Famulatur in Argentinien – Endokrinologie

19. Februar 2015

in Argentinien, Chancen im Ausland, Endokrinologie, Fachgebiet, Famulatur im Ausland, Land

Argentinien, Buenos Aires, Hospital Italiano de Buenos Aires (01.04.-04.06.2014)

“Che, boludo!” Sowohl die Wahl des Hospital Italiano für meine Famulatur als auch meine Entscheidung für Buenos Aires, dieser verrückten, aufregenden, melancholischen Stadt mit ihrem morbiden Charme, die ich in dieser kurzen Zeit in mein Herz geschlossen habe, bereue ich nicht. Allen, die sich für eine Famulatur oder einen PJ-Abschnitt in Buenos Aires interessieren, kann ich nach meiner Zeit sagen, es lohnt sich!

Meine Motivation – die spanische Sprache und Lateinamerika

Mafalda II (San Telmo)
Mafalda II (San Telmo)

Bereits seit der Schulzeit begeistere ich mich für die spanische Sprache. Da ich schon mehrmals in Spanien war, zog es mich nun schon seit einiger Zeit nach Lateinamerika. Der südamerikanische Kontinent ist bis auf Brasilien und einige Staaten im Norden überwiegend spanischsprachig. Diese Gegebenheit lässt einem natürlich die große Auswahl. Weshalb meine Auswahl aber gerade auf Argentinien und Buenos Aires gefallen ist, versuche ich im Folgenden zu erklären.

Zunächst sei aber für alle, die überlegen, dort hinzureisen – ob für eine Famulatur, ein PJ oder schlicht für eine tolle Zeit – gesagt: Lasst Euch nicht von der Idee abbringen! Es lohnt sich!

Buenos Aires, das aufgrund seiner häufig sehr europäischen Architektur auch als das „Paris Südamerikas“ bezeichnet wird, ist eine wahrhafte Metropole am Río de la Plata und zählt mit seinen Vororten zu den größten und bevölkerungsreichsten Städten der Welt. Italienische, spanische, französische und deutsche Einwanderer haben die argentinische Mentalität nachhaltig geprägt. Der argentinische Patriotismus, Tango, Mate, Evita, Carlos Gardel, „Las Malvinas“ und natürlich die Sportart Nummer eins, „el fútbol“, sind hier allgegenwärtig und machen Buenos Aires zu einer der faszinierendsten und aufregendsten Städte der Welt. Dazu jedoch später mehr.

Das Krankenhaus meiner Wahl war das „Hospital Italiano de Buenos Aires“, also das italienische Krankenhaus, welches vor über 100 Jahren von Auswanderern aus Italien gegründet wurde. Neben dem deutschen und dem britischen Krankenhaus zählt es zu den angesehensten Krankenhäusern der Stadt und des Landes. Vor allem machte man mit einer sehr erfolgreichen Transplantationshistorie auf sich aufmerksam und es zählt auch heute noch zu den wichtigsten Transplantationszentren Südamerikas.

Es ist ein privates Krankenhaus mit einer eigenen landesweiten Versicherung. Unter den privaten Einrichtungen ist es aber auch für „nicht-Privilegierte“ noch einigermaßen erschwinglich, weshalb die Patientenklientel durchaus aus allen möglichen Bevölkerungsschichten kommen kann. Der medizinische Standard dort ist mit dem bei uns in Europa vergleichbar. In den „Hospitales Públicos“, den öffentlichen Krankenhäusern, ist dies leider nicht der Fall.

Ich ging also mit hohen Erwartungen nach Südamerika. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Erster Schritt – die Bewerbung

Etwa ein halbes Jahr bevor ich meine Famulatur in Argentinien beginnen wollte, erhielt ich über einen deutschen Ernährungsmediziner den Kontakt zu einer Ärztin, einer Diabetologin und Endokrinologin im Hospital Italiano. Sie verwies mich an die zuständige Ansprechpartnerin vom Instituto Universitario, die sich um ausländische Medizinstudenten und Praktikanten kümmert und deren Bewerbungen bearbeitet.

