PJ in Österreich – Psychiatrie

4. April 2013

in Chancen im Ausland, Österreich, Praktisches Jahr im Ausland, Psychiatrie

Österreich, Wien, Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken (27.08.-14.12.2012)

Zusammen mit meinem Mann, der mich im Rahmen der Elternzeit mit unserer damals neun Monate alten kleinen Tochter begleitete, hatte es mich zu meinem Wahltertial im Rahmen des Praktischen Jahres nach Österreich gezogen, genauer gesagt nach Wien. Ich hatte das Glück, auf eine engagierte Assistenzärztin zu treffen, der die Lehre wichtig war und die mir viel beibrachte, doch sie war leider eine große Ausnahme.

Zum Wahltertial nach Wien

Das Riesenrad im Wiener Prater
Das Riesenrad im Wiener Prater

Das Wahltertial meines Praktischen Jahres absolvierte ich 16 Wochen an der psychiatrischen Universitätsklinik in Wien. Diese Klinik ist Teil des Allgemeinen Krankenhauses (AKH), welches ein Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Wien ist. Die Klinik besteht aus der Abteilung für Biologische Psychiatrie und der Abteilung für Sozialpsychiatrie.

Bisher kannte ich Wien nur als Tourist. Der Wunsch, dort einmal eine längere Zeit zu verbringen, war daher schon viele Jahre vorhanden, weshalb ich mich für ein Tertial hier entschieden hatte. Ebenso erhoffte ich mir, durch die Geschichte der Stadt einen besonderen Einblick in das Verhältnis zwischen „Biologischer Psychiatrie“ und „Psychotherapie“ erhalten zu können. So ist Wien nicht nur bekannt als die Stadt von Siegmund Freud und der Entwicklung der Psychoanalyse, sondern Wien ist z.B. auch Geburtsstadt von Eric Kandel, der die Stadt heute wieder gelegentlich für Vorträge besucht und den ich in meiner Zeit dort auch einmal live hören und sehen konnte.

Die Vorbereitung

Die Vorbereitung für meinen PJ-Abschnitt in Wien war sehr unkompliziert. Ohne vorherige Kontaktaufnahme schickte ich meine Bewerbungsunterlagen ein gutes Jahr im Voraus, eine kurzfristigere Bewerbung wäre allerdings auch möglich gewesen, direkt an den Chefarzt der Klinik und bekam einige Wochen später die formlose Zusage per email, mit der Bitte, mich bezüglich der genauen Stationszuteilung etwa acht Wochen vor Praktikumsbeginn zu melden. Man sollte beachten, dass es mehrmals im Jahr (Sommerferien, Weihnachtszeit) zu sogenannten „Stationssperren“ kommt. Das bedeutet, dass Stationen über mehrere Wochen geschlossen, die Patienten verlegt oder entlassen werden, das Pflegepersonal in Urlaub geht und Ärzte auf andere Stationen verteilt werden. Als ich begann, hatte ich die Wahl zwischen zwei verschiedenen allgemeinpsychiatrischen Stationen, da zu diesem Zeitpunkt alle anderen Stationen gesperrt waren.

Die Wohnungssuche gestaltete sich ebenfalls recht unkompliziert. In diversen Wohnungsportalen im Internet gibt es eine Vielzahl an Wohnungs- und Zimmerangeboten. Da mich mein Mann im Rahmen der Elternzeit mit unserer damals neun Monate alten kleinen Tochter auf der Reise begleitete, hatten wir allerdings gewisse Ansprüche an unsere Unterkunft. So sollte sie mindestens zwei Zimmer haben, voll möbliert sein, inkl. Dingen wie Internet und einem Kinderbett. Außerdem sollte sie in der Nähe meiner Arbeitsstätte liegen, damit die Fahrtwege für mich nicht zu lang würden. Aber auch dies war kein großes Problem. Unser „neues Zuhause“ lag einen Fußmarsch von nur fünf Minuten von der Klinik entfernt. Worauf man sich in Wien allerdings einstellen muss, sind die hohen Mietpreise, die uns, als in dieser Hinsicht verwöhnte Berliner, doch zunächst utopisch erschienen.

Die Ankunft

Wir reisten mit dem Auto an, um möglichst viel Gepäck für die Zeit mitnehmen zu können. Trotz der zentralen Lage konnten wir kostenlos vor der Haustüre parken, was die Sache mit dem Auto enorm erleichterte. In der Zeit unseres Aufenthaltes wurden allerdings die städtischen Parkzonen erweitert, so dass es zum Ende unseres Aufenthaltes zu Schwierigkeiten kam, einen Parkplatz zu finden. Unser Bezirk war einer der wenigen, in dem auch dann noch nicht die Pflicht einer Parkvignette bestand und aus diesem Grund waren die Parkplätze dort sehr begehrt.

