Forschung in Australien – Neurologie

6. September 2012

in Australien, Chancen im Ausland, Forschung im Ausland, Neurologie

Australien, Newcastle, Calvary Mater Hospital, University of Newcastle (06.07.-23.09.2011)

Dank des RISE Forschungsstipendiums des DAAD blicke ich nun auf ein Forschungspraktikum in Australien zurück, welches eine wundervolle Erfahrung sowohl fachlich als auch persönlich war. Wenn ich die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte, würde ich fast alles genauso wieder machen. Zukünftigen RISE Praktikanten, die ebenfalls im Rahmen ihres Medizinstudiums an einem solchen Projekt teilnehmen möchten, möchte ich mit diesem Erfahrungsbericht persönliche Tipps geben.

Mit einem Forschungsstipendium des DAAD nach Australien

Im Sommer 2011, also dem australischen Winter, verbrachte ich drei Monate im Calvary Mater Hospital in Newcastle, New South Wales in Australien. Im Rahmen des RISE (Research Internship for Science and Engineering) Programmes des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) arbeitete ich an einem Projekt in der Schizophrenie-Forschung.

Dank des DAAD Forschungsstipendiums blicke ich nun auf ein Forschungspraktikum zurück, welches eine wundervolle Erfahrung sowohl fachlich als auch persönlich war. Es gab mir die Möglichkeit, international Erfahrungen in mein Medizinstudium einzuschließen, meine Perspektiven hinsichtlich medizinischer Forschung auszuweiten, meine Englischkenntnisse aufzufrischen als auch zu erweitern und eine neue Kultur zu entdecken. Vor allem aber ermöglichte es mir, meine zukünftigen beruflichen Perspektiven abzuwägen und zu reflektieren. Schlussendlich waren es drei außerordentlich erfolgreiche und schöne Monate in Australien.

Meine Motivation, an dem RISE Projekt teilzunehmen, setzte sich folgendermaßen zusammen. Seit Beginn meines Medizinstudiums war es mein Ziel, ein Teil meiner medizinischen Ausbildung im Ausland zu verbringen, um international ein wenig Arbeitserfahrung zu sammeln.

Weiterhin hatte ich in Deutschland bereits die Möglichkeit gehabt, an einer klinisch experimentellen Studie mitzuarbeiten und so war ich hochmotiviert, wieder forschend zu arbeiten. Am Ausland reizte mich vor allem, eine neue Arbeitskultur sowie eine andere Lebenseinstellung kennenzulernen.

RISE?!

Das Medizinstudium gibt einem gelegentlich durchaus Zweifel an seiner Sinnhaftigkeit auf. Während eines besonders von Studienzweifeln geprägten Studienabschnittes nahm ich mir die Zeit, einmal nach Möglichkeiten im Ausland bzw. einem alternativem Feld zur klinischen Tätigkeit als zukünftige Ärztin zu suchen.

Hierbei bot sich der DAAD als gute Möglichkeit an, diverse unterschiedliche Optionen zu entdecken. Bei dieser Recherche traf ich auf das RISE Programm. RISE steht für Research Internship for Science and Engineering und ist ein Programm zur Förderung eines frühen Kontaktes von Studenten und Wissenschaft. Es soll Studenten im ersten Studienabschnitt ermöglichen, früh Einblicke in die Forschung zu erhalten, um bei Interesse das eigene Studium entsprechend ausrichten zu können.

Dies geschieht folgendermaßen. Der DAAD bietet eine Plattform, auf welcher dann Studenten und Forscher zueinander finden. Zunächst stellen Forscherguppen ihre Projekte in einer Datenbank vor, inklusive einer Beschreibung der zu erwartenden Tätigkeit sowie der Voraussetzungen an den jeweiligen Praktikanten. Studenten haben im nächsten Schritt die Möglichkeit, sich auf bis zu drei dieser Projekte zu bewerben. Diese reichen von theoretischen Projekten aus der Physik über tierbiologische Feldstudien bis hin zu medizinischen Themen. Die Forschergruppen wählen dann anhand der eingereichten Bewerbungsunterlagen ihren Favoriten aus. Diese Unterlagen bestehen aus einem Motivationsschreiben, einem Nachweis von Sprachkenntnissen, einem „Transcript of Records“ der erbrachten Studienleistungen und einem Empfehlungsschreiben.

