Krankenpflegepraktikum in Estland – Chirurgie

9. November 2010

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Estland, Tallinn, Regionaalhaigla/North Estonian Medical Center (18.08.-16.09.2010)

Das Krankenpflegepraktikum gehört mittlerweile genauso zum Medizinstudium wie die Famulatur. Allerdings gibt es einen Unterschied: Das Krankenpflegepraktikum wird deutlich häufiger in Deutschland absolviert als die Famulatur, zu der viele Medizinstudenten ins Ausland gehen! Angebote oder Fördermöglichkeiten, ein Krankenpflegepraktikum im Ausland zu absolvieren, gibt es nämlich noch keine, geschweige denn viele Erfahrungsberichte. So bin ich froh, Euch heute ein wenig über die Zeit meines erfolgreich gemeisterten Praktikums in Tallinn/Estland erzählen zu können!

Ins Ausland? Nach Estland? Aber warum?

Meine Motivation, einen Monat meines Krankenpflegepraktikums ins Ausland zu gehen, liegt wesentlich meinem Interesse an fremden Ländern und Kulturen zu Grunde und ich, als Studentin der Humanmedizin, bin natürlich auch sehr offen für neue Erfahrungen im Bereich des Krankenhauses und in einem anderen Gesundheitssystem.

Deshalb hatte ich mich dazu entschlossen, einen Monat Pflege in Tallinn zu machen! Aber warum ausgerechnet Estland, hatten mich viele gefragt. Nun ja, wie ich bereits erwähnt habe, wollte ich auf jeden Fall ins Ausland und hatte mich deshalb einfach mal mit einer einfachen Bewerbung inklusive Lebenslauf rund um die Welt beworben.

Bewerbung – und endlich eine Zusage

Die-alte-Stadtmauer-von-Tallinn

Viele der angefragten Krankenhäuser haben auf meine Bewerbung leider nicht geantwortet oder hätten mich nur für eine Famulatur genommen. Das Krankenpflegepraktikum ist in den meisten Ländern einfach nicht bekannt und deshalb schien es recht schwierig für mich zu sein, eine Zusage zu bekommen.

Nach ein paar Tagen erhielt ich aber doch noch eine positive Rückmeldung! Das „Regionaalhaigla“/ North Estonian Medical Center hatte mir sehr nett geantwortet und mir für meinen gewünschten Zeitraum zugesagt! Dann begann ich, mich noch näher für Estland und seine Hauptstadt zu interessieren und habe danach für mich den Entschluss gefasst, dort hinzugehen. Das Land und die Stadt selbst schienen schön zu sein; die Lage zu anderen Ländern ist günstig, um auch mal ein paar mehr oder weniger spontane Wochenendtrips zu machen.

Erleichtert, dort angenommen worden zu sein, bekräftigte ich nochmals meine Anwesenheit am 18.08.2010 und fragte gleichzeitig nach einer Möglichkeit der Unterkunft für diesen Monat an. Meine Ansprechpartnerin empfahl mir, mich an die „Tallinna Tervishoiu Kõrgkool“/ Tallinn Health School zu wenden und dort wegen eines Zimmers in deren „Üliõpilanskodu“/ Student Hostel anzufragen. Nachdem diese Anlaufstelle mir wenig später ein solches Zimmer zur alleinigen Benutzung zugesagt hatte, ein Monat Unterkunft hat mich 2.030 EEK, umgerechnet ca. 130 EUR gekostet, konnte ich mich beruhigt um die weitere Planung meines Auslandsaufenthalts kümmern.

Die Vorbereitungen konnten starten

So organisierte ich mir dann alsbald einen Flug nach Tallinn, jedoch mit Umstieg in Kopenhagen. Ein Visum ist nicht nötig, zumal Estland schon seit längerer Zeit Mitglied der Europäischen Union ist. Wenn man den Flug ca. vier Wochen vorher bucht, dann kostet die einfache Strecke um die 150 EUR.

Das Praktikum selbst kostet natürlich nichts, allerdings bekommt man auch kein Geld für die Arbeit, die man leistet, aber das ist, so nehme ich zumindest an, in den meisten deutschen Krankenhäusern nicht anders. Finanziert hatte ich mir das Ganze durch gespartes Geld aus Ferienjobs und mit Hilfe meiner Eltern. Gerne hätte ich eine Art Stipendium gehabt, aber wie ich schon erwähnt habe, gibt es das eben bisher für Pflegepraktika noch nicht.