In der Wohnung selbst wurden wir von unseren Vermietern sehr herzlich empfangen. Sie standen uns in der ganzen Zeit mit Rat und Tat zur Seite und luden uns beispielsweise auch zu sich nach Hause zum Essen ein. Da sie ebenfalls drei kleine Kinder hatten und der Mann mehrere Jahre im AKH tätig gewesen war, stellte sich ein rascher und reger Kontakt ein.

Das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien – erste Eindrücke

Haupteingang des AKH in Wien
Haupteingang des AKH in Wien

Das Klinikgelände des AKH ist riesig und erinnert im Hauptgebäude mit seinen vielen Geschäften wie Supermarkt, Bäckereien, verschiedenen Kaffeeketten u.v.m. eher an eine Bahnhofshalle als an ein Krankenhaus. Die psychiatrische Klinik ist in einem Nebengebäude untergebracht, so dass es dort etwas ruhiger zugeht.

In der Klinik selbst meldete ich mich am ersten Tag im Chefsekretariat und wurde vom Chefarzt nach einem kurzen Gespräch persönlich auf meiner Station vorgestellt. Leider fühlte sich dort aber im weiteren Verlauf keiner für Medizinstudenten zuständig. Die einzige Einweisung, die ich bekam, war eine kurze Führung über die Station durch den aktuellen Famulanten, der drei Tage später gehen sollte. Nicht einmal die üblichen Unterlagen mit Sicherheitshinweisen wurden mir ausgehändigt oder der Standort des Notfallkoffers gezeigt.

Durch das Krankenhaus wurden mir als Arbeitskleidung drei weiße Mäntel, in Österreich sagt man Mantel und nicht Kittel, zur Verfügung gestellt. Weitere Unterstützung gab es keine. So erhielt ich kein Namensschild, keinen PC-Zugang und auch keinen Mitarbeiter- bzw. Studentenrabatt in der Mensa. Nach einer Zugangsberechtigung für die Bibliothek habe ich dann gar nicht mehr gefragt.

Was sich leider gleich zu Anfang zerschlug, war die Hoffnung, in meiner Zeit in dieser Klinik auf verschiedenen Stationen tätig zu sein, und so einen größeren Über- und Einblick in die Arbeitsweisen und Strukturen zu erlangen. Der Wunsch des Chefarztes war es jedoch, dass ich die komplette Zeit auf einer Station verbringen sollte. Mir wurde es allerdings von Stationsseite aus gestattet, einen Tag auf einer anderen Station zu hospitieren. Großes Glück hatte ich mit einer sehr engagierten Assistenzärztin auf meiner Station, die es mir ermöglichte, sie häufig in Spezialambulanz-Sprechstunden, z.B. für ADHS im Erwachsenenalter, sowie zu Fort- und Weiterbildungen außerhalb der Uniklinik zu begleiten.

Arbeitsalltag

Der Arbeitstag beginnt hier für die Ärzte um 8:00 Uhr und startet mit den Blutabnahmen. Um 8:30 Uhr folgt dann die ärztliche Morgenbesprechung, mit Übergabe der Ereignisse der Nacht durch den diensthabenden Arzt. Danach sollte auf der Station eine kurze pflegerische Übergabe von den Schwestern an die Ärzte erfolgen. Um etwa 9:00 Uhr startete dann die tägliche Visite, mit der man manchmal bis 11:30 Uhr beschäftigt war. An zwei Tagen der Woche war Assistentenvisite und an drei Tagen Oberarztvisite.

Der Chefarzt nahm an der Visite der Privatpatienten, in Österreich heißen diese Sonderklassepatienten, je nach seinem Terminplan teil. An den Visiten nahmen neben den Ärzten immer etwa zwei bis drei Personen von der Pflege, Studenten, Psychotherapiepraktikanten usw. teil, so dass es gelegentlich dazu kam, dass sich 14 bis 15 Leute in einem Patientenzimmer aufhielten. In der Regel handelt es sich bei den Patientenzimmern um 4-Bettzimmer. Die Zimmer der Privatpatienten sind 2-Bettzimmer. Hierdurch gab es in der Visite keinerlei Privatsphäre für die Patienten, so dass noch während der Visite immer Gesprächstermine für den Nachmittag ausgemacht wurden.

