Krankenpflegepraktikum in Frankreich – Innere Medizin

17. April 2012

in Chancen im Ausland, Frankreich, Innere Medizin, Krankenpflegepraktikum im Ausland

Frankreich, Paris, Hôpital Necker Enfants Malades (05.03-04.04.2011)

Ein Krankenpflegepraktikum im Ausland. Ich kann nur jedem ehrlich dazu raten, auch wenn mir in den ersten Tagen immer wieder die gleiche Frage gestellt wurde: „Also. Was sollst Du denn hier eigentlich lernen?“ Mein Fazit nach meiner Zeit am Hôpital Necker Enfants Malades in Paris, einem der besten Lehrkrankenhäuser Frankreichs, fällt extrem positiv aus.

Und immer wieder die gleiche Frage!

„Also. Was sollst Du denn hier eigentlich lernen?“ Es war bereits mein 6. oder 7. Tag im Hôpital Necker Enfants Malades, einem akademischen Lehrkrankenhaus der l’Université Paris Descartes in Paris, und aufgrund des komplizierten Schichtwechselsystems saß mir mal wieder eine völlig neue Krankenschwester gegenüber. Nun ja, ich hörte diese Frage nicht zum ersten Mal. Genauso, wie ich damals mittlerweile ziemlich fließend erklären konnte, was ein Krankenpflegepraktikum ist und warum ich das nun ausgerechnet hier auf der Nierentransplantationsstation für Erwachsene ableistete, gehörte auch ein Gespräch über die Lernziele des deutschen Krankenpflegepraktikums zu meinem Standardrepertoire. Denn …

„Nichts. … Also, ich soll einen Einblick in die Abläufe bekommen.“ „Wie nichts?“, wieder dieser entgeisterte Blick. „Nichts?! Du musst doch irgendwelche Vorgaben von Deiner Universität bekommen haben, was für Fertigkeiten Du erlernen sollst?!“ Naja, wie gesagt, dieses Gespräch hatte ich damals mit jeder Krankenschwester geführt – außer vielleicht am ersten Tag, da hatte ich vor lauter Nervosität nicht ein existierendes französisches Wort heraus bekommen…

Mittlerweile war mir jedenfalls klar, dass das deutsche Krankenpflegepraktikum nach französischen Lehrstandards durchaus noch verbesserungswürdig ist. Der Gedanke, Medizinstudenten für drei Monate ins Krankenhaus zu schicken, ohne irgendwelche echten Tätigkeitsvorgaben, war den Franzosen jedenfalls sehr schwierig zu vermitteln.
Mein Gegenüber (Cécile) hatte sich damals gefangen: „Bon. Pas de souci. Was willst Du denn lernen?“

Die ersten beiden Monate meines Pflegepraktikums hatte ich in Deutschland gemacht und es hatte mir durchaus Spaß gemacht, Patienten zu waschen, ihnen Essen zu bringen und was so ein deutscher Pflegepraktikant noch für Aufgaben bekommt, doch ich persönlich fand, dass ich dabei in zwei Monaten bereits ziemlich viel mitgenommen hatte und es im Stoff durchaus weitergehen dürfe. Deswegen hatte ich mich ja gegen den ausdrücklichen Rat einer französischen Freundin explizit für ein „Stage infirmier“ statt eines „Stage aide-soignante“ beworben. Aber fangen wir von vorne an.

Grundsätzliches zum Krankenpflegesystem in Frankreich

Es gibt für das deutsche Wort „Krankenschwester“ im Französischen zwei mögliche Übersetzungen. „Aide-soignante“ haben eine einjährige Ausbildung und übernehmen in Frankreich im Prinzip all das, was in Deutschland der typische Pflegepraktikant macht bzw. machen sollte: Betten machen, Patienten waschen, Bettpfannen entleeren, Essen verteilen etc. Wer drei Jahre als „Aide-soignante“ gearbeitet hat, darf aber auch ohne den sonst benötigen „Bac“ (Abitur) die Aufnahmeprüfung für die Krankenschwesterausbildung machen und „Infirmière“ werden.