Folgende Unterlagen sollte ich per Post (!) einschicken:

– ein Motivationsschreiben,

– zwei Empfehlungsschreiben von Universitäts-Professoren ,

– einen Sprachnachweis,

– eine schriftliche Bestätigung meiner Universität (Formular wird zugeschickt),

– einen Versicherungsnachweis und

– das ausgefüllte Bewerbungsformular.

Da ich relativ spät von den zu organisierenden Dokumenten erfuhr und die Zeit am Ende aufgrund einer einzuhaltenden Frist fast noch knapp wurde, empfiehlt es sich, die Kontaktaufnahme ein Jahr im Voraus vorzunehmen, damit kein unnötiger Stress entsteht. Der Mailverkehr mit der zuständigen Ansprechpartnerin vom Instituto Universitario und der betreffenden Ärztin funktionierte reibungslos, auch wenn man manchmal ein wenig auf eine Antwort warten musste.

Am Ende kommt man in Argentinien mit viel Geduld und der nötigen Gelassenheit eben meist zum gewünschten Ziel. Lasst Euch nicht von dem Chaos verunsichern, aus dem es zunächst scheinbar kaum Auswege gibt. Auch das gehört zur argentinischen Lebensweise dazu.

Wichtige Punkte der Vorbereitung

Obelisco auf der Avenida 9 de Julio - das Wahrzeichen von Buenos Aires
Obelisco auf der Avenida 9 de Julio – das Wahrzeichen von Buenos Aires

Nach der erfolgreichen Bewerbung konnten schließlich die Vorbereitungen beginnen.

Literaturempfehlungen:

– Lonely Planet „Argentinien“

– Marco Polo „Argentinien und Buenos Aires“

http://www.timeout.com/buenos-aires

http://www.buenosaires.gob.ar

– Spanisch für Mediziner (Thieme)

– iOS und Android App: „Tripadvisor Offline City Guides“ (mit Offline Karte und Ortung per GPS)

Visum:

Wer als Europäer nach Argentinien reist, erhält bei der Einreise am Flughafen einen Stempel in seinen Reisepass, auf dem die Anzahl der genehmigten Aufenthaltstage zu lesen ist: 90 Tage! Wer länger als diese drei Monate in Argentinien verbringen möchte, sollte eine Bootsfahrt nach Uruguay auf die andere Seite des Río de la Plata oder einen Besuch der brasilianischen Seite der sehr zu empfehlenden Iguazú-Wasserfälle in Erwägung ziehen. Hier erhält man dann bei erneuter Einreise nach Argentinien wieder sein „90-Tage-Visum“. Natürlich bietet sich hierfür auch jedes andere Land an. Wer eine solche Aus- und Wiedereinreise versäumt, muss beim Abflug nach Deutschland mehrere Hundert Dollar zahlen.

(Anm.d.Red.: Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich rechtzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.)

Impfung:

Im Prinzip müssen keine besonderen Impfmaßnahmen getroffen werden. Der Hepatitis B und A Impfschutz sollte aber vorhanden sein. Wer einen Ausflug zu den Iguazú-Wasserfällen im Norden anstrebt, sollte sich aber frühzeitig um eine Gelbfieber-Impfung in Deutschland kümmern, da der dortige Urwald zum Gelbfieber-Endemie Gebiet zählt. Der Impfschutz hält mindestens 10 Jahre (evtl. sogar lebenslang) und tritt 10 Tage nach der Impfung in Kraft.

Achtung: Häufig ist die Anzahl an vorrätigen Impfstoffen begrenzt!

Meine Arbeit am Hospital Italiano de Buenos Aires

Das Hospital Italiano de Buenos Aires
Das Hospital Italiano de Buenos Aires

Am Hospital Italiano de Buenos Aires, einem sehr modernen Gebäude mit historischem Charme (wie viele Gebäude in der Stadt; trifft allerdings nur auf den Charme zu), war ich vom ersten Tag an bei allen Ärzten willkommen und wurde überaus herzlich aufgenommen.