An den Tagen, an denen eine reine Assistenzarzt-Visite stattfand, erfolgte danach eine, oft auch mehrstündige, Zettelvisite, eine Kurvenvisite nach der Visite unter Federführung der Oberärzte. Damit erfolgten alle wesentlichen Entscheidungen direkt durch die Oberärzte, und den Assistenzärzten blieb die Aufgabe, ihnen Vorschläge zu unterbreiten.

Auf die Visite folgte eine große Telefon- und Papierrunde, bei der dann die Assistenzärzte die Patienten zu verschiedenen Untersuchungen zuwiesen und sonstige organisatorische Sachen erledigten. Im AKH erfolgte dies alles nicht digital, sondern von der Zuweisung zu Therapien und Untersuchungen bis hin zum Blutbefund erfolgt alles in Papierform. Erste digitale Veränderungen sollen aber im Jahr 2013 erfolgen. Eine Mittagspause wurde nie gehalten, für Studenten besteht allerdings immer die Möglichkeit nach Wunsch essen zu gehen.

Durch die strenge Unterscheidung zwischen den Abteilungen der „biologischen Psychiatrie“, auf der ich mich befand, und der „Sozialpsychiatrie“, war das Therapieangebot auf meiner Station sehr gering. Es gab ein paar wenige Plätze in der Ergotherapie und eine Physiotherapeutin, die verschiedene Kurse anbot, welche von Entspannung über Rückenschule oder auch Frühaktivierung reichten. Einmal wöchentlich wurde von Psychologen eine Gruppe zum kognitiven Training angeboten, in der es für unsere Station allerdings nur vier Plätze gab.

Das psychotherapeutische Angebot der Abteilung besteht ausschließlich aus Psychotherapiepraktikanten, die im Rahmen ihrer Ausbildung zwei bis dreimal pro Woche auf der Station sind und mit ausgewählten Patienten Gespräche führen. Österreich hat ein Psychotherapeutengesetz, welches sich extrem stark von dem in Deutschland unterscheidet. Die Integration dieser Therapeuten in das Gesamtkonzept der Therapie war u.a. sehr stark von dem Engagement des einzelnen Praktikanten abhängig. Mein Eindruck war jedoch auch, dass dem generell auch kein großer Stellenwert beigemessen, und es von Klinikseite aus auch eher als Zeitvertreib für die Patienten denn als Therapie gesehen wurde.

Das PJ, wie es in Deutschland besteht, gab es in Österreich zum Zeitpunkt meines Tertials noch nicht. Es soll aber zukünftig eingeführt werden. Aus diesem Grund fehlte es auch an einem grundlegenden Konzept der Aus- und Weiterbildung und der Tätigkeitsfelder für PJ-Studenten. Von Klinikseite aus wird man aus diesem Grund auf dem Papier auch als Famulant geführt. Da es in Österreich kein Pflegepraktikum gibt, übernehmen Famulanten auch oft die Unterstützung der Pflege, z.B., wenn es darum geht, Patienten zu Untersuchungen oder Therapien zu begleiten. Die Hauptaufgaben als „Medizinstudent“ bestehen darin, bei der Visite mitzugehen, die täglichen Blutabnahmen zu erledigen, Zugänge zu legen, EKGs zu schreiben und die körperliche Untersuchung der Neuaufnahmen zu erledigen. Für alle weiteren Tätigkeiten muss man sich selbst enorm engagieren und immer wieder nachfragen, da es wohl einfach unüblich ist, als Student mehr zu sein als eine kostenlose Hilfsarbeitskraft.

Zwei Wochen nach meiner Ankunft kam eine neue Assistenzärztin auf Station, die auch in der Lehre sehr engagiert war und ohne die ich den Aufenthalt definitiv abgebrochen hätte. Sie brachte mir viel bei und gab sich auch sehr viel Mühe mit den normalen Kursstudenten, die zwischenzeitlich immer wieder auf Station waren. Durch diese hervorragende Betreuung konnte ich dann zusätzlich selbständig Aufnahmen machen, mich darin üben, ordentliche psychopathologische Befunde zu erheben, meine Diagnosen und Therapievorschläge besprechen, Briefe schreiben und diktieren, Untersuchungen anmelden u.v.m. Sie alleine konnte allerdings nicht kompensieren, dass die restlichen Mitarbeiter der Station absolut kein Interesse an der Ausbildung von Medizinstudenten hatten.