Um nicht ganz unvorbereitet anzukommen, hatte ich mich noch um einen Estlandführer – um genauer zu sein einen zum Thema Baltikum – und ein Taschenbuch „Estnisch-Deutsch“ gekümmert, um zumindest im Notfall mit ein paar einfachen Wörtern kommunizieren zu können. Impfungen oder gesonderte ärztliche Untersuchungen sind nicht zwingend erforderlich; ein Standardimpfschutz gegen FSME und Hepatitis A und B aber vielleicht ratsam.

Krankenversichert ist man zumeist über die eigene Krankenkasse, zumindest meine Versicherung gilt EU weit und somit auch in Estland. Weitere Versicherungen hatte ich nicht abschließen müssen und ansonsten hatte ich auch keine weiteren Vorkehrungen getroffen – Estland ist ein sicheres und westlich orientiertes Land! Das Auswärtige Amt warnt lediglich vor Taschendiebstählen in der Hauptstadt. Davor ist man aber meiner Meinung nach nirgendwo gefeit, mir ist in Tallinn jedenfalls nichts Derartiges passiert!

Erste Eindrücke und Vertrag

Hinweisschild-zum-Krankenhaus

Doch nun wieder zurück zum Praktikum selbst. Nachdem der E-Mail-Wechsel zwischen dem „Regionaalhaigla“ und mir angelaufen war, hatte mich meine Ansprechpartnerin gefragt, auf welcher Station ich im August denn am liebsten sein würde. Ich entschied mich für die Chirurgie, da ich finde, dass man dort als Praktikant in der Pflege noch am meisten zu sehen bekommt: Wunden, Narben, Brüche etc.

Ich hatte bereits schon vor Beginn meines Medizinstudiums einen Monat Krankenpflege in der Chirurgie in Deutschland abgeleistet und fand diesen Teilbereich schon damals sehr interessant. Meinen zweiten Monat Krankenpflegepraktikum hatte ich in der Gynäkologie, ebenfalls in Deutschland, in meinen ersten Semesterferien absolviert und hatte mich daher schon bald dazu entschieden, den letzten Monat in den Sommersemesterferien zu machen. Am liebsten im Ausland, dachte ich mir – und es hat ja letztlich auch geklappt!

Am 17. August kam ich in Tallinn an und bezog mein Zimmer im Studentenwohnheim – mit Küche, Bad und Waschraum in gemeinsamer Nutzung auf dem Flur. Um 10:00 Uhr am nächsten Tag traf ich meine Ansprechpartnerin und den für die Chirurgie zuständigen Pflegeleiter im „Regionaalhaigla“. Es ist das größte Krankenhaus in Estland und mit über 1.000 Betten, verteilt auf 12 Etagen, unzähligen Stationen für fast alle Disziplinen, 17 OP-Sälen und insgesamt über 3.000 Mitarbeitern wohl die größte Krankeneinrichtung, in der ich bisher gearbeitet hatte.

Dort habe ich dann meinen Vertrag für den kommenden Monat unterschrieben, der meine Pflichten und die meiner für mich zuständigen Krankenschwester enthielt, die versicherungstechnischen Grundlagen erläuterte und klarstellte sowie, dass ich zur Schweigepflicht verpflichtet bin und immer mit bestem Gewissen im Sinne des Patienten handle. Desweiteren besagte der Vertrag, dass ich nichts ohne die Zustimmung meiner Krankenschwester tun dürfe und sie im Gegenzug dazu für mich da sei und mir ihre Aufgaben erkläre und beibringe.

Diese unterschrieb den Vertrag ebenfalls und wir gingen gemeinsam auf Station. Sie sprach nicht so gut Englisch und hätte ich Russisch oder besser Estnisch gekonnt, wäre das alles vielleicht etwas einfacher gewesen, aber nun gut. Die meisten sprechen hier eben nicht Englisch, wie ich später rausgefunden habe, sondern wirklich nur Russisch, da Estland einmal Mitglied der Sowjetunion war, und natürlich Estnisch, was finnisch-ungarischen Ursprungs ist.

Einige wenige ältere Esten sprechen sogar ein wenig Deutsch, das hat mich dann beeindruckt, aber Englisch hat die Mehrheit einfach nie gelernt. Damit musste ich erst einmal klarkommen, aber bald hat alles reibungslos geklappt: Man hat sich mit Händen und Füßen verständigt, ein paar Brocken Estnisch meinerseits, ein paar Brocken Englisch ihrerseits. Viele der Schwestern haben sich wirklich sehr bemüht und eine hat sogar wegen mir angefangen, Englisch zu lernen. Das fand ich wirklich super, und wir haben uns bald gut verstanden, nicht nur sprachlich, sondern auch menschlich!