„Infirmière“ dauert wie in Deutschland drei Jahre und danach sind sie für Medikamentenausgabe etc., also sehr vereinfachend gesagt, für den medizinischen Teil der Pflege zuständig. Hierzu gehören aber auch die kompletten Blutabnahmen und das Legen von Braunülen. „Die Ärzte hier haben keine Ahnung, wie man einen Zugang legt“, hatte mir mal eine Krankenschwester gesagt.

Natürlich ist in diesem System nicht ausgeschlossen, dass man sich hilft, wenn eine Gruppe mal weniger zu tun hat, jedoch sind die Aufgaben zunächst einmal viel klarer verteilt als in Deutschland, was ich als sehr viel stress- und streitfreier erlebt habe, aber vielleicht hatte ich auch einfach nur eine überdurchschnittlich nette Station erwischt.

Motivation

Sacre Coeur

Für einen Krankenpflegepraktikanten stellt sich aber nun bei der Bewerbung natürlich die Gewissensfrage, auf was für ein Praktikum er sich bewirbt. Eine französische Freundin hatte mir vorher davon abgeraten, mich um ein „Stage Infirmier“ zu bewerben, da man wenig machen dürfe, sondern fast nur zugucken. Beim „Stage Aide-Soignante“ dürfe man bereits nach kurzer Zeit fast alles machen, „was eine „Aide-soignante“ auch mache“.

In meinen ersten Monaten Krankenpflegepraktikum hatte ich aber gelernt, dass ein fester eigener Aufgabenbereich einem manchmal die Möglichkeit nehmen kann, bei einer interessanteren Untersuchung zu zugucken, sodass ich mich bewusst zum „Stage Infirmier“ bewarb und sozusagen dieses „Risiko“ in Kauf nahm. Rückblickend war dies eine super Entscheidung, siehe später unter dem Punkt „Aufgaben“.

Meine Hauptmotivation war ohnehin, dass ich unbedingt mein Französisch anwenden und verfestigen wollte. Ich befürchtete, für eine Famulatur später zu schlecht zu sprechen und dann fachlich nicht genug mitnehmen zu können. Außerdem hatte ich, wie gesagt, zwei Monate deutsches Krankenpflegepraktikum als ausreichend empfunden, „um einen Einblick zu bekommen“ und wollte gerne etwas Neues sehen.

Was ich vorher noch nicht wusste, aber sehr gute Gründe für ein Pflegepraktikum im Ausland – egal wo – sind, ist:

  • Im Gegensatz zu dem „500. Medizinstudenten“ wird „der/dem Deutschen“ ein ganz anderes Maß an Interesse entgegengebracht und es gibt einen gewissen Sympathievorschuss. Dadurch wird einem schneller etwas gezeigt und begeisterter gelehrt.
  • In den meisten anderen Ländern gibt es kein vorklinisches Praktikum für Medizinstudenten, und erst recht kein dreimonatiges, sodass höchstwahrscheinlich niemand eine Ahnung hat, welche Aufgaben so etwas beinhalten könnte. Dadurch hat man ganz andere Möglichkeiten, die eigenen Aufgaben mitzugestalten.

Jedenfalls habe ich unendlich viel mehr gelernt als erwartet, und kann es nur empfehlen! Sprachlich kommt man übrigens immer irgendwie hin, glaube ich.

Bewerbung

Eigentlich wollte ich dieses Auslandspraktikum im Sommer nach dem 2. Semester machen, aber mir fehlte der Mut, mich rechtzeitig zu bewerben und ich hatte dann doch andere Urlaubspläne, sodass ich es auf die allerletzten Semesterferien vor dem 1. Stex – also nach dem 3. Semester – verschoben hatte. Ich würde dies nicht empfehlen, da die Anerkennung so sehr knapp ist. Hätte es aus irgendeinem Grund Probleme gegeben, hätte ich das Physikum schieben müssen, um den letzten Monat zu wiederholen.