Ich durfte nach Belieben an allen Untersuchungen, Sprechstunden, Visiten und Fortbildungen teilnehmen und habe in diesem Hinblick auch einiges gelernt. Da die Endokrinologie wohl nicht das praktischste Fach der Medizin ist, ist dieser Tatsache wohl auch geschuldet, dass ich an Untersuchungen am Patienten selbst nicht allzu viel dazu gelernt habe. Vielmehr waren die Assistenz- und Oberärzte sehr bemüht und interessiert daran, mit mir die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Diabetes-Entstehung und -Therapie zu diskutieren. Auch während Visiten besprach man das weitere Vorgehen meist ausschließlich am Computer anhand der aktuellsten Laborwerte. Hier hat mir persönlich ein wenig der Patientenkontakt gefehlt. Die Stimmung im Team war aber stets sehr locker und man sollte sich nicht scheuen, Fragen zu stellen, wenn Unklarheiten auftreten.

In die klinische Arbeit wurde ich leider kaum eingebunden. Von Dra. Alvarez bekam ich schließlich die Aufgabe, ihr bei ihrer Studie über den Zusammenhang von Diabetes und Depression zu helfen.

Ein typischer Tagesablauf sah also schließlich wie folgt aus:

– Frühbesprechung (inklusive einer Runde „Mate“) um ca. 8:00 Uhr (Verspätungen gibt es in Argentinien nicht)

– Visite im ganzen Haus bis 12:00 Uhr

– Mittagspause

Und nachmittags:

– diabetologische Sprechstunde mit Dra. Alvarez

– allgemein-endokrinologische Sprechstunde mit dem sehr netten Dr. Javier Giunta (interessanter, da man hier auch viele seltenere Krankheiten zu Gesicht bekommt)

– Diabetische Fuß-Sprechstunde

– wissenschaftliche Arbeit mit Dra. Alvarez bei ihrer Studie

Dass mein selbstständiger Aufgabenbereich im Hospital Italiano wohl eher begrenzt war, ist aber ausschließlich meiner Fach Wahl (Endokrinologie) zu schulden. Alle Ärzte waren zu jeder Zeit bemüht, mir den Aufenthalt so angenehm und lehrreich zu machen wie möglich. So konnte Dra. Alvarez sogar mehrmals mein Beiwohnen bei interessanten OPs (Schilddrüsenresektion etc.) organisieren. Dem Chef der Endokrinologie sollte ich meine Telefonnummer geben, damit er mich erreicht, falls eine Pankreastransplantation stattfinden würde. Alles in allem, kann man sich also nicht wirklich beklagen.

Falls Ihr eine entspannte Famulatur mit endokrinologischem Schwerpunkt, einem super netten Ärzteteam und Zeit zur freien Verfügung für die Erkundung von  Buenos Aires und für Reisen wünscht, dann kann ich Euch die Endokrinologie des Hospital Italiano wärmstens ans Herz legen. Wenn Ihr mehr praktische Erfahrung sammeln wollt, wäre vielleicht eine andere Abteilung in der Inneren Medizin des Hauses oder sogar die Chirurgie die bessere Wahl. Mit den Ärzten dort habe ich auch durchweg gute Erfahrungen gemacht. Sehr zu empfehlen ist hier die Hals- und Kopfchirurgie („Cirugía de Cabeza y Cuello“) unter dem Chefarzt Dr. Marcelo Figari.

Um noch einmal auf die zeitliche Belastung während Eurer Zeit im Hospital Italiano zurückzukommen: Ihr seid jederzeit herzlich willkommen, an allem teilzunehmen, was Euch Spaß macht und werdet, was das vorausgesetzte Wissen angeht, als gleichwertiger Kollege behandelt. Wenn Ihr aber zudem einen Teil Eurer Zeit in Buenos Aires auch außerhalb des Krankenhauses genießen wollt, hat jeder Arzt hierfür vollstes Verständnis. Die zeitliche Arbeitsbelastung hängt schließlich von Euch selbst ab. Am Ende kommt es auf die richtige Mischung von Zeit im Krankenhaus und Freizeit an. Für das, was man am Ende für sich mitnimmt, ist man selbst verantwortlich.