Vorbereitung und Ankunft in Australien

Eine typische Straße im hügeligen Newcastle
Eine typische Straße im hügeligen Newcastle

Nachdem das Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen relative lange gedauert hatte, schließlich sollten diese die Wahrscheinlichkeit auf eine positive Antwort steigern, verging die Zeit bis zur Benachrichtigung über eine Zu-/Absage relativ schnell. Die Bewerbungsfrist für Projekte im Sommer ist im Januar.

Pünktlich Anfang März erhielt ich eine Email. Völlig überrascht las ich die Nachricht, dass ich angenommen worden war! Natürlich war das erste, was ich gemacht habe: Freuen, freuen, freuen und den Pratikumsplatz annehmen. Ich war total gIücklich über die Zusage und nahm kurze Zeit später Kontakt mit meiner Betreuerin auf, um die Daten des Praktikums zu koordinieren. Weiterhin frischte ich meine Kenntnisse zum Forschungsthema Schizophrenie, in der Neuroanatomie und meine etwas eingestaubten Radiologie Kenntnisse für die Auswertung von MRTs auf.

Weitere Vorbereitungen folgten jedoch erst im April. Ich nahm erneut Kontakt mit meiner Betreuerin und auch mit einem meiner Kollegen auf, um mehr über das zu erfahren, was mich bei meinem Praktikum erwarten würde. Zudem wollte ich dabei etwas über meine neue Wahlheimatstadt für die nächsten drei Monate erfahren als auch über die Möglichkeiten, nach einer Unterkunft zu suchen. Glücklicherweise schrieb meine Betreuerin prompt eine Rundmail an alle Kollegen aus dem Labor und tatsächlich fand sich jemand der jemanden kannte, welcher ein Zimmer zu vermieten hatte. Es sollten jedoch weitere Monate vergehen, bis ich herausfand, was für ein glücklicher Zufall dies tatsächlich war!

Zukünftigen Praktikanten in Newcastle kann ich empfehlen, mit der Universität in Kontakt zu treten, welche einen „accommodation service“ anbietet. Die Homepage lautet: http://www.shareaccommodation.com. Ferner sind hier die Jugendherbergen in Newcastle zu nennen, in denen man auch direkt schon mal Anschluss zu internationalen Studenten findet.

Weiterhin besonders wichtig war natürlich das Visum. Es gibt drei Optionen, die man in Betracht ziehen sollte für diese Art des Praktikums: „Occupational Trainee“, „Visitor with professional intention“ oder „Working Holiday“. Da das „Occupational Trainee“ Visum ein sehr kompliziertes Unterfangen darstellt und ich über die Möglichkeit als Tourist mit einer „professional intention“ erst vor Ort etwas erfuhr, reiste ich mit dem „Working Holiday“ Visum ein.

Das „Working Holiday“ Visum darf nur einmal im Leben beantragt und ausgestellt werden, dies sollte man im Kopf behalten. Das Verfahren ist allerdings sehr einfach und innerhalb von 24 Stunden hat man das Visum zum Ausdrucken parat. Kostenpunkt 270 AUS$. Ärztliche Untersuchungen oder bestimmte Impfungen sind bei dem „Working Holiday“ Visum nicht notwendig – für die Einreise aber ein gültiger Reisepass. Die Versicherung war in meinem Fall über das Programm organisiert.

Nachdem also alles für die Einreise und den Aufenthalt vor Ort soweit vorbereitet war, fehlte natürlich noch der Flug. Das günstigste Angebot, angesichts der schon fortgeschrittenen Zeit, es war bereits Anfang Mai und mein Praktikum sollte Anfang Juli beginnen, ergatterte ich noch zu einem halbwegs passablen Preis. Mit Abstand den günstigsten fand ich unter www.Flugladen.de, ein Flug über Shanghai mit China Eastern Airways mit 10 stündigem Aufenthalt, der gerade so reicht, einmal chinesische heiße und feuchte Luft zu schnuppern.Es lohnt sich jedoch, über einen längeren Zeitraum Preise zu vergleichen und auf Angebote zu achten. Mein Flug kostete etwa 1.000€, mit ein bisschen Glück und Geduld lassen sich jedoch auch Flüge für 800€ finden.

Glücklicherweise liegt Newcastle gerade einmal eine 3-stündige Reise von Sydney entfernt. Bahnfahren ist in Australien unglaublich günstig, vor allem seit die australische Regierung kürzlich beschlossen hatte, die Preise für Zugtickets zu halbieren. So ergab sich mit dem Flug in die australische Hauptstadt ein schöner Start.

