RISE-Programm weltweit – Internationale Forschungspraktika zur Förderung des Studierendenaustausches

4. Juli 2014

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Kennt Ihr das, wenn die schönsten Dinge unerwartet kommen? So ähnlich war es auch bei mir. Im Herbst letzten Jahres hatte Herr Peter Karle (Medizinernachwuchs.de) in einem Post auf seiner Facebook-Seite meine Aufmerksamkeit auf das „Research Internships in Science and Engineering“  – Programm, kurz „RISE“ genannt, gelenkt. Deshalb gilt ihm mein besonderer Dank, dass es überhaupt zu meiner Bewerbung für dieses fantastische Forschungsprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) kam. Heute möchte auch ich Euch für Forschung im Ausland begeistern.

Warum mit dem „RISE-Programm“ ins Ausland?

Der Blick auf meine Universität - die Charité in Berlin - von der Reichstagskuppel aus
Der Blick auf meine Universität – die Charité in Berlin – von der Reichstagskuppel aus

Hier habt Ihr die einzigartige Möglichkeit, Forschung mit Vergnügen zu verknüpfen. Es werden nämlich auf jedem Kontinent Forschungspraktika angeboten. Nur um Euch eine kleine Auswahl an Ländern zu nennen: Argentinien, Brasilien, Chile, Hong Kong, Italien, Neuseeland, Norwegen, Spanien, Singapur, Südafrika, Türkei, Vietnam.

Aus einer riesigen Online-Datenbank dürft Ihr bis zu drei naturwissenschaftliche Projekte auswählen. Das in diesem Rahmen vergebene Stipendium umfasst neben einer Pauschale für Reise- und Lebensunterhaltskosten, die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Zielland, auch eine kombinierte Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung.

Von der Bewerbung bis zum Abflug

Mit meinen amerikanischen Freunden vor dem Spiegelturm der Reichstagskuppel in Berlin
Mit meinen amerikanischen Freunden vor dem Spiegelturm der Reichstagskuppel in Berlin

Im groben Überblick möchte ich Euch hier mit dem Bewerbungs- und Betreuungsprozess vertraut machen:

1)    Registrierung: Bis zum 7. Semester könnt Ihr Euch für das Programm anmelden. Zunächst registriert Ihr Euch auf www.daad.de/rise/de. Dort findet Ihr ausführliche Informationen zu den aktuellen Fristen und Terminen, eine genaue Auflistung aller einzureichenden Unterlagen und natürlich die Datenbank mit den Projekten. Unter dem Menüpunkt „frequently asked questions (FAQs)“ findet Ihr ebenfalls zahlreiche Antworten.

2)    Projektauswahl: Jetzt habt Ihr das Vergnügen, aus der Fülle an Projektvorschlägen bis zu drei Favoriten auszuwählen.

3)    Motivationsschreiben: Für jedes Projekt müsst Ihr ein Motivationsschreiben verfassen. Überlegt Euch daher vorher gut und genau, ob Ihr Euch nur für eins, zwei oder drei Projekte begeistert.

4)    Unterlagen: Alle erforderlichen Unterlagen ladet Ihr online in Euer Benutzerkonto hoch. Die vorgegebene Frist ist dabei unbedingt einzuhalten.

5)    Ergebnismitteilung: Etwa Anfang März erhaltet Ihr das Ergebnis der Auswahl per Email.

6)    Weitere Bürokratie: Nach positivem Bescheid folgen viele Emails vom RISE-Team. Unter anderem erhaltet Ihr einen Onlinezugang zum DAAD-Portal, wo Ihr im Laufe der folgenden Monate eine Vielzahl von Dokumenten wie die Stipendienurkunde, Informationen zur Auslandskrankenversicherung und viele weitere ausführliche Informationen rund um das Forschungspraktikum erhaltet.

7)    Vernetzung: In meinem Fall fand die Vernetzung mit anderen Stipendiaten über eine Facebook-Gruppe statt, die von der RISE-Ansprechpartnerin erstellt wurde. Hier könnt Ihr z.B. erfragen, wer ebenfalls mit Euch in der gleichen Stadt ein Praktikum macht. So lassen sich gemeinsame Ausflüge planen. Auch über länder-spezifische Anliegen wie z.B. Visum, Unterkunft etc. könnt Ihr Euch hier austauschen.

8)    Geduld: Aufgrund der vielen Stipendiaten, die zu unterschiedlichen Zeiten ihr Praktikum antreten, erhaltet Ihr viele Dokumente des DAAD zum Teil erst Monate nach der Zusage. Die offizielle Bescheinigung, die Ihr zur Beantragung des Visums benötigt, wird dagegen sehr zügig versendet.

Persönliche Tipps

Zusammen mit meinem amerikanischen Besuch auf der Aussichtsplattform der Reichstagskuppel
Zusammen mit meinem amerikanischen Besuch auf der Aussichtsplattform der Reichstagskuppel

Vier Hilfestellungen und Anmerkungen möchte ich Euch mit auf den Weg geben:

1)    Finanzielles: Stellt Euch bitte darauf ein, das Stipendium lediglich als großen Zuschuss anzusehen, da die tatsächlich anfallenden Kosten, v.a. für die Unterkunft in teuren Städten, oft deutlich höher ausfallen können.

2)    Projektauswahl: 8-12 Wochen kann eine sehr lange Zeit sein, wenn das Projekt einem nicht hundertprozentig zusagt. Ich lege Euch daher ans Herz, nur Forschungsprojekte auszuwählen, die Euch wirklich interessieren. Ich selbst habe mich nur für ein einziges Projekt beworben, obwohl bis zu drei wählbar sind.

3)    Flugbuchung: Wartet (Monate) mit der Buchung. Nachdem ich regelmäßig zwei Monate nach Ergebnismitteilung die Preise mitverfolgt habe, entschloss ich mich endlich den Hin- und Rückflug zu buchen. Hätte ich allerdings noch 1-2 Monate gewartet,  wäre der Flugpreis um 300.- EUR gesunken.

4)    Visum: Informiert Euch gleich nach Mitteilung des Auswahlergebnisses darum, welches Visum in dem jeweiligen Land gefordert wird und kümmert Euch rechtzeitig um die Beantragung. Dies liegt nämlich nicht im Aufgabenbereich des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, weshalb dementsprechend die Visagebühren nicht vom DAAD übernommen werden.

Mein Fazit

Der Reichstag - das Wahrzeichen Berlins im wunderschönen Sonnenlicht
Der Reichstag – das Wahrzeichen Berlins im wunderschönen Sonnenlicht

Sowohl den übersichtlichen Bewerbungsprozess als auch die kontinuierliche Kommunikation seitens des RISE-Teams kann ich nur positiv bewerten. Wer definitiv an Forschung interessiert ist, sollte unbedingt an diesem Programm teilnehmen. Es bietet den idealen ersten Einblick in die Forschung im Ausland.

Ansonsten kann ich jedem nur die Facebook-Seite von Herrn Peter Karle empfehlen. Dort werdet Ihr regelmäßig mit spannenden Berichten über die tollsten Veranstaltungen bzw. Möglichkeiten im In- und Ausland informiert.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Bewerbung!

Thi Minh-Thi Do

Berlin, Juni 2014

Mein Forschungsaufenthalt in den USA

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