Krankenpflegepraktikum: Mein Einstieg …

Regionaalhaigla-North-Estonian-Medical-Center

Meine folgenden Arbeitstage begannen immer um 8:00 Uhr, die Wochenenden hatte ich frei! Mein Dienst endete meistens nach den Injektionen gegen 14:30 Uhr am Nachmittag. Danach passiere eben einfach nicht mehr viel, hatten sie mir erklärt und ich konnte nach Hause gehen. Die Krankenschwestern arbeiten aber normalweise von 7:30 bis 20:00 Uhr, also knapp 12 h, wenn man die Pausen von der Arbeitszeit abzieht. Ich als Praktikantin musste natürlich nicht so lange arbeiten, zumal ich weder voll ausgebildet, noch dafür bezahlt wurde.

Es gibt also keine Unterscheidung zwischen Früh- und Spätschicht, es gibt nur eine Tages- und eine Nachtschicht. Nachtschicht hatte ich auch keine mitgemacht, denn morgens sei einfach am meisten los und da gäbe es für mich viel zu tun. Dies war die Begründung der Schwester, warum ich immer tagsüber auf Station war.

Die ersten beiden Tage habe ich den Krankenschwestern viel über die Schultern geschaut und alles zunächst einmal auf mich wirken lassen. Wo sind die Medikamente, die Spritzen, Infusionen, die Akten und wann wird wer, wo gespritzt?! Fragen über Fragen…

Und wer bringt das Essen und Trinken, wäscht und mobilisiert die Patienten, bringt die Patienten in den OP oder zu anderen ärztlichen Anwendungen? Letztere ist eine sehr gute Frage: Das manchen dort nämlich nicht die Krankenschwestern, sondern die „Helfer“, als solche wurden mir die Damen dann vorgestellt. Sie haben keine Ausbildung zur Pflegefachkraft, sondern machen eher die einfacheren Dinge, wenn man denn so sagen darf. Mit ihnen bin ich sehr selten mitgegangen, sondern nur, wenn ich selbst keine andere Aufgabe zu erledigen hatte.

… und meine Aufgaben

Aufenthaltsbereich-für-Patienten-und-Angehörige
Aufenthaltsbereich-für-Patienten-und-Angehörige

Nun, was habe ich nach den ersten Tagen denn dann für Aufgaben bekommen? Eine Menge und auch eine Menge Neues – und für mich aus Deutschland noch nicht Bekanntes, denn Krankenschwestern dürfen in Estland viel mehr machen als in Deutschland. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem Venenverweilkanülen legen, alle möglichen Injektionen (auch intravenös), Fäden ziehen, Drainagen entfernen, Blut abnehmen und das ganze Wundmanagement erledigen. Alles natürlich nur nach ärztlicher Anordnung, aber immerhin! Ich war erstaunt!

Dieser Tatsache verdankte ich auch mein Glück, mehr und unterschiedlichere Sachen erledigen zu dürfen als in Deutschland. Die Schwestern waren ohnehin schon ein wenig irritiert, als ich ihnen erzählt hatte, dass man in Deutschland Pflegepraktikum machen muss, wenn man doch eigentlich Arzt werden will. Aber sie hat es natürlich gefreut, dass eine ausländische Medizinstudentin kommt, um ihnen bei der Arbeit zuzuschauen und mit anzupacken. So konnte ich, nach mündlicher Einweisung und unzähligen Malen zuschauen, endlich auch mal, natürlich unter Aufsicht, selbst ausprobieren, wie es ist, wenn man zum Beispiel Blut abnimmt. Das hat auch gleich auf Anhieb super geklappt und ich war erleichtert als auch ein wenig Stolz auf mich. So habe ich ferner unter strengster Beobachtung erfolgreich meine erste Verweilkanüle gelegt und es sollte nicht die letzte während meines Praktikums gewesen sein…!

