmechanismus den „Gringos“ gegenüber und bei näherem Kennenlernen wurden sie auch oft auf einmal ganz herzlich.

Peru – ein beeindruckendes Land

In Machu Picchu - der von den Inkas im 15. Jahrhundert erbauten Stadt in den Anden
In Machu Picchu – der von den Inkas im 15. Jahrhundert erbauten Stadt in den Anden

Vor allem im Hochland haben viele Peruaner indigene Wurzeln. „Quechua“, die Sprache der Inka, ist hier noch weit verbreitet. Im Krankenhaus trifft man nicht selten auf Patienten aus abgelegen Andendörfern, die nur „Quechua“ sprechen. Ansonsten wird durchgehend Spanisch („Castellano“) gesprochen. Das „Castellano“ der Spanier und Peruaner unterscheidet sich bis auf einzelne Wörter nicht – z.B. „jugo, carro, celular“ statt „zumo, choche, movil“. Peruaner sprechen ein bisschen altmodisch, es wird z.B. nicht so schnell geduzt wie in Spanien. Da sie deutlich langsamer sprechen als Spanier, sind sie leicht zu verstehen.

Peru eignet sich hervorragend zum Reisen. Neben Cusco und dem umliegenden „Heiligen Tal der Inka“ habe ich noch den Titicacasee und Lima erkundet. Aber ich denke allein mit Cusco und dem „Heiligen Tal“, einschließlich „Machu Picchu“, ist man bereits gut bedient.

„Cusco“ leitet sich vom Quechua-Wort für „Nabel“ ab. Für die Inka war diese Stadt der Nabel der Welt, denn Cusco lag im Zentrum des Inka-Reiches „Tahuantinsuyu“ und war dessen Hauptstadt. Die Inka bauten ein Wegenetz, um ihr riesiges Reich zu verbinden. Dieser Inka-Weg erstreckt sich über 4.000 Kilometer vom heutigen Ecuador über die Anden durch Peru und Bolivien bis nach Chile hinein. Am berühmtesten ist der Abschnitt zwischen Kilometer 88 der Eisenbahnstrecke und der heiligen Stätte „Machu Picchu“, der „Inka Trail“ genannt wird. Der „Inka Trail“ ist leider bis auf Monate hinaus ausgebucht gewesen, daher habe ich eine Alternativroute gebucht: den „Salkantay-Trail“. Nach vier Tagen Wanderung erreichte unsere Gruppe endlich die geheimnisvolle Stadt „Machu Picchu“. Dazu muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen, die typischen „Machu Picchu“-Bilder kennt jeder. Definitiv sehenswert und ein Highlight meiner Reisen.

Als Nachmittagsausflüge sind Abstecher ins heilige Tal bestens geeignet: die Ruinen und der Markt von Pisac, die Salinen von Maras, die Terrassen von Moray und die Festung Ollantaytambo.

Ich kann einfach keinen Bericht über Peru schreiben und die Gastronomie unerwähnt lassen. Neben den über 4.000 verschiedenen Kartoffelsorten kommen Mais in allen denkbaren Farben und Reis als Grundzutat für viele leckere Gerichte zum Einsatz. „Ceviche“, in Limettensaft marinierter Fisch, „Lomo saltado“, Rindfleischstreifen mit Pfannengemüse, „Ají de Gallina“, eine Art Hühnerfrikassee mit gelbem Chili, die Maisbreitaschen „tamales“ und „humitas“, … Als Festessen gilt „Cuy“ (Meerschweinchen).

Die Kehle erfrischen „Chicha morada“ oder „Inca Kola“ und ab und zu kann man sich auch mal einen „Pisco Sour“, einen Cocktail aus dem Traubenschnaps „Pisco“, gönnen. Nicht verpassen sollte man „Coca“ als Tee („Mate de Coca“), Kaugummi, Schokoladenzusatz oder in reiner Blattform als Pfriem. Schmeckt zwar ein bisschen wie grünes Heu, ist aber das perfekte Mittelchen gegen die Höhenkrankheit („soroche“), die durch den geringen Sauerstoffanteil in der Höhe ausgelöst wird. Cusco liegt schließlich auf 3.400 m Höhe!

Gesundheits- und Sicherheitsaspekte

Buntes Treiben in Cusco - Peru
Buntes Treiben in Cusco – Peru

Vielleicht noch einige kurze Anmerkungen zum gesundheitlichen Wohlergehen und zur Sicherheit. Während meiner Zeit in Peru lag ich zweimal mit bakterieller Infektion im Krankenhaus. Es stand der Verdacht von Typhus im Raum, der jedoch nur durch eine serologische Untersuchung gestützt wurde und diese solle wohl nicht selten falsch-positiv ausfallen. Die einzig beweisende kulturelle Anzucht konnte in der mich behandelnden Privatklinik nicht durchgeführt werden. Typhus hin oder her; eine fäkal-orale bakterielle Infektion war es in jedem Fall, obwohl ich recht vorsichtig bei der Essensauswahl war.

