PJ in der Schweiz – Innere Medizin

16. Dezember 2011

in Chancen im Ausland, Innere Medizin, Praktisches Jahr im Ausland, Schweiz

Schweiz, St. Gallen, Bürgerspital (28.02.-19.06.2011)

Vor Beginn des PJ war für mich von Anfang an klar, dass ich davon so viel Zeit wie möglich im Ausland verbringen möchte. Mein erstes PJ-Tertial führte mich dazu in die Schweiz und zwar nach St. Gallen. Dort habe ich vier Monate lang in der Inneren Medizin, genauer genommen in der Geriatrie, im Bürgerspital gearbeitet. Insgesamt habe ich das Leben und Arbeiten in der Schweiz sehr genossen und würde jederzeit wieder für das PJ dorthin gehen.

Warum zog es mich in die Schweiz?

Idylle am Bodensee mit Blick auf die Schweizer Berge

Es hat mich schon immer interessiert, wie in anderen Ländern im medizinischen Bereich gearbeitet wird und wie vor allem auch die Lehre für Medizinstudenten dort abläuft. Leider hatte ich es während meines Medizinstudiums versäumt ein, Auslandssemester oder Famulaturen im Ausland zu machen. Daher war das Praktische Jahr meine letzte Möglichkeit, vor dem Berufseinstieg noch neue Erfahrungen zu sammeln.

Die Entscheidung in die Schweiz zu gehen, lag für mich aus rein finanziellen Gründen auf der Hand, da es eines der wenigen Ländern ist, in dem man als PJ-Student ausreichend Geld verdient, um sich den kompletten Auslandsaufenthalt ohne größere Kosten selber zu finanzieren. Außerdem hatte ich im Vorfeld viel Gutes über die Lehre und die dort praktizierte Medizin gehört, welche sich aber doch deutlich von der in Deutschland unterscheiden sollte.

Auch die deutsche Sprache, die dort „angeblich“ gesprochen wird, war für mich verlockend. Allerdings darf man den Schweizer Dialekt nicht unterschätzen, denn in den ersten drei Wochen hätte ich auf Englisch wahrscheinlich mehr verstanden. Aber keine Sorge, wenn man sich bemüht, hört man sich schnell ein und kann fast jeder Konversation folgen und sich auch gut mit den Patienten verständigen.

Ein weiterer Pluspunkt für die Schweiz waren die Berge und die wunderschöne Landschaft. Da ich beides genießen wollte, entschied ich mich, mich für das erste Tertial zu bewerben, da dieses in den Zeitraum Februar bis Juni viel. Das hieß im Klartext: Ski fahren, wandern und baden an ein und demselben Ort.

Nun blieb nur noch die Frage, wohin in die Schweiz? Da ich zuvor schon mal in Zürich war und die Stadt zwar sehr schön, aber trotzdem als nicht zu mir passend empfunden hatte, schied die Metropole des Landes schon mal aus. Obwohl die Schweiz sehr klein ist, wollte ich trotzdem in eine Stadt und nicht mitten aufs Land in ein kleines Dorf gehen. Die französische und die italienische Schweiz schieden auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse aus. Dann blieben nicht mehr so viele Orte übrig und deshalb bewarb ich mich in Basel, Bern, Luzern und St. Gallen.

Letztendlich führte mich mein Weg in das kleine Städtchen St. Gallen, wunderschön zwischen den Bergen am Bodensee gelegen, welches glücklicherweise auch noch alle oben genannten Freizeitaktivitäten abdeckte.

Vorbereitung und Organisation

Ein PJ mit Seeblick - nur 10 km vom Arbeitsplatz entfernt

Die Schweiz ist für viele deutsche PJ-Studenten ein sehr beliebtes Auslandsziel. Deshalb lohnt es sich, sich frühzeitig dafür zu bewerben. Ich hatte mich im 8. Semester, also ein Jahr vor dem PJ-Beginn, darum gekümmert. Allerdings habe ich von einigen Kommilitonen gehört, welche auch noch einige Monate vor PJ-Start einen Platz bekommen haben, da es immer wieder Medizinstudenten gibt, die kurzfristig die zugesagte Stelle nicht antreten. Um eine größere Auswahl an Stellen zu haben, lohnt es sich aber trotzdem, sich mindestens ein bis zwei Semester zuvor darum zu bemühen.