Desweiteren durfte ich den Schwestern immer beim Aufziehen der Spritzen und Abmischen der Medikamente helfen und diese dann auch den Patienten geben. Darunter zählten zudem die Aufgaben, Infusionen abzuhängen oder ab zustöpseln. Um dabei unter keinen Umständen Patienten zu verwechseln oder an sonstigen Sprachbarrieren zwischen mir und den Patienten zu scheitern, versahen wir alle Spritzen, Infusionen und Behälter mit Zimmernummern und Namen. Eine Verwechslung ist dann wirklich ausgeschlossen, denn das wirklich Tolle im „Regionaalhaigla“ ist, dass alle Patienten ein flexibles, aber wasserfestes Armband mit Namen und Geburtsdatum erhalten, ähnlich wie Babies im Krankenhaus in Deutschland oder auch wie beim All-Inclusive-Club auf Mallorca, wie man es eben sehen mag. Sehr praktisch, denn so konnte ich ebenso Patienten, zum Beispiel auf dem Gang, gleich identifizieren!

Einmal hatte ich zudem die Möglichkeit, die Fäden und die Drainage bei einem Patienten nach einer Appendektomie zu entfernen und ihm im Anschluss die Kanüle zu ziehen, damit er danach gleich nach Hause gehen konnte. Bei anderen Patienten mit schwereren Operationen, so zum Beispiel einer Amputation nach einem schweren Ulcus trophicum, wie wir einen Fall auf Station hatten, habe ich dann den Schwestern beim Verbandswechsel und der Behandlung der Wunde geholfen. Dabei konnte ich viel über die verwendeten Salben und verschiedenen Pflaster lernen. Das Tolle ist nämlich, dass diese fast alle aus Deutschland importiert werden und ich dadurch immer alles nachlesen konnte.

Auf den Patientenakten habe ich immer eher weniger verstanden, denn da wird alles natürlich auf Estnisch eingetragen. Aber gut, dass bei den Diagnosen immer noch die ICD-10 Codes dazugeschrieben werden. So hatte ich die Möglichkeit, im Internet ein wenig zu recherchieren und so herauszufinden, was genau der Patient denn jetzt für eine Krankheit hatte. Dies habe ich meistens in meinen Pausen gemacht, die hier für alle flexibel sind: Wenn es nichts zu tun gibt, wird kurz Pause gemacht und ein Kaffee getrunken! Genauso verhält es sich mit der Mittagspause, in der ich immer in die Cafeteria gegangen bin, um dort ein warmes Mittagessen einzunehmen. Dieses fällt in ganz Estland eher deftig aus, aber mir hat’s jedenfalls meistens geschmeckt. Für Vegetarier gibt es allerdings weniger Auswahl, dem muss man sich leider im Klaren sein.

Ansonsten gab es für mich auch kleinere Aufgaben wie zum Beispiel Blutdruck, Temperatur und Blutzucker messen und dies dann in den Dokumenten festhalten, Kanülen ziehen und Pflaster wechseln.

Dies alles war im Großen und Ganzen mein Zuständigkeitsbereich! Mich hat wirklich sehr gefreut, dass ich alles das einmal machen durfte, was die Krankenschwestern auch dürfen und man mich dort so gut aufgenommen und integriert hat.

Auch zur Visite war ich morgens pünktlich um 8:00 Uhr herzlich eingeladen und durfte mit Ärzten und Pflegepersonal mitgehen, auch wenn ich da logischerweise wenig verstanden habe. Nach der Visite hieß es für mich dann immer, alle Spritzen und Infusionen herzurichten für die ersten Injektionen um 10:00 Uhr und bei ein paar Patienten Blut abzunehmen. Um 10:00 Uhr habe ich dann mitgeholfen, die ganze Station mit Medikamenten und Spritzen zu versorgen. Danach werden immer zusammen alle Wundverbände erneuert und eventuell bei Bedarf Schmerzmittel verabreicht. Dazwischen habe ich zumeist eine halbe Stunde Mittagspause gemacht und anschließend die nächsten Injektionen für 14:00 Uhr vorbereitet, die ich dann wieder pünktlich mit den Schwestern verteilt habe.

Das war so ungefähr mein Tagesablauf, der dem des Pflegepersonals gleicht. Nicht erwähnt habe ich den der „Helfer“, aber der zeitliche Ablauf ihrer Aufgaben ist gleich wie in Deutschland. Wie schon erwähnt, wenn es einmal nur wenige Injektionen oder generell wenige Wunden zu versorgen gab, habe ich schon auch mitgeholfen, Patienten in den OP einzuschleusen, Wasser zu bringen oder beim Essen zu helfen. Die Patienten sind wirklich für jede Hilfe dankbar und sehr aufgeschlossen gegenüber mir als der „Ausländerin“ gewesen. Manche haben sich bei mir auch auf Englisch oder sogar Deutsch bedankt, was mich natürlich gefreut hat und für mich ein Ansporn war, noch ein bisschen besseres Estnisch zu lernen. Ganz nebenbei habe ich im Umgang mit den Patienten und dem Pflegepersonal auch noch ein wenig Russisch gelernt!

