Praktisches Jahr in Dänemark – Chirurgie

21. Juni 2010

in Chancen im Ausland, Chirurgie, Dänemark, Praktisches Jahr im Ausland

Dänemark, Vejle, Vejle Sygehus (07.12.2009-26.03.2010)

Nach 16 Wochen in Dänemark stand für uns fest, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Wir würden auf jeden Fall nochmals unser PJ-Tertial in Chirurgie hier machen. Unser Aufenthalt war sehr gelungen und lehrreich, das Ganze bei sehr guter Organisation und Betreuung.

Motivation/Fachgebiet

Wir hatten uns dazu entschlossen, unser Chirurgie Tertial im Ausland zu machen. Da wir von den guten Arbeits- und Lebensbedingungen für Ärzte in Skandinavien gehört hatten und da es für uns für die Zukunft evtl. eine Perspektive wäre, dort zu arbeiten, wollten wir uns selbst ein Bild davon machen.

Der erste Schritt – die Bewerbung

Portal des Vejle Sygehus
Portal des Vejle Sygehus

Ungefähr eineinhalb Jahre vor Beginn des Tertials hatten wir angefangen, uns zu bewerben. Da unsere Universität leider kein Erasmusabkommen mit einer dänischen Universität hatte, haben wir zunächst die „International Offices“ der Universitäten in Dänemark angeschrieben, an denen man Medizin studieren kann (Odense, Århus, Kopenhagen). Wir erhielten daraufhin die Antwort, dass wir nur für ein ganzes Semester dort studieren könnten und dann aber auch an den gewöhnlichen Kursen des Studiums teilnehmen müssten. Dies lag daran, dass es in Dänemark kein direktes Äquivalent zum deutschen PJ gibt und die Universitäten nicht wirklich wussten, was wir von ihnen wollten.

Danach haben wir dann unsere Strategie geändert und an nahezu alle in Frage kommenden Krankenhäuser in Dänemark per Email eine Bewerbung geschrieben. Nur von wenigen erhielten wir eine positive Antwort. Als wir dann aber noch Unterschriften unter einige Dokumente für unser Landesprüfungsamt brauchten, haben die meisten nicht mehr darauf reagiert. Aus Vejle bekamen wir schließlich eine Zusage von der Organchirurgischen Abteilung. Nach Klärung aller Formalitäten konnte die weitere Planung beginnen.

In unseren Bewerbungen hatten wir generell nur kurz und formlos beschrieben, wer wir sind und versucht zu erklären, was wir in Dänemark machen wollen, da wir ja inzwischen herausbekommen hatten, dass es in Dänemark kein PJ gibt. Wir hatten keine Zeugnisse oder Lebenslauf etc. mitgeschickt und es wurde auch nie nach etwas Ähnlichem gefragt. Bei der Bewerbung funktionierte alles problemlos auf Englisch, einige Krankhäuser hatten aber schon nach Dänisch Kenntnissen gefragt.

Vorbereitung

Die kleine Meerjungfrau
Die kleine Meerjungfrau

Bevor wir nach Dänemark gegangen sind, haben wir ca. ein Jahr lang Dänisch Unterricht an der Volkshochschule genommen und zusätzlich versucht, mit Büchern zum Selbststudium die Sprache möglichst gut zu erlernen. Reine Urlaubskenntnisse wie etwa „Ich würde gerne ein Brot kaufen“, sind nicht ausreichend. Während unseres Aufenthaltes haben dann auch alle konsequent nur Dänisch mit uns gesprochen und zudem haben wir im krankenhauseigenen Sprachcenter zweimal pro Woche Sprachunterricht bekommen.
Ein Visum war nicht erforderlich, da es sich um ein EU-Land handelt. Auch Impfungen und/oder eine ärztliche Untersuchung waren nicht erforderlich bzw. wurden nicht verlangt.