Ich hatte mir einige Klinikadressen mittels Internet gesucht und habe ganz einfach und formlos via Email um eine Stelle für Chirurgie oder Innere Medizin gebeten. Den genauen Zeitraum hatte ich angegeben, da es für mich wichtig war, das erste Tertial in der Schweiz zu machen. Das Einzige, worauf man achten muss, ist, dass die Klinik an ein Uniklinikum angebunden ist, damit es vom jeweiligen Landesprüfungsamt (LPA) anerkannt wird.

Eine der ersten Zusagen habe ich für die Geriatrische Klinik in St. Gallen bekommen, welche formal zur Universität Bern gehört. Da diese Klinik pro Tertial nur zwei Stellen vergibt und ich geplant hatte, mit einer Freundin gemeinsam dorthin zu gehen, haben wir direkt zugesagt. Daraufhin mussten wir nur noch einen Lebenslauf und ein kurzes Bewerbungsschreiben mit Photo sowie unseren Adressen per Post hinschicken und ein paar Wochen später war auch schon der Arbeitsvertrag im Briefkasten, den wir nur noch unterschrieben zurückschicken mussten.

Das Bürgerspital in St. Gallen bietet monatlich ein Gehalt von gut 1.000 SF brutto und einen Platz im Wohnheim an. Die Zimmer im Wohnheim sind recht einfach, aber trotzdem sauber und für Schweizer Verhältnisse sehr günstig (ca. 300€ im Monat). Man teilt sich pro Stockwerk eine Küche und zwei Bäder mit weiteren Angestellten der Klinik, so z.B. mit Krankenschwestern, Auszubildenden in verschiedenen Bereichen, Physiotherapeuten und einigen Ärzten. Es bietet sich an, den Wohnheimplatz nochmals telefonisch abzuklären, da diese nicht immer verfügbar sind. Die Telefonnummer findet man auf der Homepage des Bürgerspitals unter Hotellerie. Die Verantwortliche ist sehr nett und bemüht, auch wenn es per Telefon durch den Dialekt etwas schwer war, alle Details zu verstehen.

Da ich in München wohne, demnach nur etwa zwei Autostunden entfernt von St. Gallen bin, war ich einige Wochen zuvor hingefahren, um mich vorzustellen und mir die Klinik als auch das Wohnheimzimmer anzuschauen. Es ist nicht unbedingt nötig, aber dadurch wusste ich vorher etwas besser, welche Sachen ich mitnehmen sollte, Bettwäsche und Geschirr sind zum Beispiel vorhanden, und hatte schon mal einen ersten – sehr guten! – Eindruck von der Klinik und den dort arbeitenden Ärzten bekommen.

Je nach Versicherung kann es übrigens durchaus nicht schaden, eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen.

Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, wird an der Grenze durchaus mal etwas strenger kontrolliert. Es empfiehlt sich deshalb, bei der Einreise eine Liste mit den mitgeführten Gegenständen dabei zu haben, damit es bei der Kontrolle keine Schwierigkeiten gibt. Die genaue Liste über zu verzollende Gegenstände findet man auf der Internetseite des Schweizer Zollamts.

Mehr gab es von Deutschland aus eigentlich gar nicht zu organisieren, also relativ wenig für ein PJ im Ausland.

Ein Visum brauchte man nicht, dafür musste man sich vor Ort mit Arbeitsvertrag im Einwohnermeldeamt anmelden, um eine Art Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Die Kosten lagen bei ca. 40 SF, dafür war das Ganze aber mit wenig Bürokratie verbunden. Bei Fragen konnte man sich jeder Zeit an die nette Sekretärin der Klinik wenden. Die Klinik hatte uns angeboten, das Gehalt entweder jeden Monat in bar zu geben oder auf ein Schweizer Bankkonto zu überweisen. Ich hatte mich für letzteres entschieden. Es bietet sich an, entweder zur Postbank oder zur Vadiansbank in St. Gallen zu gehen. Beide verlangen keine Kontoführungsgebühren und es ist kein Problem, das Konto nach einigen Monaten wieder zu kündigen. Ich hatte damals für die Vadiansbank entschieden, da diese sozusagen die Partnerbank der Klinik ist.

All diese Dinge waren problemlos in der ersten Woche zu erledigen, weil uns die Klinik dafür einige Nachmittage freigegeben hatte.

Arbeiten in der Geriatrie im Bürgerspital

Das Bürgerspital - Pflegeheim der Geriatrischen Klinik

Einige werden sich vielleicht wundern, warum ich das Innere Tertial gerade in der Geriatrie gemacht habe. Sogar ich selbst war am Anfang unsicher, ob dies wirklich eine gute Idee war, da ich von diesem Fachgebiet nicht wirklich viel wusste und eigentlich auch nicht so viel Interesse daran hatte. Im Nachhinein war es aber definitiv eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Die Geriatrie bietet eine guten Einblick in viele unterschiedliche Krankheitsbilder, vom Herzinfarkt bis zur Schenkelhalsfraktur, und man lernt viel über die ganzheitliche Behandlung von multimorbiden Patienten, auf die man dort sehr häufig trifft.

Nun zu meinem Arbeitsalltag im Bürgerspital. An unserem ersten Tag in der Klinik wurden wir ganz offiziell bei der Frühbesprechung der kompletten Ärzteschaft als neue Unterassistenten, der Schweizer Ausdruck für PJ-Studenten, vorgestellt. Die Klinik ist sehr klein und somit war es kein Problem, sehr schnell alle Mitarbeiter kennen zu lernen. Es gibt insgesamt vier Stationen, ein Pflegeheim und verschiedene Bereiche für Physio- und Ergotherapie und Sozialdienst. Ausnahmslos alle Beschäftigten, egal ob Schweizer oder Deutsche, waren wahnsinnig nett und zuvorkommend.

Nach dem sogenannten Morgenrapport, vergleichbar mit der deutschen Frühbesprechung, der immer um 8:00 Uhr morgens beginnt, ging es los mit Stationsarbeit. Diese teilte sich auf in Visite, Briefe schreiben, neue Patienten aufnehmen, verschiedene interdisziplinäre Besprechungen mit den unterschiedlichen Therapeuten (Ergo- und Physiotherapie, Pflegepersonal, Sozialdienst und Logopädie) und Gespräche mit den Angehörigen der Patienten.

In der ersten Woche wurde mir erst einmal alles gezeigt, um den Stationsablauf und die Mitarbeiter der unterschiedlichen Disziplinen kennen zu lernen. Blut abnehmen und Nadel legen musste ich nicht, da dies alles von den wirklich sehr gut ausgebildeten Pflegekräften übernommen wurde – dies ist in den meisten Krankenhäusern der Schweiz so. Nachdem ich bei einigen Aufnahmen dabei war, durfte ich sehr schnell vollkommen selbstständig Patienten aufnehmen.

Dafür führte ich eine sehr ausführliche geriatrische Anamnese mit Persönlicher-, Familien- und Sozialanamnese durch. Danach musste ich die Patienten komplett durch untersuchen, inklusive Hirnnerven und allem drum und dran. Ich habe dabei zum ersten Mal richtig gelernt, wie man eine komplette körperliche Untersuchung durchführt! Am Ende musste ich noch das geriatrische Assessment mit den Patienten machen, wie zum Beispiel MMST und geriatrischer Depressionsskala, was ehrlich gesagt, nicht zu meinen Lieblingsaufgaben zählte. Alles in allem war ich für eine Aufnahme bis zu einer Stunde beschäftigt. Danach stellte ich meinen Patienten dem Stationsoberarzt vor und gab Vorschläge, welche Medikamente ich verordnen würde und welches Therapiekonzept geeignet wäre. Nach der Besprechung ging ich gemeinsam mit dem Oberarzt zum Patienten und konnte bei unklaren Untersuchungsbefunden noch mal gemeinsam mit ihm untersuchen.

Danach durfte ich selber die Verordnungen und Medikamente in die Kurve eintragen und einen ausführlichen Eintrittsbericht am PC schreiben. Diesen konnte man entweder selber tippen oder diktieren. Bei Unklarheiten war jederzeit die Stationsärztin oder der Oberarzt ansprechbar.

Die Visiten fanden täglich vormittags statt, einmal wöchentlich mit Chefarzt und einmal mit Oberarzt, ansonsten alleine mit dem Assistenzarzt. Hierbei war meine Meinung, im Gegensatz zu vielen Kliniken in Deutschland, immer gefragt und ich konnte mich meistens gut einbringen, wenn ich Informationen über den Patienten oder Vorschläge zur Therapie hatte.

Hin und wieder hatte ich die Möglichkeit Abdomensonos zu machen und für die Patienten, die ich gut kannte, durfte ich die Entlassbriefe schreiben, was von mir aber nicht zwingend gefordert wurde. Auch das Auswerten von EKGs war immer wieder mal an der Tagesordnung. Bei der interdisziplinären Besprechung war ich ebenfalls anwesend und durfte meine Meinung und Vorschläge einbringen.

Einmal die Woche war für die komplette Klinik internistische Fortbildung im Kantonsspital, welches direkt gegenüber der Geriatrischen Klinik gelegen ist. Diese war verpflichtend und sogar meistens interessant. Zusätzlich gab es noch weitere Fortbildungen und Fallvorstellungen im Kantonsspital, an denen man optional teilnehmen konnte. Speziellen Studentenunterricht gab es nicht. Auch die wöchentliche Röntgenbesprechung wurde von Radiologen des Kantonsspitals abgehalten, bei der unsere geriatrischen Patienten gesondert besprochen wurden. Auch ich durfte einige Patienten dort vorstellen.

Der Arbeitstag endete täglich mit dem Abendrapport von 16:30 – 17:00 Uhr. Pausen während der Arbeit hatten wir genug. So gingen wir täglich Frühstücken und Mittagessen! Auch ein kleiner Cappuccino zwischendrin war meistens kein Problem. Das Personalrestaurant verfügt über eine riesige Dachterrasse, von der man einen umwerfenden Blick über ganz St. Gallen hat!

Ich habe bei meiner Arbeit im Bürgerspital wirklich viel gelernt und es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten waren alle sehr nett zu mir. Wir hatten uns von Anfang an untereinander geduzt und nach dem Überwinden anfänglicher Sprachbarrieren, die meisten Schweizer weigern sich konsequent hochdeutsch zu sprechen, konnte ich mich rege an Diskussionen und Gesprächen beteiligen.

Die Arbeit mit den alten Patienten war wirklich sehr schön und auch diese haben durchweg positiv auf mich als Deutsche reagiert. Was mir am aller Meisten an der Geriatrie gefallen hat, ist, dass die Patienten dort als ganze Menschen betrachtet werden und nicht nur deren Krankheiten behandelt werden. Man bekam einen guten Einblick in das soziale Umfeld der Menschen und ich habe so manche sehr interessante Lebensgeschichte zu hören bekommen. Was mir etwas fehlte, war die Tatsache, dass man so gut wie gar nicht mit akuten Fällen konfrontiert wurde, da die meisten Patienten zur Reha ins Bürgerspital verlegt wurden. Andererseits habe ich in der Geriatrie die verschiedensten Krankheiten kennengelernt und war nicht, wie zum Beispiel in der Kardiologie, auf ein bestimmtes Organsystem spezialisiert.

Als Unterassistent hat man übrigens schon fast das Ansehen eines Assistenzarztes. Ich wurde immer als „Frau Doktor“ vorgestellt und hatte niemals den Eindruck, als kleine Medizinstudentin abgestempelt zu werden, was einem in Deutschland ja mal ganz gerne passiert.

Die Klinik hatte am Ende meines Tertials allerdings einen neuen Chefarzt bekommen und ich könnte mir vorstellen, dass sich manches in der Ausbildung der Unterassistenten geändert hat. Am Besten sollte man mal auf der Homepage der Klinik nachforschen.

Leben in St. Gallen

Blick über die Altstadt von St. Gallen

St. Gallen ist mit seinen gut 70.000 Einwohnern eine der größeren Städte der Schweiz. Für deutsche Verhältnisse gleicht es aber eher einer beschaulichen Kleinstadt, den Erwerb eines Stadtplans kann man sich also getrost sparen. Die Innenstadt besteht aus einer Haupteinkaufsstrasse, die komplett zur Fußgängerzone gehört, und kleinen Gässchen sowie Seitenstrassen. Sie befindet sich etwa 10 Minuten zu Fuß von der Klinik entfernt und alle wichtigen Punkte sind problemlos zu Fuß erreichbar.

Es gibt viele Geschäfte als auch Supermärkte und auch an Cafés, Bars und Restaurants mangelt es nicht. Wenn man allerdings abends weggehen oder essen gehen möchte, muss man mit etwas höheren Ausgaben rechnen. Ein Bier kostet umgerechnet mindestens 4,50€ und auch ein kleiner Kaffee ist nicht unter 3€ zu bekommen. Zum Essen weggegangen, bin ich nie, da eine Vorspeise bei etwa 20€ anfing. Wenn man sich die Mühe machte, Preise zu vergleichen oder eben nur nach Angeboten einzukaufen, konnte man in den verschiedenen Supermärkten halbwegs günstig einkaufen.