Nachdem ich mich im Laufe des Aufenthaltes mehrfach über die Ausbildungssituation mit den verschiedensten Personen unterhalten hatte, besserte sich die Situation in den letzten drei Wochen vor meiner Abreise. Nicht nur, dass ich persönlich zum Ende hin ernsthafter mitarbeiten durfte, z.B. auch mehrfach unter Supervision EKT-Behandlungen durchführen, sondern auch in der Hinsicht, dass zumindest eine der weiteren Assistenzärztinnen fortan Interesse an der Ausbildung von Studenten zeigte.

Es gibt in der Abteilung keine speziellen Weiterbildungsveranstaltungen für Assistenzärzte oder Medizinstudenten. Einmal wöchentlich, aber auch nur während des Semesters, finden für die ganze Abteilung jeweils eine Fallbesprechung sowie eine Fortbildungsveranstaltung statt, deren Thema wöchentlich variiert. Als Student darf man, wenn man möchte, das Semester über die regulären Vorlesungen zum Fach der Medizinstudenten dort besuchen.

Meiner Bitte nach einem Abschlussgespräch kam meine Oberärztin nur sehr zögerlich nach und verschob es dann eine Woche lang von Tag zu Tag, um mir dann 5min vor meinem Abschied doch noch ein Gespräch anzubieten. In diesem Gespräch habe ich dann erfahren, dass man als Student nicht zu anspruchsvoll sein darf und durch “mitlaufen, zuschauen und zuhören“ lernen soll, um stolz auf sich sein zu können, dass man sich das Wissen selbständig angeeignet hat. Einen Gesprächstermin mit dem Chefarzt zu bekommen, war aus terminlichen Gründen nicht möglich, ein Gespräch mit seinem Stellvertreter kam jedoch durch mein persönliches Drängen an ihn zustande.

Freizeit

Die Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg
Die Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg

Die Freizeitmöglichkeiten sind in Wien unendlich groß. Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Kunst, Kultur und sonstigen Aktivitäten. Ich habe versucht, langsam meinen Reiseführer „abzuarbeiten“, allerdings sind die Möglichkeiten so vielfältig, dass dies in dieser Zeit kaum gelingen kann.

Die Innenstadt, der sogenannte „erste Bezirk“ in Wien, gleicht einem riesigen Freilichtmuseum. Es fällt auf, dass Wien hauptsächlich von der Vergangenheit zu leben scheint. Viele Gebäude sind Zeugnisse der glorreichen Zeit der Habsburger Herrschaft und an gefühlt jedem zweiten Gebäude hängt eine Gedenktafel, die an irgendeine berühmte Persönlichkeit erinnern soll, die in diesem speziellen Gebäude geboren oder gestorben ist, getauft wurde oder auch nur für grade mal vier Wochen dort gelebt hat. Das alles hat jedoch enorm viel Charme und man hat, wenn man durch die Stadt läuft, ein bisschen das Gefühl, die Zeit wäre hier vor ein paar Jahrhunderten einfach stehen geblieben. Dies geschieht spätestens dann, wenn man das Hufgetrappel der vielen Fiaker hört, der typischen Pferdekutschen, mit denen Touristen hier die Stadt erkunden können.

Die meisten Museen und Sehenswürdigkeiten liegen im ersten Bezirk oder an diesen direkt angrenzend, so dass man mit dessen Erkundung schon einen Großteil seiner Freizeit verbringen kann. Beeindruckt war ich vor allem von den vielen Grünanlagen in der Stadt und dass auf jeder noch so kleinen Grünfläche immer ein Kinderspielplatz vorhanden ist.

Die Innenstadt ist sehr gut fußläufig zu erkunden, ansonsten gibt es in Wien ein engmaschiges Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. An Fahrradstationen, die über die gesamte Stadt verteilt sind, besteht zudem die Möglichkeit, sich ein Fahrrad auszuleihen. Gibt man dieses innerhalb einer Stunde an einer Station wieder zurück, ist die Ausleihe komplett kostenlos. Die erstmalige Registrierung und Aktivierung erfolgt direkt an der Ausleihstation. Dazu ist allerdings eine Kreditkarte oder die EC-Karte einer Österreichischen Bank notwendig. Wer länger ein Fahrrad benötigt, kann sich dieses nach 15min Pause erneut für eine Stunde ausleihen.