Was evtl. notwendige Versicherungen betreffen, so hatten wir vor Beginn des PJ eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen. Außerdem eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung. Dies war deswegen notwendig, da wir ja nicht für einen Urlaub, sondern beruflich im Ausland waren. Die Standard-Auslandsversicherung, die man über seine normale Krankenversicherung hat, reicht da nicht zwangsläufig aus.

Unsere Arbeit an der Klinik

Vorbereitung fuer die OP
Vorbereitung für die OP

Das Vejle Sygehus ist ein Lehrkrankenhaus der Universität Odense. Unser Aufenthalt begann mit einer sehr herzlichen Begrüßung und einer eintägigen Führung durch alle Abteilung des Krankenhauses. Auf diesem Rundgang wurden wir von einer Oberärztin nahezu allen anderen Mitarbeitern des Krankenhauses vorgestellt. Wir erhielten Hosen, Oberteile, Kittel und sogar Strümpfe, nur Schuhe mussten wir selber mitbringen. Außerdem bekamen wir zu zweit ein Telefon, damit wir immer jemanden anrufen könnten, falls wir Fragen hätten oder damit wir zu spannenden Dingen dazu gerufen werden könnten.

Außerdem erhielten wir eine ID-Karte, mit der wir nahezu alle Türen öffnen konnten sowie Zugangscodes für das Patientendatenverwaltungssystem im Computer. Hierdurch konnten wir sehr unabhängig und eigenständig arbeiten, was ja in Deutschland oft unmöglich ist, da man immer jemanden nach einem Passwort fragen muss und es sogar teilweise vorkommen kann, dass man am OP klingeln muss, um eingelassen zu werden.

Wir arbeiteten auf der mittelgroßen organchirurgischen Abteilung des Vejle Sygehus. Zu der Abteilung zählen zwei Bettenabschnitte, ein OP-Bereich mit einem extra Saal für Tageschirurgie, eine Poliklinik und ein großer Endoskopie Bereich. Wir hatten keinen fest zugeteilten Aufgabenbereich und konnten uns frei entscheiden, in welchem der oben genannten Bereiche wir mitarbeiten wollten. Am Anfang sind wir meistens jeweils einem Arzt gefolgt, haben aber nach kurzer Zeit auch selber elektive oder akute Patienten aufgenommen.

Nach Anamnese und Untersuchung haben wir zunächst ein elektronisches Journal (siehe unten) für den Patienten geschrieben und uns überlegt, was mit dem Patienten geschehen soll, welche Untersuchungen sinnvoll wären und welche Therapie er bekommen soll. Danach haben wir das dem Arzt vorgestellt, sind zusammen nochmal das Journal durchgegangen und haben unsere Therapie- und Diagnostik-Vorschläge auf Vollzähligkeit und Richtigkeit überprüft. Falls wir noch Fragen hatten oder etwas nicht ganz klar war, sind wir erneut zusammen zu dem Patienten gegangen und haben nochmals nachuntersucht. Danach hat man den Oberarzt gerufen, damit dieser sich den Patienten ansehen kann. Auch hier erhielt man wieder ein Feedback. Am nächsten Tag stellten wir „unsere“ Patienten in der Morgenkonferenz vor.

Ansonsten konnten wir mit auf Visite gehen, ambulante Patienten in der Poliklinik sehen, bei endoskopischen Untersuchungen dabei sein und diese auch selber an einem Simulator ausprobieren oder im OP assistieren. Während unseres Aufenthaltes hatten wir zudem die Möglichkeit, in andere Bereiche hinein zu schnuppern, so waren wir z.B. in den Abteilungen für Pathologie, Humangenetik, Orthopädie, Radiologie, Plastische Chirurgie und im Mamma Center. Ferner gab es häufig Fortbildungen und Seminare zu verschiedenen Themen als auch einen eintägigen Naht-Kurs. Wenn wir wollten, konnten wir zusätzlich an Abend- oder Nachtdiensten teilnehmen.