Man muss sich also nicht unheimlich anstrengen, um sich etwas einzufangen. Ich habe in der Sprachschule auch einige andere Deutsche kennengelernt, die Krankenhausepisoden hinter sich hatten. Lange Rede, kurzer Sinn: Sorgfältige Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, Händedesinfektion und im Vorfeld die (eigentlich nicht grundsätzlich) empfohlene Typhus-Impfung könnten solche unerfreulichen Erfahrungen verhindern. Und das Wichtigste ist die Auslandskrankenversicherung!

Grundsätzlich sollte man in Peru auf seine Wertsachen Acht geben, wachsam durch die Gegend laufen und sein Taxi mit Vorsicht wählen. Das hochgefährliche Land, als das es mir viele vor meiner Abreise verkauft hatten, ist Peru meiner Meinung nach aber nicht. Ich bin mit einer Freundin nach Peru gefahren, die dort ebenfalls famuliert hat, sodass wir die meiste Zeit zusammen unterwegs waren. Da gerade Winterzeit war und es ab 18:00 Uhr bereits dunkel wurde, kam man auf Reisen im „Heiligen Tal“ nicht selten in die Bredouille, in der Pampa am dunklen Straßenrand zu stehen und einen „Colectivo“, das sind Kleinbusse, die von Privatpersonen betrieben werden, anhalten zu müssen, um wieder nach Hause zu kommen.

Ab und zu hatte man schon ein mulmiges Gefühl, das jedoch nicht von der Situation, sondern der Panikmache im Voraus genährt wurde. Eine bedrohliche Situation habe ich nämlich nie erlebt, wenn man vom irren Fahrstil der Taxifahrer absieht. In Cusco habe ich mich jedenfalls immer sicher gefühlt. In Lima jedoch haben mir selbst Einheimische geraten, meine Ausflüge auf ganz bestimmt Stadtteile zu begrenzen und in andere wiederum keinen Fuß zu setzen.

Mein Fazit

Ausflug mit ACUPARI - dem deutsch-peruanischen Kulturinstitut in Cusco
Ausflug mit ACUPARI – dem deutsch-peruanischen Kulturinstitut in Cusco

Peru vermittelt nicht selten einen chaotischen Eindruck. Natürlich gab es oft Momente, in denen ich mir die strenge deutsche Arbeitsmoral oder etwas mehr Ordnungssinn gewünscht hätte. Schnell wurde mir allerdings jedes Mal klar: Es klappt auch so! Man wird ein wenig entspannter und spontaner.

Definitiv lernt man jedoch das deutsche Gesundheitssystem zu schätzen. Wenn die Schwester während der Visite zum wiederholten Male traurig den Kopf schüttelt und dem Arzt „No hay plaquetas…“ zuflüstert, wird einem bewusst, dass das krebskranke Kind auch heute wieder keine Thrombozyten-Transfusion erhält, weil die Blutbank einfach keine hat. Ob es letztlich an Geldmangel, schlechter Organisation oder Spende-Trägheit liegt, bleibt ein peruanisches Geheimnis.

Trotz allem sollte man als Gast die „In-Deutschland-machen-wir-das-aber-so-und-so-Ratschläge“ stecken lassen, da es schnell überheblich klingt und nicht selten so empfunden wird. Sobald man jedoch mit jemandem vertrauter ist, wird man interessiert über die deutschen Lebensbedingungen ausgefragt. Selten bleibt dann die Frage „Und gefällt dir Peru?“ aus, die ich wahrheitsgemäß immer mit „muchíííísimo“ („seeeehr“) beantwortet habe.

Ina Pintjak

Hannover, Oktober 2015

2 Kommentare

  • Hi Ina,
    sehr informativer Bericht, vielen Dank. Ich plane gerade einen PJ-Aufenthalt in Peru. Ich würde mich freuen, wenn du mir vl noch ein paar Fragen beantworten könntest. Vielen Dank!
    Jannis

  • Hallo Ina,
    ein wirklich toller Bericht!
    Ich fange gerade an, mir mit einer Freundin eine Famulatur in Peru zu organisieren.
    Ich würde mich freuen, wenn du Kontakt mit mir aufnehmen würdest und ein paar Fragen zwecks der Organisation beantworten könntest.
    Viele Grüße
    Miriam

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