PJ in Südafrika – Chirurgie und Plastische Chirurgie

28. Juni 2013

in Chancen im Ausland, Chirurgie, Praktisches Jahr im Ausland, Südafrika

Südafrika, Kapstadt, Groote Schuur Hospital (17.12.2012-05.04.2013)

Das Chirurgie-Tertial meines praktischen Jahres verbrachte ich am Groote Schuur Hospital in Kapstadt. Die Zeit in Südafrika war mit Sicherheit eine der schönsten und ereignisreichsten meines bisherigen Lebens. Die Lehre im Krankenhaus ist einfach sehr gut, wie ich es selbst in der Chirurgie und in der Plastischen Chirurgie nachvollziehen konnte bzw. erleben durfte. Und auch das Kennenlernen von Land und Kultur kommt auf keinen Fall zu kurz.

Der Bewerbungsprozess

Das Groote Schuur Hospital in Kapstadt
Das Groote Schuur Hospital in Kapstadt

Die Bewerbung für einen PJ-Abschnitt am Groote Schuur Hospital in Kapstadt, einem der akademischen Lehrkrankenhäuser der University of Capetown, erfolgt durch eine formlose Anfrage bei der zuständigen „elective officer“, die für die internationalen Medizinstudenten verantwortlich ist. Sie antwortet sehr schnell, und wenn Plätze frei sind, bekommt man gleich alle notwendigen Unterlagen und Informationen von ihr per email zugeschickt. Allerdings sollte die Bewerbung frühzeitig erfolgen. Ich habe mich etwas über zwei Jahre im Voraus beworben und konnte bereits nicht mehr zwischen den Abteilungen wählen, da nur noch ein Platz in der Trauma Unit frei war. Allerdings habe ich im Laufe meines Aufenthaltes dort andere Studenten kennengelernt, die sich etwas später beworben hatten und auch noch einen Platz bekommen haben. Das liegt daran, dass immer wieder Medizinstudierende ihre Plätze absagen, von daher, sollte man sich nicht durch die frühen Fristen abschrecken lassen, sondern einfach anfragen.

Zu den Unterlagen, die man von Mrs. Jacobs bekommt, zählen nicht nur Formulare, die man von seiner Heimatuniversität unterschreiben und abstempeln lassen muss, sondern auch eine Adressenliste mit Unterkunftsmöglichkeiten sowie eine Art „Informationsschreiben“ zu „Verhaltensregeln im Krankenhaus“.

Die University of Cape Town bittet ausländische Medizinstudenten ordentlich zur Kasse: vier Wochen PJ kosten inzwischen 5.600 Rand. Zu meiner Zeit waren das etwa EUR 480.-. Für den aktuellen EURO-Preis kann man z.B. unter folgendem Link die aktuelle Umrechnung erfrahren: http://www.umrechner-euro.de/rand-in-euro .

Dazu kommt noch die Registrierung beim HPCSA (Health Professions Council of South Africa). Diese beträgt derzeit umgerechnet etwa EUR 50.-. Die jeweils aktuellen Gebühren sind unter folgemdem Link einsehbar: http://www.hpcsa.co.za/ . Man bekommt dies jedoch alles schriftlich von der zuständigen „elective officer“ zugeschickt.

Visum und Impfungen

Botanischer Garten Kirstenbosch
Botanischer Garten Kirstenbosch

Wenn man länger als drei Monate in Südafrika bleiben möchte, braucht man eine sogenannte „befristete Aufenthaltserlaubnis“. Genaue Informationen dazu gibt es auf der Homepage der Südafrikanischen Botschaft in Berlin unter: http://www.suedafrika.org/visadokumente/befristete-aufenthaltsgenehmigung.html
Dort gibt es den Antrag zum Download und eine Liste mit den einzureichenden Unterlagen. Man sollte beachten, dass dafür bestimmte Fristen vorgeschrieben sind. So dürfen die einzureichenden Dokumente, wie z.B. polizeiliches Führungszeugnis, Ärztliches Attest usw. nicht älter als sechs Monate zum Zeitpunkt des Antrages sein, und der Antrag selbst darf erst drei Monate vor der Einreise nach Südafrika gestellt werden. Hierzu muss der eigene Reisepass an die Botschaft verschickt werden. Dies ist besonders dann relevant, wenn man sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Ausland befindet und Südafrika das letzte Tertial sein sollte, und man auch schon vorher im Ausland unterwegs ist.