Das Verhältnis von Oberärzten zu Assistenzärzten war ganz anders als in Deutschland. Es waren immer mindestens so viele, wenn nicht mehr Oberärzte als Assistenzärzte im Dienst. Man hatte also wirklich immer einen erfahreneren Kollegen in der Nähe, den man fragen konnte. Außerdem haben Krankenschwestern in Dänemark ein größeres Aufgabengebiet, so dass für den Arzt wirklich fast ausschließlich ärztliche Tätigkeiten übrig bleiben.

Man hatte nie das Gefühl, ausgenutzt zu werden und es stand immer im Vordergrund, dass man etwas lernen sollte. Wenn es irgendwo etwas Spannendes oder Lehrreiches zu sehen gab, wurde man stets darauf aufmerksam gemacht oder angerufen. Während des Aufenthaltes mussten wir z.B. kein einziges Mal Blut abnehmen. In Dänemark gibt es dafür Laborassistenten, die den ganzen Tag nichts anderes machen, außer bei Patienten im gesamten Krankenhaus Blut abzunehmen. Generell hat man sehr deutlich gemerkt, dass man zusätzlich dort war und die eigene Arbeitskraft zwar hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich war, wie es in Deutschland oft ist, wo die Stationen ohne PJler zusammenbrechen.

Hier ein typischer Tagesablauf auf der Abteilung:

  • 8:00 Arbeitsbeginn
  • 8:00-8:15 Morgenkonferenz
  • 8:15-8:30 Röntgenkonferenz
  • 8:30-8:40 Kaffepause
  • 8:40-12:30 Arbeiten in den verschiedenen Bereichen der Abteilung
  • 12:30-13:00 Mittagessen
  • 13:00-15:00 Arbeiten in den verschiedenen Bereichen der Abteilung
  • 15:00-15:15 Übergabe
  • 15:15 Feierabend

Grundlegende Unterschiede im Krankenhaus im Vergleich mit Deutschland

Endoskopie am Simulator
Endoskopie am Simulator

Visite: Nur ein Arzt geht hier auf Visite („stuegang“). Hierbei wird zusammen mit der zuständigen Krankenschwester zunächst besprochen, wie es dem Patienten geht und der weitere Verlauf geplant. Danach geht man zusammen zum Patienten, um weitere Dinge zu klären.

Blut abnehmen: In Dänemark sind Blutentnahmen und Zugang legen im Allgemeinen Aufgaben einer dafür zuständigen Krankenschwester. Man kann aber einfach z.B. auf der Notaufnahme Bescheid sagen, dass man dies gerne üben möchte und wird dann angerufen.

Patientenakte: Die Patientenakte nennt sich „EPJ“ und ist vollständig elektronisch. Aufnahmeuntersuchungen, Röntgen- und Laborbefunde, Einträge der Krankenschwestern und der Ärzte sind von jedem Computer im Krankenhaus aus zugänglich.

Aufgabenverteilung: Die Aufgabenbereiche der einzelnen Berufsgruppen sind klar eingeteilt, so dass z.B. keine Streitereien entstehen, ob es Aufgabe des PJlers ist, Antibiosen anzuhängen. Es gibt zum einen genügend Personal und zum anderen auch andere Berufsgruppen, wie z.B. Personen, die nur für das Essen austeilen und Aufräumen der Zimmer zuständig sind, so dass Krankenschwestern sich wirklich den pflegerischen Aufgaben zuwenden können.

Wenn man etwas nicht weiß…, dann ruft man seinen Oberarzt an. Keiner der jüngeren Ärzte hat hier überlegt, ob er sich traut, den Oberarzt anzurufen oder nicht. Das ist hier selbstverständlich und auf Ausbildung wird viel Wert gelegt.

