Krankenpflegepraktikum in Laos – Pädiatrie

21. Oktober 2011

in Chancen im Ausland, Krankenpflegepraktikum im Ausland, Laos, Pädiatrie

Laos, Vientiane, Setthatirath Hospital (26.07.-24.08.2010)

Zum Krankenpflegepraktikum ins Ausland, nach Asien – genauer gesagt nach Laos. Das hieß, einzusteigen in ein fremdes Gesundheitssystem, in eine vollkommen andere Kultur. Als ausländischer Medizinstudent wurde ich mit viel Interesse und Freundlichkeit aufgenommen und kann zu so einer Erfahrung nur raten.

Warum gerade Laos?

In dem Jahr vor meinem Krankenpflegepraktikum war ich in Laos gewesen um herumzureisen und zu trekken. Einerseits hatte ich dabei gesehen, dass es dort nicht besonders modern ist. Andererseits waren die Menschen unaufdringlich, freundlich und das Wetter tropisch. Die Provinzen waren bezüglich des Klimas und der Natur vielfältig. Also beschloss ich, noch einmal in dieses Land zu reisen, aber dieses Mal um ein Krankenpflegepraktikum zu absolvieren, da ich auch in einem Krankenhaus einen freundlichen Umgang vermutete.

Visum und Organisation

Der Eingangsbereich des Setthatirath Hospitals

Um ein Krankenpflegepraktikum in Laos machen zu können, musste eine offizielle Organisation gefunden werden. Den Weg einer rein privaten Bewerbung gab es nicht, dies hatte ich in der Laotischen Botschaft in Berlin erfahren. Das lag an den kommunistischen Strukturen im Land.

Bei der Umsetzung meines Vorhabens half mir schließlich die LGFA (Lao German Friendship Organisation). Mr. Chantaboun, einer der Ansprechpartner dieser Organisation, hatte unkompliziert einen Kontakt zum Krankenhaus hergestellt und mir so diese Hürde genommen. Mit der Zusage der LGFA und nach Rücksprache mit dem Büro für Internationale Beziehungen des Krankenhauses in der laotischen Hauptstadt ging ich wiederholt zum Sekretär der Laotischen Botschaft in Berlin, ließ den Reisepass dort und erhielt ein Visum. Es war vom Typ C-B1 und gratis. Es war länger gültig, als das Praktikum dauerte und so konnte ich später noch reisen. Der erste Schritt für Interessenten wäre also eine Kontaktaufnahme zur LGFA, die hoffentlich, wie in meinem Fall, helfen wird.

Lage und Infrastruktur

Mittelpunkt der  Pädiatrie- Station im Setthatirath Hospital
Mittelpunkt der Pädiatrie- Station im Setthatirath Hospital

Als ich in Laos‘ Hauptstadt Vientiane ankam, habe ich mir im Zentrum am Fluss eine Unterkunft und später das Setthatirath Hospital gesucht. Das Setthatirath Hospital ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Vientiane. Es liegt ca. 15 Minuten mit dem „Tuktuk“ vom Stadtzentrum entfernt. Am ersten Tag hatte mich Ms Mimala vom Büro für Außenangelegenheiten auf der Pädiatrie-Station bekannt gemacht. Anschließend wurden mir die Räumlichkeiten gezeigt. Im Erdgeschoss lagen die Pädiatrie, die Pädiatrische Intensivstation, eine Intensivstation für Erwachsene und der Waschraum für die Neugeborenen. Die Chirurgie lag im ersten Stock.
Die Ausstattung der Pädiatrie war sehr einfach. In zwei Großräumen fanden jeweils acht Gitterbetten Platz. Daneben gab es klimatisierte Einzelzimmer für Privatpatienten und einen Untersuchungsraum. Die Räumlichkeiten und die Technik hätten sicher renoviert werden können. Vor allem mittags wurde es in den großen Räumen sehr warm. Abgesehen von privaten Geräten gab es nur einzelne Ventilatoren an der Wand. Der Mittelpunkt der Station war eine Theke mit Stühlen, Tischen und Schränken. Er war Büro und Patienteninformation zugleich und trotz der Ventilatoren an der Decke konnte es auch hier sehr warm werden. Im oberen Geschoss, bei den Büros, waren die guten und sauberen Sitztoiletten.
Meine Dienstzeit ging von 8:00 Uhr morgens bis 16:00 Uhr nachmittags. 24 Stunden-Dienste habe ich nicht mitgemacht.