Wohnen in Buenos Aires

Die Avenida Coronel Diaz in Buenos Aires
Die Avenida Coronel Diaz in Buenos Aires

Ich persönlich habe bei einer Freundin meiner Familie in der Nähe des Krankenhauses in „Almagro“ gewohnt. Die Lage ist sehr zu empfehlen, da ich zu Fuß in wenigen Minuten am Hospital war. Dies hat in Buenos Aires Seltenheitswert, da man für vieles die „Subte“ (U-Bahn) oder die „Colectivos“ (Busse) des öffentlichen Personenverkehrs verwendet, die allerdingt immer überfüllt und nie pünktlich sind und deren Fahrer häufig streiken.

Die erfahrungsgemäß beste Art der Unterkunft in Buenos Aires ist definitiv eine Wohngemeinschaft, entweder mit anderen internationalen Studenten oder mit argentinischen Studenten. Nur so lernt man Leute kennen und kann Kontakte knüpfen. Wendet Euch hierfür beispielsweise an www.compartodepto.com , www.buenosaires.de.craigslist.org , http://www.pisocompartido.com.ar , http://www.baisargentina.com (Buenos Aires International Students) oder http://mundolingo.org/buenos_aires . „Mundo Lingo“ ist darüber hinaus eine tolle Gelegenheit, nette Leute kennenzulernen und seine Sprachkenntnisse zu verbessern.

Finanzierung des Aufenthaltes

Zur Finanzierung meines Auslandsaufenthaltes konnte ich leider auf kein Stipendium zurückgreifen. Demnach musste alles aus „eigener Kasse“ gezahlt werden.

Für günstige Flüge lohnt es sich definitiv, einmal bis zweimal pro Woche auf www.urlaubspiraten.de nach Angeboten oder „Error Fares“ für Buenos Aires nachzusehen. Für meine Flüge mit AirBerlin habe ich insgesamt ca. 800€ gezahlt. Wenn man Glück hat, bekommt man aber auch bereits Flüge für 300-400€.

In Argentinien selbst sieht es finanziell für uns Europäer sehr gut aus, wohingegen die von Inflation und Staatskrisen gebeutelten Argentinier selbst unter dem schlechten Kurs des Pesos leiden. Der offizielle Kurs schwankte während meines Aufenthaltes zwischen 1:9 und 1:12. Tauscht man zu diesem Kurs seine Euros in argentinische Pesos, gestaltet sich das Leben schon deutlich günstiger als in Deutschland. Da aber quasi alle „schwarz“ tauschen und dies auch mehr oder weniger akzeptiert ist, so steht z.B. ein Geldhändler neben einem Polizisten in der Einkaufsstraße, empfiehlt es sich, entweder in einer Geldstube oder bei den sogenannten „Arbolitos“, den Straßenhändlern in der „Calle Florida“, zu tauschen. Fragt aber in jedem Fall unter Bekannten, Freunden etc. nach deren Erfahrungen und trefft dann erst Eure Entscheidung. Der mehr oder minder „illegale“ Geldtausch reicht von sehr seriösen Geldstuben bis hin zu Leuten, die Euch komplett über den Tisch ziehen. Auch Raubüberfälle kommen vor. Hier also keine leichtsinnigen Entscheidungen!

Den aktuellen Kurs, offiziell und inoffiziell, erfahrt Ihr unter www.dolarblue.net .

Leben in Buenos Aires

Che Guevara
Che Guevara

Um den Argentiniern, den „Porteños“, so heißen die Einwohner von Buenos Aires, und dem stolzen Land Argentinien gerecht zu werden, müsste ich einen dicken Wälzer schreiben. Ich versuche Euch dennoch einige wichtige Eigenschaften und Informationen zu vermitteln.

1.) „Mate“

Das koffeinhaltige Nationalgetränk kann am ganzen Tag und in jeder vorstellbaren Situation getrunken werden. Es wird aus Bechern unterschiedlichster Form und Materialien, dem eigentlichen „Mate“, mit einer Art metallenem Strohhalm („Bombilla“) getrunken. Der Tee wird „Yerba“ genannt und in dem Becher mit heißem Wasser, jedoch nur bis 85°C, aus einer Thermoskanne („termo“) aufgefüllt.