Hierzu eine kleine Anekdote: An unserem ersten Tag hat uns unsere Oberärztin zu Folgendem instruiert. Sie sagte wörtlich, natürlich auf Dänisch: „Wenn Ihr im OP seid und Euch beachtet keiner und Euch wird nicht genug erklärt, dann sagt Ihr einfach: „Danke, aber hier lerne ich nichts, ich gehe jetzt!“ Das würden die dänischen Studenten genauso machen. Außerdem würde sich der Arzt dann fragen, wie er es beim nächsten Mal interessanter für den Studenten machen könnte. Zudem könne man um 15:00 Uhr auch einfach den OP verlassen, da man ja dann Feierabend hätte. Auch dies machen die dänischen Studenten so! Als Fazit sagte die Oberärztin uns, dass wir generell nur das machen sollten, wobei wir etwas lernen, dass wir grundsätzlich Fragen stellen sollten und zwar v.a. an die Oberärzte, da man von denen ja am meisten lernen könne!

Arbeitsmilieu

Hast Du heute schon Deinen Kollegen gelobt
Hast Du heute schon Deinen Kollegen gelobt

In Dänemark gibt es eine sehr flache bis gar keine Hierarchie. Alle duzen sich und der „Chef“ und die Oberärzte arbeiten ganz selbstverständlich mit den Assistenzärzten, Krankenschwestern und auch den Studenten zusammen. Es gibt eigentlich keinen Chefarzt, sondern nur einen leitenden Oberarzt und es gibt auf den meisten Abteilungen in Konferenzen keine feste Sitzordnung. So kann es sein, dass der „Chef“ in der letzen Reihe sitzen muss, weil er zu spät gekommen ist.

Alle haben einen gemeinsamen Aufenthaltsraum und arbeiten auch sonst enger zusammen als in Deutschland. Alle werden in die Entscheidung mit einbezogen. Man kann immer nachfragen, wenn man etwas nicht weiß und bekommt immer und überall Hilfe, wenn man selber nicht mehr weiterkommt. Man wird sehr häufig gelobt. Alle sagen ständig und für alles „Danke“ – selbst, wenn man im OP nur einen Faden durchgeschnitten hat, wird man dafür gelobt und es wird sich überschwänglich bedankt!

Die Atmosphäre ist sehr freundlich, stresslos und entspannt. Es kam schon mal vor, dass wir mit dem Chefarzt und einem Oberarzt im Aufenthaltsraum saßen und deutsche Schlager gesungen haben. Es wird viel Wert auf gute Arbeitsbedingungen gelegt und auch für Ärzte gibt es in Dänemark eine 37 Stunden Woche, so dass das Personal nicht überarbeitet ist und motiviert sowie mit Spaß zur Arbeit kommt.

Das dänische Medizinstudium/die Facharztausbildung

In Dänemark dauert das Medizinstudium sechs Jahre, in denen man die meiste Zeit an der Universität ist. Nach diesen sechs Jahren macht man das Examen und ist Arzt. Dann folgt eine einjährige Basisausbildung als s.g. „turnuslæge“. Die Arbeit als „turnuslæge“ ist am ehesten mit der eines PJlers zu vergleichen. Da man als „turnuslæge“ aber schon voll approbierter Arzt ist, sind die Aufgabenbereiche etwas unterschiedlich. Dies ist auch der Grund dafür, dass die dänischen Universitäten mit dem Praktischen Jahr nichts zu tun haben, da die zum PJ am ehesten äquivalente Turnusausbildung nicht mehr zum Studium zählt.

Für die ärztliche Ausbildung nach der Universitätszeit sind in Dänemark die Regionen zuständig. Diese Regionen in Dänemark sind ungefähr vergleichbar mit den Bundesländern in Deutschland. Erst nachdem man eine einjährige Basisausbildung gemacht hat, kann man mit einer Facharztausbildung beginnen. Diese ist in eine einjährige Introduktion und eine vierjährige Hauptausbildung aufgeteilt.

In Dänemark ist es außerdem sehr verbreitet, als „Vikar“ zu arbeiten. Zum einen ist es möglich, während des Studiums z.B. ein Jahr zu pausieren und in der Notaufnahme tätig zu sein. Hier gewinnt man viel praktische Erfahrung und verdient auch schon ziemlich gut. Teilweise haben während unseres Aufenthaltes zwei Studenten alleine die chirurgische Notaufnahme geleitet. Es war sehr beeindruckend, als deutscher PJler im 11. Semester etwas von einem dänischen Studenten aus dem 8. Semester beigebracht zu bekommen! Zum anderen ist es so, dass sehr viele dänische Ärzte sich lange Zeit nicht auf eine Fachrichtung festlegen, sondern immer mal für ein Jahr in verschiedene Fachrichtungen als „Vikar“ hinein schnuppern.