Mit meiner Bewerbung für März 2011 hatte ich im November 2010 begonnen. Das war ebenfalls zu spät, da die französische Bürokratie nicht schneller ist als die deutsche. Ich hatte die endgültige Zusage erst Mitte Februar. Zwar musste ich zum Glück keine Flüge buchen, doch die kurzfristige Wohnungssuche machte mir echte Probleme.

Auf der anderen Seite hatte ich so aber vor dem Bewerbungsbeginn auch knapp anderthalb Jahre Zeit, um mich umzuhören und mich von anderen Medizinstudenten demotivieren zu lassen. Einen Pflegepraktikumsplatz in Frankreich auf herkömmlichem Wege zu bekommen, sei praktisch unmöglich, da in Frankreich niemand wisse, was ein Krankenpflegepraktikum sei. Ich hatte es daraufhin gar nicht erst ernsthaft versucht. Stattdessen hatte ich mich umgehört, ob jemand Ärzte in Frankreich kenne und schließlich über unzählige Ecken einen sehr netten Professor gefunden, der mir gleich zwei Ärzte aus dem Hôpital Necker nannte, die ich freundlicherweise sogar mit seiner Empfehlung anschreiben durfte.

Insofern waren Stadt-, Land- und Krankenhauswahl gleichermaßen willkürlich. Dass es sich dabei um Paris handelte und dann auch noch um eines der besten Lehrkrankenhäuser, was ich vorher ohnehin nicht wusste, war pures Glück. Der eine Arzt gab mir sein Einverständnis und ich musste mich bei der „Direction de Soins“ bewerben. Vermutlich ist es generell effektiver, zunächst Chefärzte anzuschreiben oder anzurufen und sich dann – mit deren Zusage – bei der Pflegedirektion zu bewerben. Mein Tipp: Fragt einfach rum, vielleicht kennt ja jemand jemanden oder Ihr schreibt einfach mal auf gut Glück einen Chefarzt an.

In jede Bewerbungsmail gehört auf jeden Fall min. ein Absatz zur Erklärung des Krankenpflegepraktikums. Wer möchte, darf gerne meinen übernehmen; für Fehler übernehme ich aber keine Haftung:

“C’est dans le cadre d’un stage dans le domaine d’aide soignante/infirmier que je permets de vous solliciter pour intégrer un de vos services pendant 30 jours, lors d’une interruption de cours (environ du 04.03 au 04.04) en 2011.

En effet, je suis étudiante en deuxième année de médecine à l’université de …. en Allemagne. Un stage d’aide soignante et infirmier d’une durée de 90 jours est obligatoire au cours du premier cycle d’étude médicale. Ce stage a pour objectif d’introduire d’une part dans le fonctionnement et le déroulement d’un service clinique. D’autre part il permet d’avoir une réelle approche auprès des soignants et des patients, et donc de prendre conscience de l’ensemble des soins données aux malades”.

Danach folgten in meinem „Lettre de motivation“ noch ein Absatz zu meiner bisherigen medizinischen Erfahrung also Pflegepraktika und Freiwilligenarbeit sowie ein Absatz zu meinen Sprachkenntnissen.

Außerdem benötigt man nach der Zusage angeblich noch eine „Convention de Stage“ – ein Vertrag zwischen Eurer Universität und dem Krankenhaus. Fragt also mal bei Euch im Studentensekretariat nach. Dieses zu erhalten und zur Sicherheit mitzunehmen, ist kaum Aufwand. Es wurde aber bei mir in Paris nie erwähnt. Ich schreibe es hier nur auf, weil mir vorher von verschiedenen Seiten berichtet wurde, dass es sehr wichtig sei.

Man spricht Französisch

Leben in Paris

Zunächst: Die Angst, sprachlich zu versagen, sollte nie ein Grund sein, das Krankenpflegepraktikum nicht im Ausland zu machen! Wer wenigstens Grundzüge der jeweiligen Landessprache beherrscht, kommt schnell zurecht!