Der Antrag auf ein Visum kostet derzeit EUR 52.-. Allerdings muss man, unabhängig von dem Besitz eines Rückflugtickets, zusätzlich eine Art Kaution von EUR 767.- hinterlegen, die man zurückbekommt, sobald man wieder in Deutschland ist. Falls man, wie ich, mit Familie reist, mein Mann hatte mich im Rahmen der Elternzeit mit unserer Tochter begleitet, müssen alle Familienmitglieder einen Visums-Antrag stellen und auch für jedes Familienmitglied muss die Barhinterlegung gezahlt werden. Allerdings braucht man für Kinder unter 12 Jahren z.B. keinen Röntgenbericht mit einzureichen. Preiswerter, möglich, einfacher, aber natürlich auch bedeutend unsicherer ist das Ganze, wenn man ohne Visum einreist und dieses erst vor Ort beantragt. Dann fällt z.B. die Barhinterlegung weg und auch die Antragsgebühr ist wohl etwas niedriger. (Anm.d.Red.: Gerade manche südafrikanischen Universitäten weisen Medizinstudierende in Ihren zugesandten Infos bzw. in Zusagen immer wieder darauf hin, dass ein spezielles Visum verlangt wird und dass man sich dieses im Vorfeld besorgen sollte. Eine vorherige Anfrage bei der zuständigen Botschaft wird also unbedingt angeraten.)

Besondere Impfungen werden keine vorgeschrieben, wenn man direkt aus Deutschland einreist. Allerdings wird bei einem Zwischenstopp in einem Gelbfiebergebiet der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung verlangt. Empfohlen sind natürlich alle STIKO Standardimpfungen. Malariamittel braucht man vor Ort keine, können aber für z.B. einen Besuch im Krüger Nationalpark preiswert im Land gekauft werden.

Flüge, Unterkunft und Auto

  • Der Strand von Camps Bay in Kapstadt
    Der Strand von Camps Bay in Kapstadt

    Flüge

Direktflüge nach Kapstadt gibt es z.B. von Lufthansa ab München oder von Condor ab Frankfurt. Da alle Formalitäten bis auf das Visum schon Jahre im Voraus erledigt sind, hat man allerdings genügend Zeit, sich die günstigsten Angebote zu suchen.

  • Unterkunft

Unterkunftsmöglichkeiten in Kapstadt gibt es sehr viele. Zu der Liste, die man automatisch von der zuständigen „elective officer“ bekommt, kann ich leider nicht viel sagen, da es sich dabei eigentlich nur um Zimmer für Medizinstudenten handelt. Da ich mit meiner Familie gereist bin, haben wir nach einem möblierten Apartment gesucht. Wohnungsangebote gibt es z.B. bei großen internationalen Immobilienfirmen wie z.B. „Seeff“ (http://www.seeff.com/western-cape/capetown.html oder „Remax“ (http://www.remax.co.za/Property-in-Cape-Town-Western-Cape/). Wir hatten zwei Wochen vor unserer Ankunft in Kapstadt eine Absage für unsere eigentlich schon gemietete Wohnung erhalten und dann kurzfristig noch über „Seeff“ eine Wohnung bekommen. Die Vermittlungsgebühr dafür betrug umgerechnet etwa EUR 80.-.

Aber auch auf http://capetown-westerncape.gumtree.co.za/ ,der „Seite für alles“, oder http://www.privateproperty.co.za/ gibt es viele Wohnungsangebote. Allerdings sind darunter auch viele Ferienwohnungen, die Wochen- und Tageweise vermietet werden. Bei Anfrage sind dann einige Vermieter so freundlich, den Tagessatz einfach auf einen Monat hochzurechnen. Also aufpassen! Die Preise schwanken auch je nach Jahreszeit und Stadtteil, in dem man leben möchte. Wenn man in der Hochsaison fährt, ist es immer etwas teurer.