Unterkunft und Finanzielles

Das Wohnzimmer unserer Wohnung
Das Wohnzimmer unserer Wohnung

Direkt neben dem Krankenhaus gab es eine Art Wohnanlage, in der die Klinik eine Unterbringung für Studenten angemietet hatte. In dieser Wohnung durften wir umsonst wohnen. Es war eine große Wohnung mit drei Zimmern, einem Wohnzimmer, einem Bad und einer Küche. Insgesamt gab es fünf Schlafplätze. Der Nachteil war aber, dass viele Abteilungen Schlüssel zu dieser Wohnmöglichkeit hatten und immer mal wieder Ärzte, Krankenschwestern oder Studenten in die Wohnung kamen, um für eine Nacht oder auch für länger ebenfalls dort zu übernachten. Es war am Anfang ein etwas seltsames Gefühl, wenn plötzlich ohne Ankündigung jemand im Wohnzimmer stand. Andererseits hat man sich schnell daran gewöhnt und auf diesem Wege natürlich auch neue Leute kennen gelernt.

Außerdem bestand die Möglichkeit, im gleichen Haus Zimmer anzumieten. Ein Zimmer mit Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbad hätte ca. 60 € pro Monat gekostet. Generell sollte man meiner Meinung nach immer versuchen, über das Krankenhaus an ein Zimmer oder eine Wohnung zu kommen, da man in Dänemark normalerweise für alles eine s.g. „CPR-Nummer“ benötigt (Personennummer). Diese Nummer kann man beantragen, man muss sie aber nicht haben, wenn man weniger als sechs Monate im Land bleibt und EU-Bürger ist. Eine solche „CPR-Nummer“ braucht man z.B., wenn man ein Konto eröffnen will, etwas mieten will oder einen Telefonanschluss braucht usw. Wir hatten für unseren viermonatigen Aufenthalt nicht extra eine solche Nummer beantragt.

Zur Finanzierung des Auslandstertials hatten wir im Akademischen Auslandsamt unserer Universität ein ERASMUS Stipendium für ein Auslandspraktikum beantragt. Durch dieses Stipendium erhielten wir dann jeder 350 € pro Monat.

Leute, Stadt, Land

Nyhavn - Meistfotografierte Haeuserzeile Kopenhagens
Nyhavn – Meistfotografierte Häuserzeile Kopenhagens

Freizeit hat man in Dänemark ungewohnt viel! Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass man sehr viel Zeit hat, etwas zu unternehmen und man muss sich zu beschäftigen wissen.

Vejle hat ca. 50.000 Einwohner und liegt an einem Fjord. Allerdings gibt es leider keine schöne Strandpromenade oder etwas Ähnliches, da am Ende des Fjordes ein Industriehafen gelegen ist. Ansonsten gibt es ein Kino, ein Theater, eine schöne Fußgängerzone mit einigen Cafés und Geschäften sowie ein paar Museen. Die Stadt ist allerdings eher verschlafen und wer Großstadttrubel gewohnt ist, wird sich hier schnell langweilen. Da wir im Winter in Vejle waren, war das Freizeitangebot nicht sehr groß. Viele Museen hatten geschlossen und Ausflugsschiffe etc. fuhren nicht.