Der typische Ablauf eines Dienst-Tages

Anfahrt mit dem „Tuktuk“ und umziehen auf der Station ab 8:00 Uhr. Visite begleiten. Mit Studenten reden und fragen, welche Patienten neu sind. In Akten nach Laborzetteln und Röntgenbildern suchen und in den Krankenzimmern gucken, wie sich Patienten entwickelt haben. Manchmal Vitalzeichen einzelner Patienten messen. Zwischendurch blieb Zeit zum Lesen in mitgebrachter Literatur. Mittags mit jemandem Essen gehen.

Danach wurde der Wagen mit den Akten und der Ausrüstung für die Vitalzeichenmessung ausgestattet. Damit habe ich zusammen mit den Schwestern Vitalzeichen aller Patienten hintereinander gemessen und in die Akten und die Klemmbretter am Bett eingetragen. Währenddessen konnte ich auch mal Lungen auskultieren. Anschließend Thermometer und Blutdruckmessgeräte desinfizieren, in Ordnung bringen und im Schrank verstauen. Anschließend gelegentlich Vitalzeichen messen oder in die Bibliothek gehen. Vom typischen Tag sind die Gelegenheiten ausgenommen, bei denen ich die tägliche Wundreinigung und das Waschen von Neugeborenen lernte und übte.

Ausführliche Schilderungen meiner Tätigkeit

Blick in ein  großes Zimmer der Pädiatrie im Setthatirath Hospital
Blick in ein großes Zimmer der Pädiatrie im Setthatirath Hospital

Ich wurde von Ms Bouasone, der Oberschwester, auf der Pädiatrie-Station betreut. Bei ihr meldete ich mich an und ab. Sie sprach allerdings kein English und so haben wir nur einfache Botschaften ausgetauscht. Gab es Unklarheiten oder hatte ich andere Anliegen, vermittelte ein Student oder ich redete mit Ms Mimala von der Verwaltung, die auch von Zeit zu Zeit auf der Station erschien und sich nach mir erkundigte.

Auf der Station war die Kommunikation schwierig. Da ich kein Französisch sprach, war ich auf die wenigen Mitarbeiter angewiesen, die etwas Englisch konnten. Dies waren meist Studenten, welche die englische Sprache leidlich beherrschten. Dr. Soulideth, ein Oberarzt der Pädiatrie, sprach als einziger fließend Englisch. Die Schwestern sowie die Patienten sprachen nur Laotisch. Deshalb vermittelte oft einer der vielen Medizinstudenten. Für einfache Botschaften reichten meist einzelne Worte und Gesten. Bei der Kommunikation mit Schwestern und Patienten hätte es wohl keinen Unterschied gemacht, aber mit den Ärzten hätte ich mich mit Französisch-Kenntnissen wesentlich besser unterhalten können.
Damit waren meine Möglichkeiten in der Anfangszeit besonders eingeschränkt. Trotzdem wollten mir Ärzte und Medizinstudenten stets viel zeigen und erklären. Die morgendliche Visite wurde auf laotisch durchgeführt und ein Student bemühte sich jedes Mal, sie mir auf Englisch zu erläutern.

Im täglichen Ablauf des Pflegebereichs habe ich die Aufgabe der Vitalzeichenmessung übernehmen können. Meist mittags ging ich mit den Schwestern durch die Räume und maß bei den Kindern Blutdruck, teilte Thermometer an die Eltern aus und las sie ab, bestimmte den Puls und die Atemfrequenz. Die Worte hierfür hatte ich mittlerweile gelernt.