Der Stadtteil „Observatory“, in dem das Groote Schuur Hospital liegt, ist eher preisgünstig. Allerdings auch weniger sicher und man sollte dort nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr unbedingt das Haus verlassen. Die „Lower Main Road“ in diesem Bezirk mit ihren vielen Bars, Restaurants usw. bildet sicher eine Ausnahme. Tatsächlich wurde während meiner Zeit dort auch eine Studentin tagsüber überfallen und ihr wurden Schnittverletzungen zugefügt.

Wir haben in „Vredehoek“ an der Grenze zu „Gardens“ gewohnt und uns dort sehr wohl gefühlt – auch nach Einbruch der Dunkelheit. Mit dem Auto, das man in jedem Fall braucht, ist man von dort aus in knapp 10 min am Krankenhaus. „Sichere“ Stadtteile sind z.B. „Vredehoek“, „Oranjezicht“, „Gardens“, „Tamboerskloof“, aber auch der Küstenstreifen mit „Greenpoint“, „Seapoint“ usw. Auch z.B. in „Houtbay“ lässt es sich gut leben, allerdings sind die Fahrtwege nicht zu unterschätzen.

  • Auto

Ein Auto ist in Kapstadt ein absolutes Muss. Den Internationalen Führerschein sollte man nicht vergessen. Auch wenn seit der Fußball WM 2010 das öffentliche Verkehrsnetz ausgebaut oder überhaupt erst gebaut wird, hat man ohne Auto keine Chance. In der Klinik kann man als Medizinstudent sehr vergünstigt im Parkhaus parken – etwa 50.- Rand/Monat.

Es besteht die Möglichkeit sich ein Auto zu mieten oder zu kaufen. Es gibt sowohl Langzeitvermieter als auch Autoverkäufer, die zu festen Konditionen das Auto zurückkaufen. Wir waren der Ansicht, das vor Ort nach einem Auto zu suchen, wohl günstiger wäre, als es im Vorfeld zu mieten, hatten aber nicht bedacht, dass wir in der absoluten Hochsaison ankommen und es schwierig sein würde, überhaupt noch ein Auto zu bekommen. So waren wir knapp eine Woche ohne Auto. Der Tipp eines Freundes hatte uns dann zu „ULF“ gebracht (http://www.ulf.co.za/rates/ ). Ein sehr netter Deutscher, der auch mal sonntags persönlich vorbeikommt und eine Birne auswechselt, wenn das Licht nicht mehr funktioniert. EUR 350-400.- sollte man für ein Auto monatlich schon einkalkulieren. Wenn man allerdings bereit ist, sowohl auf ein Radio als auch auf eine Klimaanlage zu verzichten, geht es auch noch günstiger.

Auch internationale Anbieter wie z.B. Hertz und Europcar sind lokal vertreten und bieten Langzeitvermietungen an. Wenn das Auto vor Ort gemietet wird, sind die Preise deutlich unter den Mietpreisen aus Deutschland. Der Vorteil einer internationalen Agentur ist oft eine bessere Verfügbarkeit und unlimitierte Kilometer – wichtig, wenn man z.B. bis in den Norden des Landes fahren möchte. Lokale Anbieter haben sonst oft einen maximalen Aktionsradius von 500km, was in diesem Land nicht viel ist. Dafür liegen die Preise der Internationalen Anbieter ca. 15 Prozent über denen der lokalen Anbieter.

Die Ankunft im Groote Schuur Hospital

Am ersten Tag meldet man sich bei der zuständigen „elective officer“ im Büro. Dies befindet sich direkt neben dem Groote Schuur Hospital in einem Gebäude der Medical School. Dort befinden sich z.B. auch die Mensa und die Bibliothek. Direkt vor dem Gebäude gibt es einen Shuttlebus, mit dem man anschließend zum Universitätscampus fährt, wo man mit den Unterlagen von der netten zuständigen „elective officer“, dem eigenen Personalausweis und einem Foto, welches direkt vor Ort gemacht wird, dann einen „Visiting Medical Student“-Ausweis erhält.