Da wir mit dem Auto gekommen waren, hatten wir aber die Möglichkeit, die Gegend zu erkunden und haben trotz des Winterwetters einige schöne Landschaften, Strände und Schlösser gesehen. Außerdem haben wir uns die größeren Städte Århus und Odense angesehen, die jeweils ca. 70 km von Vejle entfernt sind. Ein Wochenende waren wir auch in Kopenhagen, das auf jeden Fall eine Reise wert ist. Dem Krankenhaus angegliedert, gab es auch ein Fitnesscenter, das man für einen geringen Beitrag nutzen konnte.
Möglichkeiten andere Leute kennenzulernen, hat man im „klubben“. Das ist ein Club, der von einer Sprachlehrerin des Krankenhauses ins Leben gerufen wurde und in dem man mit anderen, neuen Angestellten verschiedene Sachen unternimmt, das heißt z.B. Kino, Pizzaessen, Handballspiel, Weihnachtsfeier…

Vejle ist keine Studentenstadt, so dass es sehr angenehm war, dass wir unser Tertial zu zweit gemacht haben. Es gab dort zwar vereinzelt dänische Studenten, die aber meist aus Odense stammten und jeden Tag gependelt sind. Alleine wäre es in der vielen Freizeit sicher schnell langweilig geworden. Außerdem war es auch ein enormer Vorteil, dass wir mit dem Auto dort waren und so die Möglichkeit hatten, viel zu unternehmen und uns die Umgebung anzusehen.

Unser Fazit

Abendstimmung ueber Aarhus
Abendstimmung über Aarhus

Wir fanden unseren Aufenthalt sehr gelungen und lehrreich. Die Organisation und Betreuung waren sehr gut. Man hat einen guten Einblick in das dänische Krankenhaussystem und die dänische Lebensweise bekommen. Sehr positiv war, dass man zu seiner Arbeit immer ein Feedback bekam und nicht einfach irgendetwas gemacht hat, ohne zu wissen, ob alles eigentlich so richtig ist, was man und wie man es gemacht hat. Alle Ärzte hatten sich für die Ausbildung viel Zeit genommen und sich immer bedankt, dass man geholfen hat, Patienten aufzunehmen oder dass man im OP assistiert hat.

Wir würden auf jeden Fall nochmals unser PJ-Tertial in Chirurgie hier machen und können das Krankenhaus sehr empfehlen!

S.,A. und E.,C.
Lübeck, Juni 2010

Ähnliche Artikel:

  • PJ in USA – ChirurgiePJ in USA – Chirurgie USA, Pittsburgh, University of Pittsburgh Medical Center (28.02.-22.04.2011) Und wieder ging es über den großen Teich in die USA. Nachdem ich bereits im letzten Jahr eine Famulatur in […]
  • PJ in Island – ChirurgiePJ in Island – Chirurgie Island, Reykjavik, Landspitali Reykjavik (12.04.-06.06.2010) Island, bekannt für seine Geysire und seit diesem Jahr auch berüchtigt für seine Vulkane. Für mich sollte es das Ziel für einen […]
  • PJ in Mexiko – ChirurgiePJ in Mexiko – Chirurgie Mexiko, Monterrey, Hospital General de Zona No. 33 / Hospital de Seguridad Popular (07.12.2009-28.03.2010) „Definitiv werde ich eines Tages nach Mexiko zurückkehren, um meine Freunde zu […]
  • PJ in China – Allgemeine Chirurgie, Orthopädie und UnfallchirurgiePJ in China – Allgemeine Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie China, Shanghai, Shanghai East Hospital (05.02.-04.04.2010) Mein Chirurgie Tertial führte mich in die Megacity Shanghai, die Stadt der Expo 2010. Eine Zeit, die für mich ein wirklicher […]
  • PJ Martinique – ChirurgiePJ Martinique – Chirurgie Martinique, Fort-de France, Centre Hospitalier Universitaire (CHU) de Fort-de France (05.02.- 02.04.2011) Mein Entschluss stand fest. Erneut sollte es ein französisch sprachiges Land sein, […]

1 Kommentar

  • Hallo,

    vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Text.
    Könnten Sie mir vielleicht sagen , wie hoch das Gehalt im turnuslaege ist. Kann man damit Familie, Miete etc. stämmen?

    Vielen Dank und machen Sie weiter so!

Schreibe einen Kommentar zu Inge Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *