PJ in der Schweiz – Psychiatrie

1. August 2015

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Schweiz, Zürich, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (29.12.2014-20.03.2015)

Mein Name ist Anna Hanszke, ich bin 26 Jahre alt und habe Humanmedizin an der LMU in München studiert. Mein Praktisches Jahr habe ich in den USA, Mexiko und der Schweiz gemacht. Ich stelle hier mein letztes Tertial, welches ich in der Psychiatrie an der PUK, der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich, absolviert habe, vor.

Motivation

Die Schweiz - weltweit bekannt für ihre Schokolade
Die Schweiz – weltweit bekannt für ihre Schokolade

Warum PJ im Ausland? Ich hatte mich für mein gesamtes PJ im Ausland beworben, da es meiner Meinung nach eine viel größere/andere Bereicherung ist, im Vergleich zu einem Praktischen Jahr in der Heimat. Man lernt andere Arbeitsweisen, andere Lehrmethoden, andere Menschen und – wenn man sich in ein nicht deutschsprachiges Ausland wagt  – auch neue Sprachen kennen.

Die Schweiz ist in erster Linie ein sehr lukratives Land, weil PJler viel besser bezahlt werden als in Deutschland. Natürlich sind die Lebenshaltungskosten auch höher. Wenn man allerdings in einen kleineren Ort geht, zahlt man viel weniger für ein Zimmer im Personalwohnheim als in den größeren Städten. So kann man sich das Geld gut für Unternehmungen am Wochenende sparen.

Ich hatte mich für ein Tertial an der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) in Zürich entschieden, da es auf der Seite pj-ranking.de seit Jahren sehr gut bewertet wird. Mein Wahlfach stand bereits im Jahr 2012 fest, so dass ich mich in diesem Jahr auch für die Stelle beworben hatte. Mein Wahlfach wollte ich als letztes machen, da ich mich im letzten Tertial sehr intensiv auf mein mündliches Staatsexamen vorbereiten wollte. Daher wollte ich viel Zeit auf Station verbringen und dort auch viel lernen. Außerdem sollte ich wieder etwas vertrauter werden mit dem deutschen System der Arztbriefe und der gesamten Organisation des Klinikalltags, da ich dies von den anderen Tertialen nicht gewohnt war.

Psychiatrie wählte ich als mein Wahlfach, weil es mich fasziniert, wie sehr es sich von anderen Fächern der Medizin unterscheidet und wie stark die Psychologie im Rahmen der Psychotherapie eingebunden wird. Besonders wichtig erscheint es mir für jeden Studierenden, ein allgemeines Gespür für psychiatrische Patienten zu entwickeln, da es auch in anderen Fachrichtungen weiterhin sehr relevant bleibt, psychische Erkrankungen zu erkennen.

Bewerbung

Wie hatte ich mich für mein PJ-Tertial in der Schweiz beworben? Wie bereits weiter oben erwähnt, hatte ich mich ca. zweieinhalb Jahre im Voraus beworben. Das ganze Prozedere verlief sehr unkompliziert über Email. Im Prinzip musste ich mich nur anmelden und einige Formulare im Voraus ausfüllen.

Meine genauen Termine konnte ich dann erst ein Jahr vorher angeben. Selbst als es hier große Veränderungen gab, bestand für mich nicht die Gefahr, meine Unterassistentenstelle, so heißt ein PJler in der Schweiz, zu verlieren.

Literaturempfehlung und Vorbereitungen

Ich hatte im Voraus einige Seiten der Dualen Reihe „Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie“ von Hans-Jürgen Möller und Co. (5. Auflage) gelesen. Als ich am ersten Tag begonnen habe, habe ich viele Krankheitsbilder in jenem Buch nachgelesen und mit dem AMDP-Büchlein („Das AMDP-System: Manual zur Dokumentation psychiatrischer Befunde“ – 8. Auflage) und dem ICD-10-Taschenführer („Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen: nach dem Pocket Guide von J.E. Cooper“ – 7. Auflage) gearbeitet. Diese drei Bücher empfehle ich auch jedem, der in der Psychiatrie später arbeiten will!

Ich brauchte für meine Zeit in der Schweiz weder ein Visum, noch musste ich mich in Zürich aufgrund der kurzen Praktikumsdauer anmelden. Zusätzliche Impfungen oder weitere ärztliche Untersuchungen wurden nicht von mir verlangt.

Ich hatte zudem eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, welche ich in Zürich allerdings nicht genutzt habe.

Als Unterassistentin an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich

Blick auf die Psychiatrische Universitätsklinik in Zürich
Blick auf die Psychiatrische Universitätsklinik in Zürich

Das PJ an der PUK war eine sehr lehrreiche und erfüllende Zeit. Als Unterassistentin (UA) wurde mir ein „Götti“ (=Pate, also Betreuer) zugeteilt. Zunächst war ich auf der Station F0, einer sogenannten geschlossenen Akutstation mit ca. 21 Betten, auf der täglich neue Patienten aufgenommen werden. Ich bekam einen Schlüssel, ein Namensschild und einen Piepser, mit dem man mich jeder Zeit erreichen konnte. Einen Kittel habe ich nicht gebraucht.

Zum Großteil durfte ich selber entscheiden, wie viel ich mir selber mit psychiatrischen Patienten zutraue und in welchem Umfang ich selbstständig arbeite. Auf F0 wurde ich ca. drei Wochen eingelernt. Am Anfang sollte ich mit meinem „Götti“ zu Patienten gehen, den psychopathologischen Befund (PPB) erheben und danach das Patientengespräch dokumentieren. Ich bin meinem Betreuer auf Schritt und Tritt gefolgt, so dass ich die Arbeitsabläufe an der PUK kennenlernen konnte. Auch bei neuen Aufnahmen, schweizerisch auch „Eintritte“ genannt, durfte ich meine Verdachtsdiagnose stellen, den PPB dokumentieren, die Patienten somatisch und neurologisch untersuchen und schlussendlich Vorschläge zum weiteren therapeutischem Vorgehen machen.

Ich wurde bei Isolationen und Zwangsmaßnahmen mit involviert. Danach durfte ich neu eingetretene Patienten bei der Oberärztin vorstellen und meine Differentialdiagnosen diskutieren. Nach der dritten Woche wurden mir meine eigenen Patienten zugeteilt, die ich von Eintritt bis Austritt selbst betreut habe.

Zwei Monate später bin ich dann auf die C2 gewechselt, eine Depressions- und Angststation mit Schwerpunkt Psychotherapie. Mir war dort bereits ein Assistenzarzt bekannt, dem ich mich einfach anschloss. Da es hier allerdings sehr wenige neue Eintritte gab, habe ich keine Patienten übernommen, sondern habe den Assistenzarzt bei seinen psychotherapeutischen Sitzungen begleitet und diese anschließend dokumentiert. Auch hier durfte ich neue Patienten aufnehmen und im Beisein des Arztes ein stützendes Arztgespräch führen. Auf C2 habe ich eine Chefarztvisite mitgemacht und auch an anderen Programmen teilgenommen. So habe ich die Gruppentherapie sowohl bei Depressions- und Angstpatienten als auch bei Substanzabhängigen Patienten kennengelernt. Außerdem konnte ich bei einer Elektrokrampftherapie dabei sein und die Ergotherapie besuchen.

Mein Tagesablauf auf der F0

  • Zusammen mit den Assistenzärzten des F0-Teams
    Zusammen mit den Assistenzärzten des F0-Teams

    8:00 Uhr

Mein Arbeitstag begann um 8:00 Uhr in der Früh. Zunächst habe ich am PC im Ärztebüro die Berichte der Pflege über meine Patienten gelesen, Laborwerte kontrolliert, ggf. weitere Befunde kontrolliert, die Medikation kontrolliert, überprüft, wie viel Reserve-Medikamente in der Nacht benötigt wurden, eine Checkliste für jeden Patienten erstellt und überprüft, ob neue Patienten in der Nacht aufgenommen worden sind.

  • 8:30 Uhr

Um 8:30 Uhr hatten wir auf Station die Morgenbesprechung. Hier haben sich die Assistenzärzte, Unterassistenten und PflegerInnen zusammengesetzt, um besondere Vorkommnisse der Nacht oder des Wochenendes zu diskutieren. Außerdem wurde erwähnt, welcher Patient ausdrücklich ein Arztgespräch wünschte.

  • 9:00 Uhr

Jetzt hatten die Assistenzärzte und ich Zeit, mit den Patienten zu sprechen. Bestenfalls findet täglich ein Arztgespräch mit jedem einzelnen Patienten auf Station statt. Montags und donnerstags haben um 9:00 Uhr die Großraumraporte stattgefunden. Das war eine Versammlung der Assistenzärzte und Oberärzte, im Rahmen derer die Stationsärzte über die Bettenbelegung und Besonderheiten (geriatrische Patienten, Patienten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie, akut suizidale Patienten mit 1:1 Betreuung etc.) berichtet haben. Danach gab es einen JournalClub, in dem jede Woche ein Oberarzt neue Artikel beispielsweise aus dem „Nervenarzt“ oder „The American Journal for Psychiatry“ im Schnelldurchlauf vorstellte. Jeder Assistenzarzt war zudem verpflichtet, einmal im Jahr eine interessante, publizierte Forschungsarbeit vor dem Plenum im Großraumbüro vorzustellen.

  • 12:00 Uhr

Mittagspause

  • 13:00 Uhr

Arztgespräche/neue Eintritte

Neue Eintritte kamen v.a. angemeldet. Man unterscheidet in der Psychiatrie zwischen freiwilligen Eintritten und Eintritten per Fürsorglicher Unterbringung (FU). Bei freiwilligen Eintritten kommen die Patienten meistens in Begleitung der Familie und wünschen eine Aufnahme z.B. aufgrund einer subjektiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Bei Eintritten per FU kommen die Patienten mit der Polizei oder mit dem Krankenwagen.

Die Assistenzärzte nehmen die Patienten auf. Dies beinhaltete eine gründliche Anamnese (aktuelle Anamnese, Diagnosen, psychiatrische Vorgeschichte, somatische Anamnese, Medikation, Allergien, soziale Anamnese, Suchtanamnese, Familienanamnese), ein PPB wurde erhoben und die Patienten körperlich und neurologisch untersucht. Danach wurde der Patient der Oberärztin vorgestellt, die den Patienten daraufhin nochmals visitieren musste. Zur Aufgabe des betreuenden Arztes oder auch der betreuenden Unterassistenten (UA) gehörte es, eine Akte anzulegen, die Oberarztvisite zu dokumentieren, den Patienten im PC-System aufzunehmen und weitere Untersuchungen (EKG, Labor) und Medikamente zu verordnen. Dies geschah natürlich alles in Absprache mit der Oberärztin.

Außerdem musste man sich bzgl. anderer Patienten auf Station um weitere laborchemische/bildgebende Untersuchungen und um Anschlussbehandlungen für geplante Austritte kümmern.

  • 17:00 Uhr

Idealerweise war man um diese Zeit mit dem Tagesgeschäft fertig und konnte nun noch ausstehende Austrittsberichte schreiben und nach Hause gehen.

  • Montags: Oberarztvisite

Jeden Montag fand die große Oberarztvisite statt, in der alle Patienten von der Oberärztin gesehen und befragt wurden. Hier entschied man evtl. notwendige Medikamentenumstellungen, Dosisänderungen, Austrittsdaten u.v.m.

  • Dienstagmorgen: Interdisziplinäre Morgenbesprechung

Jeden Dienstag fand statt der üblichen Morgenbesprechung eine Besprechung im größerem Rahmen statt, in der nicht nur PflegerInnen berichteten, sondern auch Betreuer aus der Ergo-, Physio- und Arbeitstherapie. So fand wöchentlich ein Feedback aus den Therapien statt.

  • Mittwochnachmittag: Fortbildung

Im Semester fand jeden Mittwochnachmittag eine Fortbildung am Unispital Zürich (USZ) statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung gab es eine Reihe von Vorlesungen über die FU, die Pharmakotherapie bei therapieresistenten Schizophrenien u.v.m. An einem Mittwoch gab es eine Gegenüberstellung von tiefenpsychologischer Psychoanalyse, kognitiver Verhaltenstherapie und Systemtherapie. Ein Vertreter jeweils einer Therapieform war als Redner zu Gast, aber auch als Therapeut mit einem standardisierten Patienten. Durch ein Gespräch mit dem standardisierten Patienten wurden die einzelnen Unterschiede der Therapieformen deutlich gemacht. Danach war noch Zeit für Diskussionen und Vorstellung der einzelnen Besonderheiten jeder Therapieform.

  • Freitagmittag: Vorlesung

Freitags gab es kein 3-Gänge Menü zum Mittag, sondern einen Vortrag auf nüchternen Magen. Diese Vorträge wurden jedoch von berühmten Professoren aus London/ Wien etc. gehalten und waren sehr interessant, da sie keine Lehrveranstaltung per se darstellten, sondern mit den Vorträgen über Bewusstsein oder den freien Willen des Menschen mehr eine Intention hatten, die Ärzte zum Nachdenken anzuregen.

Die Lehre an der PUK und die zeitliche Belastung

Das Lehrangebot war sehr breit gefächert. Es gab Fortbildungen, Vorlesungen und Journal Clubs. Außerdem hatten die Assistenzärzte Möglichkeiten, die EEG-Befundung zu erlernen und sie dann wöchentlich in einer Kleingruppe mit einem Neurologen (mit Doppelfacharzt) zu besprechen.

Als UA kann man an dem gesamten Angebot teilnehmen. Außerdem konnte ich in einer Kleingruppe in der psychotherapeutischen Fortbildung (oder auch Supervision genannt) bei einem Psychoanalytiker mitmachen. Man hatte die Möglichkeit, Nachtdienste oder Wochenenddienste zu machen. In den Diensten gab es i.d.R. mehr „Notfälle“, sogenannte PNRs, die von der Pflege ausgelöst werden, wenn ein Patient z.B. akut fremdgefährdend ist.

Das normale Arbeitspensum beträgt in der Schweiz ca. 50 Stunden pro Woche. Dies ist auch vertraglich so festgehalten. Als Unterassistentin konnte ich mir meine Arbeitszeit relativ frei einteilen. In der Regel habe ich allerdings von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr gearbeitet – inkl. einer Stunde Mittagspause. Wenn es für mich nicht mehr viel zu tun gab, weil meine Patienten alle versorgt waren und wir keine neuen Eintritte hatten, durfte ich früher nach Hause gehen oder noch etwas lernen bzw. andere Therapien besuchen. Wenn mich etwas sehr interessiert hat, konnte ich auch meine Patienten jemand anderem übergeben und konnte dann z.B. zur Elektrokrampftherapie.

Gelernt habe ich in der wissenschaftlichen Bibliothek der PUK. Sie hatte zwar nur zu ganz bestimmten Zeiten offen, aber es gab dort immer eine ruhige Atmosphäre – abgeschieden vom alltäglichen Stress auf Station.

Unterkunft in Zürich und finanzielle Aspekte

Vor dem Züricher Bahnhof
Vor dem Züricher Bahnhof

Die Psychiatrische Universitätsklinik in Zürich hat leider kein eigenes angegliedertes Personalwohnheim. Ich hatte diesen organisatorischen Aspekt meines Auslands-PJ total vergessen und mich erst drei Monate vor Beginn meines Tertials um die Zimmersuche in Zürich gekümmert. Es war bereits alles vergeben und meine einzige Adresse war das Personalwohnheim des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) in der Vogelsang Straße.

Die Bewerbung war sehr unkompliziert und ging recht flott vonstatten. Dies hatte natürlich auch seinen Preis. Ich habe 600 Franken Miete pro Monat gezahlt. Dabei wohnte ich in einem 8 m² Zimmer und teilte mir mit 24 Personen die Küche. Das Wohnheim ist aber selten voll belegt, also war die Koch-Situation kein Problem. Auch das Zimmer war ordentlich, mit Schreibtisch, Lampe, Schrank und Waschbecken. Drei Duschen und drei Toiletten gab es für zehn Personen. Im Erdgeschoss befanden sich eine Waschküche und eine Freizeitecke mit Fernseher, Couch, Billard- und Kicker Tisch.

Als Unterassistentin in der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich erhielt ich ca. 860 Franken. Angesichts der hohen Miete kam ich mit dem Geld, das ich verdient habe, kaum aus. Die PUK liegt im Stadtteil Burghölzli, zu dem ich jeden Tag pendeln musste. Das Ticket hat ca. 80 Franken im Monat gekostet. Die Infrastruktur in Zürich ist jedoch sehr gut, man kommt schnell von A nach B. Lebenshaltungskosten, d.h. Lebensmittel, Drogeriesachen etc. waren ca. dreimal so teuer wie in Deutschland.

Leben in der Schweiz und Freizeit

Der Zürich See
Der Zürich See

Die Schweizer haben mich sehr freundlich aufgenommen und ins Team involviert. Natürlich hat es etwas Zeit gebraucht, bis ich den Akzent verstanden habe, aber sobald man sich an der Schweizerischen Kultur interessiert zeigt und den Schweizern die Umstellung auf Hochdeutsch erspart, hat man bereits viel gewonnen.

Zürich ist mir persönlich etwas zu klein, aber es hat eine sehr schöne Altstadt mit schönen Kirchen, dem Lindenhof, der Staatsbibliothek etc. Auch die Natur lässt sich in Zürich sehr gut bewundern – es gibt einen Panoramablick vom Zürich Berg, den „Ütliberg“ und natürlich den Zürichsee.

In der Schweiz kann man mit der Bahn oder mit dem Auto auch schnell zu anderen großen Städten wie Basel, Bern und Luzern fahren, man kann die Schweiz also gut an den freien Wochenenden erkunden. Wenn man im Winter dort ist, wird man sich die vielen traumhaften Skigebiete hoffentlich nicht entgehen lassen.

Durch meine Lernerei war ich leider in meiner Freizeit etwas eingeschränkt. Trotzdem haben noch andere Unterassistenten und ich viel mit den Ärzten der PUK unternommen, z.B. sind wir abends öfters etwas trinken gegangen. Toll war auch der von der Klinik organisierte Arbeitsausflug zum „Flumserberg“, wo man Schlitten- und Skifahren konnte und danach zum Abendessen ein Buffet hatte, welches von der PUK bezahlt wurde. So habe ich viele Unterassistenten und auch Ärzte erst richtig kennengelernt. Auch in meinem Wohnheim in der Vogelsang Straße war ich gut eingebunden, da dort fast nur deutsche PJler untergekommen sind. Ein gemeinsamer „Tatort“-Abend und gemeinsames Kochen haben das Arbeiten an der Klinik erleichtert.

Fazit

Das Schöne an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich war, dass ich mir frei einteilen konnte, was ich wie, wann und wo mache und wie viel ich mich in einzelne Tätigkeiten involvieren konnte. Interesse war immer gern gesehen, aber man hat mir auch Freiraum gelassen, wenn ich zu Hause etwas mehr lernen wollte oder andere Therapien kennen lernen wollte. Dafür bin ich der PUK und meinen Betreuern sehr dankbar!

Durch meine hohen Erwartungen aufgrund der bisherigen Bewertungen der PUK hätte ich mir allerdings auch eine etwas striktere Betreuung gewünscht, das heißt jemanden, der mit mir die Patientenvorstellung übt, die Differentialdiagnosen detaillierter bespricht, mich fordert, nicht gewusste Dinge nachzulesen usw. Die Lehre des „Götti“ ist nicht standardisiert und daher auch nicht einheitlich. Durch eine Vereinheitlichung und Festlegung der Aufgaben wäre eine bessere Betreuer-Unterassistenten-Beziehung möglich.

Dennoch hätte ich diesen PJ-Abschnitt in der Psychiatrie an der PUK nicht missen wollen und habe unglaubliche Menschen dort kennengelernt. Abschließend kann ich es nur jedem, der sich für die Psychiatrie interessiert, wärmstens empfehlen, ein Praktikum an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich zu machen.

Anna Hanszke,

München, Juni 2015

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