Zur Pflegetätigkeit allgemein ist zu sagen, dass ein Elternteil oder naher Verwandter ständig beim kranken Kind blieb und die Körperpflege als auch Toilettengänge erledigte. Bei Schwierigkeiten, wie bei einem halbseitig gelähmten Mädchen, halfen die Schwestern. Begleitpersonen schliefen meist in den Patientenzimmern. Sie waren auch für die Verabreichung der Medikamente verantwortlich, die nicht injiziert werden mussten. Bei der axialen Temperaturmessung waren ebenfalls die Eltern dafür zuständig, ein brauchbares Ergebnis zu erreichen. Außerdem kauften sie die Medikamente in der Krankenhausapotheke. Krankenhauskosten und Medikamente mussten von Patienten selbst getragen werden. Eine Ärztin sagte mir, der Behandlungsplan sei immer von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängig.

Mittags konnte ich in einem Restaurant im Krankenhaus essen, was jedoch nicht zu empfehlen war. Getränke aus Flaschen habe ich dort aber gerne gekauft. Das Essen war in einem Restaurant außerhalb der Klinikgebäude, hinter den Parkplätzen, besser. Außerhalb des Klinikgeländes, gegenüber dem Haupteingang auf der anderen Straßenseite, war es auch gut.

Wenn ich mich bei der Oberschwester für einen Zeitraum abmeldete, konnte ich in die kleine Bibliothek im Obergeschoss gehen, wo es auch eine Klimaanlage gab. Zwischen Pädiatrie und Pädiatrischer Intensivstation konnte ich mich je nach Interesse bewegen und mir wurde nach Möglichkeit etwas am Patienten oder an Blut- und Röntgenbildern gezeigt. Zum Beispiel sah ich die Blutbilder von Dengue-Fieber Patienten und auskultierte einen Ileus. Ich begutachtete eine Stauungsniere mit hühnereigroßem Nierenstein auf dem Röntgenbild und erfuhr, dass es durch die Inanspruchnahme des Dorfheilers soweit gekommen sei. Die Patientin sei dem behandelnden Arzt schon seit Jahrzenten bekannt gewesen.

Eine Assistenzärztin in der Chirurgie zeigte mir das Reinigen von Wunden und ich konnte es an mehreren Tagen üben. Es gab infektiöse und nichtinfektiöse Wunden vieler Art, etwa Operationswunden und zum Beispiel der entzündete und dränierte Biss eines Riesenskolopenders. Außerdem lernte ich das Waschen der Neugeborenen und konnte es an mehreren Tagen wiederholen. Die französischen Famuli sagten mir, die Chirurgie wäre für sie besonders lehrreich gewesen, weil es wegen der fehlenden spezialisierten Bereiche vielfältige Krankheitsbilder gäbe und viel erklärt werden würde.

Die einprägsamsten Krankheitsbilder der Pädiatrie für mich waren Dengue-Fieber, Sichelzellanämie und Pneumonie. Während meines Aufenthalts grassierte eine schwere Dengue-Epidemie und besonders morgens lagen Patienten auf Notbetten in den Gängen. Das Spenderblut wurde knapp und es wurde in den Medien zu Spenden aufgerufen.

Das Krankenhaus konnte ein Labor nutzen und brachte in schweren Fällen Proben in eine neue Einrichtung im Hospital Mahosot. Dieses hochmoderne Labor ist von der Universität Oxford gestiftet worden. Es gab verschiedenfarbige Zettel für Blutwerte und Urinanalyse. Das Blutbild wurde in Form von Bons geliefert und in die Krankenakte geheftet. Ich konnte diese Analysen jederzeit lesen, denn die Formulare und Bons waren auf Englisch verfasst. Bei Bedarf wurden Röntgenbilder angefertigt, die ich auf den üblichen Leuchtapparaten ansehen konnte.

Medizinstudenten konnten Patienten zu Übungszwecken aus eigener Motivation jederzeit untersuchen. Wenn mir jemand einen Patienten zeigte, half uns die Betreuungsperson. So habe ich zum Beispiel eine Hepatomegalie bei einer Dengue-Patientin getastet und Pneumonien auskultiert. Wegen des Dengue-Fiebers durfte ich auch den Tourniquet-Test durchführen.

Es waren auch französische Medizinstudenten im Settatirath Hospital. Jedes Jahr kommen einige über ein Programm in dieses Krankenhaus sowie in das zentral gelegene Hospital Mahosot. Zusammen mit den einheimischen Studenten hatten sie auch eine frankophone Vorlesungsreihe über Tropenkrankheiten. Davon habe ich mir eine über das Denguefieber angehört. Sie fand am „L’Institute de la francophonie pour les maladies tropicales“ (IFMT) am Morgenmarkt in Vientiane statt und hätte ich die Absicht gehabt, hätte ich sicher die ganze Reihe mit den französischen Medizinstudenten zusammen am Nachmittag besuchen können.

In einem Nebengebäude des Krankenhauses gab es ebenfalls Seminare, die allerdings auf laotisch gehalten wurden. Ms Mimala war bemüht, mir viel zu zeigen und hätte mich wohl jede Woche in eine andere Station versetzt, was ich jedoch dankend ablehnte. Ich sollte auch in die Notaufnahme, aber dies hat sich schließlich nicht ergeben. Für einen Tag hat sie mir und den Franzosen einen Besichtigungstermin in der Infektiologie-Station des Hospital Mahosot organisiert. Dort habe ich mir auch das Mikrobiologie-Labor angesehen.

Desinfektionsmittel waren zum Zeitpunkt meines Krankenpflegepraktikums nicht immer in unbegrenzter Menge vorhanden. An den Visite- und Schwesternwagen hingen Spender, um deren Füllung ich mich auch gekümmert habe. Es wurde hauptsächlich für die Desinfektion der Thermometer und zum Reinigen der Hände genutzt. Bei konsequentem Gebrauch nach jedem Patientenkontakt ist es rar geworden. Auf der Station traf ich eines Tages eine Gruppe der Universität Freiburg, die ein Projekt zur besseren Händedesinfektion im Krankenhaus durchführte. Ich denke, dass dies nicht ohne Wirkung blieb.

Diesen Sommer habe ich bei meinem Kurzbesuch gefüllte, neue Spender neben den Türen zu den Krankenzimmern gesehen und auch an den Wagen hingen Spender mit Desinfektionsmittel. Das fand ich erfreulich, denn ich glaube, dass ausländische Medizinstudenten den einfacheren Standard der Krankenversorgung akzeptieren können, aber niemanden durch laxe Hygiene zusätzlich gefährden wollen. Natürlich wollte ich mich durch Händedesinfektion auch selbst schützen. Da ich keine Injektionen oder Infusionen durchgeführt habe, bin ich nicht über ein spezielles Hautdesinfektionsmittel für diesen Fall informiert. Die Kinder in den Betten hatten bei Bedarf einen venösen Zugang, der mit dem üblichen Mittel desinfiziert wurde. Deshalb empfehle ich, das in Deutschland übliche Haut- Desinfektionsspray mitzunehmen.

Das offizielle Verabschiedungsprogramm mit den französischen Medizinstudenten eine Woche vor Ende meiner Zeit dort war eine „Baci“. Diese Zeremonie fand in einem Konferenzraum statt. Ein Kundiger sprach buddhistische Gebete. Die so Verabschiedeten hielten einen weißen Faden zu einem Blumengesteck und anschließend kamen alle Anwesenden und banden ihnen unter Glückwünschen weiße Bändchen um die Handgelenke. Danach wurden Urkunden verteilt. Diese Urkunden waren nur etwas für die Wand und hätten keine Gültigkeit beim deutschen Amt gehabt.