Gegen Ende meiner Praktikumszeit durfte ich auch mal am frühen Nachmittag mit in den OP und zuschauen. Das war sehr interessant, aber da läuft alles eigentlich wie in Deutschland ab, zumindest, soweit ich dies mitbekommen habe! Da das Krankenhaus viele OP-Säle hat, in denen gleichzeitig Operationen laufen, hatte ich die Möglichkeit, immer mal wieder den Saal zu wechseln und so eine Menge verschiedener Fälle zu sehen und dort länger zuzuschauen, wo ich es am spannendsten fand. Darunter waren zum Beispiel eine Tumorentfernung am Gehirn, eine Knie- und eine Hüftprothese sowie eine abdominale Prostataentfernung.

Tallinn – Kulturhauptstadt Europas 2011

Blick-über-Tallinn
Blick-über-Tallinn

Nun habe ich alles erzählt, was ich so im Krankenhaus erlebt habe und machen durfte, aber natürlich hatte ich nebenbei auch jede Menge Freizeit! Und Tallinn ist eine wirklich schöne Stadt. Sie wird 2011 zur Kulturhauptstadt Europas und das, so meine ich, zu Recht. Man kann wirklich schöne Stunden damit verbringen, durch die Gassen zu bummeln oder die Sonne am Strand zu genießen. Estland bietet sich auch für Ausflüge an. Die Busverbindungen in kleinere Städte sind prima und auch nach Helsinki, St. Petersburg, Riga und Vilnius kann man unkompliziert und schnell die internationalen Buslinien nutzen, wie ich selbst getestet habe!

Langeweile kam bei mir jedenfalls nicht auf, denn auch wenn man mal nicht auf Reisen ist, die Verbindung zu Familie und Freunden kann man dank vielen freien W-Lan Zugängen immer halten, sogar im Park oder im Kaufhaus. Das ist schon ein bisschen verrückt, aber auch ganz schön cool und man gewöhnt sich leider viel zu schnell daran… Aber zuhause im Hostel hatte ich natürlich ebenfalls Internet und da war es perfekt, dass ich mein eigenes kleines „Netbook“ aus Deutschland mitgenommen hatte!

Mein Resümee

Um alles nochmal auf den Punkt zu bringen: Ich hatte eine unglaublich spannende und interessante Zeit in Tallinn! Ich konnte sehr viel Erfahrung im Krankenhaus sammeln, die mir im Klinikabschnitt meines Studiums mit Sicherheit zu Gute kommen wird. Ich bin vor allem den ganzen netten Krankenschwestern und auch Ärzten sehr dankbar, die mich super unterstützt und es erst möglich gemacht haben, dass ich so viel lernen konnte!

Zudem habe ich gelernt, mich manchmal auch ohne Sprache zu verständigen. Das war teilweise nicht gerade einfach, aber ich bin stolz, dass es am Schluss immer doch irgendwie geklappt hat. Für mich persönlich war es sehr gut zu sehen, wie es in einem anderen Land im Krankenhaus zu geht und wie dort gearbeitet wird. In Estland eben zumeist gleich wie in Deutschland, hier und da vielleicht ein paar Unterschiede, aber das Prinzip und das Ziel sind das Gleiche: Kranke gesundpflegen!

Und ganz nebenbei konnte ich noch ein bisschen Osteuropa erkunden. Ich finde es einfach toll, Arbeit und Reisen zu kombinieren und ich muss sagen, dass sich das echt toll verbinden ließ.

Vielleicht habe ich ja jetzt dem einen oder anderen ebenfalls Lust auf ein Krankenpflegepraktikum im Ausland gemacht. Ich kann es jedem wirklich nur raten, einmal eine solche Erfahrung zu machen und ansonsten die Chance zur Famulatur in einem anderen Land zu nutzen! Ich denke, ich werde definitiv mindestens eine Famulatur im Ausland absolvieren und freue mich schon sehr auf den Klinikabschnitt, denn gerade auch in Tallinn habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das praktische Arbeiten im Krankenhaus macht!

Ich hoffe mein Erfahrungsbericht hat Ihnen und Euch gefallen! Vielen Dank an alle Leser und Leserinnen!

S., F.
Tallinn, September 2010

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