Das Angebot an PEKIP-, Pikler- und sonstigen Eltern-Kind-Kursen ist ebenfalls enorm. Die Preise im Berliner-Vergleich natürlich auch unsagbar hoch, aber um andere Eltern kennen zu lernen, lohnt es sich dennoch. Leider gibt es hier keine extra Väter-Gruppen. Generell ist die Elternzeit für Väter oder „Karenz“, wie es in Österreich heißt, noch nicht wirklich weit verbreitet. In den allermeisten Fällen sind es die Mütter, welche die komplette Kinderbetreuung übernehmen und als Mann wird man schon gelegentlich etwas schief und fragend angeschaut. Dies liegt vielleicht auch daran, dass man in Österreich maximal einen Monat gemeinsame Elternzeit nehmen darf und dies auch nur, wenn es dann zu einem Wechsel des betreuenden Elternteils kommt.

Zu den weiteren Freizeitmöglichkeiten mit Kind ist aber noch hinzuzufügen, dass auch Wien z.B. in zwei verschiedenen Kinos die Möglichkeit zum Kinderwagen- bzw. Baby-Kino bietet (Votiv-Kino und Lugner-City), so dass man auch mit Kleinkind tagsüber, zumindest alle zwei Wochen, die neuesten Filme sehen kann.

Fazit

Puchberg am Schneeberg - unterwegs mit der Zahnradbahn
Puchberg am Schneeberg – unterwegs mit der Zahnradbahn

Die Klinik ist gut geeignet für eine Famulatur, in der man in das Fach „hineinschnuppern“ möchte und auch Wert darauf legt, viel freie Zeit zu haben. Man darf, wenn man es möchte, durchaus früher nach Hause gehen. Wenn man jedoch das Glück hat, auf eine Kollegin zu treffen, die einem etwas beibringen will, kann man aber durchaus auch bis 19:00 Uhr beschäftigt sein.

Wer sein PJ-Wahlfach in der Psychiatrie verbringen möchte und daher i.d.R. ein gesteigertes Interesse daran hat, sich weiterzubilden und praktische, fachspezifische Erfahrungen zu sammeln, dem rate ich davon ab, da der Lernzuwachs nicht sehr groß ist und „Lehre“ für viele ein Fremdwort zu sein scheint. Ich hatte das Glück, auf eine engagierte Assistenzärztin zu treffen, der die Lehre wichtig war und die mir viel beibrachte, doch sie war leider eine große Ausnahme.

Leben und arbeiten möchte ich dort nicht, dazu haben mich die, meiner Ansicht nach, extrem altertümlichen und festgefahren wirkenden, hierarchischen Strukturen zu sehr abgeschreckt. Privat werde ich allerdings immer wieder gerne nach Wien zurückkommen.

V., K.
Berlin, Januar 2013

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3 Kommentare

  • Ich studiere in Wien und mich muss leider sagen, dass das was du beschreibst Standard hier ist.
    Dieser Umgang mit Studenten (und genauso Jungärzten) ist grundsätzlich vor jedem Praktikum zu erwarten, dass es in irgendeiner Form besser ist „kann passieren“ bzw. ist die Ausnahme auf die man hofft.

    @Claudia:
    Ich würde dir stark davon abraten es in Wien zu machen. Das was sie beschreibt ist wirklich normal hier, vor allem im klinisch-praktischen Umfeld. Du bist als Student grundsätzlich eher Belastung und Mehrarbeit und nicht eine (schon gar nicht willkommene) Hilfe, außer für die Turnusärzte beim Blutabnehmen.
    Unterstützung oder Entgegenkommen von der MedUniWien bzgl. Dingen die du brauchst kannst du eher gleich vergessen.

  • Hallo!
    Ich würde wahnsinnig gerne mein PJ in Wien machen, brauche aber für die Uni i. Saarland zumindest eine Äquivalenzbestätigung einer Inskription an der MedUniWien.
    Hast du sowas bekommen? Und wenn ja, wie? Da versperrt mir die UniWien leider den Weg.
    Viele liebe Grüße,
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      nein, sowas habe ich nicht bekommen und ich glaube auch dass dafür Deine Chancen eher schlecht stehen. Man wird dort nur als Famulant geführt und das PJ mit Einschreibung an der Uni in dem Sinne ist unbekannt. Bei mir lief das über das Erasmus SMP/Leonardo Programm. Mein erster Vorschlag wäre es auch, genau das zu versuchen. Zweiter Vorschlag wäre über eine Äquivalenzbescheinigung eines Fachvertreters an Deiner Heimatuni. Beide Möglichkeiten natürlich sicherheitshalber vorher mit Uni und Landesprüfungsamt abklären. Lieben Gruß und viel Erfolg!
      K.

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