Mein Projekt und meine Forschungserfahrung

Das Centre for Mental Health

Bei meinem Projekt, welches die PhD Arbeit – also Doktorarbeit – meiner Betreuerin war, handelte es sich um eine MRT-Studie. Das Forschungsthema war Kinder mit Schizophrenie und welche Veränderungen sich aus der Erkrankung im Gehirn ergeben. Das Ziel war es, eine Reihe von Analysemethoden auf eine Serie von MRT scans anzuwenden, um strukturelle Muster in Gehirnen von Kindern mit Schizophrenie zu kartifizieren. Die MRT scans stammten aus der Australian Schizophrenia Research Bank (ASRB). Bei der ASRB handelt es sich um eine nationale Datenbank, welche umfangreiche Informationen zu Patienten mit Schizophrenie im Vergleich zu gesunden Personen bereithält. Die enthaltenen Daten beruhen auf Erhebungen an 2.000 Patienten (Fällen) und 2.000 gesunden Probanden (Kontrollen).

Die Personen, welche in der ASRB gelistet sind, sind im Alter von 18-65 Jahren. Patienten und gesunde Probanden sind jeweils nach Alter (imRahmen von drei Jahren), Händigkeit und Geschlecht gematcht. Die Informationen, welche über jede Person in der Datenbank zu finden sind, wurden strukturiert klinisch erhoben und beinhalten neuropsychologische Auswertungen, MRT scans und genetische Analysen. Zusätzliche Informationen zu den Patienten umfassen die Beschreibung von Symptomen, Leistungsfähigkeit, adverse Erfahrungen in der Kindheit sowie schizotype Persönlichkeitsmerkmale. Die Datenbank soll die Forschung an der Schizophrenie fördern und somit ist der nationale Zugriff auf die erhobenen Daten seit Juni 2010 möglich, internationaler Zugriff seit Juni 2011.

Entsprechend lag mein Hauptaugenmerk auf den MRT scans, der Neuroanatomie des Gehirns und auf der Zusammenarbeit mit Paul, dem Mathematiker im Labor, der zuständig für jegliche Berechnungen von Projekten innerhalb des Labors und gleichzeitig mein Betreuer vor Ort war.

Das Ziel des ersten Schrittes der Analyse war es, für uns interessante Bereiche aus den MRTs zu extrahieren, sprich das Gehirn. Obwohl das Gehirn durch ein automatisches Programm vorgemarkert wurde, mangelte es dem Verfahren an Präzision, Gehirngewebe von umliegendem Gewebe zu unterscheiden. Dies hängt mit einer Eigenart des MRT an sich zusammen. Entsprechend war es notwendig, alle MRT Bilder zusätzlich manuell zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass das gesamte Gehirn in die Analyse einbezogen wurde.

Meine Neuroanatomiekenntnisse erfreuten sich täglich großen Zuwachses und im Falle von Zweifeln war Paul, trotz ursprünglich fachfremder Ausbildung, aber aufgrund seiner langen Erfahrung in der Auswertung von Kopf-MRTs immer eine große Hilfe und stand kompetent bei jeglichen Fragen zur Verfügung.

Ich teilte meinen Arbeitsplatz mit Fabian, einem weiteren RISE Praktikanten, der an einem ähnichen Thema arbeitete. So konnten wir uns regelmäßig über unsere Arbeit austauschen. Obwohl ich den größten Teil meiner Arbeitszeit im Labor über meinen MRTs verbrachte, war ich stets willkommen, auch die Arbeit und Projekte meiner Kollegen im Labor kennenzulernen. So hatte ich die Möglichkeit festzustellen, wie umfangreich und vielfältig im Labor an der Schizophrenie geforscht wurde, während ich an einer EEG-Studie einer Kollegin als Probandin teilnahm, in klinischen Gesprächen mit Patienten dabeisein durfte und natürlich in diversen Gesprächen mit meinen Kollegen.

Zusätzlich wartete Paul gelegentlich mit weiteren Aufgaben auf, wie z.B. der Einschätzung bestimmter Gehirnstrukturen in anderen MRT Serien oder der Anwednung eines anderen Analyseverfahrens. Obwohl er nicht mein offizieller Betreuer war, war Paul neben Tim, ebenfalls einem deutschen Doktoranden der Neurowissenschaften, mein nächster Kollege, mit dem ich am meisten zu tun hatte. Der Grund hierfür war, dass meine eigentliche Betreuerin Kathryn gar nicht vor Ort in Newcastle arbeitete sondern in Sydney und nur gelegentlich ins Labor kam. Dies war ein großer Nachteil, denn schließlich war meine Arbeit für ihr Projekt gedacht und sie war diejenige, die im Bilde über die Hintergründe der Messungen und der gesamten Studie war. Wir hatten nur einmal wöchentlich die Gelegenheit uns auszutauschen.