Gesundheit und Impfungen

Wagen für sterile Wundpflege
Wagen für sterile Wundpflege

Laos ist ein tropisches Land und deshalb sollte sich jeder bei einem tropenmedizinischen Institut mit Impfambulanz beraten lassen – auch wegen der Malaria. Ich hatte keine Prophylaxe durchgeführt, aber ein Standby- Medikament dabei gehabt. Gegen Mücken habe ich mich auch im Krankenhaus geschützt (DEET-haltiges Hautspray), weil sie dort ungehindert herumfliegen und Dengue übertragen konnten.
Es wurde kein Nachweis gefordert, aber ich hatte eine Kopie des Dokuments von der Arbeitsmedizin meiner Universität dabei. Ich war gegen Hepatitis A und B, Polio, Tetanus, Diphterie und wegen des Trekkings gegen Tollwut, japanische Enzephalitis und Typhus geimpft.
Ich würde raten, unbedingt Händedesinfektionsmittel mitzunehmen. Ansonsten gab es in der großen Xaisaath-Apotheke in Vientiane Desinfektionsgel in ordentlicher Menge. Dort gab es auch Mundschutz und Handschuhe. Leute mit großen Händen sollten sich eine Packung Handschuhe in Deutschland kaufen. Allgemein würde ich sowieso raten, benötigte Dinge im Zweifel in Deutschland zu besorgen, weil manche Dinge in Laos schlicht nicht erhältlich sind.

Reise und finanzielle Seite

Setthatirath - früherer König und Namensgeber
Setthatirath – früherer König und Namensgeber

Wird der Flug ein halbes Jahr vor Reiseantritt gebucht, kostet er nach Bangkok hin und zurück ungefähr 600 EUR. Vielleicht gibt es ja auch ein günstiges Angebot für eine Kombination mit dem komfortablen Anschlussflug von Bangkok nach Vientiane. Da Letzterer verhältnismäßig teuer ist, möchte ich auch auf die Möglichkeit verweisen, mit Zügen nach Vientiane zu fahren. Das kostet je nach Komfort bis zu 50 EUR pro Weg. Für den Nachtzug empfehle ich, vorher eigenen Proviant und Getränke zu kaufen.

Es geht wie folgt: Vom Bangkok Suvarnabhumi Airport mit dem Airportklink (Hochbahn) bis zur „Makkasan“ fahren. Von dort mit der Bahn zum Hua Lampong Bahnhof. Von dort mit dem Nachtzug nach „Nong Kai“. Dort aus Thailand auschecken und den Zug über den Mekong zur Thanaleng Trainstation in Laos nehmen. Dort in Laos einchecken. Mit anderen Reisenden ein Taxigefährt ins Zentrum von Vientiane teilen.

Eine Unterkunft hatte ich selbst gesucht und das empfehle ich ausdrücklich. Je nach Komfort, Guesthouse und ob man ein Zimmer mit Mitreisenden teilt, variiert der Preis natürlich. Wer nicht lang suchen möchte, dem kann ich zum „Mixay Paradise Guesthouse“ beim Tempel „Wat Mixay“ raten. Das kann ich, weil ich insgesamt ca. sechs Wochen dort gewohnt habe. Außerdem hatte ich zuvor schimmlige Kaschemmen mit Kakerlaken und ein einziges Mal mit Bettwanzen kennengelernt. Es gibt trotzdem sicher annehmbare Alternativen zu meiner Empfehlung.

Das empfohlene Gästehaus liegt zentral, ist ziemlich neu und gepflegt. Ein sauberes kleines Zimmer mit Bad, Frühstück, geteiltem Balkon und Blick auf das „Wat“ kostet für eine Person ungefähr 10 EUR pro Nacht. Vorher sollte das Zimmer begutachtet werden. Ein Fenster zur Front ist am schönsten. Im dritten Stock ist es ruhiger. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dann gut. Mit diesem bescheidenen Standard kostet das Wohnen also höchstens 300 EUR pro Monat.

Dazu kämen noch Mittag- und Abendessen – insgesamt ungefähr ab 7 EUR pro Tag. Eine Fahrt zum Settatirath Krankenhaus beläuft sich, wenn man nicht mit französischen Medizinstudenten teilen könnte, je nach Verhandlungsgeschick auf bis zu 8 EUR pro Tag. Ich zahlte nur einen Euro pro Fahrt, weil ich sie mit drei weiteren Leuten teilte. Es ginge wohl auch mit einem gemieteten Fahrrad (vorher Rad durchprobieren), was deutlich billiger wäre. Interessierte Medizinstudenten können auch gleich bei der LGFA fragen, ob sie im zentral gelegenen Mahosot Hospital tätig sein können. Das wäre bei zentraler Unterkunft zu Fuß zu erreichen.

Flug, Bahnfahrt, Unterkunft und Essen beliefen sich also für einen Monat auf ungefähr 1.210 EUR. Dazu kämen noch die erwähnten täglichen Fahrten zum Krankenhaus und zurück.

Nebenbei kann man natürlich noch Urlaub machen. Auch die französischen Medizinstudenten, die eine Art Famulatur machten, nutzten jedes Wochenende für Sightseeing und andere Aktivitäten. Laos selbst und viele andere Orte in Südostasien sind von dort aus zu bereisen, siehe Reiseführer „Lonelyplanet“, Stefan Loose, Routard, etc.

Anerkennung in Deutschland

Für die Anerkennung des Krankenpflegepraktikums beim entsprechenden deutschen Landesprüfungsamt (LPA) möchte ich noch raten, sich in dem jeweiligen Bundesland vorher über die nötige Beurkundung zu informieren und das konkrete Vorhaben zu nennen. Ich hatte das Formblatt für die Ableistung des Pflegedienstes ausgedruckt und bei Ms Mimala abgegeben. Sie füllte es auf Englisch aus. Der Stempel der Pflegeleitung war laotisch. Deshalb musste ich ihn in Deutschland übersetzen lassen. In Berlin tat dies jemand für den verhältnismäßig günstigen Preis von 15 EUR. Hier die Adresse, falls jemand eine solche Hilfe für die Übersetzung eines laotischen Stempels benötigt:

TUL – Thai & Laotisch

Sprachkurse – dolmetschen – übersetzen
Ollenhauerstrasse 89
13403 Berlin
Email:
www.thai-in-berlin.de Tel ++49-(0)30-52139351
Mobile 0176-49346117

Das Ganze ging über den Postweg und deshalb ist es wohl aus ganz Deutschland möglich. Mit der Stempelübersetzung und dem fertigen Formblatt ging ich zum LPA und es wurde abgesegnet. Noch ein weiterer wichtiger Tipp: Es ist wichtig, sich lange vor Ende des Krankenpflegepraktikums bei der Leitung des Krankenhauses um die Bearbeitung des deutschen amtlichen Formblatts zu bemühen, denn der Chef des Hauses und die Pflegeleitung müssen stempeln und die Dame vom „Foreign Affairs Office“ muss anwesend sein. Bei mir ist es knapp geworden, obwohl ich eine Woche früher damit anfing.

Mein Resümee

Preisliste für Laboranalysen im Setthatirath Hospital
Preisliste für Laboranalysen im Setthatirath Hospital

Abschließend möchte ich noch betonen, dass ich als ausländischer Medizinstudent mit viel Interesse und Freundlichkeit aufgenommen wurde. Trotz der sprachlichen Barriere, die mit Französisch-Kenntnissen niedriger und im Kontakt mit den Ärzten wahrscheinlich nicht vorhanden gewesen wäre, wollten mir die Beteiligten etwas beibringen.

Ich habe von den Schwierigkeiten im Gesundheitssystem dieses Landes erfahren und neben den genannten Tätigkeiten etwas über die Kultur gelernt. Deshalb kann ich zu so einer Erfahrung raten, obwohl es wegen der schwierigen Kommunikation manchmal wenig zu tun gab. Da ich auch zwei Monate Krankenpflegepraktikum auf zwei deutschen Stationen gemacht habe, weiß ich Bescheid.

Zum Abschluss haben mir die Schwestern und Ärzte ein feierliches Mittagessen mit rotem Tischtuch auf großer Tafel im nahen Restaurant ausgerichtet.
L., H.
Berlin, September 2011

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1 Kommentar

  • Hallo!

    Ich habe Interesse das Gleiche zu machen und würde mich freuen, wenn du dich bei mir meldest. Es sind ein paar organisatorische Fragen offen geblieben, es wäre echt total nett, wenn du mich unter meiner E-Mail-Adresse anschreiben könntest.

    Liebe Grüße,
    Kiara

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