Vorweggesagt, muss ich aber sagen: in Frankreich wird Französisch gesprochen. Und zwar fast ausschließlich. Deswegen wird einem oft ziemlich viel Bewunderung entgegengebracht, wenn es einem gelingt, sich auch nur halbwegs auf Französisch zu verständigen, was ganz nett für das eigene Ego ist.

Da meine Zeitplanung ja ohnehin mangelhaft war, ist auch meine sprachliche Vorbereitung sehr verbesserungswürdig gewesen. Ich hatte mir bei Amazon.fr >>Urgences<< (Emergency Room) bestellt und ein paar Folgen mit Untertiteln gesehen, um mich ins medizinische Französisch einzuhören. Inzwischen weiß ich, dass es zumindest in Freiburg vom „Centre Culturel Francais“ auch Kurse „Französisch für Mediziner“ gibt. Das hätte wahrscheinlich auch geholfen. Empfehlen kann ich „Französisch für Mediziner“ aus dem Elsevier Verlag, zweiteilig. Band 1, eine Art Lehrbuch, Band 2 eine Art klinisches Wörterbuch mit Abkürzungen!

In der ersten Woche hatte ich dann im Krankenhaus auch tatsächlich einige Verständnisprobleme. Doch schon nach kurzer Zeit hatte ich die gröbsten, sich immer wiederholenden Sätze gut verinnerlicht. Spätestens Ende der 3. Woche hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass ich abgesehen von der Visite immer verstanden habe, was gesagt wurde.

Ich bereue jedoch sehr, dass ich nicht länger da war. Mindestens sechs, wenn nicht gleich acht Wochen wären nötig gewesen! Ich war nämlich erst in der letzten Woche soweit, dass ich, wenn mir etwas im Pariser Einheitstempo sehr schnell erzählt wurde, einzelne Wörter oder grammatikalische Strukturen ausmachen konnte, und sich mein eigenes Französisch auch qualitativ und nicht nur quantitativ verbessern konnte.

Meine Aufgaben und der Tagesablauf auf Station

In der Bibliotheque Sainte Genevieve der Universite sorbonne in Paris
In der Bibliotheque Sainte Genevieve der Universite sorbonne in Paris

Am Anfang habe ich vor allem zugeguckt und versucht zu verstehen. Verblüfft hat mich, wie wenig meine Hilfe erwartet wurde! Selbst einfache Aufgaben wie „Wasser holen“, „Blutproben wegbringen“, etc. wurden mit einem erstaunten „Aber das musst Du doch nicht!“ quittiert. Ich habe natürlich trotzdem versucht, so viel wie möglich zu helfen. Aber wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob der Patient nach einer Flasche Wasser gefragt hat oder nach einem Einlauf, kann es schwierig sein, mal eben das richtige zu holen …

Mit zunehmendem Sprachverständnis und stark abhängig von der Schwester bzw. dem Pfleger, die gerade Dienst hatten, durfte ich dann sehr schnell sehr viel selber machen. Allerdings war auf meiner Station auch ein extrem nettes und junges Team, in dem sich fast alle gut verstanden, und das mir auch das Pariser Nachtleben gezeigt hat. Und nachdem ich zum 5. Mal gefragt wurde, was ich denn lernen wolle, habe ich irgendwann einfach ehrlich geantwortet.

Mein Dienst fing fast immer morgens um 6:00 Uhr an. Durch einen Zufall hatte ich nur ca. dreimal Spätschicht. Wie in Deutschland findet auch in Frankreich erst einmal die Übergabe statt. Dann folgte der morgendliche Rundgang über die Station. Nachdem ich, auf meinen Wunsch hin, Blut abnehmen gelernt hatte, war dies dann meine Aufgabe. Auf einer Nierenstation wird natürlich fast jedem Patienten täglich Blut abgenommen, allerdings sehr oft auch einfach aus einem Port. Mittags wurde meistens gemeinsam gegessen. Ich profitierte wieder von dem guten Stationsklima, da regelmäßig jemand eine französische Spezialität mitbrachte, die ich „unbedingt probieren müsse“. Danach durfte ich meist schon um halb 13:30 Uhr gehen, weil nur noch Papierkram zu erledigen war.