Wöchentlich fand ein laborinternes Treffen statt, be idem alle im Labor Beschäftigten die Fortschritte ihrer Projekte teilten sowie Probleme, Erfolge und alles, was so anstand, thematisieren und mit dem Chef des Labors Ulli diskutieren konnten.

Wir hielten ein wöchentliches Meeting mit allen aus dem Labor ab, in denen jeder die Fortschritte oder Probleme seiner Projekte ansprechen konnte. Der Leiter des Labors war immer sehr um uns bemüht, hat uns das Australische Gesundheitssystem nähergebracht, uns über interessante Projekte im Labor informiert und in ein outpatient department mitgenommen. Das Arbeitsklima war sehr angenehm. Jeder war zwar sehr in seine Arbeit vertieft, jedoch immer flexibel mit einem Rat zur Seite. Die Mittagspause bot gelegentlich die Möglichkeit für ein ausgedehnteres Gespräch, wobei jeder eigentlich gegessen hat, wenn sein Projekt es zuließ. Alle waren immer sehr freundlich und nett. Es muss an Australien liegen, dass die Leute dort in der Regel gut gelaunt sind!

Eindrücke zur australischen Forschung

Mein Büro am Centre for Mental Health
Mein Büro am Centre for Mental Health

Nachdem ich auch in Deutschland schon die Arbeit in der Forschung kennengelernt hatte, war ich gespannt darauf zu erfahren, wie die Australier in dieser Hinsicht arbeiten. Obwohl es quasi unmöglich ist, zwei so unterschiedliche Projekte zu vergleichen, ist es doch möglich, das Arbeitsumfeld an sich zu vergleichen.

Ich war überrascht, wie liberal und flexibel die Arbeit gestaltet wurde, ohne sie dadurch ineffektiver zu machen. Generell wurde unabhängiger voneinander gearbeitet als ich es aus Deutschland kannte. Persönliche Termine konnten stets flexibel eingebaut werden und es wurde auch viel von zuhause aus gearbeitet. Praktisch gesehen war es so, dass jeder selber entscheiden konnte, ob er eher im Labor arbeiten wollte oder von zuhause aus, natürlich abhängig davon, ob gemeinsame Termine anstanden und ob die Arbeit überhaupt zuhause erledigt werden konnte. Es handelte sich hauptsächlich um Arbeit am Computer, die Auswertung von Daten. Ich war zunächst etwas überfordert mit diesem Übermaß an Freiheit zur zeitlichen Gestaltung, da man dies von Deutschland eher selten gewohnt ist.

Leben in Australien und Newcastle

Bar Beach - einer der Strände von Newcastle, direkt bei mir um die Ecke
Bar Beach – einer der Strände von Newcastle, direkt bei mir um die Ecke

Australien ist wunderschön und hat eine atemberaubende Vielfalt an Natur. Die Leute sind sehr offenherzig, man kommt überall schnell ins Gespräch und wird oft spontan eingeladen. Trotzdem sollte jeder wissen, der ins Ausland geht, dass aller Anfang besonders schwer ist! Anfangs ist man alleine in einer fremden Umgebung, einem fremden Klima, in meinem Fall anfangs zunächst viel Dunkelheit und tagein tagaus monsunartigem Regen, und muss sich an die dortigen Gegebenheiten erst einmal gewöhnen.

Kontakte knüpfen ist anfangs das A und O, um sich einzuleben. Hier kann ich in Newcastle die „Orientation Week“ an der University of Newcastle empfehlen, wenn Ihr, wie in meinem Fall, im Labor auf wenig Gleichgesinnte trefft. Die „Orientation Week“ gibt einem die Gelegenheit, gleichgesinnte internationale Studenten zu treffen sowie mehr über Land und Leute als auch die Umgebung zu erfahren – beispielsweise über sportliche und kulturelle Angebote der Universiät. Die University of Newcastle bietet zu den meisten Sportarten und Hobbies sogenannte Clubs an, in denen sich Studenten natürlich zum Training aber auch zu gemeinsamen BBQs und einer Art Stammtischen treffen.

Die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch. Mieten werden grundsätzlich wöchentlich gezahlt und man kann damit rechnen, pro Woche im günstigsten Fall etwa 150-250 AUS$ zu bezahlen. Der Wohnstandard ist ebenfalls ein wenig anders als in Deutschland. Die Australier haben grundsätzlich keine Heizung eingebaut, im Winter wird mit Warmluftgebläsen oder kleinen ölbetriebenen Standheizungen „geheizt“, schlussendlich friert man aber eigentlich einfach 2-3 Monate lang und wartet auf den nächsten Sommer. In meinem Zimmer konnte ich teilweise meinen Atem sehen, was vor allem beim ins Bett gehen und Duschen ganz besonders unangenehm wurde. Lebensmittel sind ebenfalls teurer als in Deutschland, vor allem Fleisch und frische Produkte. Man sollte immer auf Angebote achten und ganz populär sind Angebote für große Mengen. Ansonsten gibt es hier und da auch einen Aldi, wobei auch hier die Preise höher sind als in Deutschland.

Sicherheit ist in Australien kein problematisches Thema. Diebstähle sind selten, im Gegenteil, die Australier sind sogar so hilfsbereit, dass auch ein verlorenes Protemonnaie nicht geleert, sondern auf die Polizeiwache gebracht wird, wo man es im Anschluss abholen kann. Das Gefährlichste sind wohl Touristen im Hostelzimmer.

Verkehrsmittel sind in Australien Busse und Züge. Züge sind günstig und man kann damit zumindest an der Küste viele Orte erreichen. Busse sind ein wenig unzuverlässig, was den Fahrplan betrifft, und brauchen leider ewig lange, obwohl Newcsatle doch eine überschaubare Größe hat. Sie eignen sich trotzdem ganz gut, um überall hinzukommen, man muss nur genug Zeit einplanen.

In Australien herrscht Rechtsverkehr, was ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, auch ohne Auto. Hilfreich sind die Markierungen auf den Straßen: „look right“, denn tatsächlich wird man besonders am Anfang regelmäßig beinahe überfahren. Fahrradfahren ist in Australien als Transportmittel eher ungewöhnlich, in Newcastle ist es jedoch gerade ein wenig im Kommen dank Dan, „the bikeman“, welcher eine Art Fahrradbibliothek betreibt. Man kauft ein Fahrrad und kann es zum selben Preis wieder bei ihm verkaufen, wenn noch alles heil ist.

Viele kaufen sich für die Zeit, die sie in Australien wohnen, ein Auto, denn das ist relativ unkompliziert und sie verkaufen es dann später wieder. Man muss auf einige Sachen achten bezüglich der Versicherung, welche jedoch in aller Regel quasi mit dem Auto weiterverkauft wird. Man sollte davon Abstand nehmen, ein Auto ohne Versicherung zu kaufen, da eine neue Versicherung ein riesiger und auch finanzieller Aufwand ist. An das Autofahren auf der falschen Seite gewöhnt man sich sehr schnell, die Eingewöhnung nachher in Deutschland ist aber auch nicht zu unterschätzen!

Newcastle hat kulturell leider nicht so viel zu bieten, dies wird jedoch durch eine riesige Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten draußen und in der Natur kompensiert. Da Newcastle am Meer liegt, bietet es natürlich für alle Wassersportbegeisterten viele Möglichkeiten. Volkssport ist das Surfen, welches in Newcastle an gleich vier unterschiedlichen Stränden möglich ist. Es ist quasi für jedes Niveau etwas dabei. Auch Radfahren, der Besuch eines Naturreservoirs mit heimischen Tieren, Klettern, Wandern usw. sind überall möglich. Und Ausflüge in die Umgebung sind auch lohnenswert! Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Entfernungen in Australien alle einfach größer sind als in Europa.

Mein Fazit

Freizeit

Nach anfänglichen Schwierigkeiten war mein Aufenthalt in Australien wirklich toll. Ich habe viel dazugelernt, vor allem menschlich und würde es immer wieder machen! Es lohnt sich allemal, Australien einmal zu erleben und die Einstellung einer ähnlichen und doch völlig anderen Lebenskultur mitzuerleben.

Wenn ich die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte, würde ich fast alles genauso wieder machen.

Zukünftigen RISE Praktikanten gebe ich den Tipp, alles mit ein bisschen mehr Ruhe anzugehen! Dadurch, dass drei Monate eine begrenzte Zeit sind, ist man doch ständig leicht angespannt und hat eine Art Torschlusspanik vor dem Ende des Praktikums.

Magdalena Röhrich
Hannover, August 2012

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