Diese Chipkarte mit Bild ist der wichtigste Identifikationsausweis für die Dauer des Aufenthaltes und öffnet im Krankenhaus nicht nur Türen, sondern wird z.B. auch zum Drucken und Kopieren in der Bibliothek benötigt. Anschließend fährt oder läuft man wieder zurück in die Stadt und meldet sich auf der jeweiligen Station. Zurücklaufen ist sehr schön, dauert etwa 40min und sollte man mal gemacht haben, den Berg hoch sollte man allerdings besser den Shuttlebus nehmen.

Meine Arbeit auf der Chirurgie

  • Wachsfigurennachstellung der 1. Herztransplantation im Herzmuseum
    Wachsfigurennachstellung der 1. Herztransplantation im Herzmuseum

    In der Trauma Unit

Die erste Zeit meines PJ-Abschnittes am Groote Schuur Hospital in Kapstadt verbrachte ich in der Trauma Unit. Man meldet sich bei der Stationssekretärin, die sehr nett ist, einem alles erklärt, über die Station führt und, wenn gerade greifbar, den wichtigsten Leuten vorstellt. In der Abteilung besteht die Möglichkeit gegen eine Kaution einen Schlüssel zu einem Schließfach zu bekommen, in dem man seine Sachen verstauen kann.

Die Visite beginnt jeden Morgen um 8:00 Uhr und dauert etwa eine Stunde, wobei die Patienten im sogenannten „Front Room“, der Notaufnahme, und den zwei Stationen visitiert werden. Als Medizinstudent läuft man dort eigentlich nur mit. Wenn es interessante Fälle gibt und eine OP geplant ist, kann man die Ärzte gleich fragen, ob man mit in den OP darf.

Ansonsten ist die Hauptaufgabe der Studenten eigentlich die Arbeit im „Front Room“. Zu Beginn wird man gefragt, was man alles kann und was noch nicht – und dann geht’s auf zu den Patienten. Man darf sehr viel, bis fast alles machen, wird aber dennoch nie alleine gelassen und hat immer einen Ansprechpartner. Ab dem ersten Tag heißt es also gleich Patienten aufnehmen, die Fälle und das jeweilige weitere Prozedere besprechen, Messerstichverletzungen nähen, Gipsschienen anlegen und/oder ab in den OP. Die Medizinstudenten teilen sich untereinander die Dienste ein. Es ist zwar keine Pflicht, aber es wird durchaus erwartet, dass man auch Nacht- und Wochenenddienste übernimmt. Schuss-, Messerstich- und Bissverletzungen, v.a. menschliche Bisse, sind häufig, genauso wie alle möglichen Frakturen.

In den Unterlagen, die man von der zuständigen „Elective Officer zugesendet bekommt, steht z.B., dass man als Student einen weißen Kittel selbst mitbringen und auch immer tragen muss. Dies ist allerdings nicht nötig. Manchmal hat man vereinzelt Medizinstudenten mit einem Kittel gesehen, aber ich habe den Verdacht, dass dies immer „Visiting Students“ an ihrem ersten Tag waren. Auf Station wurde ich nur verständnislos angeschaut, als ich am ersten Tag fragte, ob ich einen Kittel tragen soll. Auch Hemd bzw. Rock und Bluse sind nur vereinzelt zu sehen und wenn dann meist bei Studenten. In der Trauma Unit tragen die meisten Ärzte Jeans und Turnschuhe, teilweise sogar offene Schuhe, was aber wohl jeder für sich selbst entscheiden muss in einer solchen Abteilung.

OP-Kleidung wird gestellt, für Schuhe gibt es Überzieher. Eine Schutzbrille sollte man sich allerdings am besten von zu Hause mitbringen, genauso wie einen eigenen Stauschlauch zum Blutabnehmen.

Die Lehre und die Betreuung sind toll und man darf wirklich viel machen. Allerdings ist es auch sehr anstrengend, da man als Medizinstudent voll in den Arbeitsalltag eingebunden wird und als komplette Arbeitskraft zählt. Wer Interesse an Trauma hat, ist hier aber genau richtig.

  • In der Plastischen Chirurgie

Dank eines anderen Studenten konnte ich relativ rasch in die Plastische Chirurgie tauschen. Wenn man persönlich einen Tauschpartner findet, oder auch einfach nur in Absprache mit der eigenen Abteilung woanders anfragt, ist es in der Regel kein Problem, die Abteilung zu wechseln. Gerade die plastischen Chirurgen freuen sich wohl immer über interessierte Medizinstudenten, zumal es in dieser Abteilung weder einheimische „Interns“, noch – im Gegensatz zur Trauma – einheimische Studenten gibt. Generell sind alle sehr freundlich und freuen sich, wenn man an ihrem Fach Interesse zeigt.