Die Zeit dazwischen war ganz unterschiedlich gefüllt. Je nach Schwester durfte ich fast alles machen, was sie auch machte, sodass ich, natürlich unter Anleitung und Aufsicht, Zugänge gelegt, Medikamente vorbereitet, Verbände gewechselt, OP Wunden gesäubert und Fäden gezogen habe. War einmal nichts zu tun, habe ich natürlich den „Aide-soignantes“ geholfen.

Immer wieder wurde mir aber von den Schwestern selber nahegelegt, auch mal den Ärzten zuzuschauen, was ich aus Deutschland nicht unbedingt als selbstverständlich kannte. So durfte ich bei der zweimal wöchentlich stattfindenden Chefvisite zuhören und mitgehen, die ich allerdings bis zum Schluss kaum verstanden habe. Ob dafür allerdings meine mangelnden Französischkenntnisse verantwortlich waren oder mein Mangel an Ahnung von Transplantationsmedizin, sei dahingestellt. Interessant und nett war es in jedem Fall. Wenn eine interessante Untersuchung auf Station stattfand, am häufigsten waren das Nierenbiopsien, wurde ich dazu geholt und einmal durfte ich sogar im OP bei einer Transplantation zuschauen.

Hier galt aber natürlich auch: Einfach nett lächeln und mit deutschem Akzent nachfragen, kann Wunder wirken!

Unterkunft und Leben in Paris

Gar nicht in Paris war wer keine Marcarons probiert hat

In Paris ist die Wohnungssituation katastrophal. Und mein kurzer zeitlicher Vorlauf machte es nicht unbedingt besser. Wer Wert auf ein eigenes Zimmer legt und auf dem freien Markt sucht, darf mit 450 € aufwärts pro Monat rechnen. Ich wollte außerdem nah an das sehr zentrale Krankenhaus, 10 min zum Eifelturm, und habe so letztlich für einen Monat in einem kleinen Zimmer mit Gemeinschaftsbad, aber Halbpension, 650€ gezahlt. Dafür war ich aber wirklich nur eine Metrostation vom Hôpital entfernt, was mir die Nachtbusse beim Frühdienst erspart hat. Die Metro fährt übrigens erst ab frühestens 5:30 Uhr. Außerdem war es das einzige Zimmer, das mir zugesagt hat, insofern hatte ich ohnehin keine Auswahl. Gesucht und gefunden habe ich es auf: www.appartager.com .

Verträge für Zwischenmieten sind sehr unüblich. Lasst Euch aber nochmal in einer separaten Email die jeweilige Leistung mit Preis bestätigen und hebt diese – am besten ausgedruckt – bis zum Ende auf. Achtet darauf, dass drinsteht, dass Strom und Wasser und weitere etwaige Kosten wie z. B. Reinigung der Bettdecke, kein Witz, alle inklusive sind. Druckt Euch ggf. das Angebot aus. Ich hatte da leider am Ende meines Aufenthalts noch sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Im Sommer kann man sich wohl auch um deutlich günstigere Zimmer in den Wohnheimen wie z.B. „Cité Universitaire“ bewerben.

Zum kulturellen Angebot in Paris muss ich wohl abgesehen davon nicht viel sagen. Nur eins vielleicht: Für unter 25jährige EU Bürger sind die staatlichen Museen – also praktisch alle – kostenlos! Mädchen sollten außerdem die „Soiree filles“ mittwochs im Queens Club auf den Champs-Élysées erleben. „Clubbing“ in Paris ist im Allgemeinen ohnehin sehr empfehlenswert, aber teuer, wie alles in Paris. Fragt einfach auf Eurer Station mal nach. Und rechnet damit, gefühlte 10 kg zuzunehmen – das Essen ist einfach zu gut.

Anerkennung durch das LPA

Ich hatte, nach eingehender Beratung durch meine Vorgänger, keinerlei Probleme bei der Anerkennung meines Krankenpflegepraktikums durch das Landesprüfungsamt (LPA). Ich hatte folgende Tipps beachtet:

  • Statt einem mehrseitigen, detaillierten und kostenpflichtig übersetztem Zeugnis auf Französisch einfach den englischen Vordruck ausdrucken, selber auf Englisch ausfüllen und von der Pflegedirektion unterschreiben lassen.
  • Vorher beim jeweiligen LPA anfragen, was zu beachten ist und welche Tätigkeiten erforderlich sind.
  • Anscheinend erkennen einige LPAs das Praktikum nicht an, wenn auf dem Stempel „Clinique“ statt „Hôpital“ steht; dann von der Pflegedirektion noch eine separate Erklärung unterschreiben lassen, dass es sich um ein Krankenhaus handelt, wie viele Betten es gibt und was für Patienten, etc.
  • Und ganz wichtig! Alle Daten dreimal überprüfen, dreimal nachzählen, ob die Tage stimmen (müssen >30 sein, aber mit Wochenenden) und dass das Unterschriftsdatum frühestens der letzte offiziell eingetragene Tag ist.

Mein Resümee

Frühling in Paris
Frühling in Paris

Im Allgemeinen habe ich die Franzosen im Krankenhaus – Ärzte wie Schwestern – fast ausnahmslos als hilfsbereit, sehr freundlich und sehr erklärungswillig empfunden. Das mag, wie jetzt bereits mehrfach erwähnt, an meiner unglaublich netten Station gelegen haben, der ich sehr dankbar bin. Immer war aber auch dieses implizite Interesse an mir da. Nicht nur ich wollte etwas lernen, sondern ich sollte doch bitte auch von Deutschland und deutschen Zuständen berichten.

Mein Fazit ist demnach extrem positiv. Ich kann nur jedem ehrlich dazu raten, ein Krankenpflegepraktikum im Ausland zu machen – und mal eine Zeit in Paris zu leben, wie in meinem Fall, ist natürlich auch nicht schlecht.

Ich bereue nur, dass ich nicht längere Zeit eingeplant hatte, also min. sechs Wochen, da ich sicher sprachlich und dann auch fachlich noch mehr hätte mitnehmen können. Ich habe im Krankenhaus viel mehr „Freundschaften“ geschlossen, als ich von meiner kurzen Zeit erwartet hatte und hätte auch diese gerne noch vertiefen mögen.

T., E.
Hamburg, März 2012

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11 Kommentare

  • Salut,
    dein Bericht hat mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert! Mit Französisch als Leistungskurs, Familie in Frankreich und dem Wunsch Medizin zu studieren, käme mir ein 3-monatiges Pflegepraktikum in Paris gelegen.
    Über eine Kontaktaufnahme per Email freue ich mich sehr!
    Liebe Grüße 🙂

  • Coucou!!
    Ich bin gerade erst auf deinen Beitrag gestoßen und wahrscheinlich ist es jetzt schon viel zu spät…aber naja…vielleicht kriege ich ja tatsächlich noch eine Antwort.
    Ich bin zur Zeit Au Pair in Paris und möchte demnächst Medizin studieren. Ich wollte vorab ein Praktikum machen und es wäre ja super, wenn ich das gleich hier machen könnte.
    Ich hätte so ein paar Fragen und auch gerne die Kontaktdaten deiner französischen Chefärzte!!
    1000 Mercis! Ich würde mich freuen, von Dir zu hören!

  • Hallo, dein Artikel klingt wirklich super! Leider stehe ich vor genau demselben Problem wie du damals, da mir noch mein letzter Praktikumsmonat fehlt, ich dafür super gerne ins Ausland gehen würde, aber leider etwas spät dran bin, da es auch März nächsten Jahres wäre und danach das Physikum vor der Tür steht. Könntest du mir vielleicht auch die Kontaktdaten per Mail schicken? Das wäre wirklich sehr hilfreich! 🙂
    Ganz vielen lieben Dank schon mal!

    Liebe Grüße
    Bastienne

  • Hey! Genauso wie Sabine Hausner würde ich mich sehr freuen wenn du mir den Kontakt zu den 2 Ärzten sagen könntest?? Ich plane im Sommer nach Frankreich (am liebsten paris) zu gehen für einen Monat pflegepraktikum und bin momentan dankbar für jeden Kontakt den ich irgendwie bekommen kann… 😉
    Das wäre super lieb von dir!
    LG Hannah :))

    • Hi,
      auch ich würde gerne mein Pflegepraktikum in Paris machen und dafür wäre es natürlich super praktisch, wenn du auch mir die Kontakten deiner Chefärzte senden könntest, da sich dein Bericht ja wirklich vielversprechend anhört!
      Vielen Dank schonmal im Voraus und ganz liebe Grüße,
      Julia

  • SALUT =)

    das klingt wirklich spannend…
    du hast bestimmt schon einigen einen kontakt gegeben, aber wäre es möglich mir auch einen kontakt zu verschaffen?
    ich bin zwar nicht im medizinstudium aber ich werder eine ausbildung zur physiotherapeutin machen…

    es waere wirklich super lieb einen kontakt zu haben um irgendwo anknüpfen zu können…

    liebe grüße
    sabine

  • Guten Abend,

    wie meine Vorgängerinnen bin auch ich sehr an einem Krankenpflegepraktikum im Ausland interessiert. Da ich mich bis jetzt nur sehr erfolglos in den Niederlanden beworben habe (Dort haben sie bereits Probleme, Ihre eigenen Studenten unterzubringen) denke ich nun ebenfalls über Frankreich nach. Dein Bericht klingt wirklich sehr motivierend und es würde mich sehr freuen, wenn du mir ebenfalls die Kontaktdaten der Station bzw. des Chefarztes schicken könntest. Vielleicht geht dann ja mein Wunsch nach dem Praktikum auch in Erfüllung 🙂

    Liebe Grüße Joana

  • Hallo!
    Dein Artikel war wirklich sehr interessant!
    Vielen Dank!
    Glaubst du ein Praktikum in einem französischen
    Krankenhaus ist auch dann möglich, wenn man (noch) nicht Medizin studiert? Also eine Art des Orientierungspraktikums?
    Schöne Grüße,
    Hannah

  • Hey 🙂
    Ich fand deinen Bericht auch super interessant und plane ähnliches… Könntest du per Mail mit mir Kontakt aufnehmen, damit ich dich noch ein paar Dinge Fragen kann?

    Über eine schnelle Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!
    Ganz liebe Grüße

  • Hallo,
    ich habe deinen bericht gelesen und bin sehr positiv angetan 🙂
    ich verfolge für den kommenden sommer ganz ähnliche pläne und hätte deswegen eine bitte bzw frage an dich: könntest du mir evl. den Kontakt/ die emailadresse einer der ärzte geben die du damals kontaktiert hast oder aber den kontakt der krankenschwestern? das wäre wunderbar! dank dir auf jeden fall sconmal für den hilfreichen Bericht!!
    liebe grüße
    lili

  • Hallo,
    Ich bin Französin und studiere Medizin in Deutschland, und ich möchte mein nächstes Praktikum in Frankreich absolvieren. Ich habe schon ein Krankrenhaus gefunden, das mich nehmen würde.
    Das Problem ist folgendes, wie du sagst fragt mein Krankenhaus nach einem Praktikumsvertrag (wegen der Vericherung), aber meine Uni hat mir gesagt dass sie keinen macht.
    Könntest du mit mir Kontakt aufnehemen und mir ein bisschen beschreiben wie dus gemacht hast ?
    Vielen vielen Dank im Voraus, das würde einfach extra sein wenns klappen würde !
    Lg Margot

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