Da das Benzin in der Schweiz überraschend günstig war, lohnte sich ein Ausflug ins angrenzende Österreich oder auch mal ins deutsche Konstanz für einen Großeinkauf allemal. Aber Vorsicht an der Grenze vor der Zollkontrolle! Man sollte sich unbedingt vorher informieren, was man einführen darf oder sich auf jeden Fall nicht erwischen lassen!

In den Kneipen St. Gallens ist abends immer etwas los, wobei das Publikum meistens eher jung ist. Empfehlen kann ich das „LaBuendaOnda“, den „Schwarzen Engel“ und die Bar des Stadttheaters. Dort trifft man eher Leute ab 25 und man kann gemütlich in schöner Atmosphäre mal ein Gläschen trinken.

Freizeit

Die drei Weiher laden zum Baden ein

St. Gallen liegt eingebettet zwischen zwei Hügeln, welche beide ihre eigenen Highlights haben. Auf dem einen befinden sich die „ drei Weiher“. Das sind drei kleine Seen, in denen man ab dem Frühjahr baden kann – und das umsonst! Außerdem hat man von dort eine herrliche Aussicht auf die Schweizer Berge und es gibt schöne Wege zum Spazieren. Der zweite Hügel beherbergt ein Freibad und eine kleinen Wildpark, in dem man ebenfalls schöne kleine Wanderungen machen kann.

Der Bodensee ist direkt um die Ecke, der nächste Ort Rorschach ist etwa 10 Kilometer entfernt und mit Fahrrad, Auto, Bus und Bahn sehr gut und schnell erreichbar. Dort kann man sich günstig Tretboote leihen, an der Promenade Eis essen und natürlich baden!

In der Skisaison ist man zwar auf ein Auto angewiesen, aber innerhalb einer Stunde ist man mitten im Skigebiet. Ich würde allerdings empfehlen, dafür eher nach Österreich zu fahren, denn dies ist auch nicht weiter, dafür aber deutlich günstiger, da z.B. ein Schweizer Skipass ca. 50€ kostet.

An den Wochenenden hatte ich grundsätzlich frei und pro Monat bekam ich eineinhalb Tage Urlaub von der Klinik gestellt. Das hieß, es blieb genug Zeit, um annähernd die komplette Schweiz zu bereisen. Einen Wanderausflug ins Appenzellerland, welches nur etwa 30 km entfernt und auch gut mit dem Zug zu erreichen ist, sollte man auf jeden Fall machen. Man trifft dort wirklich auf eine wunderschöne und beeindruckende Landschaft!

Da meine Freundin ihr Auto dabei hatte, machten wir jedes Wochenende Ausflüge in eine andere Stadt der Schweiz. Wir waren in Bern, Basel, Winterthur, Luzern, Schaffhausen, natürlich Zürich und wir haben es sogar ins Tessin bis zum Lago Maggiore geschafft!
Das Vorurteil, dass die Schweizer die Deutschen nicht mögen, kann ich keineswegs bestätigen – wir wurden fast ausnahmslos nett und freundlich empfangen, egal wo wir waren.

Mein Resümee

Entspannen an der Bodenseepromenade in Rorschach

Alles in allem hatte ich eine sehr schöne Zeit während meines PJ in der Schweiz und vor allem auch in der geriatrischen Klinik. Ich habe viel bei meiner Arbeit gelernt und konnte meine Freizeit ausgiebig nutzen. Durch das Gehalt, was eigentlich in den meisten Schweizer Kliniken bezahlt wird, kann man sich die teuren Preise vor Ort einigermaßen leisten. Allerdings musste ich bis zum Schluss über viele Preis-Leistungs-Verhältnisse den Kopf schütteln, da es leider doch sehr oft fast Wucher gleicht. Doch wenn man über diesen Wermutstropfen hinweg sehen kann, ist die Schweiz ein Land, welches sich lohnt, kennen zu lernen – und dies zum Leben und zum Arbeiten.

Auch wenn ich persönlich später nicht in der Schweiz arbeiten will, da mich fernere Länder noch mehr reizen, war das PJ-Tertial dort in jeder Hinsicht eine Bereicherung und ich würde meine Entscheidung dort hinzugehen, jederzeit wiederholen!

Mirjam Müller
München, November 2011

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