Die Plastische Chirurgie hat keine eigene Station in dem Sinne. Die Sekretärin sitzt im alten Hauptgebäude und die Patientenbetten befinden sich im neuen Hauptgebäude, bei der Abteilung für Urologie. Teilweise liegen die Patienten aber auch im ganzen Haus auf den unterschiedlichsten Abteilungen verteilt und dadurch lernt man während der Visite auch einen großen Teil des restlichen Krankenhauses kennen.

Auch wenn die Ärzte ihre Patienten täglich sehen, gibt es nur einmal wöchentlich eine „große“ Visite mit Chef- und Oberarzt. Der Rest der Zeit verteilt sich die Mannschaft zwischen verschiedenen OP-Trakten und dem „Outpatient Department“. Man muss sich immer an einen Arzt hängen und nach den weiteren Plänen als auch Abläufen fragen. Im Gegensatz zur „Trauma“ ist man hier nicht fest als Arbeitskraft eingeplant. Man darf immer und jederzeit im OP mit an den Tisch, das Assistieren beschränkt sich dann aber meist aufs klassische Haken halten.

Entgegen eines etwas anderen Erfahrungsberichtes im Internet von vor einigen Jahren, ist selbständiges Arbeiten in dieser Abteilung nicht möglich. Auf Grund eines Studenten, der erst kurz vor mir in der Abteilung war, kam dieses Thema auch auf und die Ärzte dort wunderten sich, dass mancher Medizinstudent glaube, nur weil er in „Afrika“ sei, dürfe er arbeiten wie ein Arzt.

Alle sind jedoch sehr nett und bemüht, einem etwas beizubringen und zu erklären, aber fragen auch immer viel. Das Spektrum ist sehr breit und geht von Wiederherstellungschirurgie über die Behandlung von Brandverletzungen, zur Brust- und Ästhetischen Chirurgie. Auch sieht man handchirurgische Eingriffe, viele Kieferbrüche, 50 Prozent macht die Trauma-Unit, die anderen 50 Prozent machen die Plastischen Chirurgen, und gelegentlich sieht man mal eine geschlechtsangleichende Operation.

Nacht- und Wochenenddienste gibt es in der Plastischen Chirurgie keine. Einmal pro Woche gibt es hier während des Semesters Seminare für die einheimischen Medizinstudenten. Diese finden allerdings auch in jeder anderen Abteilung statt und man darf sie auch als „Visiting Student“ immer besuchen. Dazu gibt es einmal die Woche einen Journal Club und eine zusätzliche Fortbildung. Man darf auch mal ein paar Tage ins Red Cross Hospital wechseln, wenn man möchte, da auch die Ärzte dorthin rotieren. Die meisten handchirurgischen Operationen finden beispielsweise dort statt. Einfach immer alles mit den Ärzten vor Ort absprechen, alle sind extrem nett.

Im Unterschied zur Trauma tragen die Ärzte hier allerdings Hemd und Stoffhose. Als Student ist man dazu jedoch nicht verpflichtet und die meiste Zeit verbringt man sowieso im OP.

Leben in Kapstadt – speziell auch mit einem Kleinkind

Der berühmte und faszinierende Blick vom Tafelberg auf Kapstadt
Der berühmte und faszinierende Blick vom Tafelberg auf Kapstadt

Die Liste an Freizeitmöglichkeiten in und um Kapstadt ist immens und man kann Wochen damit zubringen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Reiseführers abzuarbeiten. Allgemeines zur Stadt findet man auf: http://www.capetown.gov.za/en/Pages/default.aspx , http://kapstadt.com/ , http://www.kapstadt.de/ oder auch http://www.kapstadtmagazin.de .

Für einen Aufenthalt mit Kind gibt folgende Seite nützliche Tipps und Hinweise: http://www.capetownkids.co.za/ . Allerdings sind hier leider nicht immer alle Einträge aktuell, also vorher am besten anrufen und nachfragen. Spielgruppen o.ä. gibt es sehr wenige – z.B. Babyschwimmen in Camps Bay http://www.sevenus.com/za/home.php . Dies haben wir aber selbst nicht gemacht. Elternzeit gibt es in Südafrika für Männer vier Tage, für Frauen vier Monate, wobei Frauen weitere zwei Monate unbezahlt verlängern können. Die meisten Babys hier, werden von weiteren Familienmitgliedern oder „Nannys“ betreut, die sich dann in Gruppen z.B. auf einem Spielplatz treffen. Einen Kindergartenplatz hier zu organisieren, ist nicht einfach und kann auch schnell teuer werden – auch hier gibt es oft lange Wartelisten. Viele Kindergärten nehmen Kinder auch erst ab dem Alter von zwei oder drei Jahren auf und das Angebot ist je nach Bezirk unterschiedlich.

In „Hout Bay“ können wir die „First-Friends Playschool“ wirklich weiterempfehlen (http://wikivillage.co.za/first-friends-playschool ). Es ist es in Bezirken etwas außerhalb auch leichter, einen Platz zu ergattern als bei Kindergärten direkt im „Citybowl“, allerdings sind es von „Hout Bay“ auch etwa 25 min Fahrzeit in die Innenstadt und man sollte dies im günstigsten Fall vorher bei der Wahl des Krankenhauses und der Wohnungssuche bedenken.

Deutsche Kindergärten gibt es drei verschiedene in Kapstadt (http://www.dsk.co.za/kindergarten_d.html ), die in unterschiedlichen Bezirken liegen und Kinder ab unterschiedlichem Alter aufnehmen. Was Babysitter angeht, so hat die Agentur „Supersitters“ wohl einen guten Ruf (http://www.supersitters.net ). Da wir allerdings Freunde in Kapstadt hatten, die das Babysitten übernommen haben, haben wir dies nicht selbst ausprobiert. Auf der „Seite für alles“ Gumtree (http://www.gumtree.co.za/ ) gibt es Adressen für Babysitter und Nanny-Organisationen. Einige der Freunde, die wir dort kennen gelernt haben, haben ihre Babysitter darüber gefunden.

Auch wenn alle Gebäude in Kapstadt mit Stacheldraht und Elektrozaun geschützt werden, ist die Stadt im Vergleich zu vielen anderen (Süd-)afrikanischen Städten doch sehr sicher. Tagsüber ist es eigentlich kein Problem, sich in der Innenstadt überall frei und gefahrlos zu bewegen. Nur in die Townships sollte man nicht alleine gehen und das insbesondere nicht bei Nacht.

Wir hatten uns zu Beginn des Aufenthaltes die UR-Card besorgt (http://www.urcard.co.za/ ). Die Homepage ist leider nicht besonders gut, aber gerade wenn man noch ein bisschen reisen will, gibt es mit dieser Karte nicht nur in Kapstadt, sondern auch in vielen anderen Teilen Südafrikas Rabatte bei Unterkünften und Freizeitaktivitäten – aber auch z.B. bei der Autovermietung. Ob sich eine solche Karte für einen lohnt, muss man sich am besten vor der Anreise anschauen. Die Karte ist guthabenbasiert, so dass man seine Ausgaben stets gut im Blick hat und eine südafrikanische Sim-Karte (Vodacom) bekommt man z.B. auch automatisch dazu.

Mein Resümee

Einsame Strände im Robberg Nature Reserve
Einsame Strände im Robberg Nature Reserve

Die Zeit in Kapstadt war mit Sicherheit eine der schönsten und ereignisreichsten meines bisherigen Lebens. Die Lehre im Krankenhaus ist einfach sehr gut, und auch das Kennenlernen von Land und Kultur kommt auf keinen Fall zu kurz.

Vielen Dank an dieser Stelle an das Team von Medizinernachwuchs.de, die mich mit einem Auslandsstipendium bei diesem einmaligen Erlebnis finanziell unterstützt haben.

V., K.
Berlin, Mai 2013
Stipendiatin im Rahmen der Auslandsstipendien 2012-2013

Neue Ausschreibung der Auslandsstipendien

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