Das Mate-Trinken hat Tradition in Argentinien und jede Region behauptet von sich, die „wahren“ Regeln und Normen des Präparierens und Servierens zu kennen. In jedem Fall führt es Menschen zusammen. Es wird nämlich zu zweit oder in größeren Runden immer nur aus einem einzigen Becher getrunken, der dann herumgereicht wird.

2.) „Che“

Die genaue Bedeutung von „Che“ ist nicht ganz eindeutig. Es bedeutet so viel wie „Hey“, oder „Sag mal, …“ und wird von den Argentiniern in jedem Zusammenhang und in allen Situationen verwendet.

3.) „Castellano Rioplatense“ – Das „Río-de-la-Plata-Spanisch“

Den Argentiniern und Uruguayern wird nachgesagt, den schönsten spanischen Dialekt zu sprechen. Darüber kann sicherlich gestritten werden. Definitiv ist die Aussprache zunächst gewöhnungsbedürftig. Das doppelte „l“ („bombilla)“ wird ebenso wie das „y“ („yo“) wie das deutsche „sch“ ausgesprochen – also „bombischa“ und „scho“. Weitere Besonderheiten sind das in Südamerika übliche „vos“ anstelle von „tú“ bzw. „ustedes“ anstelle von „vosotros“.

4.) „Boca“ vs. „River“

Beim Fußballduell der „Boca Juniors“ gegen „River Plate“, auch „El superclásico“ genannt, sind die Straßen der Stadt wie leergefegt. Der Großteil der Bewohner von Buenos Aires sympathisiert mit einem der beiden Vereine. So elektrisiert und polarisiert dieses Duell mindestens zweimal jährlich die ganze Stadt. Ein Besuch eines Fußballspiels ist sehr zu empfehlen! Wendet Euch dafür beispielsweise an die sehr gute Sprachschule „El Pasaje Spanish“ (http://www.elpasajespanish.com ), die Besuche mit Führern anbietet.

5.) Kriminalität

Ich hatte während meines kompletten Aufenthaltes in Buenos Aires keine Probleme mit Kriminalität. Dies könnte damit zusammenhängen, dass ich entweder großes Glück gehabt oder dass ich mich an gewisse Regeln gehalten habe.

Wenn man stets auf sein Portemonnaie und sein Handy aufpasst und beispielsweise seinen Rucksack in den öffentlichen Verkehrsmitteln vor der Brust trägt, macht man sich für Taschendiebe bereits unattraktiver. Manche Banden wenden noch den „Senf-Trick“ an, bei dem sie Euch Senf auf die Jacke schmieren und anbieten, diesen abzuwischen, während Euch ein Komplize die Taschen leert. Vorsicht sei vor allem in „Microcentro“ und „San Telmo“ geboten, wo man sich aber ansonsten ohne Sorge frei bewegen kann.

Nachts sollte man es generell eher vermeiden, alleine durch die Straßen zu ziehen. Es gibt aber auch Gebiete, von denen man sich als Ausländer generell fernhalten sollte. Dazu zählt mit Sicherheit der berüchtigte Hafenstadtteil „La Boca“ abseits des Touristenmagneten „El Caminito“ mit den zahlreichen bunten Wellblechhäusern. Auch in den Straßen um den Bahnhof „Retiro“ herum sollte man sich nicht unbedingt aufhalten.

Aber keine Angst! Wer umsichtig ist und ein wenig die Augen offen hält, dem passiert in Buenos Aires genau so wenig wie in Berlin.

Mein Fazit

Mein Aufenthalt in Buenos Aires hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht!

Sowohl die Wahl des Hospital Italiano de Buenos Aires für meine Famulatur als auch meine Entscheidung für Buenos Aires, dieser verrückten, aufregenden, melancholischen Stadt mit ihrem morbiden Charme, die ich in dieser kurzen Zeit in mein Herz geschlossen habe, werde ich nicht bereuen.

Oder mit den Worten von Carlos Gardel: „Mi Buenos Aires querido, quando yo te vuelva a ver…“.

S. Ludwig

Aachen, November 2014

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *